Do it yourself

Leben 1214 – Freitag, 08.04.16

Do it yourself

Die Tulpen-Trilogie bekommt eine zunächst ungeplante, weitere, jetzt dann aber doch, zumindest vorerst, finale, vierte Folge.

Zum Thema „final“ hier ein Exkurs, den mich das berufliche Leben gelehrt hat.

Da machst Du in der IT einen Monatsabschluss. Und weil der fehlerhaft sein kann – sprich die IT hat was verbockt -, muss der korrigiert werden. Dann machst Du einen „2. Lauf“. Oder einen „dritten“. (Abzählbar endlich oft.)

Und wenn dann die Daten stimmen, sprich richtig berechnet sind, dann kann es sein, dass die sooooo keiner will. Dann wird mit heißem Schraubendreher so lange nachberechnet, bis die Zahlen „passen“. So lange, bis die Zeit alle ist. Oder was auch immer. Dann wird dieser letzte, allerletzte Lauf der „finale Lauf“ genannt.

Jetzt aber schlägt das Leben zu. Aus Revisions-Gründen bleibt der „finale“ Lauf der „finale“. Aber es gibt dann vielleicht bestimmt doch Bedarf für „Nachläufe“. Einen ersten, zweiten, auch hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Ende des Abschweifens.

Kümmern wir uns um das Leben am Rande der Landstraße.

Um die Tulpen. Um diesen vierten Beitrag der Tulpen-Trilogie.

Ein Schild, das ich zunächst unterschlagen wollte, muss nun doch an die Öffentlichkeit.

Immer mehr Floristen sind es leid, traurig blickende Blütenkelche in der Hand zu halten. Sie wollen nicht länger im Schlaf vom Schrei der abgeschnittenen Stängel verfolgt werden.

Und so sagen sie sich: „Lass doch die Kunden die Pflanzen schneiden!“

20160407_125512_Blumen_schneiden

Vermutlich werden so jährlich zich wenn nicht noch mehr Pflanzen – insbesondere in Massenpflanzenhaltung – vor dem frühzeitigen Tod durch Abschneiden gerettetet. Und damit auch Bienen und Hummeln.

Oder würdest Du zum Messer greifen? Getötete Flora als Gastgeschenk mitbringen? „Hier, ich dachte Ihr freut Euch drüber!“

Ich denke das mal weiter. Du gehst zum Metzger. Der sitzt auf einer Couch. Neben einer Kasse. Darüber ein Schild. „Heute selber Schweine schlachten.“ Daneben diverses Handwerkszeug. Ne Axt. Oder etwas Elektrosach. Okay, ich hör ja schon auf. Aber besser schlafen könnten die Metzger dann vielleicht schon. Sag ich mal. Und die Schweine ein paar Tage länger. Was den Bienen und Hummeln vermutlich egal ist.

P.S.: Ich bin schon still. Sitze selber im Glashaus. Habe meinen Hund bisher nicht überzeugen können, dass es auch ohne Rind und Geflügel geht.

© Ulf Runge, 2016

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. maribey sagt:

    Gut, dass du nicht still bist.

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    1. Ulf Runge sagt:

      Danke.

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  2. Oh danke! Ich find’s ja total schlimm, wenn mir Männer Schnittblumen als „Opfergabe“ darreichen. Was soll ich damit? Was soll mir das sagen? ‚Sieh an, wie die Blumen verblühen, so vergeht auch unsre Liebe!‘
    Der letzte Mann wurde erzogen – und brachte Topfpflanzen an 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Ulf Runge sagt:

      Praktisch finde ich Küchenkräuter im Topf. Basilikum, Schnittlauch.
      Die kann man dann fürs Essen frisch abzupfen und schneiden.
      (Was habe ich da soeben geschrieben? Asche über mein Haupt.)

      Gefällt 1 Person

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