Verboten – aber wunderschön

Leben 1234 – Freitag, 22.04.16

Verboten – aber wunderschön

Gestern haben wir etwas Verbotenes gemacht. Etwas, das wir uns ungefähr ein Jahr lang verkniffen haben. Weil „unsere“ hoch geschätzte Tierärztin meinem vierbeinigen Freund wegen seines fortgeschrittenen Alters verboten hat, weiterhin den Weinberg mit mir hinaufzukraxeln. Und anschließend wieder runter. Zu anstrengend.

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Wir haben uns brav dran gehalten. Gestern allerdings war es ein so warmer Frühlingstag, dass wir uns vermutlich in unserer sonnengefluteten „Pampa“ nicht wohlgefühlt hätten. Und so haben wir es gewagt. Sind gemächlich hoch gelaufen. Haben – wie eigentlich immer – ergreifende Eindrücke von Natur und Landschaft gewonnen. In den nächsten Tagen werden einige Impressionen folgen, frei nach dem Motto: „Es muss nicht immer Tulipan sein.“

Die Überraschung des Nachmittags ist, dass „unser Weinbergmann“ ebenfalls da ist. Auf seinem unwegsamen Obstbaumgrundstück, das er unbeirrt in Schuss hält. Er weiß ganz genau, dass dieses Aktivsein die beste Grundlage für ihn ist, bei ordentlicher Gesundheit und guter Laune Tag um Tag obendrauf zu legen.

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Wir sind berührt, dass wir uns nach einem Jahr freudestrahlend wiedersehen. Dass mein Hund jetzt 16 ist, will er fast nicht glauben. Er berichtet freudestrahlend von einem Erlebnis der vergangenen Tage. Er habe – so wie jetzt  auch – einfach nur dagesessen. Sich um das Vogelfutter gekümmert, mit dem er die Singvögel hier nicht nur durch den Winter bringt, sondern auch den Sommer.

Da sei es auf einmal da gewesen, das Eichhörnchen. Es habe ihn nicht bemerkt, sei immer näher gekommen, angelockt von den Sonnenblumenkernen, die er für Vögel gemünzt hatte. Er habe nicht für möglich gehalten, dass es über seine Hand laufen würde, um dann in aller Ruhe Sonnenblumensamen um Sonnenblumensamen herauszupulen und zu vernaschen.

Und natürlich darf ich mich nicht von ihm verabschieden, ohne einen Witz von ihm mit auf den Weg zu bekommen. Genau genommen erzählt er mir sogar zwei, die ich jetzt ordentlich wiederzugeben versuche.

Ein Mann steigt in ein Taxi ein. Schon kurz darauf sagt der Fahrgast zum Taxifahrer: „Ich wäre froh, wenn ich eine Maus wäre!“ Worauf der Mann am Lenkrad überrascht fragt: „Warum das denn?“ „Nun, die Maus ist das einzige Tier, vor dem meine Frau Angst hat!“

Der zweite:

Ein Ehepaar ist auf Italienreise. Sie besuchen einen Wunschbrunnen. Der Mann wirft eine Münze hinein und wünscht sich etwas. Die Frau wirft ebenfalls eine Münze hinein, rutscht dabei aus und landet im Brunnen.
`Hätte ich nicht gedacht, dass das so schnell funktioniert!` denkt sich der Mann.

Zum Schluss noch das Foto eines glücklichen Hundes, der nach Monaten wieder auf seinem Lieblingsplatz verweilen darf.

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© Ulf Runge, 2016

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Volker Kunz sagt:

    … herzlichen Dank für die nette Geschichte und die Witze.

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    1. Ulf Runge sagt:

      Es ist einfach schön, durch die schöne Natur zu laufen und einen so verwurzelten, lieben Menschen zu treffen.

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  2. Wir hatten mal einen Nachbarn, der schwer lungenkrank war. Er saß meistens zu Hause und schaute TV – und rauchte. Ich fragte meinen Vater, wieso ein lungenkranker Mann, der eh schon an der Sauerstoffflasche hängt, noch rauchen muss. Mein Vater sagte „Weißt du, der Nachbar würde, wenn er nicht raucht, vermutlich noch fünf Jahre leben. Mit Rauchen schafft er wohl höchstens noch zwei. Er hat aber lieber zwei glückliche Jahre, als fünf unglückliche…“

    Will sagen: Wenn der Hund mit 16 den Berg hoch will, soll er doch, wenn’s ihn glücklich macht 😉

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    1. Ulf Runge sagt:

      Dankeschön Roey. Nachdem er gestern nicht fußlahm war, sondern eher noch vitaler, werden wir das öfter machen. Besonders wenn es heiß ist, der Schatten Kühlung spendet und der Bergbach an zwei Stellen Erfrischung bereit hält.
      Ansonsten beunruhigt mich, dass mein Hund nach Lesen Deines Kommentars gesagt hat, „Bin mal kurz weg“, und mit der Girokarte im Fang aus dem Haus gegangen ist. „Ich war noch niemals in New York“ summend. Kommt heute Dalli Dalli?

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  3. maribey sagt:

    Das hört sich schön an, nach Wohltat und bewusstem Wahrnehmen, was die Natur und Begegnungen betrifft.

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    1. Ulf Runge sagt:

      Das Interessante ist: Ich habe früher – obwohl alltäglich – jedes Mal das Besondere und Erhebende gespürt, wenn wir „oben“ waren. Den Blick nach unten genießen durften.

      Oder um mit Reinhard Mey zu dichten: Und dann / Würde was uns groß und wichtig erscheint / Plötzlich nichtig und klein.

      Gestern war es nicht mehr alltäglich. Und doch so, als wären wir vorgestern zuletzt diesen Weg gelaufen. Und das Besondere und Erhabene waren sofort wieder da.

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      1. maribey sagt:

        Das finde ich wunderbar, auch im Alltäglichen liegt das Besondere. Ein Perspektivwechsel schenkt so viel, manchmal ist es „nur“ der Berg, der uns emporhebt und uns die Welt anders betrachten lässt. Und im Nichtalltäglichen das Vertraute wieder zu finden, ist ebenso wertvoll.

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      2. Ulf Runge sagt:

        Das mit dem Perspektivwechsel hat was. Das greife ich doch gerne in meinem nächsten Beitrag auf. Danke. 😊

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      3. maribey sagt:

        Wie schön, das freut mich nun.

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  4. Ulf Runge sagt:

    Bin gerade dabei, die „richtigen“ Worte zu finden. 😊

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  5. Claudia sagt:

    Es ist schön das du und dein Hund doch wieder den geliebten, vertrauten Weg gegangen seid und auch wieder gehen werdet. Nur in diesen „alltäglichen Kleinigkeiten“ können wir Glück und Zufriedenheit finden.
    Und vielen Dank für’s folgen 😊

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    1. Ulf Runge sagt:

      In der Tat: Glück kommt aus sich selbst heraus und aus der Achtsamkeit für das vermeintlich Unbedeutende. Danke ebenso fürs Folgen. 😊

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  6. Maria H sagt:

    Verbote und Ratschläge kann man annehmen, muss sie aber nicht immer befolgen. Einfach mal seinem Gefühl und Herzen folgen. Und wenn dabei ein so glücklicher Tag mit so schönen Begegnungen herauskommt, hat man alles richtig gemacht.
    Ein sehr schöner Beitrag. Ich wünsche euch noch viele solcher glücklichen Tage.

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    1. Ulf Runge sagt:

      Ein Tag, an dem alles so gelingt, ist eine Gnade. Fast nicht zu wiederholen. Aber erstrebenswert, es zu versuchen. Dankeschön.

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