Der Buchtipp

Leben 1155 – Sonntag, 16.11.14

Der Buchtipp

 

Ich stehe am Büchertisch, betrachte die vielen ausliegenden Bücher der Vortragenden des heutigen Abends. Es kommen aber auch Werke anderer Schriftsteller zum Verkauf. Mein Blick fällt auf ein dünnes Taschenbuch, das in die Hand zu nehmen ich mich gerade überlege.

„Das ist ein wunderbares Buch!“ spricht mich die Dame neben mir an. „Ich habe dieses Buch seit Jahren bei mir. Schaue immer wieder rein. Es hat mein Leben ganz intensiv beeinflusst.“

Während sie das sagt, leuchten ihre Augen vor Freude. Ich greife nach dem Buch, blättere ein bisschen hin und her, lese im Inhaltsverzeichnis u.a. „Achtsamkeit“.

Um mich für diesen Buchtipp sozusagen zu bedanken, antworte ich auch mit einem Buchtipp: „Ich kann Ihnen Thich Nath Hanh ans Herz legen!“

Da mischt sich die Buchhändlerin ein, die hinter dem Büchertisch unser Gespräch verfolgt. „Das mit der Achtsamkeit!?“ sagt und fragt sie. Ich nicke. „Ja, das ist ganz, ganz toll.“

„Von dem Buch hier“, sie zeigt auf meine buchhaltenden Hände, „haben Sie nur dieses eine da?“ Die Buchhändlerin nickt mit dem Ausdruck des Bedauerns, um dann fortzufahren: „Das war ja vergriffen. Ist ja über 20 Jahre alt. Aber vor zwei Jahren wurde es neu herausgeben.“

Ich blättere immer noch in diesem Taschenbuch herum, das mir soeben empfohlen wurde. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es kaufen soll, als ich die Dame neben mir etwas unentspannt wahrnehme. –Der Groschen, der dann in mir fällt, hat die Größe eines Fünfmarkstücks. Hat sie mir doch soeben etwas ans Herz gelegt, was sie eigentlich selber kaufen möchte und augenscheinlich nur ein einziges Mal hier im Angebot ist.

Erleichtert schaut sie mich an, als ich ihr das Buch mit den Worten „Sie wollen das kaufen, oder?“ in die Hand drücke.

P.S.:

Ich notiere mir noch den Titel: „Theo Fischer – Wu Wie“. Dieser Buchkauf muss nicht heute sein.

P.P.S:

Da fällt mir auch der Titel „meines“ Thich Nath Han ein: „Ich pflanze ein Lächeln.“ Was für ein Kleinod.

P.P.P.S:

Es war wieder einmal ein ganz besonderer Abend in der u.a. von Justus Keller organisierten Veranstaltungsreihe „Lebenskunst Bensheim“. Die Vortragende, „Anna Trökes“, seit 40 Jahren in Sachen Yoga unterwegs, berichtet über ihre Erkenntnisse, Ihr Wissen über Yoga zu verheiraten mit aktuellen Erkenntnissen aus der Hirnforschung. Das Ergebnis ist ihr aktuelles Buch „Neuro-Yoga“.

Über Yoga kompetent zu schreiben, bin ich nicht der Richtige.

Von diesem Abend nehme ich für mich mit, dass es bereichernd sein kann, die durch Prägung oder Erfahrung erworbenen Verhaltens-Automatismen begleiten zu lassen durch die Frage: „Welche Alternativen habe ich, jetzt (anders) zu reagieren (als sonst)?“

Statt Wut, Misstrauen und „Ja, aber“ vielleicht einfach nur betrachten, ohne zu werten.

Statt sich einen Kopf zu machen, einfach nur zulassen…

Danke.

Namasté.

© Ulf Runge, 2014

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Maria H sagt:

    „Das Göttliche in mir, grüsst das Göttliche, das ich in dir sehe“
    Höchsten Respekt…

    Namaste‘ Ulf

    Maria

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  2. Volker Kunz sagt:

    Einen schönen Guten Morgen lieber Ulf,

    danke für Deine Buchtipps
    und vor allem dem P.P.P.S

    Einen schönen Sonntag
    und herzliche Grüße aus und ins Nibelungenland

    Volker

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  3. Ulf Runge sagt:

    Liebe Maria,

    das ist prima, dass Du die Bedeutung von Namasté hier aufgegriffen hast.
    Ich grüße Dich ebenso zurück.

    Namasté Maria,
    Ulf

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  4. Ulf Runge sagt:

    Lieber Volker,

    die Lebenskunst Bensheim ist eine Perle im Nibelungenland.
    Es ist ein Glück, dass Justus Keller immer wieder so wunderbare Menschen hierher holt, die Ihr Wissen und Ihre Erfahrung mit uns teilen wollen.

    Herzliche Grüße und weiterhin einen guten Start in die Woche,
    Ulf

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  5. Anna Trökes sagt:

    Lieber Ulf,
    vielen Dank für die Erwähnung meines Vortrags. Ich freue mich schon, dass ich im September 2015 wieder dieses wundervolle Forum der Reihe „Lebenskunst“ werde nutzen können….
    Herzliche Grüße aus Berlin von
    Anna

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