Wie Öl runter

am

Leben 1166 – Samstag, 14.02.15

Wie Öl runter

 

Irgendwo in Asien soll es bereits eine Großstadt geben, in der es außer den üblichen Verkehrsspuren für Autos, Fahrräder und Fußgänger inzwischen auch reservierte Bahnen für Smartphone-benutzende Fußgänger geben soll.

Das mal vorab.

Nein, obwohl das ja heutzutage immer mehr üblich ist, um Warte- und Verweilzeiten zu überbrücken, nämlich mal aufs Smartphone gucken, ob da irgendwas in der großen weiten Welt passiert ist, was einen eventuell tangieren könnten, also, obwohl das heutzutage gang und gäbe ist, hatte ich selbiges weggepackt.

Ich stand in der Warteschlange vor der Kasse und hatte mich auf eine richtig fette Wartezeit eingerichtet, weil der Mann vor mir wohl den halben Laden leergekauft hatte. Egal.

Ich war vertieft in meine handschriftlichen Notizen, hielt meine Gedanken mit dem Kugelschreiber fest.

Früher habe ich mit Bleistift geschrieben. Weil, vielleicht müsste ich noch was ändern. Es könnte was falsch daran sein, und dann müsste ich es korrigieren können.

Heute schreibe ich mit Kugelschreiber. Und wenn ich was ändern musswill, dann tue ich das. Und habe keine Schwierigkeit damit, dass ich anfänglich etwas „Falsches“ angenommen hatte. Was es nun zu korrigieren gilt.

Aber alles das wollte ich gar nicht erzählen. Bzw. Doch ich wollte es. Aber die Geschichte fängt erst jetzt und hier so richtig an.

Stehe also gedankenversunken vor einer Kasse. Als ich eine Stimme höre. Einen Satz. Der mit mir erst einmal nichts zu tun hat. Zu tun haben kann.

Ich sortiere das soeben Gehörte und lasse es noch einmal in meinem Kopf abspielen. Ich höre: „Junger Mann, Sie können sich auch hier anstellen!“

Ich wache langsam auf und blicke in die Augen einer amüsiert lächelnden Dame, die an der rechten, eben noch unbesetzten Kasse auf mich wartet.

Der junge Mann. Das bin ich. Ich fahre zu ihr rüber und rufe ihr belustigt zu: „Können Sie das bitte noch einmal wiederholen?“

Der Herr an der linken Kasse, den ich nun rechts überhole, grinst mich an.

© Ulf Runge, 2015

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Maria H sagt:

    Aber hallo….
    Ich sage dann immer “ der Tag ist gerettet“

    Grüße für den junggebliebenen Ulf! (ehrlich gemeint)
    Maria

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  2. Ulf Runge sagt:

    Liebe Maria,

    „der Tag ist gerettet“ trifft genau den Zustand, in dem ich mich gefühlt hatte… 🙂

    Herzliche Grüße,
    Ulf

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