Illusionsverlust

5. Mai 2016 5 Kommentare

Leben 1242 – Donnerstag, 05.05.16

Illusionsverlust

 

Gespräche können schnell kippen. Ihre Richtung verändern. Plötzlich.

Da unterhält man sich über Sommersprossen, dass das „doch schön“ sei, so Sommersprossen.

Da zündest Du die nächste Raketenstufe der wohlwollenden Gesprächsführung und berichtest vom eigenen Erfahrungshorizont. Ich höre mich sagen: „… hatte ich auch früher, verstärkt…“.
Oder „… sieht man ja jetzt noch …“.

Um dann ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden: „Das sind keine Sommersprossen, das sind Altersflecken!“

 

© Ulf Runge, 2016

Schlaraffig

29. April 2016 1 Kommentar

Leben 1241 – Freitag, 29.04.16

Schlaraffig

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Huch! Geburtstag!
(Der war zwar schon am 25. April. Egal. Hauptsache etwas zum Feiern.)

Danke WordPress für die Erinnerung!

Und nochmals Danke für neun Jahre zuverlässiges Hosting, wie die ITler sagen.

 

Sprich:

  • Es war und ist für mich kostenlos.
  • Ich habe mich nicht um Datensicherung kümmern müssen.
  • Ich habe nur anfänglich wahrgenommen, dass es Wartungszeiten gab, sprich Zeiten, in denen mein Blog nicht erreichbar war.
  • Der Spam-Filter ist hervorragend.
  • Die Benachrichtigungen aufs Smartphone sind zeitnah.

 

Fazit: Bloggen mit WordPress fühlt sich für mich schlaraffig an.

 

© Ulf Runge, 2016

 

P.S.: Es ist nicht zutreffend, dass ich genötigt wurde, diesen Beitrag zu schreiben, damit ein zehntes Jahr folgen darf.:-)

Nochmal P.S.: Ein Marathon beginnt mit dem ersten Schritt. Dies war mein erster Schritt als Blogger.

(Eine dreistellige Anzahl von Beiträgen hatte ich damals nicht ausgeschlossen. So, wie der Tacho meines Autos auch 200 Stundenkilometer zulässt.)

Alfred ist angekommen

29. April 2016 7 Kommentare

Leben 1240 – Freitag, 29.04.16

Alfred ist angekommen

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Die Stadt Weinheim hatte eingeladen. Um über die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen zu berichten und fürs Mitmachen zu werben.

Ein beeindruckender, teilweise ergreifender Abend.

Unterschiedliche Musik-Ensembles gaben dem Abend eine fröhliche und zugleich bewegende Stimmung. One World Jam mit vorwiegend afrikanischen Mitgliedern sowie die Refugee Band als „Melting Pot“ von Zu-uns-Gekommenen und Einheimischen demonstrierten sozusagen intravenös, welche bereichernden Impulse wir von anderen Kulturen empfangen können.

Ich werde hier jetzt nicht den Abend nacherzählen. Ich werde auf das verkürzen, was mich besonders berührt hat.

Das ist vor allem das Schicksal von drei Zu-uns-Gekommenen, die es „geschafft“ haben, bei uns „richtig anzukommen“.

Alle drei sind noch keine 10 Monate in Deutschland. Alle drei haben die bisherige Zeit genutzt, Deutsch zu lernen. (Nicht alle bekommen diese Chance. Nicht alle, die diese Chance bekommen, nutzen sie. Diese drei haben ihre Chance ergriffen.) Und nun kommen sie in Beschäftigung bzw. sind kurz davor.

Irgendwie angenehm überraschend war, dass zwei von ihnen sich von ihren Paten vertreten lassen mussten: wegen „beruflicher Verpflichtungen“! Hoppla.

Bleibt noch der dritte, der seine deutschsprachige Vorstellung selber vorliest. Nun hat er einen nicht so einfachen Namen. Also beschließt er vor einiger Zeit, sich den Namen „Alfred“ zuzulegen. Da kann man nicht anders, als freudig mitzulächeln.

„Alfred“ spricht mittlerweile vier Sprachen. Englisch und Französisch hatte er mitgebracht. Deutsch und insbesondere Woinemerisch (so spricht man in Weinheim) lernt er jeden Tag ein wenig mehr. „Horsche mal“ (hör mal) und „alla dann“ (auf Wiedersehen) spricht er ohne jeden hochdeutschen Akzent!

Das sind drei wirklich gute Geschichten. Nicht alle Schicksale der Neu-zu-uns-Gekommenen verlaufen so. Eine wesentliche Voraussetzung, damit es solche Erfolgsstorys geben kann ist, ist das ehrenamtliche Engagement von Menschen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und auch zeitlichen Möglichkeiten.

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Da ich selber Sprachvermittler bin, erspare ich mir hier jegliches Eigenlob. Rufe statt dessen alle auf, die Sprache lieben und etwas Zeit abzwacken können, sich darauf einzulassen, wunderbare Erfahrungen mit dankbaren Noch-Fremden zu machen. Das, was man gibt, kommt auf andere Art vielfältig und bereichernd zu einem selber zurück.

Jetzt weiter im Text. Dass es also derartige Erfolgsstorys gibt, führe ich neben der Sprache auf zwei wesentliche ehrenamtliche Rollen zurück: Die Koordinatoren von Unterkünften, die sich ganzheitlich und aufopfernd um alle Themen der erstuntergebrachten Menschen kümmern. Und die Paten, die unseren neuen Mitbürgern die Türen öffnen in ihre eigene Privatsphäre. Mit ihnen zu Behörden, zum Einkaufen oder ins Konzert gehen. Ihnen wertschätzend immer wieder „Willkommen“ sagen!

(Und dann gibt noch all die anderen Helfer, die ich heute unerwähnt lasse, egal ob sie sich um Kinderbetreuung, Fahrdienste, Eine-Welt-Cafés, Kleidung, Spenden, Fahräder was auch immer kümmern.)

Die Worte des Arbeitgebers sowie des Paten fand ich bemerkenswert und hilfreich:

Ein Arbeitgeber hat nicht die Zeit, sich um Bürokratie zu kümmern. Dies ist eine Aufgabe, in die sich Ehrenamtliche z.B. als Paten einbringen können. Das schafft befriedigende Ergebnisse. Für den Neubürger. Für den Arbeitgeber. Für den Paten. Und, deshalb schreibe ich das jetzt: Für unsere Wirtschaft, unsere Solidargemeinschaft, unsere Gesellschaft, unsere Kultur, unsere Werte.

Schließen möchte ich mit den Worten des Arbeitgebers, das ich nicht nur auf die Selbständigen münzen möchte, sondern auch auf alle, die wir als Privatmenschen unterwegs sind: „Schließlich sind wir Unternehmer, nicht Unterlasser!“

Vielleicht machst Du es wie ich. Frage Bekannte, ob sie schon unterwegs sind. Frage die Organisationen, die bei Dir positiv besetzt sind. Rotes Kreuz, Kirche, politische Parteien, oder in Deinem Sportverein. Du wirst staunen, wer schon unterwegs ist. Und dann gibt es noch das Internet. Da findest Du uns auch. Wann sehen wir uns?

 

© Ulf Runge, 2016

Sensationelle Entdeckung im einstelligen Zahlenraum

27. April 2016 14 Kommentare

Leben 1239 – Mittwoch, 27.04.16

Sensationelle Entdeckung im einstelligen Zahlenraum

 

Wenn Belá R. kommentiert, ist für gute Unterhaltung gesorgt. Ich vermute, dass Comedians sogar ihre Vorstellung absagen oder verlegen, wenn sie erfahren, dass Belá R. spricht.

Für mich als Nebenfachmathematiker und ehrenamtlichem Sprachvermittler gab es heute über das eigentlich abgeschlossene Forschungsgebiet der einstelligen, arabischen Zahlen doch noch etwas dazu zu lernen.

Was war passiert? Bei den Einen sollte ein neuer Spieler reinkommen. Und dann ist es (nicht nur bei den Einen) üblich, einen anderen von den Einen raus zu nehmen. Das wird angekündigt. Dann steht da auf einer Tafel eine Zahl. Aus der Zahl macht der Reporter einen Namen. Nutzt sozusagen sein Herrschaftswissen zum Wohle der Fernsehgucker.

Sagt uns den Namen des Spielers mit der Rückennummer 6. Und erklärt, warum der Trainer das so entschieden hat. Er vermutet nicht nur, nein er weiß es sogar, welche Taktik der Trainer jetzt damit verfolgt.

Aber es kommt anders.

Ein völlig anderer Spieler wird bei den Einen eingewechselt.

Ohne dass ein Wimpernschlag vergangen wäre, lässt Belá R. durchblicken, dass er sich schon – über die gerade eben noch erklärte – Taktik dann doch gewundert habe, und mit dieser Einwechslung sei nun auch wirklich erklärbar, was der Trainer vorhabe.

Und schließt seine Expertenexpertise mit dem grimmepreiswürdigen Bonmot: „Eine umgedrehte 6 ist eine 9.“

© Ulf Runge, 2016

Letzte Rätsel der Menschheit – oder: Die Suche geht weiter

26. April 2016 8 Kommentare

Leben 1238 – Dienstag, 26.04.16

Letzte Rätsel der Menschheit – oder: Die Suche geht weiter

 

Was bisher geschah:

  1. Das Rätsel: Anregendes Foto
  2. Intermezzo: Die Auflösung von “Anregendes Foto”
  3. Heute: Die Suche geht weiter: Letzte Rätsel der Menschheit – oder: Die Suche geht weiter

Dieses kleine Rätsel hat in der Tat überraschende Facetten.

Zunächst einmal wie vorgeschlagen: Ein kleiner Schritt zur Seite hilft, die Wahrnehmung in die richtige Richtung zu beeinflussen.

Ein paar Schritte nach links:

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Und noch mal weiter nach links:
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Vermutlich siehst Du wie ich, dass aus dem einen Dingenskirchen ganz viele geworden sind. Sozusagen ein Ensemble. Aber was sie wirklich bedeuten, darüber habe ich zu meinem Leidwesen (noch) keine wirkliche Kenntnis. Ich werde mich jetzt auf den Weg machen, das herauszufinden.

Das bedeutet: Das Rätseln geht weiter.
Und Du bist nun erst recht herzlich eingeladen mitzuraten. Ende total offen.

Ich lege jetzt mal mein Wissen offen, das über das hinaus ausgeht, was die Fotos möglicherweise zeigen.

Das Ensemble scheint vom Wiesensee der Stadt Hemsbach in die Pampa bei Laudenbach zu führen. Oder umgekehrt. Von der Pampa in den See.

Es ist naheliegend, dass hier Wasser mit im Spiel ist. Schilder sind keine angebracht. Kein Wasser, kein elektrischer Strom, kein Gas. Am Fuß haben die Ensemble-Mitglieder einen sehr großen, runden Betonsockel, in den ein für Abwasser typischer Gulli eingelassen ist.

Wir befinden uns hier in der Oberrheinischen Tiefebene. Wenn die mal starkregenüberflutet ist, könnte diese Leitung das Wasser abtransportieren in den Wiesensee. Der auch in dieser Ebene liegt. Was dann nicht wirklich hilfreich wäre. Vermutlich also ein falscher Gedankengang.

Das Wasser vom Wiesensee könnte umgekehrt hierher transportiert werden. Um die Felder zu bewässern.

Weiter geht es mit den Besonderheiten. Viele dieser Ensemblemitglieder haben rot-weiße Stangen. Vermutlich nicht um NATO-Tiefflieger zu warnen, weil die Metallteile nicht höher als, ich sage mal 4 Meter sind.

In der Nähe ist ein Kleinflugplatz. Für dessen Fluggeräte vermutlich das Gleiche gilt wir für Militärflugzeuge.

Da eine Autobahn in der Nähe ist, könnten die farbigen Markierungen eine Warnung an Hubschrauber sein, hier besser nicht zu landen.

Es gibt aber auch Ensemblemitglieder mit farbloser Metallstange. Und ganz ohne dieses Teil.

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Am allerallerüberraschendsten ist für mich, dass Google Map das Ensemble nicht zu kennen scheint.

Allein beim BUND gibt es unter http://hemsbach-laudenbach.bund.net/themen_und_projekte/uebersichtskarten/ eine Seite mit drei Karten, bei der in der untersten (Schutzgebietkarte der LUBW) das Ensemble nicht wegretuschiert ist. (Ich sage nur Bielefeld.)

Ich stelle hier zunächst einen Original-Foto-Ausschnitt ein, dann einen mit Markierungen für die rot-weiß markierten Ensemble-Mitglieder, den Wiesensee und die Autobahn.

Original-Foto:

Original-Foto

Markiertes Foto:

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Copyright für das Original-Foto: LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

 

Liebes Bloggerland, wir stehen hier vor einem der letzten Rätsel der Menschheit. Es besteht die Chance, dass es sich hier um Funde aus der Beton-Eisen-Zeit handelt. Oder um einen NSA-gesponsorten Radio-Sender mit Wasserleitungs-Tarnung.

Preisgeld kann ich keines aussetzen. Höchstens einen virtuellen Lorbeerkranz.

Sachdienliche Hinweise sind erbeten als Kommentar zu diesem Blog. Nicht-Vertraulichkeit wird garantiert.

P.S.:

Ich könnte ja auch mal beim BUND nachfragen. Oder andere Spaziergänger interviewen. Das Bürgermeisteramt ansprechen. Das ist aber alles nicht so spannend wie diese Recherche. Es geht schließlich um die Frage: Was gibt es, was das Netz noch nicht weiß?

 

© Ulf Runge, 2016

 

Vom Liken

25. April 2016 17 Kommentare

Leben 1237 – Sonntag, 24.04.16

Vom Liken

 

Reporter: „Herr Runge, Ihr Blog verzeichnet eine auffällige Zunahme an Likes. Was hat sich geändert?“

Der Ulf: „Ich könnte Ihnen da jetzt eine Reihe von Gründen nennen. Tue ich aber nicht. Etwa, dass ich wieder regelmäßig schreibe. Kommentare zeitnah beantworte. Selber kommentiere. Dass sich meine bisher schon sehr wohlig anfühlende Bloggosphäre um weitere sympathische Menschen erweitert hat. Wie gesagt, das könnte ich Ihnen alles antworten, will Sie damit aber nicht langweilen. Und dann gibt es ja noch einen weiteren gewichtigen Grund.“

Reporter, mit hochgezogenen Augenbrauen: „Und der wäre?“

Der Ulf: „Es gibt da eine WordPress-Option. Die heißt ´Kommentar-Likes sind…`. Da habe ich – nach knapp neun Jahren – endlich vor wenigen Tagen das Kästchen `Für alle Kommentare aktiviert`ausgewählt.“

 

© Ulf Runge, 2016

 

Die Auflösung von „Anregendes Foto“

25. April 2016 10 Kommentare

Leben (heute mal ohne Nummer) – Montag, 25.04.16

Die Auflösung von „Anregendes Foto“

 

… lässt noch auf sich warten.

Jetzt stellen sich natürlich weitere Fragen.

Zuallerst: Warum?
Und könnte der Auflösung versprechende Autor sich – statt diesen überflüssigen Beitrag zu erkünsteln – nicht gleich die Lösung hier präsentieren?

Eine fixe Idee durchschießt den Autor: Erst diese neuen Fragen auflösen?

Und des eigentlichen Rätsels Lösung von etwas hintan stellen?

Um Nachsicht heischende Grüße, dem gesamten Bloggerspace einen guten Start in die Woche wünschend,
der Autor.

P.S.:
Hier noch ein spontaner Zungenstolperquickie, den ich gerade noch der zensierenden Qualitätskontrolle entreißen konnte:

 

Der Autoren größter Graus,
ist,
wenn bleiben die Gedanken aus.

Fahr lieber gern im Auto vor,
als
wenn von nichts ich bin Autor.
© Ulf Runge, 2016

 

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