Heute nicht

am

Leben 1096 – Sonntag, 19.01.14

Heute nicht

Gestern wollte ich einen Blogbeitrag geschrieben haben. Allein. Das Leben war wichtiger. Der Alltag. Und auch das Außergewöhnlich von gestern. Nur den Blogbeitrag habe ich nicht geschrieben.

Nicht weiter schlimm. Dann schreibe ich heute einen.

Das habe ich gestern auch schon gesagt. Und am Tag davor ebenfalls.

Genau genommen sage ich das seit einer Woche.

Ich hätte doch wenigstens einen kurzen Artikel schreiben können, dass ich „heute“ nichts schreibe. Egal warum.

Ich hätte ja nichts begründen müssen. Dass der Alltag mich auffrisst. Oder das Außergewöhnliche. Oder dass mir nichts (mehr) einfällt.

Hätte ich nicht.

Einfach nur sagen: Heute nicht. Oder besser: Heute ausnahmsweise nicht. So wie gestern ausnahmsweise nicht. Oder so.

Und dann sehe ich ein Video im Netz. Und das Video sagt mir: Du schreibst gerade nicht nur nicht Deinen Blog. Du bist auch dabei, gerade nicht Dein Leben zu schreiben.

Moment, Link folgt in wenigen Sekunden.

Vorher noch ein letzter Gedanke. Es ist der 19. Tag des neuen Jahres. Und ich frage mich: Habe ich einen Plan für dieses Jahr? Bin ich mir über meine Ziele sicher? Weiß, ich warum und wie ich sie erreichen möchte? Ich glaube, ich muss dringend meine Hausaufgaben machen. Das Leben, der Alltag, das Außergewöhnliche, sie sind keine Entschuldigung dafür, keine Ziele, keinen Plan zu haben.

Ich danke Julia Ellermann für Ihren tiefsinnigen und wachrüttelnden Poetry Slam Vortag.

© Ulf Runge, 2014

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Volker Kunz sagt:

    Einen schönen Guten Morgen Ulf,

    ich freue mich eigentlich immer, wenn ich etwas von Dir zu lesen bekomme.

    Nur mit diesem Artikel kann ich mich, gleich aus zwei Gründen, nicht identifizieren:
    1) Denn, wenn irgendwie möglich, verschiebe ich Dinge nicht auf morgen, die – aus meiner Sicht – erledigt gehören
    2) einen Plan oder Ziele mir setzen, habe ich mir längst abgewöhnt
    – früher, weil es meist es doch anders kam, als geplant
    – und heute, weil ich weder Ziel noch Plan benötige, nachdem ich langsam auf die 70
    zu gehe.

    Liebe Grüße
    Volker

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  2. Maria H sagt:

    Lieber Ulf!
    Muss man denn immer einen Plan haben? Kann man nicht einfach nur „leben“ und einfach alles auf sich zukommen lassen?
    Ich habe mir für das neue Jahr keine Vorsätze oder Ziele vorgenommen. Das was getan werden muss tue ich und ansonsten….mal sehen was kommt.
    Liebe Grüße
    Maria

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    1. Volker Kunz sagt:

      … scheinbar muss man nicht erst auf die 70 zu gehen, um eine solche Einstellung
      zu bekommen/haben – dies beruhigt mich.

      Schöne Grüße
      Volker

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  3. Dori sagt:

    Lieber Ulf, Du könntest zum Beispiel planen, mal nach Düsseldorf zu reisen 😉
    Aber man (Mann) muss ja nicht immer einen Plan haben. Ich habe heute morgen geplant, wieder öfter zu bloggen. Irgend etwas fehlt mir, wenn ich es nicht regelmässig tue. Dafür plane ich nun eine bestimmte Zeit am frühen Morgen ein, denn später am Tag habe ich dann meistens nicht mehr die Muße.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, lG von Dori

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  4. Bine W. sagt:

    Hallo Ulf.
    Was Maria schreibt, kann ich nur bestätigen.
    Ich finde auch, wenn man sich zu viel vornimmt/plant, dann ist man unter Druck und kann das Leben nicht richtig genießen.
    Ich freue mich auch, wenn ich von Dir lese (ist immer spannend), aber fuehle Dich hier nur nicht unter Druck gesetzt. Ich „spreche“ hier aus eigener Erfahrung.
    In diesem Sinne, mach’s so, wie Du Dich wohl fuehlst. LG. Bine.

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  5. Ulf Runge sagt:

    Oh, soviel Resonanz, und dann auch noch konträr!
    Ich freue mich über soviel Positionierung.

    Liebe Maria, Dori, Bine, lieber Volker,
    danke, dass Ihr mir zu verstehen gebt, ich möge mich etwas locker machen.

    Als junger Anwendungsentwickler durfte ich mal im Vorzimmer eines Controllers diesen Satz hier lesen, der mich nachhaltig beeindruckt hat:
    Nichts trifft den Planenden so sehr wie der Zufall!

    Ich habe allerdings gute Erfahrungen damit gemacht, mir Ziele zu setzen, diese zu priorisieren, zu jedem dieser Ziele einen nächsten Aktionsschritt durchdacht zu haben (GTD – getting things done Methode) und möglichst auch einen Plan zu erstellen, wann und mit wem an der Erreichung meiner Ziele arbeite.

    Es ist nicht schlimm, wenn man seine Ziele nicht erreicht (außer man hat einen Chef…). Wichtig ist zu wissen warum man dies Ziel nicht erreicht hat, um daraus zu lernen.
    Es ist auch okay, die Ziele neu zu definieren, wenn klüger geworden ist.
    Und Lockerheit schlägt Verbissenheit, da bin ich absolut Eurer Meinung.

    Das mit Düsseldorf ist eine schöne Anregung, mal sehen, was ich draus mache. 🙂

    Wieder regelmäßig(er) bloggen, und noch mehr: auch wieder bei den anderen Blogs reinschauen, das ist mir ebenfalls ein .

    Weiterhin einen erfolgreichen Tag und danke für Euer „Contra“.

    Herzliche Grüße,
    Ulf

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  6. Volker Kunz sagt:

    Lieber Ulf,

    wenn Du schreibst:

    „Es ist nicht schlimm, wenn man seine Ziele nicht erreicht (außer man hat einen Chef…). „,

    dann könnte es bei mir auch daran gelegen haben, dass ich seit rund 35 Jahren keinen
    mehr habe und daher Ziele nicht unbedingt brauche, nachdem ich ohnehin stets bestrebt bin, mein Bestes zu geben.

    Auch war mein Kommentar nicht als Contra gedacht, sondern eher nur ein aufzeigen, dass es
    auch anders gehen kann.

    Dir und allen Mitlesenden eine schöne Woche
    und liebe Grüße

    Volker

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  7. Ulf Runge sagt:

    Lieber Volker,
    sorry wegen dem Contra, das war gar nicht negativ gemeint, ist womöglich aber so angekommen.
    Ich habe alle Stimmen hier als konstruktive, wohlwohlende Kritik aufgefasst.
    Danke und weiterhin einen schönen Tag,
    herzlichst, Ulf

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    1. Volker Kunz sagt:

      Lieber Ulf,

      mache Dir keine unnötigen Gedanken. ich habe den Ausdruck „Contra“ nicht negativ oder gar als Kritik gesehen, sondern so aufgefasst, wie Du es hier beschreibst.

      Aber ein bisschen „ping pong“ sollte ja auch immer möglich sein – denn sonst wird es
      mit der Zeit langweilig.

      Schöne Grüße
      Volker

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    2. Volker Kunz sagt:

      Lieber Ulf,

      nach einem Gesprächsaustausch mit Sigrid über dieses Thema, muss ich mich doch korrigieren und zugeben: Auch ich hatte Plan und Ziel in der weiten Vergangenheit und
      Ziel auch noch heute, am Besten zu sehen, bei unserer Abstimmung zum Social Besucher Award in der Gruppe Nibelungenland.

      So kann es gehen, wenn man – sprich ich – einfach nicht weit oder intensiv nachdenkt.

      Dir und allen Mitlesenden einen schönen Tag
      und liebe Grüße

      Volker

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  8. Hase sagt:

    Lieber Ulf,
    dass man keinen Plan braucht, kann man bei dem lieben Hao derzeit nachlesen http://lebensmut.wordpress.com/2014/01/15/gnadenzeiten/
    jeder Tag zählt, um den Krebs zu stoppen, der wieder zurückgekehrt ist
    traurige Grüße
    Erika

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  9. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika, danke für diesen traurigen Link.
    Bei aller Traurigkeit bin ich berührt von der Zuversicht, die Hao ausstrahlt…
    danke
    lg ulf

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  10. Hase sagt:

    Danke , lieber Ulf, ja, das berührt mich auch….
    liebe Grüße
    Erika
    was Erfreuliches von der Gesangsplanung
    http://www.eigentliches.com/2014/01/22704/

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  11. Ulf Runge sagt:

    Lieber Volker,
    danke für Deine Anmerkung vom 21.01.14.

    Vermutlich löst sich die Irritation um gehabt oder nicht gehabte Ziele dadurch auf,
    dass wir immer wieder am Optimieren sind und uns hinterfragen, ob das, nachdem wir streben, wirklich das „Richtige“ ist.

    Und dann gilt eigentlich auch zu differenzieren, indem man sich die folgenden Fragen beantwortet:

    Was sind meine Werte? (Was halte ich für richtig und gut?)
    Was ist meine Vision? (Was ist mein Lebens-Sinn?)
    Was ist meine Strategie, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen? (Wie gehe ich vor?)
    Was sind meine Ziele – bezogen auf welche Lebensbereiche, bezogen auf welche Zeiträume? (Welche quantifizierbaren, und präzise beschreibbaren Ergebnisse will ich erreichen?)
    Was ist mein Plan zur Erreichung dieser Ziele? (Mit welchen Aktivitäten will ich wann meine Ziele erreicht haben?)

    Auf allen Ebenen sind permanent dabei nachzudenken, ob wir richtig unterwegs sind.
    Und das mag uns dann bisweilen weniger oder mehr planvoll erscheinen…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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