Mistig und Lustig – oder: Mein Blog ist weg

Leben 1275 – Dienstag 09.08.16

Mistig und Lustig – oder: Mein Blog ist weg

 

Fließend Wasser (und Abwasser) sowie elektrischer Strom genauso wie funktionierende Transportsysteme auf der Straße, der Schiene, auf dem Wasser und in der Luft sind das Rückgrat moderner Gesellschaften. Das gilt für die Wirtschaft gleichermaßen wie für das, was wir Menschen so in unserer Freizeit machen.

Informationstechnik und ganz besonders das Internet haben die Anzahl der Achillesfersen modernen Zusammenlebens und Wirtschaftens erweitert. Sie vor Fehlfunktion und Sabotage zu schützen ist ein immer bedeutenderes Gut geworden.

Jüngstes Beispiel ist die weltweite Beeinträchtigung des Flugverkehrs bei Delta Airlines aufgrund von fehlerhaften Anwendungen.

Sicherheitsbehörden und die Armeen dieser Welt lancieren Ankündigungen, auf diesem Sektor mehr Personal einsetzen zu wollen.

Jüngst habe ich mitbekommen, wie ich auf einer Social Media Plattform von einer mir bekannten Person um meine Handynummer gebeten wurde. Um dann zu sehen, dass es sich um guten, aber zum Glück nicht perfekten Fake gehandelt hat, zu dessen Unschädlichmachung ich gerne beigetragen habe.

Der Klau der digitalen Identität ist so ziemlich etwas, was man niemandem wünscht. Nicht mal sich selber.

So bietet WordPress die Möglichkeit an, den Login in zwei Schritten durchzuführen. Im ersten gebe ich meinen Account und mein Kennwort ein, im zweiten Schritt einen Verifizierungs-Code, die mir WordPress auf mein Handy zuschickt.

Soweit. Sogut.

Mistig ist, wenn diese SMS nicht auf meinem Handy eintrifft.

Lustig ist, dass man bei WordPress angemeldet sein sollte, wenn man qualifizierte Fehlermeldungen absetzen möchte.

Gestern also war Mistig-Time bei mir. Die SMS wollte und wollte nicht kommen. Nach dem fünften Versuch habe ich mir eh gedacht, dass mein Account womöglich gesperrt ist.

Danach war dann Lustig-Time. Natürlich gibt es keine (mir bekannte) Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, unter der „Hallo Hilfe“ absetzen kann. Auf abenteuerlichste Weise habe ich dann Hilferufe abgesetzt.

Ich habe als Anwender eines kostenlosen Accounts nicht wirklich damit gerechnet, schon bald eine qualifizierte Antwort zu erhalten. Ich habe aufgrund von zwei unterschiedlichen Meldewegen sogar zwei verschiedene Antworten erhalten, die sich inhaltlich ergänzt haben.

Fazit: Das mit der SMS funktioniert immer noch nicht.

Statt dessen habe ich jetzt auf meinem Smartphone eine App namens Authy installiert. Statt via SMS schickt WordPress zukünftig den Verifizierungs-Code an Authy und gut ist.

Nochmal Fazit: Nach über sieben Jahren kostenlosen Bloggens mit WordPress kann ich weiterhin nur sagen, dass ich begeistert über Funktionalität, Verfügbarkeit, Performance, Zuverlässigkeit und Support. Text ist kostenlos, bei Bildern habe ich nach so langer Zeit noch keine 30% des erlaubten Volumens erreicht, Videos kann ich über Youtube einbinden. Und mehr Mickischicki brauche ich nicht.

Was mich wirklich umtreibt, ist der Umstand, dass die vermeintlich einfachen Dinge des modernen Lebens auf einer immer komplexeren Infrastruktur fußen.

Zum Schluss noch ein bzw. zwei Abschweifer.

Erster Abschweifer:

Schön, dass mit Pokemon Go die Menschheit wieder den Aufenthalt im Freien entdeckt. Vielleicht sogar in der Natur.

Zweiter Abschweifer:

Ich träume von einer App, mit der ich beim Fahren die parkenden Autos digital markieren kann. Denkbar wäre etwa „Mobile Radarfalle“. (Natürlich ohne das Gerät anzufassen; etwa durch Spracheingabe: „Grauer Kastenwagen am Friedhof, amtliches Kennzeichen HD-GL 9999 HD wie Heidelberg G wie Gemeinde L wie Laudenbach und dann die Nummer). Und die anderen Anwender der App, die durch die gleiche Straße fahren, sehen, wo in dieser Straßeund vor wieviel Minuten jemand eine „Mobile Radarfalle“ identifziert hat. Vermutlich gibt es die App schon…

© Ulf Runge, 2016

7 thoughts on “Mistig und Lustig – oder: Mein Blog ist weg

  1. Ah ja! So etwas ähnliches habe ich auch schon erlebt. Das Ändern der E-Mail-Adresse verschärft solcherlei Schwierigkeiten weiter. Bis heute habe ich es bei einem Anbieter nicht geschafft, den Account einfach umzustellen und dachte mir schon manches Mal, wann das Leben wohl angefangen hat, so kompliziert zu sein…
    Schön auch, dass du ein Lob aussprichst – meistens überwiegen ja die Meckerer und Nörgler.
    Schönen Abend!🙂

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  2. In der Tat sollte man sich auch von „alten“ E-Mail-Adressen nicht trennen. Manchmal kommt erst nach Monaten heraus, dass man sich hierüber irgendwie und irgendwo mit Digitalien verknüpft hat.

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    1. Die Telekom ließ mir keine Wahl. Nachdem wir den Festnetz-Anbieter gewechselt hatten, wurde mir ohne jegliche Benachrichtigung mein E-Mail-Account gelöscht. Und das, obwohl ich mit meinem Smartphone weiterhin Kundin bin. Jetzt habe ich einen E-Mail-Anbieter, bei dem mir das hoffentlich nicht passieren wird.

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