Nie wieder ohne!

Leben 969 – Sonntag, 23.12.12, 4. Advent

Nie wieder ohne! – Oder: Brötchen mit Butter

 

Krankenhaus ist absolut nicht schön, wenn man da „rein muss“. Als Patient. Für die, die da arbeiten, ist der Alltag auch nicht immer begehrenswert. Und für mich als Besucher ist Krankenhaus einfach nur beklemmend, für die besuchte Person auf Genesung hoffend, für mich selber wünschend, daaaa nie rein zu müssen.

Freitag, ich gönne mir anlässlich des Krankenbesuchs eine kurze Auszeit im dazugehörigen Café. Ja, ein richtiges Café mit Bedienung und so. Wow!

Ich bestelle einen doppelten Espresso, und weil ich darauf Appetit habe und nur darauf, frage ich, ob ich ein Brötchen mit Butter haben kann. Genau, das steht nicht auf der Speisekarte, und die freundliche Bedienung bringt mir nichtsdestotrotz in der Tat ein Brötchen und ausreichend Butter, augenfreundlich auf ein Salatblatt gelegt. Ich erfreue mich an dem leckeren Doppio sowieso dem schmackhaften Butterbrötchen. Als ich zahle, bedanke ich noch einmal ganz herzlich für die gezeigte Wertschätzung.

Sonntag. Erneuter Krankenbesuch. Erneut gönne ich mir eine kurze Auszeit im Café. Nein, heute bedient mich eine andere Dame. Die mir auf meinen Wunsch nach doppelten Espresso und Butterbrötchen eine Absage erteilen muss: „Das geht leider nicht, wir haben keine Brötchen mehr.“ Ob sie denn ein Brot stattdessen bringen dürfe, fragt sie sehr freundlich. Sie darf.

Ja und dann bin ich baff.

Statt der erwarteten Scheibe Brot mit einem Butterklecks, eventuell noch auf einem Salatblatt drapiert, steht vor mir ein mit Worten nur schwer beschreibbarer, liebevoll angericheter Teller.

Leider hatte ich mein Handy im Krankenzimmer gelassen, aber in diesem Augenblick beschließe ich: „Nie wieder ohne! Nie wieder ohne Handy, ohne Foto!“

Der netten Bedienung gefällt meine Freude, und sie meint, da habe sich die Dame in der Küche aber ganz besonders viel Mühe gegeben. Sie dreht sich Richtung Küchentür, ich folge ihrem Blick, und da steht mit freudigem Blick die Dame, die mir am Freitag bereits das Brötchen organisiert hatte.

Der Espresso und das, was auf dem Teller war, genieße ich mit höchster Freude und beschließe, den Verlust des ungeschossenen Fotos wett zu machen. Ich kann nicht zeichnen und deshalb schreibe ich jetzt lieber auch dazu, was ich denn zunächst gegessen und später gemalt habe:

DSC02375

Zwei Scheiben Brot mit Butter bestrichen, symmetrisch in die Tellermitte gelegt, links und rechts je eine Tomatenscheibe, und auf der „Nordseite“ eine Scheibe Gurke, in die eine weitere Gurkenscheibe senkrecht hineinpositioniert ist. Und das Ganze noch nett garniert mit Petersilie.

Natürlich habe ich mich herzlich bedankt und geheimnisvoll hinterlassen, man solle doch mal morgen auf meinem Blog vorbeischauen.

Die Krankenbesucherei wird vermutlich morgen ihr Ende haben. Was sehr schön ist. Aber auch ein bisschen schade…

Deshalb winke ich hiermit ganz herzlich den netten Damen im Café des Theresienkrankenhauses in Mannheim zu…

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Ich bedanke mich bei meinen Leserinnen und Lesern, Kommentatorinnen und Kommentatoren meines Blogs fürs Lesen und Kommentieren und Immerwiederhiervorbeikommen.

Ich wünsche uns allen eine friedvolle Weihnachtszeit, wünsche allen, die wenig Anlass zur Freude haben, weil sie krank sind, verzweifelt, einsam, dass für sie ein Licht aufgeht, ähnlich wie der Stern von Bethlehem.

Ich bedanke mich bei allen Menschen, die über die Feiertage arbeiten müssen, dass sie da sind, wo sie sind, besonders Grüße ich die Menschen in den Krankenhäusern, und winke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krankenhauscafés zu, wie gesagt ganz besonders im Theresienkrankenhaus in Mannheim.

© Ulf Runge, 2012

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Holger sagt:

    Ich wünsche auch eine schöne Weihnachtszeit. Da wir heute nicht außer Haus mussten, gab es früh Buttersemmeln und am Nachmittag den hier schon oft besprochenen Weihnachtsstollen.

    Liebe Grüße
    Holger

    P.S. Früher war mehr Lametta. (Loriot)

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  2. Erika sagt:

    Lieber Ulf,
    auch ich wünsche Dir schöne besinnliche Weihnachtstage mit Deinen Lieben. Wir waren gerade in einem schönen Gottesdienst, der von einem jungen Vikar gehalten wurde. Er hat den Text des Liedes “ Imagine “ interpretiert und das Lied wurde auch vorgespielt.

    Herzliche Grüße
    Erika

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  3. Ulf Runge sagt:

    Lieber Holger,
    danke für Deine lieben Grüße.
    Die ich gerne an Dich und Deine Lieben zurück gebe.

    Früher war alles besser, sogar das Lametta! (Frage: Heißt es „la metta“ oder „le metta“?)

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  4. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika, danke für Deinen lieben Weihnachtsgruß, den ich gerne an Dich und Deine Lieben zurückgebe. Imagine! Das ist eines der wundervollsten Lieder, die es gibt. Wenn wir uns eine bessere und gute Zukunft nicht vorstellen, wie soll sie dann Wirklichkeit werden?
    Liebe Grüße,
    Ulf

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