Der Skandal geht weiter – oder von was sollen uns diese Nachrichen ablenken?

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Leben 1066 – Dienstag, 29.10.2013

Der Skandal geht weiter – oder von was sollen uns diese Nachrichen ablenken?

 

Es ist unfassbar. Angela Merkels Handy ist abgehört worden.

80 Millionen Deutsche werden abgehört. Und da waren wir doch alle sicher, Eine wird nicht abgehört: Angela.

Jetzt also wissen wir täglich mehr: Ihr Diensthandy ist abgehört worden. Wir atmen durch. Ihre Privatsphäre bleibt unberührt. „Schatz, setz schon mal das Nudelwasser auf“. Diese Nachricht ist wohl nie abgehört worden sein. Wenn sie ihr Handy immer nur dienstlich genutzt hat.

Das Schöne ist ja, dass wir jetzt allüberall erfahren, dass ALLE Menschen nichts Wichtiges und Vertrauliches übers Handy mitteilen. Sondern hierfür gegebenenfalls  in den Atombunker gehen. Entwarnung ist also angesagt.

Einen Tag später erfahren wir, dass A.M.s (Dienst)Handy nicht nur abgehört wurde, nein, es wurden Verbindungdaten, also Wer, Wann, Mit Wem, Wie lange notiert. Und vermutlich ausgewertet. Schande! Jetzt liegen Ihre Kontakte vor den Geheimdiensten wie ein offenes Buch. So soll sie einen gewissen B.O. bisweilen angerufen haben. Jetzt kommt alles raus.

Einen weiteren Tag später erfahren wir: Es wurde sogar hineingehört. Die INHALTE, unglaublich, von Angies Gesprächen sind den Amerikanern jetzt bekannt. Ich stelle mir vor, wie sie einen Obama-Witz am Telefon erzählt… Pffff

Was wird uns morgen ereilen? Ich ahne den Aufmacher der BILD von morgen: „NSA benutzt deutschsprachige Übersetzer, um Angela Merkels Gespräche zu VERSTEHEN.“ Für mich eine UNVORSTELLBARE VISION.

Sagt ein NSA-„Spezialist“ zum anderen: „Angie’s calling. She speaks about a phantom toooooooor, toooooooor, toooooooor für Deutschland, Deutschland ist Weltmeister. Zwei zu eins. Raaaaaaaahn.“ Oder so.

Früher gab es Doubles. Die sind in der Öffentlichkeit aufgetreten, damit sich ein Promi auch mal „verdrücken“ konnte. Da tut sich ein neuer Beruf auf. Das Handy-Double. Dieses führt belanglose Gespräche von vermeintlichen Diensthandys wichtiger Leute. Aber warum Doubles, um Belangloses in den Äther zu bringen?

 

© Ulf Runge, 2013

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Renate Blaes sagt:

    Klasse Idee, Handy-Double …
    Bei mir gibts übrigens nix abzuhören, weil ich zwar ein Handy habe, es aber fast immer ausgeschaltet ist. Ich benutzte es nur in Ausnahmefällen – wenn ich irgendwo eingeladen bin und zu spät komme … beispielsweise. Ansonsten ist es aus. Denn ich kann es mir leisten, nicht erreichbar zu sein. Und wenn ich mir in der S-Bahn so anhören muss, was die Leute alles so quatschen … ne ne ne … Wie konnte man früher nur ohne Handy auskommen?!

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  2. Ulf Runge sagt:

    Liebe Renate,
    früher haben die Leute in den Zügen Zeitung gelesen. Da hat sogar eine Zeitung für zwei Leute nebeneinander gereicht. Und für die auf der gegenüberliegenden Bank auch. Eine Zeitung für vier Menschen.
    Früher haben sich die Leute in den Zügen nicht gegrüßt oder doch gegrüßt.
    Unterhalten oder doch nicht.
    Dann kamen die Handys auf.
    Zunächst glaubte man Autisten um sich herum, die Selbstgespräche führen.
    Aber nein, es wurden immer mehr Leute, die mit anderen (unsichtbaren) Menschen telefonierten, die Krankheitsakte erzählten und Geheimverhandlungen zum Abschluss brachten. Es wurde immer lauter in den Waggons.
    Dann kam das Smartphone. Seitdem sitzen sprachlose, regungslose Autisten neben einem,
    bemerken einen nicht, gucken noch auf ein leuchtendes etwas, kichern und fluchen und gestikulieren mit einer Hand auf diesem Teil…
    Mal sehen, was morgen Neues kommt…
    Liebe Grüße,
    Ulf

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