Vom Wünschen. Und Loslassen.

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Leben 898 – Sonntag, 24.06.12

Vom Wünschen. Und Loslassen.

 

Heute habe ich Post gekommen. Und als ich den Brief fertig gelesen hatte, musste ich schmunzeln. Daran möchte ich auch Dich teilhaben lassen.

Zuvor aber etwas Werbung für die Nicht-Verschwendung von Steuergeldern. Das Nationaltheater Mannheim (NTM) bietet für den unschlagbaren Preis von  302,40 Euro das Wahlabo in der Preiskategorie II an, das sind 6 Opernvorstellungen und 6 Schauspielvorstellungen in der Zeit von Spätsommer bis Frühsommer. Welche Aufführungen man gerne sehen möchte und an welchem Wochentag, kann man sich (fast) beliebig aussuchen. Geht man zu zweit, dann sind das 6 unterhaltsame, kulturell wertvolle Abende im Jahr, für 25,20 Euro pro Person. Und die Karten sind übertragbar, falls man doch mal verhindert ist.

Nimmt man Kinder mit (solange sie zur Schule gehen, in Ausbildung sind oder studieren), dann gibt das „Unikat“, das sind 6 beliebige Veranstaltungen für 42 Euro, also 7 Euro pro Abend.

In den vergangenen zwei  Jahren bin ich auf diese Weise wieder in den Genuss von tollen Inszenierungen gekommen, wie etwa „Die Zauberflöte“, „Die Fledermaus“, „Carmen“, „Il barbiere di Sivglia“ oder „Hair“, oder wie „Die Dreigroschenoper“, „Ein Sommernachtstraum“, „Romeo und Julia“, „Faust – Der Tragödie erster Teil“, „Gespräche mit  Astronauten“, „Der Menschenfeind“, „Was ihr wollt“.

Die Aufführungen sind oft „sehr modern“, und ich vermute, sie sind damit sehr dicht dran an der Botschaft, die die Autoren und Urheber seinerzeit im Sinn hatten. Nicht selten sehr witzig inszeniert, fast nie die Grenze zum Klamauk überschreitend. (Wo ist denn jetzt der Like-Button?)

Ende des Werbeblocks.

Nun hat es sich in der gerade zu Ende gehenden Spielzeit ergeben, dass noch nicht alle Abogutscheine eingelöst worden sind und vermutlich wird das auch nicht mehr zu schaffen sein. Deshalb habe ich vor Wochen schon mal an der Abendkasse nachgefragt, was man denn da machen könne. „Nichts!“ antwortete mir der freundliche junge Mann hinter dem Schalter, „wir lösen die Gutscheine auch ohne Aufhebens noch zu Beginn der neuen Spielzeit ein, das bekommen wir schon hin.“ Worauf ich mich von ihm beruhigt verabschiedete.

11. Juni 2012: Das NTM schreibt mir, dass meine Wahlabo-Tickets „nur noch bis zum 26. Juli 2012 gültig sind. Eine Übertragung Ihrer Wahlabo-Tickets in die kommende Spielzeit ist nicht möglich.“ Da sollte ich wohl mal anrufen oder eine E-Mail schreiben und auf meine besonderen Umstände hinweisen und fragen, ob da nicht doch noch was geht. Denke ich mir so.

Es bleibt allerdings beim Vorsatz. Allein mein WUNSCH ist formuliert…

18. Juni 2012: Das NTM schreibt mir, Bezug nehmend auf das Schreiben vom 11.06.12: „Angesichts des späten Eingangs des Schreibens sowie der verbleibenden Zeit bis zum Ende der Spielzeit, verlängern wir Ihnen hiermit gerne die Gültigkeit ihres aktuellen Wahlabonnements bis zum 31. Oktober 2012.“

WÜNSCHEN. UND LOSLASSEN. UND DANN AUFMERKSAM SEIN, WENN DER ERFÜLLTE WUNSCH AUF EINMAL VOR EINEM STEHT.

Es gibt sie doch noch, die guten Nachrichten…

 

© Ulf Runge, 2012

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Hase sagt:

    „WÜNSCHEN. UND LOSLASSEN. UND DANN AUFMERKSAM SEIN, WENN DER ERFÜLLTE WUNSCH AUF EINMAL VOR EINEM STEHT.“

    ein schöner Satz, Danke lieber Ulf
    liebe Grüße
    Erika 🙂

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