Ich liebe den Frühling

Leben 1206 – Sonntag, 03.04.16

Ich liebe den Frühling

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Endlich hat das Frieren ein Ende. Endlich darf mich wieder zwischen einem Antitranspiranz-Mittelchen mit Alu oder sonstwas drinnen entscheiden oder Achseln, die nach Sportler-Parfum duften.

Endlich hat das Frieren ein Ende. Endlich darf ich mir wieder überlegen, ob das nächste Auto auch wieder ohne Klimaanlage ist, also ganz ohne bzw. wie jetzt mit Placebo-Klimaanlage, die zu reparieren sich nicht lohnt, weil alle wissen, dass Placebo nicht bei Hitze hilft, sondern nur bei Heilung und so.

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Endlich hat das Warten ein Ende. Auf das Blühen der Magnolien. Üblicherweise dauert die Pracht wenige Tage, bis der Winter sagt, halt, da Blühen ja schon die Magnolien, schicken wir noch ein bisschen Sturm, Hagel, Gewitter, am liebsten alle drei. Und die Pracht ist vorbei. Also bitte, Psssst! Niemand weitersagen, dass die Magnolien ihren unwiderstehlichen Duft verbreiten und die Augen sich am satt am Sehen sind.

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Ich mag zwar trockene Wintertage, an denen die Sonne auf der Haut spielt. Das reduziert sich meistens auf Gesicht und Hände. Aber noch mehr liebe ich den Frühling, wenn sich im T-Shirt auch die Arme an den Sonnenstrahlen erwärmen dürfen. Wenn man beim Spaziergang endlich wieder mit Smartphone-lesenden Insekten zusammenstößt. Wenn der Äther voller Vogelgezwitscher ist und ich allen Ernstes wieder behaupten kann, die würde alle antworten. Auf mein in jugendlichem Alter erworbenes Wellensittich-Gezwitscher. Das man leider nur hört, wenn sich alle mal zusammenreißen und leise sind. Egal. Ich behaupte das einfach.

Ich fühle mich wie ein Hero, wenn ich endlich wieder verirrte Hummeln mit einem ehemaligen Senfglas in der Hand an der Fensterscheibe einfangen kann, die Tageszeitung von gestern als Deckel dienend, und diesen Heldinnen und Helden der Bestäubung unserer Nahrungsmittel den Weg in die arbeitsreiche Freiheit zurückbahnen kann.

Nur ein blaues Band habe ich nirgendwo gesehen. Doch noch nicht Frühling?

© Ulf Runge, 2016

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ja, endlich 🙂
    Nur am Rande: gegen miefelige Achseln hilft – wenn man die Wahl zwischen Alu oder Alk nicht treffen will – auch Deocreme (z.B. hier calani-seifenmanufaktur.de)

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    1. Ulf Runge sagt:

      Danke für den Tipp! Und nach was riech‘ ich dann dann? Einfach nur sauber oder mehr?
      Wohlduftende Grüße, Ulf

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  2. Entweder neutral („Purissima“) oder sehr männlich mit „Havanna Classic“ (auf alt-ehrwürdige Art, nicht diese Hippster-Teeny-Weise). „Bay Rum“ ist mir noch nicht unter die Nase gekommen.
    Schönes Wochenende 🙂

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    1. Ulf Runge sagt:

      Danke. Das nenne ich „Service“. You saved my Frühling, wie die/der Deutsche sagt. Sag ich mal.

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  3. maribey sagt:

    Mir ist beim Lesen als seh ich da das blaue Band, du an der Fensterscheibe, Hummeln rettend, Magnolienduft im Garten, die Hummeln versüßen die Nachrichten von gestern um dann ins Blau zu fliegen.

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    1. Ulf Runge sagt:

      Was für ein schönes, blaues Band. Du hast recht. Man muss nur genau hinschauen, dann sieht man es. 🙂

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      1. maribey sagt:

        Deine Worte haben es gemalt, es ist zu sehen. 🙂

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      2. Ulf Runge sagt:

        🙂

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