8 bis 10 Minuten

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Leben 736Montag, 25.07.11

8 bis 10 Minuten

Ich taste mich jetzt ganz langsam heran an meine „Berichterstattung“ zum Thema „Gesunde Ernährung“. Ich springe mitten hinein, damit es nicht allzu akademisch ist, und beginne mit grünem Tee.

Die Stadt Frankfurt am Main ist sehr rührig in der Förderung von Jungunternehmern. Das kommt u.a. zum Ausdruck in der jährlich statt findenden Aufschwung-Messe, die ich nun zum zweiten Mal besucht habe.

Ich bin als abhängig beschäftigter Arbeitnehmer zwar ganz weit weg von der Zielgruppe dieser Veranstaltung, aber es öffnet die Augen und erweitert den Horizont, sich mal unter Selbstständige und die, die es werden wollen, zu mischen.

Auch dieses Mal habe ich es genossen, Peter Sawtschenko vom gleichnamigen Institut an den Lippen zu hängen. Genial, was dieser Mann über Marketing zu berichten weiß. Und mit welchen Intensität und Authentizität.

In der Mittagspause schnappe ich folgende Wortfetzen auf: „Faltin! Den kennen Sie nicht? Da müssen Sie hin!“ Nun, den kenne ich auch nicht. Und beschließe, auch müssen zu wollen.

Prof. Dr. Günter Faltin begeistert mich. Mit dem, was er zu sagen hat. Und mit seiner ebenfalls ansteckend begeisterten Art. Schade, dass ich kein Teetrinker bin, denke ich. Denn dieser Professor hat vor Jahren, als er einen Ruf an die Uni bekommen hat, beschlossen, der drögen Hochschullangeweile Einhalt zu gebieten und mit seinen Studenten ein Projekt zu starten, das seinesgleichen sucht. Dieses Projekt läuft heute noch und hat durch unkonventionelle Ideen und Vorgehensweisen bewiesen, dass es möglich ist, mit Kreativität und Einfühlungsvermögen in die Kunden einen Markt aufzumischen, hier den Weltmarkt für Teehandel. Mehr hierüber unter http://www.teekampagne.de/.

Im Urlaub fällt mir sozusagen ein Buch in die Hände, nachdem ich wohl schon länger gesucht habe, dessen Existenz ich aber nicht wirklich geahnt habe: „Krebszellen mögen keine Himbeeren“. Geschrieben von zwei kanadischen Ärzten: Richard Béliveau und Denis Gingras. Eine knappe Zusammenfassung, die das Lesen des Buches aber auf keinen Fall ersetzen kann, gibt es für eilige Klicker hier. Ich werde auf das Buch noch ausführlich eingehen. Dieser Bericht ist nur ein Appetithappen.

Eine der Kernaussagen dieses Buches ist es, dass wir durch die Bevorzugung bestimmter Lebensmittel unsere Chancen, gesund zu bleiben erhöhen können. Z.B. durch den Genuss von grünem Tee.

Wie gesagt, mit Tee habe ich nicht viel am Hut gehabt bisher. Am Samstag war es dann so weit. Ich bin mit der Liste der empfohlenen grünen Tees in das örtliche Teefachgeschäft gegangen und habe nach Sencha-Uchiyama gefragt. Ja, sie kenne diesen Tee, schauen mich zwei erstaunte Augen an, wohl ungläubig, dass ich soooo einen Tee kaufen will. Und dessen Name ich von einem Zettel ablese.

Ich lasse nicht locker. Gyokuro 1 ist nun mein Begehr. Den habe sie auch nicht.

Ich lese weitere 9 Teenamen vor, um zwischendurch von meinem Gegenüber zu erfahren, dass das sehr hochpreisige Tees seien, die „hier nicht laufen“, um dann endlich auf Platz 12 meiner Hitparade von einer hoch erfreuten Teeverkäuferin zu erfahren, ja, den habe sie, den Pai Mu Tan. Ich entscheide mich für 100g und schlucke, als auch dieser Tee in einem gehobenen Preissegment zu Hause ist. 7 Euro 40. Das werde ich mir nicht sehr häufig leisten können, denke ich mir.

Sie ahnt, dass ich ein Nichtteekenner bin. Den könne man mehrmals aufbrühen den Tee. Und maximal 2 einhalb Minuten ziehen lassen.

Ich berichte ihr, dass ich die Teenamen aus obigen Buch habe und dass die Autoren UNBEDINGT empfehlen, den grünen Tee 8 bis 10 Minuten ziehen zu lassen, damit genau die im Buch beschriebenen, sehr gesunden Wirkstoffe in den Tee hineingelangen. Sie ist geschockt. Das kann sie gar nicht nachvollziehen. „Da wird der Tee ja bitter!“

Sie drückt mir noch eine Teebroschüre in die Hand. Auch diese spricht von kurzen Aufbrühzeiten.

Der Samstag Nachmittag ist gekommen, ich brühe mir den ersten (10minüten) grünen Tee auf. Den Geschmack finde ich absolut okay, diese Bitterkeit ist für mich nicht wirklich eine.

Und während ich bei diesem vorzüglichen Tee sitze fällt mir auf einmal Prof. Dr. Faltin ein. Ja, genau! Bei dem werde ich jetzt Kunde werden. Da Kosten 100 Gramm bedeutend weniger. Bei mindestens gleicher Qualität. Und fairem Handel.

Und warum der grüne Tee so gesund ist, darüber schreibe ich in einem weiteren Artikel…

 

© Ulf Runge, 2011

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hase sagt:

    Lieber Ulf,
    danke für den Teebericht. Grünen Tee mag ich überhaupt nicht. Kenne mich zwar nicht wirklich aus, aber ich habe eine Abneigung gegen Bitter- und Gerbstoffe. Die verträgt mein Gaumen nicht irgendwie. …Aber während ich hier lese , trinke ich gerade meinen griechischen Bergtee mit Honig. Der schmeckt mir . Habe ihn aus Griechenland mitgebracht. Dort sagt man , dass er sehr gesund sei…… Es war mir immer ein Vergnügen, ihn dort zu trinken , weil er von einer nette Damen überbracht wurde mit einem leckeren schokogefüllten Keks und Honig. Das Umfeld , in dem man den Tee zu sich nimmt, spielt auch eine Rolle und die Tasse auch, finde ich. Liebe Menschen haben mir einen Riesenbeutel mit dem Kräutertee geschenkt…..
    Liebe Grüße
    Erika 🙂

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Erika,

      es gibt erwiesene Zusammenhänge zwischen der Wirkung bestimmte Lebensmittel und der Wahrscheinlichkeit, dass wir gesund bleiben oder werden. Die Natur ist reichhaltig mit den Früchten, aus denen wir auswählen können. Ich werde darüber noch berichten. Wir ticken alle ein bisschen verschieden. Wir reagieren unterschiedlich auf Lebensmittel. Und wir haben einen unterschiedlichen „Leidensdruck“, uns damit zu beschäftigen, was wir da täglich zu uns nehmen.
      Und ein bisschen „Sünde“ darf sicherlich auch dabei sein, wenn wir uns bewusst für eine gesunde Ernährung entscheiden.

      Liebe Grüße,
      Ulf

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Erika,

      danke für den Link. Das hört sich nach einem sehr gesunden Kräutertee an. 🙂

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  2. Irmi sagt:

    Lieber Ulf,
    leider bin ich auch nicht die große Teetrinkerin. Aber man sollte langsam umdenken, glaube ich. Dein Bericht ist sehr informativ.
    Das Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ besitze ich schon seit einigen Monaten.
    Habe es auch schon einige Male verschenkt. Ich koche öfter nach den Rezepten. Auch Vorbeugen ist gut.
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir
    Irmi

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Irmi,

      schön zu wissen, dass Du das Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ auch hast. Gelesen hast. Und danach handelst. Sonst würdest Du es nicht weiterverschenken. Habe mir das Kochbuch dazu jetzt auch bestellt.

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  3. Maria H sagt:

    Lieber Ulf,
    ich bin eine leidenschaftliche Kaffeetrinkerin, aber genauso gerne trinke ich schon seit einigen Jahren täglich 2 Tassen grünen Tee.
    Kaufe ihn im Fairen-Handel-Teeladen. Dort kostet er aber auch um die 5 € 100 g.
    Meine Favoriten sind “ Terra The Tulsi Orange Ingwer“ und „Sencha Lemon“. Soweit ich informiert bin ist die Wirkung die gleiche ob 2 Minuten oder 10 Minuten Brühzeit. Der Unterschied liegt darin dass er bei geringer Brühzeit anregend wirkt und bei längerer beruhigend. Mir schmeckt er am besten nach 2-3 Minuten.
    Schön finde ich auch wenn man den Tee „stilecht“ zubereitet und trinkt. Ich hab mir eine echte japanische Teekanne und Tässchen gekauft. Ist gut für die Seele!

    Den ganzen Ratschlägen von wegen, Krebszellen mögen dies oder das nicht, stehe ich mittlerweile skeptisch gegenüber. Habe alles gelesen, jeden Bericht ,jeden Artikel, von Himbeeren bis zur Misteltherapie. Genützt hat nichts!! Auch eine gesunde Ernährung von Anfang an hat nichts verhindert.

    Liebe Grüße
    Maria

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Maria,

      ich trinke für mein Leben gern Espresso. 🙂

      Brühzeit: Bei 8 Minuten und länger gelangen bestimmte Stoffe in den Grünen (!) Tee und nur in diesen, die bei kürzer Zubereitungszeit nicht bioverfügbar sind.

      Stilecht: Als Kaffee-Pott- und Tee-Pott-Banause ist da für mich ein Weg zu beschreiten, bis ich aus dünnwändigem, edlen Porzellan den Tee genießen werde. Schöne Anregung!

      Krebs: Ich bin bis heute nicht direkt betroffen. Ich bin seit drei Jahren Vegetarier, der zusätzlich hohen Wert auf basische Lebensmittel legt. Durch die zwei von mir noch ausführlicher zitiert werdenden beiden Bücher feinjustiere ich meinen Fokus Richtung glykämisch und krebsverhindernd. Statt Kunst-Lebensmittel aus Fabriken zu mir zu nehmen, habe ich großes Interesse daran, eine gesunde, reichhaltige Mischung zu mir zu nehmen. Krebs ist wohl nicht nur eine Frage der Ernährung. Aber es gibt Indikationen, dass unsere Ernährung beeinflussen kann, wie schnell diese Krankheit ausbricht und wie schnell wir uns ihr geschlagen geben müssen.

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  4. Uta sagt:

    Lieber Ulf,

    für Deinen Artikel zum grünen Tee danke ich Dir sehr. Ich halte es wie Erika mit dem griechischen Bergtee, auch gerne mit Honig, der ist unschlagbar lecker. Im Oktober werde ich mir wieder Unmengen davon mitbringen und genießen!

    Alle „normalen“ schwarzen, roten, grünen und weißen Tees enthalten zwar gesunde Stoffe wie Antioxidantien, besonders der grüne, allerdings säuern sie eben auch. Um das Tein (oder Teein) genannte Coffein mache ich seit jeher einen großen Bogen. Schmeckt mir nicht. In der Natur ist Bitter – mit Ausnahmen – ein Kennzeichen von giftig, nicht gut für uns.

    Krebszellen mögen ein saures Körpermilieu, also liegt man mit der basischen, vegetarischen Ernährung schon sehr gut. Dass Ernährung ein wichtiges Fundament gegen Krebs ist, lernt auch die Schulmedizin inzwischen. Dass Krebs auch psychische Komponenten hat, war Schulmedizinern schon vor 20 Jahren bekannt.

    Meine Mutter ist der Kombination – basischer, gesunder vegetarischer Ernährung und seelischer Arbeit – seit 21 Jahren krebsfrei. Sie hat in dieser Sache seitdem nie wieder einen Arzt benötigt, und auch die Folgen der Chemoterapie gemeistert (diesen „alternativen“ Weg hat sie erst während/nach der Chemo kennengelernt). Sie unterstützt Menschen, die diesen Weg auch gehen möchten und glauben, dass es lebenswerte Alternativen gibt.

    Auf Wunsch kannst Du gerne den Kontakt über mich herstellen.

    Sonnige Grüße von der Uta

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  5. Maria H sagt:

    Lieber Ulf,
    ich wollte mich informieren wegen der Brühzeit bei grünem Tee und habe jetzt mehrere Berichte gelesen, auch medizinische. Nirgends werden 10 Minuten empfohlen sondern immer nur 2-4 Minuten.

    Übrigens trinke ich auch gerne Espresso! Nach dem Essen…immer!! Und wenn mir danach ist später noch einen 🙂

    LG Maria

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  6. Ulf Runge sagt:

    Liebe Uta,

    danke für Deinen sehr persönlichen Beitrag.
    Der grüne Tee hat gemäß den beiden von mir zitierten Autoren vor allem EGCG als Inhaltsstoff (Epigallocatechin-gallat), ein Catechin oder Flavanol, der besonders stark gegen Krebs wirken kann und leider erst in bedeutsamer Menge ab der 8. Minute Ziehzeit an das Teewasser abgegeben wird.

    Du hast recht: Tee geht auch ohne Teein (leider nicht der Grüne Tee), und bittet in als Kräutertee ungemischt oder auch gemischt wunderbare Genüsse.

    Liebe Uta, ich danke Dir vor allem dafür, dass Du Deine Mutter als ein Beispiel zitierst für den vermutlich sehr hohen Zusammenhang von basisch-vegetarischer Ernährung incl. Arbeit an Herz und Seele und dem Überwinden der heimtückischen Krankheit.

    Danke für das Angebot der Kontaktaufnahme mit Deiner Mutter. Ich komme da gerne drauf zurück.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Maria,

    den Vorschlag, Grünen Tee so lange brühen zu lassen, wirst Du vermutlich nur bei diesen beiden Ärzten finden. Ich bin mir sehr sicher, dass ich auf diesen Ratschlag der langen Brühzeit vertrauen kann, weil ich die Aussagen in diesem Buch für authentisch und praxiserprobt halte.

    Du hast ein recht: Ein Espresso ist ein wahrer Genuss!

    Liebe Grüße,
    Ulf

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