MOOCen impossible

28. Mai 2016 1 Kommentar

Leben 1252 – Samstag, 28.05.16

MOOCen impossible

 

Wir sprachen über Prokrastination. Eine Methode, Lebenseinstellung, ein Verhalten, bei dem man Dinge, die man tun sollte, weil sie wichtig sind, weil der Verstand sie für bedeutsam hält, weil man sie tun muss, etwa um keinen Liebesentzug zu riskieren oder den guten Ruf oder was auch immer, …

 

… erst einmal nicht tut.

 

Kamen im Gespräch darauf, dass man gehört habe, da gäbe es einen Online-Kurs, was dagegen zu tun, gegen diese Prokrastination. Hatten die zündende Idee, wir könnten gemeinsam diesen Kurs belegen, uns sozusagen gegenseitig coachen.

Mal ehrlich. Nehmen wir mal an, Du bist ihr verfallen, dieser Aufschieberitis. Siehst einen Strohhalm, der Dich retten kannst, Dir den Weg aus dem Sumpf liegengebliebener Pflichten weisen könnte. Dann wirst Du doch erst einmal einen Grund finden, warum Du diesen Strohhalm nicht ergreifen könntest.

Etwa diesen Artikel lesen.

Nicht so wir. Wir beschließen uns anzumelden.

Gugel gugel Uh Er El, hin zur Seite, fix und schnell.

Klicke den Link https://iversity.org/de/courses/moocen-gegen-chronisches-aufschieben-august-2015 an. Dort wird ein MOOC-Kurs gegen Prokrastination angeboten. MOOCen ist das Teilnehmen an einem „Massive Open Online Course“, bei dem ganz viele Personen, oftmals aus dem studentischen Umfeld, gemeinsam ein Webinar besuchen und darüberhinaus noch ganz viel gegenseitige Begleitung im Rahmen einer temporären, Kurs-fokussierten Community stattfindet.

Wir erfahren, dass der Kurs vor 7 Monaten beendet wurde.

Man könne sich in eine Warteliste eintragen. (Aber gerne, warten geht immer.)

Bis zum Kursbeginn wird es also weiterhin Dinge geben, die unerledigt bleiben. Aber dann!

Und bis dahin schreibe ich gerne noch ein paar Artikel wie diesen.

© Ulf Runge, 2016

Nicht gut

27. Mai 2016 4 Kommentare

Leben 1251 – Freitag, 27.05.16

Nicht gut

 

Es kam in den Nachrichten. Dass man Cola-Getränke getestet habe. Die Stiftung Warentest habe Inhaltsstoffe in bestimmten Getränken gefunden, die da nicht reingehören. Vermutlich Reinigungsmittel und Alkohol. Deshalb seien manche dieser Getränke nur mit „gut“ beurteilt worden.

Etwas später hörte sich die Nachricht schon etwas anders an, ungefähr so: Die meisten dieser Getränke seien wegen der Fremdstoffe nur mit „befriedigend“ getestet worden.

Ich finde, das ist ein Skandal. Nicht, dass in den Getränke etwas drin ist, was da nicht drin sein soll.

Sondern, dass da drin ist und drin sein darf, was drin sein soll. Dass das an Menschen verkauft werden darf. Dass das überhaupt getestet wird. Dass da zukünftig ein Aufkleber drauf sein darf, der was von „gut“ oder „befriegend“ erzählt.

Das ist nicht gut.

© Ulf Runge, 2016

Das darf auch mal gesagt werden

26. Mai 2016 3 Kommentare

Leben 1250 – Donnerstag, 26.05.16

Das darf auch mal gesagt werden

 

Wohin es führt, wie von so manchem Umweltaktivisten empfohlen, auf Dünger und Pflanzenschutzmittel zu verzichten, mag dieses unter Lebensgefahr geschossene Foto einer Klatschmohnplantage belegen.

Klatschmohnplantage_20160526_112545_30

Der Ertrag des Landwirtes wird maximal reduziert sein. Eine einzige Blüte hat geschafft, bis heute durchzukommen. Umgeben von wuchernden Trieben nutzloser Süßgräser, die sich manche Romantiker im Herbst in die Bodenvase stellen.

Und dann bleibt noch das Sommerrisiko mit Hagel und Starkregen.

Es muss gestattet sein, auch derartig schockierende Bilder zeigen zu dürfen.

 

© Ulf Runge, 2016

Weltrettung

22. Mai 2016 7 Kommentare

Leben 1249 – Sonntag, 22.05.16

Weltrettung

 

Ich komme aus dem Haus, entdecke auf dem Gehweg ein dreckiges Küchentuch. Hebe es auf. Werfe es in den Mülleimer. Und gut ist. So mache ich das immer. Wann immer die Welt im Müll zu versinken droht, rette ich Dich Welt. Edler Ulf, ich.

Heute nicht.

Denke mir, die Person, die das da hingeworfen hat – ja ich unterstelle mal niederträchtige Absicht -, die soll das auch wieder aufheben. Ich kann doch nicht jeden Schei…, den andere auf die Straße werfen, entsorgen. Oder?

Ich steige ins Auto und fahre weg.

Ja, Du hast richtig gelesen, ich habe das Tuch dort liegen gelassen.

Irgendwann komme ich zurück. Völlig überraschungsfrei begegne ich auf dem Weg ins Haus wieder diesem Tuch. Und werde ärgerlich. Nicht nur dass es diese Schmutzfinken gibt, die ihren Unrat in der Öffentlichkeit entsorgen, es fühlt sich – außer mir – auch niemand bemüßigt, das Teil zu entsorgen.

Okay, ich denke mir, vielleicht hat das jemand nicht absichtlich dahin geworfen. Ist einfach so aus der Hosentasche rausgefallen oder Handtasche. Etwa bei der Suche nach dem Autoschlüssel. Oder Hausschlüssel. Trotzdem. Sowas merkt man doch!

Und wie gesagt, da hätte sich längst mal jemand bücken können und den Dreck wegräumen. Ich bin mir ja auch nicht zu fein dafür.

Ich lasse das jetzt liegen!!!

Gehe zur Haustür, krame nach meinem Schlüssel, schließe auf und bemerke, dass …

Also nehmen wir mal an, das wäre wirklich das Küchentuch gewesen, das ich vorhin eingesteckt hatte und nach dem ich jetzt vergeblich in meiner Hosentasche krame, warum schafft es niemand, wirklich gar niemand, mal meinen Müll zu entsorgen?

Wenn das jetzt hätte ein Test sein sollen, die Welt hätte ihn verloren.

Bücke mich, hebe besagten Gegenstand auf, werfe ihn in die Mülltonne. Rette mal wieder die Welt. Diesmal sogar vor mir?!

 

© Ulf Runge, 2016

Quote rat demonstrandum

Leben 1248 – Mittwoch, 18.05.16

Quote rat demonstrandum

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Hier irrt sie, finde ich, die neue Wirtschaftsministerin in Stuttgart, Frau Nicole Hoffmeister-Kraut. Ohne Frauenquote werden die Herren Fußballtrainer auch weiterhin nur Männer auf den Rasen schicken.

Beweis erforderlich? Der steht gleich nebendran.

Da waren wohl noch vier Plätze für neue SpielerInnen frei. Und wen nominiert der Bundestrainer? Total überraschungsfrei junge Männer.

Kann man nur sagen: Männergesellschaft! Oder: Die MANNschaft.

 

P.S.: QED = Quod erat demonstrandum; lateinisch, „Was zu beweisen war“

Nochmal P.S.: Quote rat demonstrandum: Wortspiel

Foto: Auszugsweise Aufnahme des Bensheimer Anzeiger vom 18.05.16

© Ulf Runge, 2016

Ciao! Bis 2101!

16. Mai 2016 6 Kommentare

Leben 1247 – Pfingstmontag 16.05.16

Ciao! Bis 2101!

 

Ich hasse Automatismen. Nicht alle. Aber fast alle, die man nicht abschalten kann.

 

In meinem Unterbewusstsein schlummern viele Verhaltensweisen, an deren Änderung ich vielleicht arbeiten sollte. Einiges habe ich auch mit Erfolg geändert. Und auch darüber geschrieben. Das erste Mal hier. (Weitere Artikel tun sich auf, wenn man auf meinem Blog nach „Pavlina“ sucht.)

Es gibt Automatismen, die ich – zum Glück – nicht abschalten kann. Etwa die Atmung. Gut so.

Ich meine eher Maschinen. Oder Computerprogramme.

Für erste wurde ja der NOT AUS Schalter erfunden. Der von englisch-sprachigen Menschen möglicherweise wegen der erste Silbe nicht als solcher erkannt wird. Soll jetzt mal auch egal sein.

Am allerallerallerschlimmsten sind Computerprogamme, die zur Feststellung kommen, der Computer müsse jetzt neu gestartet werden. JETZT. JEHEEETZT!!! (Wir wollen nicht vergessen: Computer können auch zum Arbeiten genutzt werden. Nicht nur zum Aktualisieren, Virensuchen und Neustarten.)

Vor vielen Jahren, es war noch die Großrechner-Zeit mit (dummen) Terminals  und (viel zu oft dummgehaltenen) Benutzern, arbeitete ich in einer „Umgebung“, in der kam hin und wieder die Nachricht: „Shut down in 60 Sekunden.“ Manchmal konnte man den Hinweis noch lesen (wenn man nicht gerade auf der Toilette war), bevor er verschwand. Nie wusste man, wie lange es dauert, bis Weiterarbeiten möglich ist. Nostalgiealbum zu, weiter im Text.

Ich habe ein humorvolles Antiviren-Programm. Vermutlich ist das deswegen so humorvoll, damit ich jetzt einen Artikel hierüber schreibe und Werbung für selbiges mache. Perfide Marketing-Strategie!

Jene humorvolle Software wies mich zunächst darauf hin, dass sie nicht mehr taufrisch sei, aktualisiert werden möchte. Gesagt, getan. Vermutlich verjüngt und doch weiterhin von gleicher Gestalt, meinte diese Software nun, sie würde sich freuen, wenn ich mal den Computer neu starte. Und bot mir an, ich könne mal die nächsten 10 Minuten nutzen, alle offenen Fenster zu schließen und die Daten zu sichern.

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Da ich aber entscheide, wann die Stiefel angezogen werden (die Computer nennen den Neustart booten, aber das ist eine andere Geschichte), klicke ich in die Auswahlliste, darauf hoffend, dass ich den Start um ich sage mal 3 Stunden verschieben kann.

Staune und wähle die Option ganz unten aus. Geht doch!

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P.S.: Alle Klugschei… wird es freuen, dass der Titel nicht heißt „… bis 2100!“

 

© Ulf Runge, 2016

Schildbürgerei

Leben 1246 – Dienstag, 10.05.16

Schildbürgerei

Was früher einmal der Inbegriff liberaler Weltanschauung war, nämlich die FDP, ist schon sehr lange abgelöst durch die für mich beste Wochenzeitung in Deutschland, die mit dem Namen „DIE ZEIT“. Da macht es Spaß, ein offener Freigeist zu sein, und unterschiedliche Standpunkte dargelegt zu bekommen.

Die FDP hingegen, nachdem sie aus dem Bundestag herauskatapultiert worden ist, könnte man meinen, ist auf dem Erneuerungstrip.

Hiervon zeugt insbesondere ein Schaufenster des Heppenheimer Ablegers. Hochaktuell eine Karikatur des Feindes, zwei fehl-farbene Katzen, die einander liebevoll schmusen. Da spürt man ganz intensiv, wie die inhaltliche Diskussion mit dem politischen Gegner messerscharf aufgenommen wird.

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Wäre da nicht jene Max und Moritz Karikatur mit dem verräterischen Listenplatz 3 für die FDP. Das muss lange her sein, dass die FDP zu einer Wahl auf Liste 3 angetreten ist. Im Bund als auch im Hessenland.

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Ob böse Gestalten, Schildbürger etwa, am Eingang das Schild „FDP-Museum“ abmontiert haben?

P.S.: Aufnahmedatum der Fotos: 07.05.2016.

© Ulf Runge, 2016

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