Ein bisschen Frieden

27. August 2014 2 Kommentare

Leben 1143 – Mittwoch, 27.08.14

Ein bisschen Frieden

 

Sie hat das „F“. Jede ihrer Antworten soll mit diesem Buchstaben beginnen. Bis zu 20 Fragen in 45 Sekunden bekommt sie gleich gestellt. Das ganze am Telefon.

Sie ist gut. Sagt entschlossen „Weiter“ als sie einmal passen muss.

„Fantasie“ kommt schneller aus ihrem Mund, als ich denken kann. Kurz darauf fragt Michael Lueg die Dame: „Ein bisschen …“. Dass der Moderator seine Frage mit „nass“ abschließt, hört sie nicht. Vermutlich ist das der Leitungsqualität geschuldet.

Statt der richtigen Antwort „feucht“ höre ich „Frieden“! Sandra Karch und Michael Lueg im Studio sind genauso amüsiert wie ganz SWR1 RP Land.

Der Frieden schadet der Dame nicht. Sie hat trotzdem einen Durchmarsch von 18 Punkten. Gewinnt die heiß begehrte gelbe SWR1 RP Tasse. Und lässt sich auch noch „Stairway to heaven“ auf den Plattenteller auflegen. Wieder einmal ein wunderbarer Start in den Morgen mit dem ABC-Champion.

Und richtig: Ein bisschen mehr Frieden kann uns allen nicht schaden.

 

© Ulf Runge, 2014

 

P.S.: Ein Plagiat der beliebten SWR1 RP Tasse ist hier zu sehen: Happyburger im Hunsrück.

Und wer jetzt noch was auf die Hören haben möchte:

Ein bisschen Frieden.

Und Stairway to heaven.

Endlich! Die Kugel rollt wieder…

24. August 2014 3 Kommentare

Leben 1142 – Sonntag, 24.08.14

Endlich! Die Kugel rollt wieder…

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© Ulf Runge, 2014

Kategorien:Uncategorized

Ich nicht

Leben 1141 – Samstag, 23.08.14

Ich nicht

 

„Kein Ticket!“ Eine Mischung aus Hochfreude und gespieltem Frust dringt in mein Ohr.

Ich schaue in die Richtung des Herrn, der vergebens an der Windschutzscheibe seines wohl falsch geparkten Autos ein Knöllchen sucht.

Er freut sich über meine Aufmerksamkeit. Grinst mich an.

Er ist nicht von hier. Hat vermutlich britischen Migrationshintergrund. Darauf komme ich, als er mich total amüsiert anlächelt und dann in schönstem Chris Howland Denglisch rüber ruft: „Die ignoriern mick!“

Ich nicht. Das freut ihn.

 

© Ulf Runge, 2014

Gleiche Höhe

15. August 2014 1 Kommentar

Leben 1140 – Freitag, 15.08.14

Gleiche Höhe

 

Zwei Jungs stürmen aus dem Hauseingang gegenüber. Jeder Hält ein Flugzeug in der Hand. Einen Papierflieger. Das gleiche Modell, das ich auch in meiner Kindheit kennen gelernt habe.

Sie stellen sich nebeneinander auf. Werfen Ihre Flieger. Der eine Junge, ich nenne ihn mal Hans, dem sein Flieger liegt vorne. Der von Benny ist zweiter. „1 zu 0 für mich!“ ruft Hans.

Sie werfen erneut. Jetzt in die andere Richtung. Hans gewinnt erneut. 2:0 für ihn.

Nächster Versuch. 3:0. Hans wird größer und größer. Er wächst vor lauter Adrenalinüberschuss. Bennie schrumpft.

Beim 4. Wurf ist alles anders. Bennies Flieger liegt vorne. Leise jubelt er, triumphiert ganz leise. 3:1 für Hans.

Der nächste Wurf verändert die Welt. Die Welt dieser beiden Jungen. Waren sie doch auf den Plan getreten, um sich spielerisch zu messen. Ohne dass sie irgendwelche Konventionen getroffen hätten. Ohne irgendwelche Regeln. Sieger ist man intuitiv, wenn man vorne ist. Oder?

Erneut fliegt Bennies Flieger weiter als der von Hans. Selbiger ahnt, dass es nun eng für ihn werden könnte. Man würde jetzt ein „nur noch“ 3:2 für ihn konstatieren können.

Du kannst jetzt urteilen: „Der kann nicht verlieren.“ Du kannst auch aber auch urteilen: „Oh wie kreativ!“

„Dein Flieger ist gar nicht vorne. Das ist gleiche Höhe. Jeder bekommt einen Punkt. 4:2 für mich.“ In der Tat ist Bennies Flieger vorne. Aber nicht um eine volle Fliegerlänge. Die Nase des Fliegers von Hans ist auf gleicher Höhe mit dem Heck von Bennies Air Force One.

Ist das ein Indiz dafür, warum es bei der Abseitsregel den Unschärfefaktor „Gleiche Höhe“ gibt?

Abschließend noch das eine: Natürlich hat Hans gewonnen. Ansonsten hätte er bestimmt noch die eine oder andere Spielregel erfunden.

© Ulf Runge, 2014

Igel entsorgen, weil sie ihre Stacheln verlieren. Darf man das?

14. August 2014 5 Kommentare

Leben 1139 – Donnerstag, 14.08.14

Igel entsorgen, weil sie ihre Stacheln verlieren. Darf man das?

 

 

Unser Igel ist schon etwas älter. Eigentlich immer schön anzuschaun, macht er mir seit einiger Zeit Kummer. Er verliert Stacheln. Und es werden immer mehr.

Das ist einfach lästig. Kaum hat man gesaugt, ist der Boden schon wieder mit Stacheln versaut.

Ich sage mir, das ist das Alter, das da seinen Tribut fordert. Da muss ich halt großzügig sein.

Wir haben ihn schon recht lang. Relativ günstig erworben. Und er hat auch eigentlich nie Ärger gemacht.

Wenn mal Gefahr im Anzug war, etwa dass die Wohnungstür zuzufallen drohte, dann habe ich ihn am Schwanz schon mal zwischen Boden und Tür eingeklemmt. Er hat das erduldet, ohne eine Miene zu verziehen. Und die Tür ist dann auch nicht zugefallen. Das habe ich all die Jahre an ihm geschätzt.

Aber jetzt? Aus Dankbarkeit noch etwas bei uns lassen? Oder lieber doch entsorgen? Klingt hart. Aber ehrlich, wie würdest Du entscheiden?

Falls Du sein Foto (noch) nicht sehen kannst, klicke bitte auf „Weiter“.

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Kategorien:Leben

Halber Stempel?

13. August 2014 2 Kommentare

Leben 1138 – Mittwoch, 13.08.14

Halber Stempel?

Ein Brot fehlt noch. Also machte ich mich auf dem Weg zum Bäcker. Ich bedeutete der Verkäuferin, dass ich gerne ein Brot mit hohem Roggenanteil, möglichst Sauerteig haben möchte.

Sie deutete auf das Bauernbrot. Genauer auf ein riesiges ganzes. Und ein halbes.

Ich entschied mich für das kleinere und bat darum, es zu schneiden.

Während die Dame meinem Wunsch entsprach und die Schneidemaschine bediente, grübelte ich. Soll ich? Oder soll ich nicht?

Sie reicht mir das Brot und sagt den Preis. Ich hole die Münzen passend aus meinem Portemonnaie. Und jene besagte Karte, die heute jeder treue Kunden von seinem Lieblingsbäcker mit sich rumträgt. Auf der mit Handzeichen oder Stempel zehn Mal vermerkt wird, dass man sich beim elften Mal ein kostenloses Brot verdient hat.

Ich reiche ihr die Karte und sage bestimmt und freundlich: „Für ein – ganzes – Brot gibt es ja einen Stempel. Wie ist das mit einem halben? Gibt es da einen halben Stempel?“ Ich erwarte, dass sie mir – ebenfalls freundlich und bestimmt – die Karte unverrichteter Dinge zurück gibt und digital darauf verweist, dass es nur für ganze Brote einen Vermerk gibt. Frei nach dem Motto „Ein bisschen gibt es nicht!“

Sie lacht. „Ich mach Ihnen ein halbes Handzeichen, okay?“ Macht sie nicht. Sie lässt sich nicht lumpen und malt ein komplettes Handzeichen.

Mit einem Lächeln im Gesicht verabschieden wir uns.

© Ulf Runge, 2014

Achte auf Deine Gedanken – wenn Du Zug fährst

10. August 2014 7 Kommentare

Leben 1137 – Sonntag, 10.08.14

Achte auf Deine Gedanken – wenn Du Zug fährst

 

In der ganzen Region waren – teils schwere – Gewitter angesagt, und doch riskierten wir, mit dem Zug auf die Woinemer Kerw zu fahren. Wir hatten absolutes Glück. Bisweilen fanden einzelne Tropfen den Weg auf Stirn, Brille und Nase. Und das war’s dann auch. Woanders dagegen musste es wohl gekracht haben, denn so langsam wich die schwüle Luft und eine angenehm frische Brise brachte leichte Abkühlung.

Wir hatten ein gutes Timing. Unerwartet kamen dunkle Wolken näher. Nur knapp ereichten wir den Bahnhof trockenen Hauptes. Zwei Stationen mit dem Zug und wir würden alles richtig gemacht haben.

Achte auf Deine Gedanken. Denn sie werden Worte… (Wie es hier weitergeht, findet sich mannigfaltig im Netz.)

Wenn jemand in sehr beengten Wohnverhältnissen zu mir sagt, er hätte gerne mehr Platz, dann weise ich gerne augenzwingernd darauf hin, dass man mit sowas vorsichtig sein solle. Insbesondere wenn eine Gefängniszelle z.B. mehr Platz bietet als das, was man gerade selber zur Verfügung habe.

Ich mach’s kurz. Wasser von oben. Nicht enden wollend. Als wäre da oben ein Wasserrohr geplatzt. Kübelweise Wasser. Kurz bevor wir den ersten der beiden Bahnhöfe erreichen, kracht es heftig unweit der Bahnstrecke. Wir halten auf einem anderen Gleis als üblich. Weil ein verspäteter Eurocity überholen soll. Vielleicht haben wir ja dadurch ein bisschen länger Aufenthalt hier, vielleicht sogar bis der Regen vorbei ist, damit wir beim Aussteigen nachher nicht noch plitschnass werden.

Genau! Wir wünschen uns gerade in diesem Augenblick, der Zug möge doch bitte so lange stehen, bis das Wetter vorbei sei.

Das Licht im Zug geht aus. Notbeleuchtung. Stimme aus dem Lautsprecher: Kein Oberleitungsstrom. Er meldet sich wieder, wenn er was weiß.

Nun er hat sich nicht mehr gemeldet, obwohl die Bahn-App bereits wusste, dass der Eurocity nicht mehr überholen würde, weil die Weiterfahrt abgesagt ist. Als der große Regen dann vorbei ist, kommt das herbei bestellte „Familientaxi“. Wir sehen gerade noch, dass auch dieser Zug nicht weiterfahren wird und zurückfährt, nachdem viele ratlose Fahrgäste ausgestiegen sind.

Ich wünsche mir immer wieder ganz fest und doll 6 Richtige mit Zusatzzahl und Superzahl. Nix passiert.

Da wünscht man sich ein einziges Mal: „Zug bleib stehen“. Und alle Engel im Himmel erhören den Wunsch.

Fazit: Die Region hat es mächtig erwischt. Hilfskräfte werden die ganze Nacht noch beschäftigt sein, Straßen wieder passierbar zu machen, auf denen umgestürzte Baume den Weg versperren. Wir saßen im Trockenen und hatten Glück.

© Ulf Runge, 2014

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