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Taschengeldbearbeitungsgebühr

19. Juli 2011 13 Kommentare
Leben 734 – Mittwoch, 20.07.11

 

Taschengeldbearbeitungsgebühr

Man hüte sich vor Verallgemeinerungen! Und doch wird etwa der englische Humor im allgemeinen als schwarz und makaber eingestuft. Der norddeutsche Humor, und ich glaube zu diesem Allgemeinplatz greifen zu dürfen, hat ebenfalls etwas Eigenes. Kurz, knapp und rustikal, diese Attribute fallen mir hierzu ein.

Ich bringe einen leeren Wasserkasten zurück zum Getränkemarkt. Ich bedeute dem Herrn an der Kasse, dass ich heute nur Leergut zurückbringe. Keinen Einkauf tätigen will.

„Taschengeld für den Herrn?!“ lacht er mich an. „Hier bitteschön, 3 Euro 30!“, die er mir in die Hand drückt, um mir anschließend noch einen schönen Tag zu wünschen.

Tage später bringe ich wieder nur Leergut zurück. Wobei, um hier keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Zwischendurch habe ich auch mal wieder Getränke eingekauft. Aber heute eben bin ich ein weiteres Mal ohne Kaufabsicht hier und stelle mein Leergut neben die Kasse. Heute bedient mich ein anderer Herr, aber das ist auch egal. Ich greife den Spruch vom ersten Kassenmenschen auf und lächle den heutigen Kassenmenschen mit „Heute nur Taschengeld, bitte!“ an.

Er zählt die Kästen und die einzelnen Flaschen, deren Gegenwert er in die Kasse eintippt, macht dann allerdings eine gedehnte Pause, an deren Ende er mich fragt: „Ist der Herr denn mit 3 Cent Bearbeitungsgebühr einverstanden?“

Ich sehe ziemlich verduzzt aus (schreibt man das so?), denn so etwas habe ich beim Getränkemarkt bisher noch nicht erlebt. Aber wir sind in Norddeutschland, und überhaupt, also denke ich mir, den Joke mache ich mit. „Drei Cent Bearbeitungsgebühr? Hm. Wenn Sie mich so freundlich anlächeln, kann ich ja nicht anders!“

Er schweigt. Ich auch. „Nun, dann hätte ich die drei Cent jetzt gerne!“ meint er.

Ich bin sichtlich irritiert. „Sorry, ich habe mein Portemonnaie im Auto gelassen. Ich gehe jetzt mal die drei Cent holen.“ Gesagt, getan. Und frage mich, was für ein Spiel er mit mir spielt.

Wieder drinnen, zähle ich ihm die drei Cent in die Hand. „So, bitteschön, drei Cent Bearbeitungsgebühr!“ Mein Blick fällt auf das Kassendisplay: 5 Euro 97 Pfand hätten mir zugestanden. Und jetzt?

Sagt der Getränkemarktkassenmensch doch fettgrinsend: „Jetzt kann ich Ihnen auch 6 Euro geben, ohne dass ich viel zählen muss!“

© Ulf Runge, 2011

Erstmal …

19. Juli 2011 4 Kommentare
Leben 733 – Dienstag, 19.07.11

Erstmal .…

 

Die verliebte junge Frau berichtet ihrer besten Freundin, „er“ habe ihr „DIE drei Worte“ gesagt.

Die Außerirdischen werden nach ihrer Landung interviewt, wohin sie denn jetzt als nächstes möchten.

Ich glaube, ich kenne noch nicht alle diesbezüglichen Werbespots, die wohl so langsam Kultcharakter bekommen. Aber alle enden mit: „Erstmal zu Penny!“

Ich jogge durch die Pampa. Und hätte jetzt lieber eine Pampers oder was auch immer. Weil es mir, fern der heimischen Sanitärinstallation in gegenwärtigen Augenblick immer schwerer fällt, meine Peristaltik im Griff zu halten. Details sollen hier nicht weiter relevant sein, aber eines ist doch klar. Meine Gedanken kreisen nur um das Eine! Bevor ich – in höchster Not – die nächstgelegene Toilette aufsuchen würde, gehe ich „Erstmal zu Penny!“

© Ulf Runge, 2011

 

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