Nachkreidezeit

Leben 1289 – Donnerstag, 06.10.16

Nachkreidezeit

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Tempos sind zum Inbegriff für Papiertaschentücher geworden. Gattungsbegriff nennt man sowas.

Das gleich gilt wohl für Stifte, mit denen mal auf Flipchart-Papier schreiben und zeichnen kann: Edding heißt das dann.

Das mal als Prolog.

 

Nach dem Kreidezeitalter kam früher das Tertiär, heute Paläogen genannt. Sagt Wikipedia.

Dem widerspreche ich ein bisschen. Bei mir ist das anders. Bei mir folgen derzeit auf Schiefertafel und Kreide das Whiteboard mit nicht-permanenten Stiften, einem nur noch in seiner Größe an einen Schwamm erinnernden Reinigungsgegenstand und möglicherweise einer fensterputzmittelartigen Flüssigkeit.

Obwohl es sich um eine andersartige Technologie handelt, stellte sich heraus, dass die Beschaffungswege die gleichen waren. Dort, wo ich bisher Kreide überlassen bekam, half man mir bereitwillig mit Stiften aus, mit dem gestrengen Hinweis, keine anderen, sprich Permanent-Stifte zu benutzen. Weil, die würden nicht mehr „abgehen“.

Ich bekam dort auch die Tücher, mit denen man den, ich nenn ihn jetzt mal „Reinigungshobel“, umwickeln kann, um die Tafel, ahem das Board, sauber zu wischen. Das Foto zeigt übrigens meine Erstumwicklung eines derartigen Hobels. Ich entdecke hier absolutes Schulungs- und Optimierungs-Potenzial bei mir.

Jetzt zur Flüssigkeit. Mein Hinweis: „Und die Flasche ist auch leer!“ führte zu Erstaunen und dem Hinweis, dass man da nachfragen wolle. Der Anruf bei den Hausmeistern führte zu der nachvollziehbaren Auskunft: „Gibt’s nur, wenn Sie Edding benutzt haben!“

Ich sehe mich schon mit meinem „Edding“ genannten Permanent-Stift auf dem Whiteboard schreiben: „Tafel voll wie Flasche leer“.

©Ulf Runge, 2016

3 thoughts on “Nachkreidezeit

  1. Lieber Herr Runge!
    Da sieht man sich wahrlich den ungewöhnlichsten Problemen gegenübergestellt. Seien Sie froh, dass Sie überhaupt noch mit einem Stift in der Hand auf eine Tafel schreiben dürfen und in Zeiten des Tablets noch nicht belächelt werden, dass Sie nicht schon längst touchen und tippen. Naja, wischen muss man auf einer Tafel wie auf einem Tablet. Vielleicht sollten wir bei so vielen Problemen das Schreiben in Zukunft ganz sein lassen🙂 Stift leer!
    Herzliche Grüße von der Alb
    Mallybeau

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  2. Willkommen bei der unkontrollierten Talfahrt, lieber Ulf. Denn genau das sind Whiteboards.
    Meine Tipps:
    – Statt der „professionellen Tücher“, die sowieso viel zu schnell komplett bunt und dann nicht mehr aufnahmefähig sind, tut es auch ein doppelt gewickeltes Tempo (vulgo „Papiertaschentuch“).
    – Wenn man tatsächlich mit Edding rumgeschmiert und es schnell genug gemerkt hat, hilft es, mit dem Edding nochmal (!) über das bereits geschriebene/gemalte drüberzuschreiben und es dann schnell mit dem „Reinigungshobel“ wegzuwischen. Edding und Nagellack haben nämlich eine interessante Gemeinsamkeit: Sie sind so chemisch beißend, dass sie sich selbst bei erneuter Auftragung wieder verflüssigen können.
    – Was viel stärker als Edding an Whiteboards haftet, sind Leuchtmarker. Warum? Weiß niemand. Geht aber wirklich nie nie wieder ab. Kann aber für schöne Hintergrund-Effekte sorgen…
    – Ein Whiteboard nur mit „Reinigungshobel“ aber ohne Flüssigkeit (was auch immer da eigentlich drin ist) zu reinigen, wird nicht klappen. Besser als „nur Reinigungshobel“ ist übrigens: der eigene Finger (interessanterweise hat man keine Schmiere, sondern Krümel am Finger/der Hand), normales Leitungswasser, Spucke (frag bitte nicht).
    Meine Rezension zu Whiteboards: Unseres ist immer blitzeblank, weil wir es aufgrund der unpraktischen Erfahrungen nicht mehr verwenden…

    Gefällt 1 Person

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