Bit by bit

Leben 1344 – Freitag, 03.03.17

Bit by bit

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Hundert Megabit pro Sekunde steht da im Text. Geschrieben so: „100 MBit/s“. Wir arbeiten Prüfungsfragen durch, die mein Gegenüber in ein paar Monaten beantworten können soll.

Ob er mir erklären könne, was denn ein „Bit“ sei.

Ich glaube, er kennt die Antwort. Ich sehe allerdings auch, wie ein spitzbübisches Lächeln über sein Gesicht flackert. Ein Bit, das seien doch diese Einsätze, die man in Werkzeuge hineinstecken kann.

Ich muss grinsen, fängt er doch jetzt mit mir völlig überraschend ein Spiel an, das man auch gerne „Teekesselchen“ nennt. Geschwollen ausgedrückt spielen wir mit Homonymen, also Wörtern, die bei gleicher Schreibweise unterschiedliche Bedeutungen haben.

Nachdem er also das Werkzeugbit in den Ring geworfen hat, signalisiere ich ihm, dass ich jetzt dran bin.

„Ein Bit“, sage ich, „das ist ein Bier aus der Stadt Bitburg in der Eifel!“ Das kennt er (noch) nicht, aber er findet es schon mega lustig, dass ich da auch ein „Bit“ weiß.

Jetzt ist er dran. Ein Bit, das sei irgendwie etwas Kleines. Damit habe ich jetzt nicht gerechnet, das ist nicht direkt das Computer-Bit, um das es eigentlich gehen sollte hier und jetzt.

„Im Sinne vom ‚a little bit‘?“ frage ich nach. Er nickt. Jetzt habe wir schon drei Definitionen, an die ich bei der Eingangsfrage nicht gedacht hatte, dass sie für diesen Abend noch relevant werden würden.

Zu guter Letzt löse ich auf, erkläre ihm, dass die kleinste – z.B. in einem Computer darstellbare – Informationseinheit ein Bit ist, das einen von zwei Zuständen annehmen kann, etwa 0 oder 1. Doch, natürlich kennt er das, es war ihm gerade nicht eingefallen.

Ich mache mir den Spaß, und stelle ihm noch ein paar weitere Teekesselchen vorzustellen. Leiter etwa. Oder Mutter.

Es ist ein schönes Gefühl zu erleben, wie jemand aus einem anderen Kulturkreis mit einer anderen Muttersprache Spaß an der deutschen Sprache hat und diese nicht nur als notwendiges Übel zum Überleben in einer fremden Welt empfindet.

Auf dem Heimweg summe ich „Bit by bit“ und finde soeben noch netzseidank den Song und die dazu passende Melodie in der Fassung von Whitney Houston: Step by step.

©Ulf Runge, 2017

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