Gedankensplitter zum Glück

Leben 1070 – Sonntag, 17.11.13

Gedankensplitter zum Glück

Splitter 1

Nur wer glücklich ist, kann Glück verbreiten. Diese Weisheit von Paulo Coelho habe ich von einer lieben Freundin, mit der ich einige Schritte auf meinem Berufsweg gemeinsam gehen durfte.

Splitter 2

Ich erfahre, dass eine liebe Freundin aus dem Bloggerland ihr zweites Kind geboren hat. Wie schön! Ich gratuliere! In den folgenden Minuten beschleicht mich Unruhe, ich lese die Nachricht noch einmal, und als ich jetzt endlich genau hingucke, lese ich, dass ihr liebes Kind tot geboren wurde. Ein Sternenkind. Ein weiterer Stern, der unsere Nacht erleuchtet. Ich entschuldige mich für meine Unkonzentriertheit beim Lesen, spreche ihr mein Mitgefühl aus. Da antwortet sie, es sei sehr wohl ein Glück für sie, dass sie das erleben durfte.

Splitter 3

SWR1 Rheinland-Pfalz. Es ist Sonntag, 10 Uhr, Zeit für „Leute“. 2 kurzweilige Stunden über heitere und ernste Themen, 2 Stunden, in denen man etwas über und durch eine bekannte und oder bedeutende Person erfährt. Heute Katja Heijnen im Gespräch mit der Journalistin Sandra Roth, die darüber berichtet, wie es ihr ergangen ist und ergeht, eine behinderte Tochter zu haben. Und darüber ein Buch geschrieben hat: „Lotta Wundertüte: Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl“. Die heutige Sendung gehört beim SWR1 mit zum Auftakt der Themenwoche „Glück“. Glück? Behinderung und Glück? Geht das? Wenn der Podcast zur Verfügung steht, stelle ich den Link hier ein. Markant für mich waren die sinngemäßen Aussagen: Sie werde immer wieder gefragt, warum sie es auf sich genommen habe, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Und sie könne da nur antworten: Sie habe sich seinerzeit für ein Kind entschieden. Und als es da war, habe sie es angenommen, wie es war und wie es ist. Was ihr zum Glück fehlen würde? Mal nachts durchschlafen, mal ausschlafen dürfen.

Splitter 4

Birgit Steinbusch moderiert den Sonntag Nachmittag auf SWR1 RP. Ein Quizspiel steht an. Sie würde jetzt 4 Titel anspielen und man solle die Gemeinsamkeiten dieser vier Songs entdecken und anrufen. Der erste Titel ist anspielt, ich meine etwas mit happiness gehört zu haben, beim nächsten Anspieler höre gleich am Anfang „lucky“. Ich rufe an, ich komme sogar durch in die Redaktion, darf meine Vermutung „Glück“ äußern und dass das wohl was mit der ARD Themenwoche zu tun habe. Der freundliche Herr am anderen Ende gibt meiner Vermutung recht, meine Telefonnummer käme in den Lostopf.

Und während ich auf den Rückruf warte, dass ich gewonnen habe und mit Birgit Steinbusch ein paar Worte wechseln darf, überlege ich mir, was ich denn selber zum Thema „Glück“ sagen könne.

Dankbar sein, jeden Tag aufstehen zu dürfen, sich selber versorgen zu dürfen, ein Dach über dem Kopf, im Winter eine Heizung, was zum Anziehen, was zum Essen und Trinken.

Das ist aber nicht wirklich „Glück“, denke ich mir, das ist eher Dankbarkeit.

Ich überlege weiter und komme zu folgender Definition, die ich gerne über den Sender gesagt hätte, wenn ich denn einen Rückruf bekommen hätte:

Glück ist, wenn man Grund zur Dankbarkeit hat, dies erkennen darf und die Freude hierüber mit anderen teilen möchte.

Wie gesagt, ich hatte „Pech“. Ich bekam keinen Rückruf.

Statt dessen hatte ich das „Glück“, dazu animiert zu werden, über meine Definition von Glück nachzudenken.

© Ulf Runge, 2013

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Franz Roedl sagt:

    Wer jeden Abend sagen kann: „Ich habe gelebt!“ dem bringt jeder Morgen einen neuen Gewinn.

    Lucius Annaeus Seneca
    (ca. 4 v. Chr – 65 n. Chr.)

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  2. Hase sagt:

    Lieber Ulf, ich habe mir gerade die Sendung von der ARD Themenwoche auf mediathek angeschaut und nun lese ich auch bei _Dir darüber . SWR 1 habe ich auch gehört am Morgen.
    http://mediathek.daserste.de/sendung-verpasst/18161038_guenther-jauch/18161058_glueckssache-leben-worauf-kommt-es-wirklich-an-
    Ich bin sehr dankbar, dass ich schon gelernt habe ,glücklich sein zu können. Man braucht nur wenig , um glücklich zu sein

    Glück ist, wenn man Grund zur Dankbarkeit hat, dies erkennen darf und die Freude hierüber mit anderen teilen möchte.

    Dein Satz bringt es auf den . Geteilte Freude ist doppelte Freude. Ich freu mich so gerne, auch hier zu lesen und kommentieren, ist immer ein Grund, sich zu freuen.
    liebe Grüße
    Erika

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  3. Hase sagt:

    „Immer die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt, und wenn es nicht kommt, hat man wenigstens die kleinen Glücke gehabt“
    Diesen Spruch von Theodor Fontane hat die Klassenlehrerin meiner Tochter ins Poesiealbum geschrieben

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  4. Renate Blaes sagt:

    Glück als Grund zu Dankbarkeit … ja, lieber Ulf, das ist in der Tat Glück! Für mich bedeuten viele kleine Glücksmomente mehr als einmal ein großes Glück. So lächle ich mehrmals am Tag über meine Katzen, die sehr viel Glück in mein Leben bringen. Einfach durch ihre Anwesenheit …
    Herzliche Grüße vom sonnigen Ammersee!
    Renate

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  5. Pingback: Glück |
  6. Ulf Runge sagt:

    Lieber Franz Rödl,
    danke für das schöne Zitat.
    Kein Tag ohne Abend. Kein Abend ohne folgenden Morgen.
    Herzliche Grüße,
    Ulf Runge

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  7. Bine sagt:

    Sehr schön definiert, Ulf. Auch die anderen Kommentare.

    Ich sitze hier und würde gerade auch sehr gerne „Glück“ näher definieren.
    Mir ist wohl auch schon viel Glück widerfahren. Das meinte ich, in den letzten 4 1/2 Jahren gefunden zu haben. Nur leider kann ein wundervolles Glück auch zum Unglück werden.
    Ich möchte das Wort Glück nicht schlecht reden, meine nur, dass es auch mal negativ sein kann.
    Viele Grüße, Bine.

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  8. Bine sagt:

    Ich bin´s nochmal.
    Jetzt war ich schon im Bett gelegen und habe nochmals über die Definition Glück nachgedacht.
    Doch: Ich habe auch Glück. Ich habe Menschen um mich herum, die zu mir stehen, die für mich da sind und ich bin es für sie.
    Das ist wirklich Glück!
    Gute Nacht an Alle. Bine.

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  9. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,
    Deinen Link habe ich mir immer noch nicht angeschaut.
    Erst einmal: Danke!
    Und ich melde mich noch einmal, wenn ich mir den Beitrag angeschaut haben.
    Danke und liebe Grüße,
    Ulf

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  10. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,
    danke für das wunderschöne Zitat von den „kleinen Glücken“…
    Liebe Grüße,
    Ulf

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  11. Ulf Runge sagt:

    Liebe Renate,
    danke, Dein Kommentar ist ein wunderschöne Überleitung vom Glück zu meinem Dankbarkeits-Adventskalender…
    Liebe Grüße,
    Ulf

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  12. Ulf Runge sagt:

    Liebe Bine,
    danke für Deinen ersten Kommentar.
    Und erst recht den zweiten.
    Spontan fällt mir da der Terminus „Arschengel“ von Robert Betz ein:
    Das sind die Menschen, die sich irgendwann für uns als Arsch… entpuppen.
    Aber ohne die unser Leben nicht dort hätte ankommen können, wo wir heute sind.
    Dankbarkeit, dass wir ihnen begegnen durften.
    (Dankbarkeit, dass wir sie loslassen dürfen…)
    Liebe Grüße,
    Ulf

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  13. Bine sagt:

    Treffender hätte man es nicht formulieren können!
    Gute Nacht. Bine.

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  14. Ulf Runge sagt:

    Danke. 🙂

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