Kälteopfer in Rhein-Main

Leben 808 – Samstag, 04.02.12

 

Kälteopfer in Rhein-Main

Nachdem dieser Winter bisher ein zahnloser Warmduscher geblieben war, zeigt er nun mit klirrender Kälte Biss. In den Medien wird von unzähligen Kälteopfern berichtet. Und nun beklage ich auch eines: Mein Handy.

Verlasse ich gestern früh die Wohnung, stecke das Handy wie gewohnt ein, einen (nun in der Tat) letzten Uhrkontrollblick drauf werfend, begebe mich nur für wenige Minuten durch die Kälte zum Bahnhof, um dann im Zug sitzend auf ein funktionsversagendes Display zu blicken. „Erfroren!“ sage ich zu mir.

Und bei dem Schaden kommen jetzt auch noch die Schadensfreudegeister vorbei, setzen sich auf meine Schulter und meinen Schoß, grinsen mich an, sagen ein langgestrecktes „Naaaaaaa?“

Ob ich mich noch erinnern könne. Beim letzten Handycrash. Dass ich sämtliche Nummern ins Adressbuch neu eintippen musste. Dass ich auch einige Nummern verloren habe, um die es wohl nicht schade ist, weil es ja wohl auch keine den Telefonnummerbesitz rechtfertige Beziehung mehr gibt. Dass ich mir damals geschworen habe, dass ich alle Nummern, die ich ins Handy eintippe auch in meine elektrische Kontaktverwaltung eintippe. Zeitnah!!! Und immer!!!

Einer von diesen Schadensfreudegeistern grinst mich vollfett an. Wie er denn heiße, will ich von ihm wissen. „Disziplin!“ Sein Name sei Disziplin. Mir fallen englische four letter words und deutsch Fünfbuchstabenwörter ein, aber ich reiße mich zusammen. Von wegen Vorfreude ist die schönste Freude. Wenn ich mir die Typen auf Schulter und Schoß angucke, dann musse es heißen „Schadenfreude ist die schönste Freude.“

Meine Erfrierungstheorie mag stimmen, allein das Auftauen führt nicht dazu, dass ES wieder tut. Alle Adressen und SMSe weg. Alle Fotos und Musik. Totalschaden.

Da kommt mir eine Idee. Wenn es stimmt, dass wirklich nur das Display kaputt ist, dann .…

Ich öffne das Handy, entnehme den Akku, jetzt ist es hundertpro ausgeschaltet, setze den Akku wieder ein, drücke auf den Einschaltknopf, warte etwas und gebe mein PIN ein. Wenn ich jetzt nichts falsch gemacht habe, ist es jetzt benutzbar, außer halt dass ich nichts sehe.

Ich schnappe mir das PC-Verbindungskabel, verbinde das Handy mit dem Computer und warte und hoffe und bange…

Ja, ja, ja, ich kann die Verzeichnisse von Telefonspeicher und Telefonkarte auslesen. Musik, Bilder, SMSe und alle Telefonnummern…

Die Schadensfreudegeister trollen sich davon.

Sie werden wieder kommen. Wenn ich nicht bald mal wieder eine Datensicherung vom PC mache. Oder nach dem Ölstand vom Auto gucke. Oder oder oder.

Hast Du auch Deine Oders?

© Ulf Runge, 2012

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. sunny11178 sagt:

    Na da hast du ja noch Glück gehabt!
    Mir gings schon 2x ähnlich. Handy unter Wasser gesetzt (zum Glück waren alle Nummern auch auf der SIM gespeichert) und Laptop geschrottet (zum Glück konnte man aber noch die Daten von der Festplatte sichern). Aber zeitnah alles doppelt und dreifach zu sichern, habe ich bis heute leider auch nicht geschafft 😦

    GLG durch die Kälte,
    Sunny

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  2. Dori sagt:

    Lieber Ulf,
    schön und amüsant geschrieben 🙂 Nur beim Lesen frage ich mich, was Du wohl für ein tolles Handy hast? Dass Du Adressen und Musik über den PC nun lesen kannst? Wow – also mein altes Handy kann das nicht. Bei mir wär alles sofort weg.
    Ein schönes Wochenende mit viel Chili wünscht Dir Dori 😉

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  3. Maria H sagt:

    Diese Schadensfreudegeister sitzen mir auch oft im Nacken, oder sonstwo!
    Ich kämpfe oft mit der Technik! Jetzt will ich aber kein „Typisch Frau“ hören! 🙂

    Irgendwie krieg ich es immer geregelt, wenn es auch manchmal etwas länger dauert…lach!

    Oders hab ich viel zu viele!!! Leider!

    Liebe Grüße
    Maria

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  4. Ulf Runge sagt:

    Liebe Sunny,

    doppelt und dreifach, das wäre ja schon super.
    Manchmal fehlt einem ja sogar die „einfache“ Datensicherung…

    Erwärmende Grüße durch die Winternacht,
    Ulf

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  5. Ulf Runge sagt:

    Liebe Dori,

    es ist ein Nokia 6303. Man kann es mit USB-Kabel an den PC anschließen. Und es ist ein Programm dabei, mit dem man z.B. die Adressen gezielt verwalten kann…

    Es lebe der Fort-Schritt.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  6. Ulf Runge sagt:

    Liebe Maria,

    die Typisch-Schublade bleibt zu…

    Danke für Dein Eingeständnis, ebenfalls viel zu viele Oders zu haben…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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