Cha-cha-wie?

Leben 1324 – Samstag, Sylvester, 31.12.16

Cha-cha-wie?

 

Und plötzlich kamen wir auf ihn zu sprechen. Jenen jungen Mann aus dem Tanzkurs.

Ob ich gut tanzen kann, weiß ich nicht. Das steht jetzt zum Glück auch gerade gar nicht zur Diskussion.

Aber jener junge Mann, der hatte was. Ein guter Tänzer. Ein begnadeter. Egal, was er tanzte.

Die gesamte Damenwelt des Kurses war jedes Mal glücklich, den gegenwärtigen Tanzpartner gegen ihn getauscht zu haben, wenn anschließend die kubanischen Rhythmen den Raum fluteten. Mit ihm zu tanzen war einfach so, als schwebte man auf Wolke 7. Sein Gefühl für Rhythmus, der Anmut seiner Bewegungen und die Sicherheit, im Tanz zu führen, waren denkwürdig.

Auf die Frage, was er hat, was ich nicht habe, ist die Antwort ziemlich generisch: den Cha-cha-cha im Blut.

Doch wie hieß er nur? Das war jetzt einige Jahre her. Da ich naheliegenderweise nie mit ihm getanzt habe, kann ich mich noch angenehm an seine Tanzpartnerin erinnern. Aber auch das gehört hier eigentlich nicht her.

Eine qualvolle Namensuche nimmt ihren Lauf. Keine Idee. Wie findet man einen Namen, der einem entfallen ist? Wo man das Gesicht noch schemenhaft rückerinnert? Und wo die Situation Bilder im Kopf erzeugt. Doch der Name, der will nicht mehr kommen.

Es bietet sich an, die Liste der vermutlich 1254 Liker dieser Tanzschule zu durchforsten.

Das wird verworfen zugunsten der Stadt-Land-Fluss-Methode. Buchstaben „hochzählen“, jeweils einen Namen finden. Das Ergebnis sind Alfred, Bernd, Christian, Detlev, Emil und Frank. Bei Korbinian brechen wir wegen mangelnder Ernsthaftigkeit ab.

Nee, nee, er hatte einen etwas „jugendlichen“ Namen. Mit „J“ am Anfang. Und vermutlich nur eine Silbe. Jan etwa. Jens. Jörg. Hm, alles nicht annähernd richtig.  Zum Glück ist das Inter so nett, dass man dort Vornamen ohne Ende findet. Ziemlich viele. Viel zu viele.

Die Rückrechnung des vermuteten Alters führt auf 1970 als Geburtsjahr. Ob das zielführend ist?

Die Eingabe von „Vornamen“ und „1970“ führt zu den 35 beliebtesten weiblichen und männlichen Vornamen dieses Jahrgangs.

Stefan, Michael und Andreas. Aber immer noch nicht unser Cha-cha-cha-König. Auf Position 17 findet sich Jörg wieder. Auf 18 Jan. Nee, nee, nee. Vermutlich doch kein „J“ am Anfang. Und vielleicht doch mehr als eine Silbe?

Weiter in der Liste. Was kommt da noch? Jens auf 23. Lars. Dann Andre.

Und dann, ja, nicht zu fassen, auf der 28, „and the winner is“, klar, der Cha-cha-cha-Holger.

HOLGEEEER! Das isser.

 

© Ulf Runge, 2016

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Und, bittest du ihn jetzt um einen Tanz? Oder schenkst du ihm deine Tochter 😀

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    1. Ulf Runge sagt:

      Da zu Holger kein Kontakt besteht, wird das mit der Aufforderung zum Tanze schwierig.
      Verschenken von Kindern? Nicht mit mir 😉

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  2. Herrliche Zeichnung auch. Die perfekte Promenade!

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    1. Ulf Runge sagt:

      Danke für das Feedback zur Zeichnung. Genau, so muss Promedade!

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  3. Ulf Runge sagt:

    Danke gleichfalls alles Gute für 2017!

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