Keine Ausnahme ohne Regel

Leben 1305 – Samstag, 03.12.16

Keine Ausnahme ohne Regel

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Was wir heute tun könnten, überlegen wir. Die Klausuren der Woche sind geschrieben, die Themen Legislative & Co sowie Barscheck & Wechsel können abgehakt werden.

Dann sind da noch ein paar Elektro-Notizen, von denen ich null Ahnung habe. Immerhin kann ich die Begriffe „symmetrisch“ und „asynchron“ vermitteln. Okay, bei Symmetrie hat der Arme von mir die volle Dröhnung bekommen. Vermutlich bräuchte er nur Achsensymmetrie, aber er ist an einen Nebenfachmathematiker geraten. Und irgendwann in seinem Leben wird er sich in einem vermutlich entscheidenden Augenblick an die nun ebenfalls kennen gelernte Punktsymmetrie erinnern.

Und nun? Wir schauen uns fragend an.

Wir könnten etwas Satzbau machen. Was im Wesentlichen Wiederholung ist.

Der einfachste Satz der deutschen Sprache (Befehle mal ausgenommen) besteht aus Subjekt und Prädikat. „Ich schlafe“. Oder „Ich bin“.

GRUNDREGEL: Am Anfang das Subjekt, dahinter das Prädikat. Abgekürzt SP. Alle Sätze der deutschen Sprache werden nach dieser Regel gebildet.

Außer:

Etwas im Satz soll betont werden: Aus „Ich bin müde“ wird dann „Müde bin ich, geh‘ zur Ruh, undsoweiter“. In diesem Fall also tauschen Subjekt und Prädikat die Reihenfolge, kurz PS.

Oder ein Fragesatz. „Bin ich müde?“ Auch hier PS.

Oder es handelt sich um einen Nebensatz: „Ich schlafe, weil ich müde bin.“ Hinter der Konjunktion klarer Fall von PS.

Ungläubige Augen schauen mich, während ich eine Ausnahme nach der anderen herauszaubere.

Ich sei noch nicht fertig, gebe ich zu verstehen.

Gipfel aller Ausnahmen sei, wenn der Hauptsatz nach dem Nebensatz folgt. Wenn es, um im Beispiel zu bleiben, heißt: „Weil ich müde bin, schlafe ich.“ Nebensatz hat PS, danach folgender Hauptsatz auch.

Eigentlich müsste PS die Regel sein, denke ich mir.

Warum denn die deutsche Sprache so schwierig sei, möchte der junge Mann von mir wissen.

Angesichts dieser fast nicht in endlicher Zeit beantwortbaren Frage kann ich nicht umhin, mit Rotkäppchenwolfstimme zu sagen: „Damit wir Euch leichter erkennen können!“

© Ulf Runge, 2016

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Xeniana sagt:

    Ich versuche mich gerade mit meinem Sohn durch Genitiv und Dativobjekte zu arbeiten, gefolgt von adverbialen Bestimmungen. Es ist furchtbar;)
    Klasse, dieser Beitrag.

    Gefällt 1 Person

    1. Ulf Runge sagt:

      Ich habe mich versucht zu mäßigen beim Schreiben des Artikels. Ursprünglich wollte ich noch Prädikate mit Hilfsverb und Vollverb im Infinitv (Ich werde gehen) oder als Partizip (Ich bin gegangen) mit einbauen. Das wäre noch „lustiger“ geworden. Aber vermutlich ein Grund gewesen, nicht bis zum Ende zu lesen…

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  2. Es reicht ja schon, erklären zu wollen, ob es für die Artikel eine Regel gibt. Sowas wie „alle Möbel weiblich“ oder „alle Tiere männlich“. Aber wenn du dann zu „der Löffel“, „die Gabel“, „das Messer“ kommst, weinen immer alle Nicht-Deutschsprachler 😦

    Gefällt 1 Person

  3. Ulf Runge sagt:

    Man kann die wichtigsten Regeln zur Geschlechtsfindung von Hauptwörtern auf einer Seite A4 darstellen. Z.B. hier: http://www.graf-gutfreund.at/daf/02grammatik/02nomen&pronomen/gr1_genusregeln.pdf

    Was mich bei diesem Blatt immer sehr amüsiert, ist der Umstand, dass das Bier als einziges alkoholische Getränk sächlich ist, während die anderen Alkoholika männlich sind.

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