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Archive for the ‘Mein Schreibetagebuch: „Leben“’ Category

Von Toren und Hosen

8. Mai 2016 6 Kommentare

Leben 1245 – Sonntag, 09.05.16

Von Toren und Hosen

Tore, habe ich gelernt, können irregulär sein. Da steht jemand Abseits, was immer das sein mag, der Schiedsrichter pfeift nicht, dafür dann aber Sekunden später. Und zwar Tor. Ein irreguläres. Weil Abseits.

Ein reguläres Tor ist also eines, das zu Recht vom Schiri gegeben.

Was aber ist eine reguläre Hose?

Eine mit zwei Beinen? Einem linken und einem rechten? Einem Schlitz mit Reißverschluss, links zu öffnen für die Damen, rechts für die Herren? Gegebenenfalls zu knöpfen, wenn es sich um eine Lederhose handelt?

Was ist dann eine nicht-reguläre Hose? Eine irreguläre? Eine mit drei Beinen? Eine, bei der die Beine nicht nebeneinander sind, sondern hintereinander?

IrreguläreHoseSkizze

Nehmen wir mal an, Du hättest in Deinem Sortiment reguläre Hosen zum Verkauf. Und – etwa aus fehlerhafter Produktion – irreguläre. Welche würdest Du los haben wollen, also im Preis günstiger verkaufen?

Oder könnte es sein, dass wie im Fall der Blauen Mauritius die irreguläre Ware zurückgehalten werden soll, weil irgendwie wertvoller?

Ganz ehrlich, ich würde die reguläre Hose nehmen. Und dann noch 20% günstiger…

ReguläreHose

 

© Ulf Runge, 2016

Die Entdeckung – Des Rätselslösung letzte, vermutliche allerletzte Folge

7. Mai 2016 8 Kommentare

Leben 1244 – Samstag, 07.05.16

Die Entdeckung – Des Rätselslösung letzte, vermutliche allerletzte Folge

Was bisher geschah:

  1. Das Rätsel: Anregendes Foto
  2. Intermezzo: Die Auflösung von “Anregendes Foto”
  3. Die Suche geht weiter: Letzte Rätsel der Menschheit – oder: Die Suche geht weiter

Wann immer die letzten Rätsel der Menschheit sich ihrer Lösung näherten und bisweilen auch nur ihrer vermeintlichen, waren Herz und Mut großer Frauen und Männer gefragt. Oft mussten unermessliche körperliche Strapazen in Kauf genommen werden, ja sogar Risiken für Leib und Leben. Nicht betrachtet werden sollen die Schicksale armer Tiere, die den Menschen zur Orientierung und für den Lastentransport dienten. Die ihr Leben ließen in der Hitze der Wüste oder der unendlichen Eisigkeit der Polkappen.

So machen sich mein Hund und ich auf, endlich Klarheit zu gewinnen über das von uns entdeckte Rätsel der rot-weißen Stangen, die gar nicht immer farbig markiert sind, sondern teilweise auch nur nacktes Metall offenbaren. Diese Stangen und ihre Betonsockel, die uns zum Augenblick des Aufbruchs noch mehr Kopfzerbrechen bereiten als die Hieroglyphen längst ausgestorbener Kulturen.

Wir pirschen uns den Weg entlang, den wir in Beweismaterial 1 (am Rand rechts) festgehalten haben. Das rätselhafte Ensemble ist noch in Sichtweite, doch nur verlassen wir Bekannt-Land, überschreiten die Grenze zum bisher Verborgenen, von dem wir nicht wissen, ob wir da etwa auf Anti-Materie stoßen werden oder was uns möglicherweise in den heißen Eisenkern der Erde verschlingen wird.

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Beweismittel 1

Es ist ein historischer Tag, das wissen wir. Die Autofahrer auf der angrenzenden Autobahn vermutlich nicht. Sie versuchen vermutlich radiohörenderweise Staus zu umfahren und schenken dem bedeutsamen Auftrag, der hier nun zu Ende gebracht werden soll, nicht die geringste Spur an Aufmerksamkeit. Sie werden es vermutlich eines Tages bereuen und dann nur noch den Satz sprechen: „Ich hätte dabei sein können, doch ich hab‘ es versiebt.“

Wir lassen das Ensemble außer Sichtweite. Vermutlich sind diese Skulpturen gar nicht das Rätsel, sondern nur der Anlass, uns zum eigentlichen Mysterium zu führen.

Da! Da ist was. Ich halte mich fest. Sonst niemand da zum Festhalten.

Nehme den Hund an die Leine. Kurz. Äußerst kurz.

Jetzt nur keinen Fehler machen. Die Nerven behalten.

Da fliegen die zum Mond und dann offenbart sich hier auf der Erde, mitten unter uns so etwas. SO ETWAS!

Ich mache ein Foto (Beweismittel 2) und hoffe, dass das Klicken des Auslösers uns nicht verraten wird.

Beweismittel 2

Beweismittel 2

Es sind 20 Kilometer zum Rhein und mehrere Stunden zum nächsten Ozean. Und doch, was tut sich hier auf? Ein Rettungsring!!! (Beweismittel 3, stark gezoomt, um erst einmal keine unvertretbaren Risiken einzugehen.)

Beweismittel 3

Beweismittel 3

Während sonst auf Rettungsringen „MS Schöne Aussicht“ zu lesen ist, steht hier nichts. Höchst merkwürdig. Höchst vertraulich. Streng geheim. (Ich hoffe, dass dieser Beitrag nicht schon kurz nach Erscheinen von „anderen Mächten“ aus dem Netz genommen wird.)

Mein unerschrockener Hund und ich nähern uns dem Entdeckten. Es ist eingezäunt (Beweismittel 4).

Beweismittel 4

Beweismittel 4

Einen Hochspannungstest vermeiden wir tunlichst, auch wenn keine verendeten Wildtiere zu sehen sind. Die werden vermutlich jeden Morgen peinlichst entsorgt.

Es handelt sich nicht um ein gestrandetes Schiff, soweit mein Verstand noch klar zu denken im Stande ist. Flori schnüffelt intensiv. Immer, wenn er irgendwo ist, wo er noch nicht war, ist er besonders interessiert. (Das geht uns Menschen ja bisweilen auch so. Nur dass wir das nicht durch heftiges Schnüffeln signalisieren.)

Ein Verdacht drängt sich auf. Ein Schwimmbecken (Beweismittel 5).

Beweismittel 5

Beweismittel 5

Ein heimliches Schwimmbad für die Mitglieder des Gemeinderates. Verschwendung von Steuergeldern für den luxuriösen Genuss der herrschenden Kaste. Vielleicht gefüllt mit Geldmünzen. Ein Dagobert Duck Kreuzer-Memorial?

Ich mustere die Umgebung genau. Keine Bewegungen erkennbar. Kein mit Blättern und Ästen verkleidetes Wachpersonal. Keine Überwachungskameras. Die Luft scheint rein. Heute badet wohl niemand. Wir umrunden unseren Fund immer mehr.

Falls Dich das Lesen jetzt zu arg mitnimmt. Stelle bitte sicher, dass Du genügend zu trinken bei Dir hast und Dich ggf. schnell hinlegen kannst, falls Du ob des Geschilderten ohnmächtig wirst.

Ja. Jetzt also sehen wir genau, wie es aussieht. Und doch wissen wir immer noch nicht, was es ist. Irgendwie erinnert es an ein Wellenschwimmbad. Wir werden jetzt nicht locker lassen. Die Zeit ist reif.

Wir sind jetzt fast einmal rum. Keine Hinweisschilder. Keine Warnungen. Nur Zaun.

Und dann entdecken wir etwas, das aussieht wie die Tische eines fernöstlichen Auf-den-Knien-essen-macht-Spaß-Restaurants (Beweismittel 6). Ich überlege, welche Partnerstädte unsere Gemeinde wohl hat, werde aber auch dadurch nicht schlauer. Also erst Sushi essen und dann ab in die Fluten? Ob das die Erklärung für das Geheimnis ist?

Beweismittel 6

Beweismittel 6

Der nächste Fund wird uns weiterbringen. Wir entdecken den straßenbaulichen Zugang zu unserem Fund. Ein Schild, bisher nur von der Rückseite erkennbar, wird Aufklärung bringen (Beweismittel 7).

Beweismittel 7

Beweismittel 7

Wir erreichen es. Statt Aufklärung nun noch mehr Irritationen (Beweismittel 8).

 

Beweismittel 8

Beweismittel 8

 

Der Tag war lang. Die Sonne hat schon ewig ihren Zenit überschritten. Mit neuen Erkenntnissen, aber ohne wirkliche Lösung treten wir den beschwerlichen Weg zurück in unsere Kultur an. Vorbei am Zaun, lassen den Rettungsring in der Ferne verschwinden.

Die Welt hat uns wieder.

Ein VW Transporter kommt uns entgegen. Es ist keine Straße, die wir laufen, wir trotten einen Wirtschaftsweg entlang. Der Wagen hält ca. 200 Meter entfernt von uns.

Ein wissend aussehender Mensch steigt aus, läuft auf den Acker mit dem Ensemble. Er tut so, als sei er ein Bauer, der prüft, ob die Saat angewachsen ist. Ich vermute einen perfiden Trick, auf dass ich mich in Sicherheit fühlen möge.

Andere Hundebesitzer sind in Sichtweite. Sie könnten meine Lebensversicherung sein, falls es schon beschlossene Sache sein sollte, dass wir jetzt erschossen werden. Wie im Wilden Westen. Dort sind ja auch alle umgebracht worden, die zuviel wussten.

Mit gebrochener Stimme frage ich den vermeintlichen Bauern, ob er mir sagen könne, um was es sich „da“ – ich zeige auf das Ensemble – handle.

„Das da?“ wiederholt er meine Frage, lacht, und fängt an zu sprudeln. „Das ist die Abwasserleitung von Laudenbach. Da hinten irgendwo muss ein Becken sein. Da wird alles höher gepumpt und ab nach Weinheim geleitet.“

Ich schaue ihn ungläubig an. Er scheint keine bösen Absichten mit mir zu haben, ist wohl doch ein Bauer und die Lösung eines der letzten Rätsel der Menschheit viel einfacher als vermutet.

„Abwasser!“ höre ich mich murmeln auf dem Heimweg von unserer Expedition. „Das ist Abwasser. Simples Abwasser!“

 

© Ulf Runge, 2016

Erster

7. Mai 2016 10 Kommentare

Leben 1243 – Samstag, 07.05.16

Erster

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Dieses Foto hat mich unter dem Titel „Erster“ zu sehr vielen unterschiedlichen Assoziationen angeregt. So unterschiedlich, dass ich mich jetzt anheim schicke, sie mir alle hier zu verkneifen.

Und Dir zu überlassen, was Du für Dich daraus machst.

Und möglicherweise fällt Dir gar ein anderer Titel ein.

 

©Ulf Runge, 2016

Illusionsverlust

5. Mai 2016 5 Kommentare

Leben 1242 – Donnerstag, 05.05.16

Illusionsverlust

 

Gespräche können schnell kippen. Ihre Richtung verändern. Plötzlich.

Da unterhält man sich über Sommersprossen, dass das „doch schön“ sei, so Sommersprossen.

Da zündest Du die nächste Raketenstufe der wohlwollenden Gesprächsführung und berichtest vom eigenen Erfahrungshorizont. Ich höre mich sagen: „… hatte ich auch früher, verstärkt…“.
Oder „… sieht man ja jetzt noch …“.

Um dann ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden: „Das sind keine Sommersprossen, das sind Altersflecken!“

 

© Ulf Runge, 2016

Schlaraffig

29. April 2016 2 Kommentare

Leben 1241 – Freitag, 29.04.16

Schlaraffig

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Huch! Geburtstag!
(Der war zwar schon am 25. April. Egal. Hauptsache etwas zum Feiern.)

Danke WordPress für die Erinnerung!

Und nochmals Danke für neun Jahre zuverlässiges Hosting, wie die ITler sagen.

 

Sprich:

  • Es war und ist für mich kostenlos.
  • Ich habe mich nicht um Datensicherung kümmern müssen.
  • Ich habe nur anfänglich wahrgenommen, dass es Wartungszeiten gab, sprich Zeiten, in denen mein Blog nicht erreichbar war.
  • Der Spam-Filter ist hervorragend.
  • Die Benachrichtigungen aufs Smartphone sind zeitnah.

 

Fazit: Bloggen mit WordPress fühlt sich für mich schlaraffig an.

 

© Ulf Runge, 2016

 

P.S.: Es ist nicht zutreffend, dass ich genötigt wurde, diesen Beitrag zu schreiben, damit ein zehntes Jahr folgen darf.:-)

Nochmal P.S.: Ein Marathon beginnt mit dem ersten Schritt. Dies war mein erster Schritt als Blogger.

(Eine dreistellige Anzahl von Beiträgen hatte ich damals nicht ausgeschlossen. So, wie der Tacho meines Autos auch 200 Stundenkilometer zulässt.)

Alfred ist angekommen

29. April 2016 7 Kommentare

Leben 1240 – Freitag, 29.04.16

Alfred ist angekommen

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Die Stadt Weinheim hatte eingeladen. Um über die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen zu berichten und fürs Mitmachen zu werben.

Ein beeindruckender, teilweise ergreifender Abend.

Unterschiedliche Musik-Ensembles gaben dem Abend eine fröhliche und zugleich bewegende Stimmung. One World Jam mit vorwiegend afrikanischen Mitgliedern sowie die Refugee Band als „Melting Pot“ von Zu-uns-Gekommenen und Einheimischen demonstrierten sozusagen intravenös, welche bereichernden Impulse wir von anderen Kulturen empfangen können.

Ich werde hier jetzt nicht den Abend nacherzählen. Ich werde auf das verkürzen, was mich besonders berührt hat.

Das ist vor allem das Schicksal von drei Zu-uns-Gekommenen, die es „geschafft“ haben, bei uns „richtig anzukommen“.

Alle drei sind noch keine 10 Monate in Deutschland. Alle drei haben die bisherige Zeit genutzt, Deutsch zu lernen. (Nicht alle bekommen diese Chance. Nicht alle, die diese Chance bekommen, nutzen sie. Diese drei haben ihre Chance ergriffen.) Und nun kommen sie in Beschäftigung bzw. sind kurz davor.

Irgendwie angenehm überraschend war, dass zwei von ihnen sich von ihren Paten vertreten lassen mussten: wegen „beruflicher Verpflichtungen“! Hoppla.

Bleibt noch der dritte, der seine deutschsprachige Vorstellung selber vorliest. Nun hat er einen nicht so einfachen Namen. Also beschließt er vor einiger Zeit, sich den Namen „Alfred“ zuzulegen. Da kann man nicht anders, als freudig mitzulächeln.

„Alfred“ spricht mittlerweile vier Sprachen. Englisch und Französisch hatte er mitgebracht. Deutsch und insbesondere Woinemerisch (so spricht man in Weinheim) lernt er jeden Tag ein wenig mehr. „Horsche mal“ (hör mal) und „alla dann“ (auf Wiedersehen) spricht er ohne jeden hochdeutschen Akzent!

Das sind drei wirklich gute Geschichten. Nicht alle Schicksale der Neu-zu-uns-Gekommenen verlaufen so. Eine wesentliche Voraussetzung, damit es solche Erfolgsstorys geben kann ist, ist das ehrenamtliche Engagement von Menschen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und auch zeitlichen Möglichkeiten.

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Da ich selber Sprachvermittler bin, erspare ich mir hier jegliches Eigenlob. Rufe statt dessen alle auf, die Sprache lieben und etwas Zeit abzwacken können, sich darauf einzulassen, wunderbare Erfahrungen mit dankbaren Noch-Fremden zu machen. Das, was man gibt, kommt auf andere Art vielfältig und bereichernd zu einem selber zurück.

Jetzt weiter im Text. Dass es also derartige Erfolgsstorys gibt, führe ich neben der Sprache auf zwei wesentliche ehrenamtliche Rollen zurück: Die Koordinatoren von Unterkünften, die sich ganzheitlich und aufopfernd um alle Themen der erstuntergebrachten Menschen kümmern. Und die Paten, die unseren neuen Mitbürgern die Türen öffnen in ihre eigene Privatsphäre. Mit ihnen zu Behörden, zum Einkaufen oder ins Konzert gehen. Ihnen wertschätzend immer wieder „Willkommen“ sagen!

(Und dann gibt noch all die anderen Helfer, die ich heute unerwähnt lasse, egal ob sie sich um Kinderbetreuung, Fahrdienste, Eine-Welt-Cafés, Kleidung, Spenden, Fahräder was auch immer kümmern.)

Die Worte des Arbeitgebers sowie des Paten fand ich bemerkenswert und hilfreich:

Ein Arbeitgeber hat nicht die Zeit, sich um Bürokratie zu kümmern. Dies ist eine Aufgabe, in die sich Ehrenamtliche z.B. als Paten einbringen können. Das schafft befriedigende Ergebnisse. Für den Neubürger. Für den Arbeitgeber. Für den Paten. Und, deshalb schreibe ich das jetzt: Für unsere Wirtschaft, unsere Solidargemeinschaft, unsere Gesellschaft, unsere Kultur, unsere Werte.

Schließen möchte ich mit den Worten des Arbeitgebers, das ich nicht nur auf die Selbständigen münzen möchte, sondern auch auf alle, die wir als Privatmenschen unterwegs sind: „Schließlich sind wir Unternehmer, nicht Unterlasser!“

Vielleicht machst Du es wie ich. Frage Bekannte, ob sie schon unterwegs sind. Frage die Organisationen, die bei Dir positiv besetzt sind. Rotes Kreuz, Kirche, politische Parteien, oder in Deinem Sportverein. Du wirst staunen, wer schon unterwegs ist. Und dann gibt es noch das Internet. Da findest Du uns auch. Wann sehen wir uns?

 

© Ulf Runge, 2016

Sensationelle Entdeckung im einstelligen Zahlenraum

27. April 2016 14 Kommentare

Leben 1239 – Mittwoch, 27.04.16

Sensationelle Entdeckung im einstelligen Zahlenraum

 

Wenn Belá R. kommentiert, ist für gute Unterhaltung gesorgt. Ich vermute, dass Comedians sogar ihre Vorstellung absagen oder verlegen, wenn sie erfahren, dass Belá R. spricht.

Für mich als Nebenfachmathematiker und ehrenamtlichem Sprachvermittler gab es heute über das eigentlich abgeschlossene Forschungsgebiet der einstelligen, arabischen Zahlen doch noch etwas dazu zu lernen.

Was war passiert? Bei den Einen sollte ein neuer Spieler reinkommen. Und dann ist es (nicht nur bei den Einen) üblich, einen anderen von den Einen raus zu nehmen. Das wird angekündigt. Dann steht da auf einer Tafel eine Zahl. Aus der Zahl macht der Reporter einen Namen. Nutzt sozusagen sein Herrschaftswissen zum Wohle der Fernsehgucker.

Sagt uns den Namen des Spielers mit der Rückennummer 6. Und erklärt, warum der Trainer das so entschieden hat. Er vermutet nicht nur, nein er weiß es sogar, welche Taktik der Trainer jetzt damit verfolgt.

Aber es kommt anders.

Ein völlig anderer Spieler wird bei den Einen eingewechselt.

Ohne dass ein Wimpernschlag vergangen wäre, lässt Belá R. durchblicken, dass er sich schon – über die gerade eben noch erklärte – Taktik dann doch gewundert habe, und mit dieser Einwechslung sei nun auch wirklich erklärbar, was der Trainer vorhabe.

Und schließt seine Expertenexpertise mit dem grimmepreiswürdigen Bonmot: „Eine umgedrehte 6 ist eine 9.“

© Ulf Runge, 2016

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