BLOG-ADVENTSKALENDER 2013 – 5. Dezember – Wunder sind nicht selbstverständlich

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Leben 1078 – Donnerstag, 05.12.13

BLOG-ADVENTSKALENDER 2013 – 5. Dezember – Wunder sind nicht selbstverständlich

Dieser Blog ist werbefrei. Zumindest was die von mir eingebrachten Inhalte angeht. Das wird er auch bleiben. Was aber nicht heißt, dass ich die eine oder andere Empfehlung schon mal ausgesprochen habe oder noch aussprechen werde. Wenn ich hier auf meinem Blog empfehle, dann habe ich keinen persönlichen, materiell erkennbaren Vorteil davon. Wenn ich mit Empfehlungen Geld verdienen möchte, dann werde ich das auf meiner zukünftigen Homepage tun. Hierzu mehr, wenn es denn so weit ist.

Wir schreiben den 5. Dezember. Ich werde versuchen, in den kommenden Tagen jeden Tag zu schreiben. Als so eine Art Adventskalender. Vorrangig werde ich versuchen zu danken. Und hierbei werden sich Empfehlungen bisweilen nicht vermeiden lassen. Im Gegenteil.

Wenn ich mich recht erinnere, dann war es jüngst Eckart von Hirschhausen (hm, das weiß ich, obwohl ich ja fast kein Fernsehen gucke), der sein Publikum aufgefordert hat, mal folgenden Vergleich auszuprobieren: Sich den Arm leicht aufritzen, bis ganz wenig Blut kommt. Und parallel dazu einen Kratzer ins Auto machen. Und dann ein paar Tage warten und gucken, was denn zuerst „von alleine“ repariert worden ist.

Ja, in der Tat, die uns bekannten biologischen Organismen verfügen über ein erstaunliches Selbstheilungsvermögen.

Das mal vorab.

Im Laufe der vergangenen Monate hatte sich bei meinem Hund eine hartnäckige Entzündung entwickelt, und zwar am „Ellenbogen“ des linken Fußes. Weil er sich bevorzugt auf die linke Seite gelegt hat. Und auch schon gerne mal die Komfortzone aus Kuscheldecken und Teppich verlässt, um sich auf hartem Holz- oder Steinboden niederzulassen. Weiß der Geier, warum?! Immer wieder hatte sich wildes Gewebe gebildet, immer wieder platzte die Wunde auf.

Heilung in dieser Situation schien aussichtslos. Hilfe hätte eine Operation bringen können, bei der das überschüssige Gewebe entfernt wird, damit die Haut möglichst glatt wieder am Knochen anliegen kann. Operation mit Vollnarkose. Und unklar, ob gegebenenfalls Haut transplantiert werden muss. Eine chirurgisch anspruchsvolle Operation stand zur Diskussion. Und selbst, wenn diese gelänge, so war der nachfolgende Wundheilungsprozess ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Will sagen: Das operierte Bein musste für unabsehbar viele Tagen oder Wochen „geschient“ werden. Treppen steigen tabu. (2. Obergeschoss = 33 Stufen. 25 Kilogramm. Drei bis vier Mal am Tag runter und wieder hoch tragen.)

Meine Tierärztinnen sprachen mir Mut zu, die Operation zu riskieren. Und sie wiesen zugleich auch darauf hin, dass die Dauer des Genesungsprozesses nur schwer abschätzbar sei.

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Gestern vor 4 Wochen wachte Flori nach schwieriger Operation wieder auf. Seine Lebensfreude war spürbar geschwunden, weil er merkte, dass er bei jeglichem Aufstehen, Laufen und eben auch beim Treppensteigen ausgeliefert war; abhängig davon, dass jemand ihm zur Hilfe kam und ggf. durch die Gegend trug. Das linke Bein war für Tage eingepackt wie in einem Astronautenanzug. Der Verbandswechsel dauerte jedesmal nicht unter 30 Minuten. Und anfänglich mussten außer der Tierärztin zwei Helferinnen dabei sein. U.a. um zu verhindern, dass das operierte Bein nicht viel zu früh gebeugt wurde.

Gestern vor 4 Wochen also wurde diese Operation durchgeführt und die Tage danach waren schlimm für meinen Hund.

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Nachdem er ganz brav fünf Tage lang fast ohne Unterbrechung einfach nur gelegen hatte, innerlich verletzt, tief traurig, forderte er demonstrativ einen Spaziergang ein. Bei diesem hoppelte er zunächst wegen seines Verbandes wie Kaninchen, aber mit ganz viel Lebensgefühl.

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Von Tag zu Tag wurde alles immer ein wenig besser. Der schienende Verband wurde durch einen wundversorgenden ersetzt, dann kamen die Fäden raus, und jetzt sind es nur noch erbsengroße Stellen, auf deren abschließende Heilung wir warten.

Ich mache es jetzt kurz. Am Sonntag ließ ich Flori das erste Mal eine Treppe mit 4 Stufen laufen. Am Dienstag eine mit 7 Stufen. Und seit gestern läuft er das gesamte Treppenhaus wieder ganz alleine. Die Krönung war ein Spaziergang auf den Weinberg hinauf. Vier Wochen Weinbergentzug sind zu Ende. Flori hat wieder Spaß am Leben.

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Es gehört schon eine Menge dazu, wenn ein Hund, nachdem man ihn aus dem Auto ausgeladen hat, freiwillig den Weg zum Praxiseingang geht, ein paar missbilligende Töne äußernd, aber doch freudig auf alle Damen des Teams zugehend.

Ich bedanke mich bei meinen Tierärztinnen Dr. Barbara Rabeling und Dr. Barbara Löden sowie allen Tierarzthelferinnen der Kleintierpraxis Rabeling für die intensive Beschäftigung mit Floris „Fall“ sowie die liebevolle Zuwendung und zeitliche Flexibilität.

Ich bedanke mich bei unserem Schöpfer, dass Flori die Chance bekommen hat, schmerzfrei, bei voller Beweglichkeit und mit ganz viel Lebensfreude weiterzuleben.

© Ulf Runge, 2013

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bine sagt:

    einfach nur schön. Grüße an Flori.
    LG. Bine.

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  2. franz rödl sagt:

    Ich bedanke mich, dies lesen zu dürfen, denn es erfüllt mich mit sehr großem Mitgefühl und Freude zugleich, für das Herrchen, Flori und auch für die ganze Familie.;O))

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  3. Der Emil sagt:

    Das ist eine sehr schönes Kompliment für diese Tierarztpraxis! Danke fürs Teilen.

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  4. Hase sagt:

    wie schön, ich freue mich sehr mit Dir und für Euch.
    Flori ist ein wunderbarer Hund.
    Ja,lieber Ulf, Deine Dankbarkeit ist zu spüren.
    Als unser kleiner Sohn nach seinen vielen OP´s mit Verbandwechsel unter Vollnarkosen wieder fröhlich wurde, war ein Wunder geschehen. Ich sagte einmal, dass es wie ein Wunder wäre, dass M. wieder gesund wurde. Eine Psychologin in der Klinik sagte zu mir: „Das ist nicht wie ein Wunder , DAS IST ein WUNDER…dass der Bub mit dem Leben davongekommen ist und die Narben verheilt sind. Ihm wurde auch Haut transpalantiert.
    Ich glaube, dass ein Hund wie ein Kind ist, für das man Sorge trägt und den man liebt.
    Wie schön, dass Du Dich so um den süßen Flori kümmerst. Am Sonntag war ich mit meinem Mann bei POMP , wir saßen am gleichen Tisch und ich erinnerte mich daran, dass Flori bei uns saß.
    Liebe Grüße und alles Gute für Euch ALLE !!!
    Erika 🙂

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  5. Hase sagt:

    P.S. schöne Bilder – vielen Dank für´s Teilen ♥

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  6. Maria H sagt:

    Wie schön das zu lesen und zu sehen!! Wie wunderbar, dass Wunder manchmal auch tatsächlich geschehen!! Danke, dass Du uns daran teilhaben lässt!
    Ich wünsche Flori und auch Dir weiterhin viel Glück…….und Mut !
    Liebe Grüße
    Maria

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Bine,
    danke! Habe ich gemacht. 🙂

    Lieber Herr Rödl,
    danke für die lieben Worte. Ich wünschte, Sie hätten ähnlichen Grund zur Freude gehabt.

    Lieber Emil,
    danke. Es gibt keine bessere „Werbung“ als die nicht-bestellte Weiterempfehlung durch zufriedene Kunden.

    Liebe Erika,
    danke, dass Du das Wunder mit Deinem Sohn hier berichtest. Es ist so wichtig zu erkennen, dass Heilung und Hilfe nicht selbstverständlich sind.

    Liebe Maria,
    danke, dass Du Dich daran mitfreust. Danke für Deine guten Wünsche.

    Ich danke ganz herzlich für die lieben Kommentare,
    herzlichst,
    Ulf

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