Zugehört, hineingehorcht, Granatsplitter

Leben 1018 – Donnerstag, 27.06.13

Zugehört, hineingehorcht, Granatsplitter

In den ersten Lebensjahren sind wir Menschen ganz bei uns selber, hören in uns hinein, hören auf unser Herz. Im Laufe der Jahre lernen wir dann, uns anzupassen, vernünftig zu sein, immer weniger und immer seltener auf unser Herz zu hören. Und damit geht ein ganz wichtiger Teil von uns selber aus unserem Leben heraus: Die Freude. Und ohne sie verlieren wir immer mehr Energie.

Die gute Nachricht ist, dass man das Auf-sein-Herz-hören wieder erlernen kann, u.a. mit Entspannungstechniken wie Meditation, Chi Gong oder Yoga.

Verstandes-Entscheidungen, das liegt in der Natur der Sache, kann man begründen; Herzens-Entscheidungen wären keine, wenn man für sie eine Erklärung geben könnte.

Statt sich von angstbasiertem Sicherheitsstreben leiten zu lassen, ist es eine wunderbare Erfahrung, Neues und Anderes zuzulassen und anzufangen und dadurch Freude in das eigene Leben und das anderer Menschen hineinzulassen.

Der Stimme des Herzens folgen. Unser Wesen leben und Erfüllung finden. So heißt der Vortrag von Dr. Heribert Weber Kühn, Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Heilpraktiker und Heiler, in den Räumen der ihm gehörenden Mult-Zentrum-Apotheke Weinheim, in dem ich mich heute Abend befinde.

Bei der Berufswahl etwa sei für ihn die wichtigste Frage: „Woran habe ich am meisten Freude?“

Es ist nicht mein Ding, den Vortrag hier umfassend und vollständig nachempfinden zu wollen. Deshalb reduziere ich mich jetzt auf drei Aspekte:

Vortragsreihe und Vortragender:

Ich bin sehr froh, dass ich auf die Vortragsreihe dieser Apotheke aufmerksam gemacht worden bin. Es sind genau „meine Themen“, die hier angesprochen werden. Herr Dr. Weber Kühn ruht in sich, wenn er voller Empathie und mit lebensnahen Erfahrungsbeispielen seinen Vortrag fast wie ein Werkstattgespräch in die Herzen der Zuhörer hineinträgt.

Farben:

Es folgt ein Kurz-Exkurs über Farben. Man solle bunte Kleidung tragen, und der Rot-Anteil solle dabei möglichst hoch sein. Weiß und Schwarz seien Farbtöne, die einen energetisch herunterziehen.

Ich, schwarze Schuhe, schwarze Socken, schwarzes T-Shirt versuche mich unsichtbar zu machen und blicke zu meiner Nachbarin, die mich breitmündig angrinst: Weiße Schuhe, weiße Socken, weiße Hose, weiße Bluse.

Granatsplitter:

Es sei wichtig, sich auch immer wieder einmal eine Freude zu machen. Beim Passieren einer Eisdiele dem Wunsch nach einem Eis auch mal nachgeben, statt sich nur zu denken, dass das „irgendwie ungesund“ sei.

Oder sich Granatsplitter ins Büro mitnehmen und diese genüsslich zum Kaffee zu schlemmen.

Die Veranstaltung ist vorbei, wir stehen in der Einkaufspassage einen Stock tiefer. Eine andere Zuhörerin von eben spricht uns unvermutet an, ihr Blick sagt „Habe Energie getankt“, sie zeigt auf die beiden Bäckereitüten in ihrer Hand und sprudelt heraus: „Seit Jahren habe ich mir keine mehr gegönnt. Jetzt aber musste es sein. Granatsplitter. Oh wie ich mich freue!“

© Ulf Runge, 2013

P.S.: Ich habe mit Ultramind eine wunderbare Methode gefunden, in mich hineinzuhorchen. Danke, Gaba!

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lieber Ulf,

    ich sag`s ja immer: man sollte sich was gönnen. Und nun werde ich erst recht stolz eine Eisdiele betreten und gierig zulangen…sich alles Reizvolle – wenn auch z. T. der Gesundheit unzuträgliche – zu verkneifen ist erst recht ungesund… und ich gehe noch weiter: schädlich für die Psyche, Konstitution…und damitfür die Physis…

    In diesem Sinne – einen genussvollen Abend!
    wünscht Dir
    Chris

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  2. Maria H sagt:

    Lieber Ulf!

    Na, prima……bei mir scheint ja alles richtig zu laufen….na ja, vielleicht nicht alles…aber einiges…lach.
    Ich trage kein Schwarz und kein Weiß (ist nix für Rothaarige) allerdings auch kein Rot, dafür Orange…..geht das durch?
    Wenn ich in meiner Heimatstadt an der Eisdiele vorbeigehe und der nette Eisverkäufer mir freundlich zulächelt, höre ich spontan auf mein Herz und gönne mir 2 Bällchen, Krokant und Tartufo…lecker!!
    Im Büro greife ich öfter nach einem Stück Schokolade…..dunkle, gesund gesund…..und nenne es Nervennahrung…..lach
    Da kann doch nichts mehr schiefgehen….oder?

    Liebe Grüße
    Maria

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  3. Hase sagt:

    Lieber Ulf,

    danke für Deinen Beitrag.

    „Der Stimme des Herzens folgen“ , wie hab ich das schon verinnerlicht und heute Abend lassen wir wieder unsere Stimmen erklingen und würden uns über viele Zuhörer freuen.

    Bei „Granatsplitter“ ist mir in Erinnerung geblieben, dass dafür die Reste aus Kuchen verwendet wird….. aber sie schmecken trotzdem….
    Ich gönne mir gerne einen Cappucciono , wenn ich unterwegs bin, den kann ich so richtig von ♥ genießen.

    Herzliche Grüße
    Erika 🙂

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  4. Ulf Runge sagt:

    Liebe Chris,

    das ist natürlich eine alles aushebelnde Argumentation:
    Das (körperlich) Ungesunde zuzulassen, weil sonst die Psyche schaden nähme…

    Dir weiterhin genussvolle Tage und Abende,
    liebe Grüße,
    Ulf

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  5. Ulf Runge sagt:

    Liebe Maria,

    absolut vorbildlich und farblich nicht zu toppen… 🙂

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  6. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    wie gerne wäre ich zu Eurem Konzert gekommen…

    Ich hoffe, Ihr hattet viel Spaß und erfreute ZuhörerInnen…

    Aber es bleibt ja noch eine Chance in diesem Sommer….

    Liebe Grüße,
    Ulf

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