Wolkenbruch

Leben 1261 – Dienstag, 21.06.16

Wolkenbruch

 

In diesen Breiten regnet es nie. Höchstens höchst selten. Das Land ist dürre, staubig der Boden, kein farbiger Pinsel, der bereit wäre, einen Tupfer Bunt in die Landschaft zu zeichnen.

Es ist überliefert, dass es Zeichen gibt, den ach so seltenen Regen, den herbeigesehnten, frühzeitig zu erkennen. Um sich auf ihn vorzubereiten. Nicht überrascht zu sein, wäre er denn dann da.

Nein, es gab keine Zeichen. Er war einfach da.

Das trockene Flimmern weicht sandigem Duft, beim Durchzählen der Sinne werden es immer mehr. Tropfen des Glücks fallen herab, benetzen die Lippen, überströmen die Körper.

Eine nicht enden wollende Flut. Unangekündigt.

Aus dem kargen Boden schießt Leben empor, unvermutetes Leben, in hektischer Eile unterwegs.

Eben noch der Sturzflut entsprungen, versickern die Seen, verrinnsalen sich.

Am Ende der Wolke bahnen unduldsame Strahlen der alten Ordnung den Weg, gleißende Hitze lässt die gerade noch gespürte Frische Erinnerung werden.

Auf Regen hoffen.

© Ulf Runge, 2016

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