Die Hinsetzebank

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Leben 1128 – Mittwoch, 02.07.14

Die Hinsetzebank

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Ich gehe möglichst täglich über den Weinberg. Gemeinsam mit meinem Hund. Auf dass unsere Knochen, Muskeln und Gelenke nicht einrosten.

Sehr oft gehen wir „unseren“ Weg. Hoch und hinunter. An zwei Wasserstellen vorbei, kühles und naturreines Nass spendend. An bewirtschafteten Weinbergen vorbei, an verwilderten Brombeer-überwucherten Hängen entlang, und natürlich Eichhörnchen- und Singvogelgezwitscher-begleitet an der Streuobst- und Sinnspruch-Wiese „meines“ Weinbergmannes.

Heute bin ich mal einen anderen Weg gegangen. Auch wunderschön. Zum Verweilen einladend. Und da habe ich mir vorgestellt, wie wohltuend es wäre, stünde da jetzt eine Bank. Eine Hinsetzebank. Ich würde jetzt Platz nehmen und würde es Astrid Lindgren gleich tun wollen, der dieser schöne Satz nachgesagt wird: „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“

Natürlich könnte ich mich auf den Hosenboden setzen. Aber eine Bank, die hätte was.

Allerdings. Es würde sich herumsprechen, dass hier eine Hinsetzebank steht. So wie jede Straße Autos anzieht, würde die Bank Hinsetzetouris anziehen. Das wär gar nicht so gut. Dann wäre hier viel zu viel los auf dem beschaulichen Trampelpfad.

Und die Hinsetzebank wäre vermutlich in den Haupttrampelzeiten genau dann besetzt sein, wenn ich vorbei komme. Was hätte ich dann davon?

Nee, nein danke. Ich will dann doch besser keine Hinsetzebank.

Nur ein bisschen träumen von ihr.

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© Ulf Runge, 2014

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