LEBENSKUNSTmöglich

Leben 991- Sonntag, 10.03.13

LEBENSKUNSTmöglich

Da gibt es unmittelbar vor meiner Haustür eine Veranstaltungsreihe, die von sich behaupten kann, sie sei mittlerweile die erfolgreichste in ihrem Genre. Und ich kenne, kannte sie nicht.

Da gibt es über zwei Fahrtstunden von hier entfernt eine liebe Kollegin, die mich auf eben diese Eventserie aufmerksam macht. Weil sie da selber schon gewesen sei.

Es geht hier um LEBENSKUNST BENSHEIM, eine Initiative unter der Leitung von Justus Keller, der Schulpfarrer im Odenwald ist, und so „nebenbei“ hochinteressante Menschen mit Rang und Namen in die Provinz holt, die allerdings auch wiederum so lebendig ist, dass selbst an einem Dienstag Abend der Saal im Bürgerhaus ausverkauft ist.

Wer auftritt? Thorsten Havener. Über meine Begegnung mit seinem Buch „Ich weiß, was Du denkst“ hatte ich bereits berichtet.

Es ist der Abend vor der Vorstellung. Und ich habe noch keine Karte. Ich schreibe die E-Mail-Adresse an, die auf der LEBENSKUNST-Homepage angegeben ist. Doch wer liest denn um 21:00 Uhr noch E-Mails? Yep! Justus Keller. Natürlich könne ich morgen kommen. Er würde noch eine Karte für mich an der Abendkasse reservieren können. Wow!

Ich bin dankbar. Dass das noch klappt.

Und da schicke ich Ihm zum Dank, was mir die oben erwähnte, liebe Kollegin zum Einstieg in meinen neuen Lebensabschnitt geschenkt hatte. Ein wundervolles Gedicht von Rainer Maria Rilke:

„Ja, es ist möglich, das eigene Leben zu einem Kunstwerk der Freude zu formen.

Ja, es ist möglich, seine tiefsten Herzenswünsche als Erfahrung zu erleben.

Ja, es ist möglich, in jedem Augenblick des Lebens eine Kehrtwendung zu machen – eine Wendung hin zu sich selbst und dem Himmelreich – dem unendlichen Potenzial in uns.

Ja, das ist möglich.“

Das wiederum freut ihn so, dass er dieses Gedicht unverzüglich auf seiner Facebook-Seite postet. Wenig später sind wir Facebook-Freunde…

Und wenige Stunden später begrüßen wir uns persönlich.

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Thorsten Havener. Der ist wirklich gut. Er spricht und agiert total strukturiert, er verblüfft, weil immer dann, wenn man glaubt, jetzt „habe man ihn“, dann setzt er noch einen Überraschungsmoment drauf.

Ich werde einen Teufel tun, hier über den Inhalt des Abends ausführlich zu schreiben. Das wäre gerade so, eine Pointe nach der anderen zu erzählen, ohne der Kunstform des Witzes Raum zu geben.

Thorsten Havener ist souverän, klar, unterhaltsam. Er vermittelt in jeder Sekunde den Eindruck, dass er da einen roten Faden hat. Dass er einen Riesenfundus von Aha-Effekten hat, mit denen er jederzeit links und rechts seines roten Fadens noch einen draufsetzen könnte, wenn es denn in der jeweiligen Situation angemessen wäre.

Wenn ich noch einen Link auf Fotos vom Abend bekomme, werde ich ihn hier platzieren…

Also. Sein Programm musst Du schon selber besuchen. Du wirst es nicht bereuen. Wenn Du etwas verzaubert werden möchtest. Lächeln und lachen möchtest. Etwas dazu lernen möchtest.

Einen winzigen Aspekt des Abends möchte ich hier wiedergeben, weil er mich gerade wegen seiner Einfachheit beeindruckt hat: Das dominante Auge. Wusstest Du oder weißt Du, dass Du, wie jeder Mensch, ein dominantes Auge hast? Mit dem wir, insbesondere in Stress-Situationen 80% der gesamten optischen Wahrnehmung erfahren?

Viele Menschen, die ich seither gefragt habe, habe mir mit „Nein“ geantwortet. Dass sie bisher noch nicht vom dominanten Auge gehört haben.

Wozu das ganze gut ist, magst Du wissen? Wenn Du Dich mit Deinem dominanten Auge so in eine Besprechung setzt, dass dieses näher an Zentrum des Geschehens ist als das andere, dann kann dieses Meeting für Dich erfolgreicher verlaufen, weil Du bedeutend mehr wahrnimmst als wenn Du Dich anders hingesetzt hättest.

Das Gleiche gilt für eine Veranstaltung für diese, in der ich mich gerade befinde.

Aber stell‘ Dir einmal vor, Du bist Schüler, und Du sitzt Dein ganzes Schulleben über falsch. Mit dem nicht-dominanten Auge näher zur Tafel und zur LehrerIn als mit dem dominanten.

Deshalb fände ich es gut, wenn alles SchülerInnen und LehrerInnen diesen winzigen Test kennen würden, um herauszufinden, welches denn mein dominantes Auge ist. Der von Thorsten Havener vorgestellte Test ist hier anschaulich zum Nachmachen beschrieben.

Und zum Schluss noch eine positive Nachricht von der Bürgerinitiative zum Erhalt des Bürgerhauses Bensheim: Die heutige Bürgerabstimmung war wohl erfolgreich…

© Ulf Runge, 2013

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. andrea2110 sagt:

    Lieber Ulf, ich habe von besagtem Herrn schon ein Buch gelesen und fand es auch sehr spannend, kann mir gut vorstellen, dass er live die Menschen überraschen kann… Ich habe natürlich sofort den Augentest gemacht und mein linkes Auge ist definitiv das dominante… Hat das jetzt noch eine bestimmte Bedeutung oder ist es einfach das Wissen wichtig für mich, „mit dem linken besser zu sehen“:-) ?… Scharf beobachtende liebe Grüsse Andrea

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  2. Ulf Runge sagt:

    heißt es nicht, liebe andrea, MIT DEM ERSTEN AUGE SEHEN SIE BESSER?
    oder habe ich da etwas verwechselt?
    lg ulf

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