Ich grüße meine Leserinnen und Leser ganz herzlich und wünsche allen (und allen anderen auch) ein erholsames und erbauliches Osterfest. Herzliche Grüße, Ulf Runge

Österliches vom Weinbergmann

19. April 2014 4 Kommentare

Leben 1117 – Samstag, 19.04.14

Österliches vom Weinbergmann

 

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Bei Tieren inzwischen verpönt, bei Wein noch nicht andiskutiert: Massenpflanzenhaltung, mitten in Deutschland

Es ist Ostersamstag und Niels Berkefeld verabschiedet sich am Ende der Sendung auf SWR1 RP noch mit einem festgemäßen Witz: „Kommt ein Hase in die Bäckerei und fragt: `Habt Ihr Bienenstich?`. Der Bäcker verneint mit bedauerndem Ausdruck. Am nächsten Tag kommt der Hase erneut in die Bäckerei und fragt noch einmal: `Habt Ihr Bienenstich?` `Ja, heute haben wir Bienenstich!` antwortet der Bäcker hocherfreut. Sagt der Hase: `Tut bestimmt mächtig weh!`“

Ich laufe den Weinberg hoch und entdecke zu meiner Freude den Weinbergmann. Heute habe ich mal einen Witz für ihn. Ich erzähle ihm den Hasenwitz. Worauf ich im Gegenzug den folgenden Joke kennen lerne: „Geht ein Mann zum Bäcker. `Ein Brötchen bitte. Ach noch was. Könnten Sie mir das Brötchen möglichst in die Bild von heute einwickeln?`“

Wir kommen auf Fußball zu sprechen. Ob ich eigentlich wissen würde, wie alt denn dieses Spiel sei? Ich gebe zu, dass ich da nicht so gut informiert bin. 2000 Jahre sei die Kickerei alt. Mindestens. Ich gucke ihn fragend an. Er: „Steht schon in der Bibel: `Und Judas stand abseits!`

© Ulf Runge, 2014

P.S.: Ein erholsames und erbauliches Osterfest allen, die hier lesen. Und auch allen anderen.

P.S.: Mehr zum Thema Abseits gerne auch hier.

Gedankenlesemaschinen

18. April 2014 3 Kommentare

IMG_20140418_172726_v2Leben 1116 – Freitag, 18.04.14

Gedankenlesemaschinen

 

Auf einmal waren sie da. Links der Straße einer. Und rechts ebenso.

Wenige Tage später habe ich sie auch in der Nachbarstadt gesehen. Einer links. Einer rechts.

Kästen. Geräte. Dinger, die einfach nur da sind. Keine Blitzekästen, die blitzen. Ob die was messen? Mit Radar? Mit Blauzahn? Ob die was zählen? Autos, die von links nach rechs fahren. Oder umgekehrt?

Ob die wohl „sehen“ können, ob man zu Fuß oder im Auto daran vorbeirauscht?

Oder wissen die sogar, was man denkt? Gedankenlesemaschinen? Im Feldversuch? Bei mir? Mit mir?

Nein, Wetterstationen sind es nicht. Weil, dieses Spielzeug, das sich im Kreis dreht, diese drei Eisportionierungslöffel, die versuchen, einander einzuholen, dieses Teil ist nicht dabei. Also nix mit Wetter.

Eine Vorhut der PKW-Maut auf Bundesstraßen?

Geocaching-Tresore für überlebensgroße Riesen?

Oder (noch) funktions- und sinnfreie Platzhaltergeräte. Die gegen Gebühr angemietet werden können. Von ausländischen Geheimdiensten. Von lokalen Detekteien. Man-weiß-nie-Apparate.

Ich weiß es auch nicht.

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© Ulf Runge, 2014

Ooooooooooooooooooooooooh

17. April 2014 1 Kommentar

Leben 1115 – Freitag, 18.04.2014

Ooooooooooooooooooooooooh

 

Ich „verlange“ jetzt etwas ganz Schwieriges von Dir. Schließe Deine Augen.

Falls Du diesen Satz jetzt immer noch liest, hast Du meine Bitte nicht befolgt.

Wenn Du allerdings die Augen geschlossen hast, dann bist Du in eine Falle gegangen, aus der Du womöglich nicht mehr rausfindest. „Mit geschlossenen Augen verhungert – Verantwortungsloser Blogger der grob fahrlässigen Tötung angeklagt“. So könnte dann ein Blut-Blatt titeln.

Also, es gibt jetzt zwei Möglichkeiten. Du lässt Dir das hier vorlesen. Wobei derdie Vorleserin nicht selber die Augen schließen darf.

Oder Du liest jetzt mal bis zum Ende. Und versuchst, danach das Szenario in Gedanken mit geschlossenen Augen nachzuempfinden.

Also. Egal wie. Schließe die Augen. Und lies weiter.

Stell Dir jetzt vor, welche Geräusche Du wahrnehmen könntest, wenn Du …

Es ist verdammt schwer diesen Artikel – seriös und jugendfrei – zu schreiben.

Pass auf, öffne Deine Augen. Stell Dir was anderes vor.

Du gehst – ahnungslos ahnungsvoll – über einen Markt. Über einen Fischmarkt. Den Fischmarkt. DEN Hamburger Fischmarkt. Du hast bereits vieles gesehen. Das hammermäßige Rockkonzert mit zwei Bühnen in der Auktionshalle. Die üblichen Marktstände, die man von mediterranen Märkten her kennt. Du hast Obst und Gemüse gesehen. Und natürlich die Fischverkäufer. Du bist eigentlich durch. Und dann siehst Du – nein Du hörst: IHN. Stöhnen. Wimmern. Schreien. Kreischen. Wie gesagt, schließe Deine Augen. Kopfkino. Aber die Situation hat absolut nichts Erotisches. Nichts Rotlichtiges. Allenfalls lila. Er preist lilafarbene Schokoprodukte an.

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Ein guter Verkäufer verkauft keine Ware. Keine lila Schokoloade. Nein, ER verkauft SICH. Emotionen pur. Wenn sich der Hamburger Fischmarkt in Dein Hirn unauslöschlich einbrennen soll, dann musst Du beim ihm kaufen. Du wirst das nie und nimmer vergessen.

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Und wer weiß, in welcher Situation, bei welchen Geräuschen, Dich das Bild des Lilaschokoladeverkäufers wieder einholen wird.

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© Ulf Runge, 2014

Ein Satz

10. April 2014 9 Kommentare

Leben 1114 – Freitag 11.04.14

Ein Satz

 

Nur einen Satz. Einen einzigen winzigen Satz. Wenn es den wenigstens sagen, schreiben würde. Keinen Kaffeesatz. Schubabsatz. Einsatz. Aussatz. Fragesatz. Aussagesatz.

Etwa so: „Ich lebe noch.“

Oder: „Geduld!“ Aus Millionen von Möglichkeiten, einen Satz zu schreiben, einer der denkbar kürzesten. Und vermutlich ehrlichsten.

Aber mal ganz ehrlich. Das waren jetzt schon ganz viele. Verglichen mit der bisher erlebten Satzpause. Für die es nicht mal eine Blaupause gab. Auch keine Stereopause. Keinen Pausentee.

Vielleicht noch ein Satz (!), was gerade passiert. Ganz viel. Ich möchte darüber schreiben. Und jeder Artikel, den ich hierzu schreibe, dem fehlt noch das, was ihn rund macht. Und prompt liest Du nichts darüber. Keinen Satz. Keinen einzigen.

Runge! Sätzen!

© Ulf Runge, 2014

Beruhigung

1. April 2014 2 Kommentare

Leben 1113 – Dienstag, 01.04.14

Beruhigung

 

Er stellte das Radio an. Setzte sich einen Kaffee auf. Ging ins Bad.

Zurück in der Küche, bemerkte er, dass das Radio nicht funktionierte. Das Display leuchtete, aber kein Ton war zu hören. Er verstellt den Regler auf eine andere Frequenz. Aber auch bei den anderen Sendern war nichts zu hören.

Die Lautstärke! Fiel es ihm ein. Er dreht lauter. Nichts. Dann ist das Radio wirklich kaputt.

Er geht ins Wohnzimmer, macht den Fernseher an. Kein Sender da. Nun, das kam bei dem Betreiber öfter vor. Eine leichte Unruhe beschleicht ihn trotzdem.

Die Zeitung!

Er läuft zur Haustür, da liegt sie, sein Hoffnungsträger. Dick wir immer. Aber anders als sonst. Leer. Keine Fotos. Keine Schlagzeilen. Nicht einmal Werbung. Er glaubt es nicht. Das ist nicht witzig.

Facebook. Offline! Twitter. Weg! Youtube. Nicht erreichbar!

Keine E-Mails eingetroffen. Keine, die sich verschicken lassen.

Er ruft Bruno an. Die Leitung ist tot. Bleibt tot.

Sein Blick fällt auf den Kalender. Ach ja, es ist 1. April.

Das beruht ihn.

 

Am nächsten Tag allerdings nicht mehr.

 

© Ulf Runge, 2014

Vom Schießen

23. März 2014 9 Kommentare

Leben 1112 – Sonntag, 23.03.14

Vom Schießen

 

Bald schießen sie wieder!

Wo?

Aus dem Boden!

Wer? Der Spargel?

Nein! Die Spargelhäuschen!

 

© Ulf Runge, 2014

Vom Spielen

20. März 2014 5 Kommentare

Leben 1111 – Donnerstag, 20.03.14

Vom Spielen

 

Wie der Praxistag in der Kita gewesen sei, frage ich.

Schon irgendwie gut. Weil, jetzt sei klar, dass das Thema wohl doch nicht passt.

Ich lasse das so stehen, werde da später noch mal nachfragen wollen. Ich starte den Motor, wir fahren los.

Da sprudelt es auf einmal heraus: „Das ist ja Waldorf. Nix gegen Waldorf. Ist ja eigentlich ne gute Sache. Aber als ich gesagt hatte, dass die Kids schön spielen, hat mich eine Erzieherin zur Seite genommen und mir zugeflüstert, dass die Kids nicht spielen. Sie entdecken die Welt!

Ich lächle vor mich hin, den Blick auf die Straße gerichtet, als ich höre: „Aber glaube mir, gegen Mittag hatten die Kleinen keine Lust mehr, die Welt zu entdecken. Die wollten einfach nur noch SPIELEN!“

Am darauffolgenden Tag telefoniere ich mit Karl und erzähle ihm von dieser Unterhaltung.

Sagt er: „Du, als ich seinerzeit auf dem Hundeplatz war, da ist mir rausgerutscht, dass die Hunde schön spielen. Da wurde ich aber gemaßregelt. Hunde spielen nicht. Sie balgen!

 

© Ulf Runge, 2014

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