Kaputt – Zwei

Leben 1182 – Montag, 29.06.15

Kaputt – Zwei

Mein Drucker ist defekt.

Er ist altersschwach und jetzt sieht der Schaden größer aus, als dass sich eine Reparatur lohnt. Ich recherchiere. Der neue Druckertyp ist schnell identifiziert, der Preisvergleich führt dazu, dass ich im Netz kaufe und um die Ecke abholen kann. Das hat was.

In der Auftragsbestätigungs-E-Mail ist eine Rechnung enthalten, die ich ausgedruckt mitbringen soll.

Ja! Ausgedruckt!!!

© Ulf Runge, 2015

Kaputt – Eins

29. Juni 2015 1 Kommentar

Leben 1181 – Montag, 29.06.15

Kaputt – Eins

Mein Smartphone ist defekt.

Die Reparatur der Speicherkarte zieht sich hin.

Ich genieße, dass mich niemand erreicht. Dass ich beim Spazierengehen nur auf die Weinberge und Felder gucke. Und nicht aufs Display.

Dass ich ungestört arbeiten kann. Ach nee, da sind ja noch WLAN und Festnetz…

© Ulf Runge, 2015

Etikettenschwindel

14. Juni 2015 1 Kommentar

Leben 1180 – Sonntag, 14.06.15

Etikettenschwindel

 

Nicht immer ist drin, was draufsteht. Erneut habe ich diese bitte Erfahrung machen müssen.

Kaufe ich also Tonpapier – gibt es leider nicht einzeln -, und so muss ich gleich 50 Blatt auf einmal kaufen.

Letztendlich war es gut, dass ich gleich mehrere Seiten zum Ausprobieren hatte. Wenn Du ein Produkt kaufst und es tut nicht, dann musst Du erst wieder zurück zum Geschäft, man erklärt Dir, es sei ein Versehen gewesen, oder dass Du zu blöd bist, Du bekommst ein Ersatzprodukt. Und wenn dieses dann auch nicht tut, ja wehe wenn.

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Weiß. Und Leer.

Leben 1179 – Samstag, 13.06.15

Weiß. Und leer.

01_Blatt_weiß

02_Blatt_weiß_beschrieben

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Hundswasserdahlien

6. Juni 2015 3 Kommentare

Leben 1178 – Samstag, 06.06.15

Hundswasserdahlien

Hundswasserdahlien

Sommer, Sonne, Kaktus. „Endlich“ ist der Sommer da. Ich hätte gerne noch länger Frühling gehabt. Mein Hund auch. Es ist einfach zu warm für uns.

Aber nicht zu warm, um samstags nicht doch auf den Markt zu gehen. Während ich bedient werde, genießt mein seniorer Hund angenehme Aufmerksamkeit. „Was? Der ist schön fünfzehn? Der hat aber immer noch ein schönes Fell!“ Oder: „Ein stolzes Alter!“

Flori liegt im Schatten, als aus dem Nachbargeschäft eine Dame mit einem Hundenapf voller Wasser herauskommt und diese meinem Hund anbietet. Ich bedanke mich hocherfreut. Sie habe selber einen Hund, sie wisse, wie das sei.

Ich glaube spüren zu können, ob jemand so eine Wohltat aus Berechnung oder aus Mitgefühl heraus tut.

Jetzt habe ich das erste Mal bei ihr eingekauft. Dahlien für 2,90. Davon wird die Dame sich jetzt keinen Jahresurlaub leisten können. Ich aber erhalte mir beim Erblicken dieser Blütenpracht die Erinnerung an diesen wertschätzenden Augenblick.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein erholsames Wochenende.

© Ulf Runge, 2015

Weiß. Ich weiß.

Leben 1177 – Freitag, 05.06.15

Weiß. Ich weiß.

Das Klofenster bei den Nachbarn stand sperrangelweit auf. Ungewöhnlich, weil es meistens auf Klapp steht oder geschlossen ist. Weniger meine Neugierde veranlasste mich, einen Blick in den für mich einsehbaren Raum zu werfen, es waren vielmehr die Lichtschächte, über die ich am Nachbarhaus hinübersteigen muss, im in meine Wohnung zu gelangen.

Ich wurde sozusagen gezwungen hineinzugucken. Und erblicke prompt die Nachbarin, die mich freudig anstrahlt. In ihren Händen zwei Malerpinsel, an denen noch weiße Farbreste flüssig-klebrig glänzen.

„Die waren vorher grün!“ Sie deutet auf die mittelgroßen, quadratischen Fliesen, die in der Tat vor gut 50 Jahren in Seetangfarbe angesagt waren. „Die Farbe deckt wirklich genial!“ fährt sie fort. „Die Fliesen sehen aus wie neu. Noch dazu richtig chic!“

Ich pflichte ihr mit meinem Nicken bei und möchte wissen: „Wie hast Du die gestrichen?“

Irritiert antwortet sie: „Weiß!“

Um im Bruchteil einer Sekunde meine Frage dann doch so zu verstehen, wie sie von mir gemeint war. Wir lachen, als sie mir die Besonderheit der Farbe erklärt.

© Ulf Runge, 2015

Talk Englisch and you will show signs of dementia five years later – Sprich Englisch und Du wirst fünf Jahre später dement

22. Mai 2015 3 Kommentare

Leben 1176 – Freitag, 22.05.15

Talk English and you will show signs of dementia five years later –
Sprich Englisch und Du wirst fünf Jahre später dement

Wenn ich jetzt Redakteur einer BILD- oder FOTO-Zeitung wäre, würde ich vermutlich titeln: Alzheimer durch Smartphones?!

Tue ich aber nicht. Wobei, auch mein Titel ist natürlich reißerisch, das gebe ich gerne zu. Er ist der Versuch, positiv auszudrücken, was für mich eine der wesentlichen Erkenntnisse des gestrigen Abends ist: Lerne und nutze eine zweite Sprache, und Du wirst womöglich erst fünf Jahre später dement.

Der Reihe nach. Die ersten 45 Minuten bin ich Zeuge eines kurzweiligen Vortrages über jüngste Erkenntnisse aus der Gehirnmedizin. Professor Manfred Spitzer füllt zum wiederholten Male das örtliche Bürgerhaus in der beliebten Vortragsreihe „Lebenskunst Bensheim“.

Wie gesagt, eine dreiviertel Stunde ist rum, bisher fand ich den Vortrag „nett“, nun aber bin ich „betroffen“. Kernaussage: Wir alle kriegen Demenz. Die einen früher, die anderen mit 150. Erleben es also nicht mehr.

Das erinnert mich an die Kernaussage kanadischer Krebsärzte zum Thema Ernährung: Wir alle kriegen Krebs. Die einen früher, die anderen ebenfalls in einem Alter, das nicht alle von uns erleben.

Und die Parallele zur Ernährung: Wir können alle etwas dafür tun, dass wir nicht so bald dement werden. Natürlich ohne Garantie. Statistik hilft keinem Einzelschicksal. Aber belastbare Statistik kann zu Erkenntnissen führen, denen wir selber persönliche Handlungen folgen lassen können.

Ergänzung zur zentralen Demenz-Botschaft: Es gibt stärkende Faktoren für unser Gehirn. Und schwächende. Je höher der Berg mentaler Festigkeit ist, den wir (möglichst von Kindheit an) aufgehäuft haben, umso länger dauert der Abstieg hinunter in die Demenz.

Zu den schwächenden Faktoren zählt außer dem unvermeidbaren Älterwerden auch nachgewiesenermaßen mediales Multitasking während des Lernprozesses. Eine mehr als ernst zu nehmende Botschaft an alle Menschen, die Verantwortung haben, insbesondere jungen Menschen Wissen und Fertigkeiten beizubringen. Facebook und Chatten haben nichts in der Unterrichtssituation zu suchen, weil sie Lernen und damit das mentale Wachsen des Gehirns negativ beeinflussen. Soweit zur nicht von mir verwendeten Alzheimer-Überschrift.

Und zu den stärkenden Faktoren zählt in der Tat das Lernen und Benutzen einer Fremdsprache. Während die besten derzeit verfügbaren Arzneimittel einen Aufschub von ca. drei Monaten beim Alzheimer-Degenerieren bewirken, kann eine Zweitsprache fünf Jahre mehr Lebensqualität bieten.

Wer mehr über diese Faktoren wissen möchte, für den hat Professor Manfred Spitzer auch ein Buch zum Nachlesen: Digitale Demenz – Wir wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen.

Das empfehle ich nicht. Sondern: Es gibt vom gestrigen Vortrag „Mentale Stärke gegen digitale Demenz“ eine Aufzeichnung. Diese bietet den unschätzbaren Vorteil, auch die Ausstrahlung des Vortragenden erleben zu dürfen. Die Video-Qualität ist unterschiedlich, aber der Inhalt kommt uneingeschränkt rüber. Ein Vortrag zum mehrmals Anhören. Dieses Video ist als DVD erhältlich beim rührigen Auditorium-Netzwerk. Ich habe ohne Versandkosten gestern Abend 19 Euro bezahlt. Für mich ein fairer Preis, zumal die dargebotenen Erkenntnisse aus Forschungsergebnissen stammen, die in den vergangenen 10 Jahren gesichert wurden.

Das Buch ist bestimmt auch gut. ;-)

P.S. 1: Danke an Justus Keller und das ganze Team von Lebenskunst Bensheim für die engagierte Arbeit, erstklassige Referenten zu finden und die Veranstaltungen zu organisieren.

P.S. 2: Ich muss ja niemandem erzählen, dass ich seit geraumer Zeit Spaß daran habe, mit der kostenlosen Duolingo App meine Englisch-Kenntnisse aufzufrischen und ich seit gestern noch mehr hierzu motiviert bin.

© Ulf Runge, 2015

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