Wenn…

17. Mai 2013 8 Kommentare

Leben 1008 – Freitag, 17.05.13

Wenn…

… meine Eltern sich nicht geliebt hätten,
… Fräulein P. nicht die Empfehlung fürs Gymnasium gegeben hätte,
… Herr Dr L. nicht gesagt hätte, „Runge, Du studierst Informatik“,
… ich nicht schon Skiurlaub in St. Jakob in Osttirol gemacht hätte,
… Mike und Karl-Otto mir nicht bei der Jobsuche geholfen hätten,
… ich nicht an einem wunderbaren Wok-Abend teilgenommen hätte,
… wenn die Dame im E-Krankenhaus in D-Stadt mich nicht gefragt hätte, ob sie meine Bewerbungsunterlagen an ihren Mann bei der T-Gesellschaft weitergeben darf,
… Manfred nicht gesagt hätte, „Ey, Ulf, Du kündigst doch sowieso bald, ich hätte da was für Dich, die suchen einen Querdenker“,
… Herr W. nicht große Stücke auf mich gehalten hätte, und Herrn P. gefragt hätte,“Das da ist der Herr Runge, das hier sind seine Unterlagen, sie können ihn jetzt gerne ausfragen, und dann müssen wir zeitnah entscheiden, ob…“ und Herr P. dann nicht „Ja“ gesagt hätte,
… wenn ich aus Weihnachtsgeschenkeinfalllosigkeit nicht zum Schreiben, Slammen und Bloggen gekommen wäre,
… wenn Andreas und Christiane nicht gezeigt hätten, wie wertschätzende Mitarbeiterführung in noch so bedeutsamer Situation funktioniert,
… wenn Du, ja ich meine Dich (sorry, falls wir per „Sie“ sind, das gilt auch für uns beide), meinen Weg nicht so wunderbar bereichernd gekreuzt hättest,

ob wir uns dann kennen würden?

ob wir uns dann nicht gerne zu gemeinsamen Augenblicken zurücksehnen würden?

ob wir uns dann nicht auch gerne weiterhin begleiten wollen würden?

Es gibt noch so viele andere Wenns und „Zufälle“, die ich hier nicht aufzuschreiben vermag.

Ich danke Dir für Deine bisherige Wegbegleitung.

Ich freue mich darauf, dass dieser Weg irgendwie immer wieder einander gebend weitergeht.

Frohe Pfingstfeiertage für Dich und Deine Lieben!

© Ulf Runge, 2013

Aktiver und passiver Journalismus – oder: Mann, hat der Sorgen

16. Mai 2013 2 Kommentare

Leben 1007 – Donnerstag, 16.05.13

Aktiver und passiver Journalismus – oder: Mann, hat der Sorgen

Mittwoch, 15.05.13. 13:00 Uhr. SWR1 RP. Die Nachrichten. Eine Meldung lässt mich aufhorchen. Die Zafira-Produktion werde nach Rüsselsheim verlegt. Weil das Bochumer Opelwerk dann und dann schließe.

Hallo? Habe ich das richtig gehört. Da geht so ein Werk einfach daher und schließt. Einfach so. Sozusagen ein AKTIVES Opelwerk.

Ich fühle mich unwohl, denke, ich sollte eine E-Mail ins Studio schreiben.

Und dann beschließe ich, darauf zu vertrauen, dass die Journalisten in der Redaktion AKTIV genug sind, laufend ihre eigene Arbeit zu hinterfragen, die Meldungen besser machen zu wollen.

Mittwoch, 15.05.13, 14:00 Uhr. SWR1 RP. Die Nachrichten. Ich lausche gespannt. Die bringen diese tatsachenverdrehende Formulierung bestimmt gleich wieder. Und dann schreibe ich `ne E-Mail. Vielleicht.

Und dann dürfen meine ungläubigen, freudig überraschten Ohren hören, dass die Zafira-Produktion nach Rüsselsheim verlagert wird, weil das Opelwerk in Bochum geschlossen wird.

Danke, liebe AKTIVE Nachrichtenredaktion für diesen so wichtigen PASSIV.

© Ulf Runge, 2013

Linksrheinisch

15. Mai 2013 4 Kommentare

Leben 1006 – Mittwoch, 15.05.13

Linksrheinisch

Linksrheinisch ist gut. Das habe ich selber schon so empfunden. Obwohl ich als Rechtsrheiner gebürtig bin. Aber ich bin in Köln-Nippes auf der richtigen Seite zur Schule gegangen, und auch die Mainzer Jahre waren absolut nicht verkehrt. Die übrigen Jahre meines Lebens habe ich also auf der falschen Seite gelebt?

Seit gestern Abend ist das für mich relativ leicht erklärbar und frei von Widersprüchen. Dr. Manfred Lütz stellt in seinem (zum aktuellen Buch passenden) Vortrag „Bluff!“ gleich mal am Anfang klar, dass es eigentlich nur ein Leben links des Rheines geben kann. Und Bensheim, wo er sich heute Abend aufhalte, sei natürlich auch linksrheinisch, ebenso wie Spanien oder Anatolien, eben weil es sich hier um den Teil der Welt handle, der mit Kultur was am Hut habe. Keinesfalls aber Westfalen, oder gar Ostwestfalen. Und leitet seinen nur vordergründig lustigen und immer unterhaltsamen Vortrag über die Welt(en), in denen wir (zu) leben (glauben), mit der inzwischen allbekannten Bielefeld-Verschwörung ein.

Zwei Stunden und 47 Minuten später, das Buch ist mittlerweile in der kurzen Autogrammstundenpause erworben und signiert, beschließt Dr. Lütz den Abend mit dem Schlussappell aus seinem Buch, sich auf die existenzielle Welt einzulassen, eine Welt voller Liebe, Gefühle, Sinn und Gott. Wir mögen uns die Frage stellen, ob wir uns in den kommenden zwei Wochen unverändert in unseren bevorzugten Milieus, die da sind Wissenschaft ohne Kenntnis der eigenen Grenzen, aufgeschwätzte Phänomene wie Burn-out, Fokussierung auf Medien und Social Media, Überbewertung materieller Werte und spirituelle Scharlatanerie, ob wir uns also auch weiterhin unverändert in diesen Milieus bewegen würden, wenn wir wüssten, dass es unsere letzten beiden Wochen sind.

Bezüglich seiner Einschätzung der „Esoterik“ habe ich vermutlich eine konträre Meinung zu ihm, doch will ich da erst noch einmal in seinem Buch die entsprechenden Stellen nachlesen.

Dr. Lütz plädiert auch, sich doch bitte noch einmal intensiv mit der Kirchengeschichte zu beschäftigen, zumal es das Verdienst des Christentums sei, Mitleid und Nächstenliebe in den Mittelpunkt zu stellen. Diesem Rat zu folgen, tue ich mich schwer, nicht wegen des christlichen Glaubens, sondern alleinig wegen der kirchlichen Institutionen.

Wo ich total konform mit ihm bin, ist seine Antwort auf die Frage, ob denn die Tränen der Tochter wichtiger sind oder die Tagesschau, die gerade von dem traurigen Mädchen gestört wird.

Geradezu köstlich, wenn er darüber berichtet, wie Rheinländer sich neben sich stellen können, wenn sie etwa bei einer Verkehrskontrolle angesprochen werden, sie seien mit dem AUTO in der STADT zu schnell gefahren und hätten MENSCHEN gefährdet: (bitte in Gedanken rheinisch gefärbt mitsprechen und am Ende lang gesprochen die Stimme heben) AUTOOOOO? STADTTTTT? MENSCHENNNNN?

Umwerfend die Schilderung, wie er in Rom auf einer stark befahrenen sechsspurigen Einbahnstraße regelmäßig auf der Busspur verbotenerweise IN GEGENRICHTUNG fuhr. Und eines Tages von einem Polizisten deswegen angehalten wurde. Und diesen Caribiniero mit einer wirklichkeitsumdeutenden Antwort dazu brachte, ihn straffrei weiterfahren zu lassen.

Immer gibt er auch Einblick in seine psychiatrische Praxis, mit der wir alle hoffentlich nie in Berührung kommen. Für alle Fälle verrät er uns die wichtigste Frage, die man sich in der Psychiatrie stellt: „Wie geht’s hier raus?“

Dr. Lütz bringt uns viel zum Schmunzeln und Lachen, und gibt auch immer wieder Augenblicke, da ist es mucksmäuschenstill. Etwa bei der oben berichteten Szene mit den Tränen der Tochter zu Tagesschau-Unzeit.

Ich danke Justus Keller und seinem Team von Lebenskunst Bensheim, dass er immer wieder so unterhaltsame Menschen, die auch etwas zu sagen haben, in die LINKSRHEINISCHE „Provinz“ holt. Oder ist Provinz nur dort, wo zu wenige Leute zu so einem Vortrag hingehen? Der Bürgersaal in Bensheim war auf jeden Fall erneut bis auf den letzten Platz gefüllt. An einem Dienstag Abend.

Wer wissen möchte, warum der 1. FC Köln für die Bewohner der Domstadt das Antidepressivum Nummer 1 ist und warum man bei Vorstellungsgesprächen das rechte Bein über das linke schlagen sollte, darf sich einen Vortrag von Dr. Lütz nicht entgehen lassen.

© Ulf Runge, 2013

Alter Hund

8. Mai 2013 8 Kommentare

Leben 1005 – Mittwoch, 08.05.13

Alter Hund

Ich habe einen alten Hund. Er ist jetzt 13 Jahre alt. Ich bin für jeden Tag dankbar, an dem er seine Augen öffnet und mir zur Begrüßung liebevoll die Hand ableckt.

Wir gehen jeden Tag auf den Weinberg hoch. Solange wir das machen, sind zumindest noch ein bisschen fit, sage ich mir. Vergangene Woche hat er das erste Mal gestreikt und hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass der einzige Weg, den er heute noch gehen will, der Rückweg ist. Klar, dass ich das bedenklich fand und finde, aber es war auch ordentlich warm an dem Tag, und ich bin ja auch nicht immer gut drauf. Natürlich sind wir umgekehrt…

Heute war es nicht nur warm, es war auch drückend schwül. Was macht mein Hund? Er trottet neben mir, wie jenes bedenkliche Mal vergangene Woche. Ein alter Hund. Der unter der Hitze leidet. Der Arme…

Plötzlich und unerwartet nähert sich uns von unten her ein Mopedfahrer, der kleidungsmäßig den Eindruck erweckt, als wolle er weiter oben an den Weinstöcken arbeiten. An seiner Seite ein kräftiger Schäferhund. Der den jungen Mann im Galopp begleitet.

Ich lasse meinen Hund Sitz machen, die beiden passieren uns in ordentlichem Tempo.

Und jetzt? Ich kenne meinen Hund nicht mehr. Gefühlte 10 Jahre jünger galoppiert er mir fast davon, dem Geruch des anderen folgend. Alter Hund? Ja. Gebrechlicher Hund? Nicht wirklich. Er ist immer noch vital. Und er ist wie wir. Mal mehr oder weniger motiviert!

Hier ein paar Schnappschüsse von heute, Du siehst, welche Höhe mein „armer“, „alter“ Hund täglich erklimmen darfmuss, in welchem Paradies wir täglich unterwegs sind, was für ein Stück Lebensqualität es bedeutet, einen täglichen Tageslichtspaziergang auf den Weinberg hinauf genießen zu dürfen. Und Du siehst, wieviel Hundespaß Löwenzahn bereiten kann…

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Was für ein Blick, was für ein Glück…

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Der Berg ist bezwungen, die Löwenzahnblüten noch nicht…

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Bist Du manchmal auch nicht gut drauf? Dann könntest Du versuchen, Dich selber zu beeinflussen, indem Du Dir eine Antwort auf die Frage nach DEINEM WARUM findest. Es muss ja nicht ein überholender Schäferhund sein…

Und wenn Du diese Antwort hast, dann lass sie Dir nicht kaputt machen.

Wenn Dir etwa jemand sagt, Du bist zu dumm für etwas, zu Mann oder zu Frau, zu jung oder zu alt, dann lass Dich davon nicht runterziehen.

Zum Schluss deshalb diese immer wieder erinnerungswürdige Szene aus dem Film „Das Streben nach Glück“.

 

© Ulf Runge, 2013

Kategorien:Leben

Mein selbstgestalteter Start in den Tag

4. Mai 2013 6 Kommentare

Leben 1004 – Samstag, 04.05.13

Mein selbstgestalteter Start in den Tag

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In der vergangenen Woche habe ich an drei Veranstaltungen teilgenommen, die bei mir tief gehende Impulse gesetzt haben. Meine Berichte hierzu sind noch nicht fertig, aber ich möchte schon einmal aufzeigen, was sich bei mir seitdem geändert und verändert hat.

Wie schon früher in meinem Leben, mehrmals und immer wieder neu, habe ich mir Ziele gesetzt. Schriftlich formuliert. Was ich in 6 Monaten, 2 Jahren und in 5 Jahren erreicht haben möchte. Das ist jetzt nichts Umwerfendes, ich weiß. Neu ist bei mir, dass es mir Spaß bereitet, mir morgens und abends diese Ziele anzusehen. Dass ich in der Frühe überlege und plane, welche Schritte ich heute denn in Richtung dieser Ziele unternehmen will und werde. Dass ich am Ende des Tages darüber nachdenke, wieviel ich davon umgesetzt habe, und wie ich es morgen gegebenenfalls besser machen kann.

Und überhaupt der Morgen. Während ich bisher kaum erwarten konnte, meinen Lieblingssender SWR1 RP einzuschalten, und einen Blick in die Tageszeitung zu werfen, so spielt sich jetzt bei mir folgende Szene bei Tagesanbruch bei mir ab: Ich schaue mir meine CDs an, und suche mir eine aus, mit der ich meinen Tag musikalisch beginnen lassen möchte. Und ich werfe einen Blick auf meine Bücher und suche mir eines aus, aus dem ich mindestens einen Gedanken auf mich einwirken lassen will, bevor irgendwelche Katastrophennachrichten aus dem Radio erklingen.

Hier mal eine kleine Zusammenstellung, was ich mir bewusst zugeführt habe in den vergangenen drei Tagen:

Mittwoch.
Gehört: Forest Gump Suite von Alan Silvestri
Gelesen: Ulrich Schaffer, Im Fluss der Zeit: Been there, done that, got the T-shirt – hier geht es darum, immer wieder neu offen zu sein für Neues und Anderes…

Donnerstag.
Gehört: Bruce Springsteen, Streets of Philadelphia
Gelesen: Dr. med. Lothar Hollerbach, Der Quanten Code: u.a eine Textpassage mit einem Zitat von Wilhelm Busch:
Wenn einer etwas vorausgedacht,
so wird er zuerst ausgelacht,
begreift man die Erfindung endlich,
so nennt sie jeder selbstverständlich.

 

Freitag.
Gehört: Joo Kraus, Painting Pop: Smooth Operator
Gelesen: Ulrich Schaffer, Im Fluss der Zeit: Der Gott meines Alters – hier geht es darum, wie sich Ulrich Schaffers Vorstellung von Gott im Lauf der Jahre geändert hat…

Eine bisher schon seit vielen Jahren gerne geübte Gewohnheit behalte ich natürlich bei: Im Posteingang den Chancen-Impuls von Edith Neu lesen. Das ist für mich der einzige „Newsletter“, den ich niemals abbestellen würde. Wenn Du auch täglich so einen wunderbaren Impuls erhalten möchte, lass mich das einfach wissen. (Wenn Du hier einen Kommentar einstellst, wirst Du ja gebeten, Deine E-Mail-Adresse zu hinterlassen, ohne dass diese für andere sichtbar ist.) Dann bekommst Du Ediths täglichen Chancen-Impuls sozusagen als Geschenk von mir.

Ich wünsche Dir noch ein wunderbar inspirierendes Restwochenende und freue mich, von Dir zu erfahren, wie Du Deinen Morgen und Deinen Abend kreierst, um selbstgestalteter zu leben.

 

© Ulf Runge, 2013

Paprika!

1. Mai 2013 11 Kommentare

Leben 1003 – Donnerstag, 02.05.13

Paprika!

 

Was man so aneinander hat,
das merkt man meistens oft zu spat.

Ich will nicht lange drüber schwätzen,
beizeiten sollte man sich schätzen.

Entdeckt man schmerzhaft den Verlust,
ist man tieftraurig, voller Frust.

Verloren sind jetzt Malz und Hopfen,
wo bist Du nur, mein Spülenpfropfen?

Ich will doch das Geschirr jetzt spülen,
und tu nach Dir im Abfall wühlen.

Ich such Dich hier, ich such Dich da,
auf einmal denk ich: „Paprika!“

Die Reste von dem Schotenputzen,
tu ich als Pfropfersatz jetzt nutzen.

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Hurtig spül ich und geschwind,
auf einmal ich den Pfropfen find.

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Wo kommt der her, der war doch weg?
Hat meine Optik ’nen Defekt?

Dass ich mich täuschte, kann nicht sein,
es muss was Größ’res Ursach‘ sein.

In parallelen, andren Welten,
ich hoffe, dass man das lässt gelten,

da war wohl kurz mal grad mein Pfropfen,
’nen andren Ablauf dort zu stopfen.

© Ulf Runge, 2013

Unbedacht

23. April 2013 4 Kommentare

Leben 1002 – Dienstag, 23.04.13

Unbedacht

An dieser Stelle möchte ich um Nachsicht bitten für die Beiträge, die zu Recht oder auch zu Unrecht unbedacht gewirkt haben mögen. Wer schreibt und sich möglicherweise auch zeitnah zu Vorgängen oder Eindrücken äußert, der geht das Risiko ein, unbedacht zu wirken.

Heute Abend habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es nicht nur unbedachte Äußerungen gibt…

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