Der Überforderung ein Ende bereiten

Leben 1299 – Samstag, 26.11.16

Der Überforderung ein Ende bereiten

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Heute mache ich mal etwas Neues.
Ich publiziere einen Artikel, den ich nicht selber geschrieben habe. Sondern gelesen. In einem sehr interessanten englischsprachigen Blog. Ich finde diesen Beitrag so interessant, dass ich ihn mit freundlicher Genehmigung der Autorin ins Deutsche übersetzt habe und jetzt hier veröffentliche. Die Autorin ist Studentin und berichtet über Ihre Erkenntnisse zum Thema Überforderung.

 

Der Überforderung ein Ende bereiten

In dieser Woche habe ich mich zum ersten Mal seit längerer Zeit so richtig gelangweilt. Ich hatte dermaßen viele Projekte und Prüfungen an der Uni, dass ich quasi einen 24/7 Job hatte (zumindest fast). Ich arbeitete an verschiedenen Projekten und keines von ihnen war leicht. Jedes bedeutete eine Herausforderung. Nun, ich habe nichts dagegen, meine Belastbarkeit auszureizen, aber bitte nicht 24/7! Um mit der nächsten hektischen Phase an der Uni besser klar zu kommen, habe ich 5 Tipps, der Überforderung aufgrund von zu viel Arbeit ein Ende zu bereiten:

  1. “Viele von uns fühlen sich gestresst und überfordert, nicht weil wir uns zuviel aufladen, sondern weil wir zu wenig Dinge unternehmen, die uns so richtig stark machen.” Marcus Buckingham

Das ist so wahr. Als ich mich in meiner Stress-Phase befand, erlaubte ich mir nicht, mich auszuruhen. Selbst als mich entspannte, war ich immer noch im Multitasking-Modus und arbeitete nebenher an einigen Dingen weiter. Ich hatte die Arbeit immer im Hinterkopf, besonders wenn ich in meinem Projekt nicht vorwärts kam und über alternative Lösungen nachdenken musste. Das führte zu einem bestimmten Zusammenbrech-Rhythmus.Zwei Tage arbeiten, Zusammenbruch, zwei Tage arbeiten, Zusammenbruch, zwei Tage arbeiten… Ich habe mich sogar auf den Zusammenbrech-Tag gefreut, weil er sich wie eine mental erzwungene Pause anfühlte. Deshalb: Genehmige Dir, Dich auszuruhen! Ruhe ist genauso wichtig wie Arbeit!

  1. “Träume kleine Träume. Wenn Du sie zu groß gestaltest, überforderst Du Dich und machst überhaupt nichts. Wenn Du Dir kleine Ziele setzt und sie erreichst, gibt Dir das die Zuversicht, höhere Ziele erreichen zu können.” John H. Johnson

Ich glaube nicht, dass Johnson damit meint, dass wir nicht richtig große Träume haben sollten, sondern eher, dass wir den großen Traum in kleinere Träume zerlegen sollen, deren Verwirklichung auf dem Weg zum großen Ziel liegt. Dies würde uns helfen, am Ende den großen Traum zu verwirklichen. Gleiches gilt für Aufgaben und Projekte. Zerlege Deine großen Aufgaben in kleine Schritte. Diese kleinen Schritte umzusetzen wird Deine Motivation beflügeln!

  1. “Ich weiß, dass jeder von uns viel zu tun hat. Manchmal fühlen wir uns überfordert durch die Aufgaben, die uns anschauen. Aber wenn wir unsere Prioritäten in die richtige Ordnung bringen, können wir alles erreichen, was wir wollen und sollen. So schaffen wir es in Ziel unabhängig von Versuchungen, Problemen und Herausforderungen.” Joseph B. Wirthlin

Und das kombiniert mit:

“Manchmal, wenn Du von einer Situation überfordert bist – wenn Du Dich in der dunkelsten Dunkelheit befindest – das ist der Augenblick, an dem sich Deine Prioritäten ändern.” Phoebe Snow

Das ist so wahr. Gleichzeit sagst Du: “Schei.e! Wer kümmert sich um meinen Hochschulabschluss? Ist dieses Projekt überhaupt auf lange Sicht wichtig? ” Wenn ich diesen Zustand erreiche, habe ich gewöhnlich die besten Ideen, weil ich nicht mehr so angespannt und gestresst bin. Ich überspringe die Phase, mich selber mit Perfektionismus zu stressen und setze stattdessen meine Prioriäten. Mit „Prioritäten“ meine ich nicht die Prioritäten meiner Aufgaben, z.B. was ich zuerst tun sollte. Ich spreche eher über die „Prioritäten“ in der Art und Weise, wie ich meine Arbeit erledige. Ich vergesse negative und schlecht gelaunte Gefühle bezüglich meiner Arbeit und priorisiere produktive und effektive Gefühle!

  1. “Menschen fühlen sich überfordert, wenn sie zum Mount Everest der Umweltherausforderungen hochschauen, denen wir uns gegenüber sehen. Aber Du setzt einen Schritt vor den anderen und erkennst, dass nicht jeder ein Sir Edmund Hillary ist.” Ed Begley, Jr.

Ich habe mich oft überfordert gefühlt, weil meine MitschülerInnen besser und schneller waren als ich. “Was?! Du bist mit der Aufgabe von schon fertig?!! Ich habe noch nicht einmal die Aufgabenstellung verstanden!” Diese MitschülerInnen sind Sir Edmund Hillary, aber ich bin kein Bergsteiger! Ich konzentriere mich auf mich selber, setze einen Fuß vor den anderen und gebe mein Bestes, weil ich nicht mehr geben kann als mein Bestes! Wer weiß, vielleicht ich trotzdem am Ende auf dem Gipfel des Mount Everest!

  1. Um es zusammen zu fassen: “Immer wenn ich mit einer neuen Geschichte anfange, scheint es ein unmögliches Unterfangen zu sein. Wenn ich versucht habe, zu schnell zu seine, habe ich mich verloren und war dann überfordert. Ich muss langsam gehen und den Dingen eine Chance geben, Form zu gewinnen und zu wachsen.” Louis Sachar

Ich weiß, ich weiß… Du denkst jetzt: “Aber Julia, mein Abgabetermin ist morgen! Ich habe keine Zeit, den Dingen eine Chance zu geben, Gestalt anzunehmen und zu wachsen!” Um langsam sein zu können, ist es nötig, die Hinausschieberitis in uns zu besiegen! Lieber einen Tag zu früh starten als zu spät! Ich habe das Gefühl, dass ich in diesem Semester meine Hinausschieberitis niedergerungen habe. Vielleicht nicht vollständig, aber es ist definitiv nicht so schlimm wie woher. (Ich werde schon bald eine Aktualisierung des Artikels über die Hinausschieberitis veröffentlichen.)

So, ich hoffe, dass diese 5 Tipps Dir helfen, das Gefühl der Überforderung zu verstehen und Dich deshalb motivierter zu fühlen bei Deiner Arbeit oder was Dich sonst überfordert!

Das englischsprachige Original dieses Artikels ist unter dem Titel „How to Stop Feeling Overwhelmed“ am 18.11.2016 erschienen unter http://lifeasjuliablog.wordpress.com/2016/11/18/how-to-stop-feeling-overwhelmed/. Ich danke der Autorin Julia für die Genehmigung, diesen Text ins Deutsche zu übersetzen und auf meinem Blog zu veröffentlichen.

© NIHAOJULIA von lifeasjuliablog.wordpress.com 2016,
Übersetzung ins Deutsche Ulf Runge
Bild von pixabay.com

6 thoughts on “Der Überforderung ein Ende bereiten

  1. Ich glaube, selbst die beste Organisation kann einem einfach nicht mehr Zeit schenken.
    Die meisten Menschen müssen Arbeit, Haushalt und Freizeit/Familie unter einen Hut bringen. Zusätzlich gibt es aber noch „Aufgaben“, sei es, dass man mal seine aktuellen Verträge prüft, Versicherungsunterlagen durchgeht, sich mit dem Erwerb neuer Elektrogeräte befasst, (z.B. Waschmaschine kaputt, neues Gerät muss erst gefunden werden), etc.

    Ich z.B. weiß, dass ich unter der Woche mit Arbeiten, Einkaufen, Haushalt ausgelastet bin. Pro Woche sammeln sich etwa drei Aufgaben kann, die ich nur am Wochenende erledigen kann. Und auch nur, wenn ich dafür auf Freizeit verzichte.
    Ich komme dann in die Situation, wo „Entspannung“ gleichzeitig zur „Aufschieberitis“ wird, denn ich weiß: Wenn ich die drei Aufgaben dieses Wochenende nicht erledige, muss ich sie nächste Woche machen. Brauche aber hin und wieder auch einfach Ruhe.
    Das Problem ist dasselbe wie mit dem Dispo auf der Bank: Wenn ich diese Woche die drei Aufgaben nicht schaffe, müsste ich nächste Woche sechs erledigen. Entweder schaffe ich das also nicht oder stresse mich noch mehr, um es irgendwie zu schaffen, wodurch ich in Folge das nächste Wochenende wieder mehr entspannen müsste; ergo bleiben wieder drei Aufgaben liegen.

    Natürlich kann man jetzt sagen „Prüfe deine Prioritäten und wie wichtig jede Aufgabe ist.“ Aber zu wissen, dass man 20 offene Aufgaben hat – egal wie niedrig sie priorisiert sind – gibt einem einfach kein zufriedenes Gefühl, weil man weiß: da ist noch SO viel, das man erledigen müsste! Und dieses Gefühl erzeugt dadurch wieder Stress…

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