Pauschalreise

Leben 920 – Sonntag, 05.08.12

Pauschalreise

Erreicht mich vorgestern eine SMS. Von Tante. Ob ich noch die ZEIT lesen würde.

Hm. Ehrlich gesagt. Ich habe sie im Abo. Zum Lesen komme ich nicht. Ich lasse lesen. Und abbestellen könnte ich sie auch nicht. Für mich ist die ZEIT ein Stück Demokratie und Pressefreiheit, an dessen Fortbestand ich durch mein Abo teilhaben darf.

Sie häbe da mit dem Rätsel eine Frage.

Meine Mutter und meine Tante, die beiden ganz intensiv und ich auch ein ganz klein wenig, wir waren ein verschworenes ZEITmagazinKreuzworträstelRateteam. Während bereits am Donnerstag die Telefonleitungen zwischen Bielefeld und Berlin heiß liefen, habe ich mich oftmals am Wochenende eingeklinkt, das letzte Wort, den letzten Buchstaben zu finden.

Ob ich sie mal zurückrufen könne.

Die Erinnerung an alte Zeiten wird wach. In denen sie mit meiner Mutter bis zum Wochenende ca. 95% Lösungsquote erzielt hatte. Wobei ich natürlich sportlicherweise diese 95% am Samstag erst mal ohne Hilfe erreicht haben wollte.

Ich rufe sie am Samstag an, sie freut sich riesig, dass wir – bei den vielen viel wichtigeren Themen, die es auf diesem Globus gibt – uns mal wieder über DAS RÄTSEL unterhalten.

7 waagrecht.  Sagt sie. Sorry, ich habe das Rätsel nicht vor mir liegen, sag mir doch mal die Frage. Die Leitung ist nicht so gut, sie sagt irgendwas mit Basilikum und Tomate. Ich höre mich „Mozzarella“ reden.

Sie lacht auf, freut sich, Mozzarella passt und ist auch die richtige Antwort.  Wir lachen.

16 waagrecht würde ihr auch noch fehlen. Die Frage erscheint mir am Telefon zu kompliziert. Ich gelobe, dass ich mich des Themas schnellstmöglich annehmen werde.

Später dann am Tage, ich sitze in der Küche, brauche eine Pause, nehme DAS RÄTSEL, vergesse mich in Buchstaben, Silben und Wörtern, in waagrecht und senkrecht.

Samstag Abend, 22:15 Uhr, eine SMS nach Berlin verlässt mein Handy: PAUSCHALREISE.

© Ulf Runge, 2012

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Maria H sagt:

    Lieber Ulf,
    ich weiß jetzt nicht so genau ob Du „Mozzarella“ bewußt gesagt hast, oder geraten, wegen der schlechten Leitung. Aber zum Thema raten fällt mir mal wieder eine Begebenheit in meinem Leben ein, die ziemlch gravierend war. Ich befand mich in der mündlichen Prüfung und Kopfrechnen war angesagt, was nicht so meine Stärke war. Mein Berufsschullehrer wusste das und hat uns so eingeteilt, dass ich drei Mitschüler an meiner Seite hatte, die das besser konnten. Ich hatte die Instruktion mich bei anderen Fächern vordergründig zu melden und beim Kopfrechnen zurückzuhalten. Einem der Prüfer ist das natürlich aufgefallen und er hat mich plötzlich gezielt nach der Antwort gefragt. Ich war total in Panik weil ich überhaupt nicht mitgerechnet hatte!! Und sagte dann „0“. Warum ich das gesagt habe weiß ich bis heute nicht, wahrscheinlich war es Schicksal. Keine Ahnung!!! Aber es war richtig!!!!!!
    Ich blickte zu meinem Lehrer, er hat erstaunt die Augenbrauen hochgezogen und dann gegrinst. Er war es auch, der mir geraten hat Finanzbuchhaltung zu machen, weil er der Meinung war, dass ich darin richtig gut werden kann. Das hab ich gemacht und bin bis heute glücklich damit.
    Soviel zum „Raten“ 🙂
    Liebe Grüße
    Maria

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  2. Ulf Runge sagt:

    Liebe Maria,
    danke, dass Du uns an dieser tollen Begebenheit teilhaben lässt.
    Wunderbar.

    Du wirst es nicht glauben.
    Mein Mathelehrer hat mir anlässlich der Abschlusszeugnisübergabe geraten, ich solle Informatik studieren, was damals noch ein wenig bekanntes Fach war. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mit diesen Tipp gegeben hat.
    Liebe Grüße,
    Ulf

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  3. Maria H sagt:

    Lieber Ulf,
    sieht so aus als wenn wir was gemeinsam hatten….einen guten Lehrer!!!
    Einen der sich für seine Schüler interessiert hat, auf sie eingehen konnte und ihre Stärken erkannt hat. Manchmal hat man eben Glück im Leben…

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  4. Ulf Runge sagt:

    Liebe Maria, dieses Glück sollte uns Ansporn sein, anderen Menschen ebenso eine Hilfe zu sein, wenn danach gefragt wird: Was soll ich (beruflich) werden?
    Liebe Grüße,
    Ulf

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