Fehmarn

Leben 1190 – Donnerstag, 15.10.15

Fehmarn

Fehmarn. Das klingt nach Sommer, Sonne, Kaktus. Urlaubsfotos, Meeresrauschen, Seele baumeln lassen.

Stell Dir vor, Du hattest einen wunderbaren Urlaub in Schweden. Du bist selten schneller als 100 gefahren, weil das dort nicht so erwünscht ist.

Stell Dir vor, Du bist stundenlang Autobahn gefahren, gesäumt von nicht enden wollenden Wäldern. In denen sich die Elche versteckt halten, bis die Touris mit ihren Fotoapparaten vorbeigefahren sind.

Und immer wieder Seen, das Herz erfreuende Seen, in denen sich die Sonne lächelnd spiegelt.

Stell Dir das mal vor. Leere Straßen, Erholung selbst beim Autofahren, Schweden, Schweden, Schweden.

Es lässt sich nicht vermeiden, dass Dänemark auf dem Weg nach Deutschland liegt. (Außer man nimmt die Fähre von Göteborg nach Kiel.)

Dänemark ist ein Kulturschock, wenn man aus Schweden Richtung Süden kommt.

Zugegebenermaßen ist Dänemark aber auch ein Paradies, wenn man von Deutschland kommt. Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Genau. Dänemark ist so dazwischen. Deswegen liegt es ja auch dort.

Stell Dir vor, Du warst eben noch in Schweden, bist in Dänemark, sprich, die Erholung ist fast weg, und dann fährst Du die Vogelfluglinie entlang und landest mit der Fähre auf Fehmarn. Eine beschauliche Ostseeinsel, die durch eine elegante Brücke mit dem Festland verbunden ist.

Heute auch. Aber ein bisschen weniger. Weil. Es ist windig. Sehr windig. Will sagen, es sind orkanartige Verhältnisse. Die Brücke ist gesperrt für Autos wie das unsere. Zu gefährlich alles.

Wir sind gezwungen einen Campingplatz anzufahren. Wir haben Glück, es sind noch Plätze frei. Das Einchecken an sich dauert keine Minute.

Dann allerdings folgt eine 15minütige Begrüßung „Zurück in Deutschland“. Mit hochgezogenen Augenbrauen und einem „Ich-meine-das-sehr-Ernst-Blick“ erklärt uns der der Campingplatzwart die Usancen der lokalen Mülltrennung. Glas, in den verschiedensten Farben, Pappe und Papier, Kunststoff, Alu, alte Fernseher, Rasenmäher, Fahrräder, … Gut ich übertreibe ein bisschen.

Diese Viertelstunde gibt uns ein Gefühl zurück, das wir den ganzen Urlaub über vermisst hatten: Heimat!

© Ulf Runge, 2015

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