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Archive for Mai 2011

In der Tat

30. Mai 2011 4 Kommentare
Leben 715 – Dienstag, 31.05.11

 

In der Tat ist es gerade bescheiden ruhig auf meinem Blog. Das ändert sich mit diesem Beitrag auch nicht so wirklich. Da Klappern allerdings zum Handwerk gehört, will ich mal ein bisschen Appetit auf die Themen machen, mit denen ich mich gerade beschäftige. Und über die ich auch kurz über lang berichten möchte:

Neues vom Brötchenmann

Über das Atempausen

AGG (Allgemeines Gleichstellungsgesetz)

Wie man noch kreativer wird (besonders dann, wenn einem nix einfällt)

Matrix Energetics oder Quantenheilung

My fair lady

Über das Käsekuchenbacken

Das Warten auf den nächsten Artikel soll nachfolgende Abendimpression versüßen…

Worauf hast Du am meisten Vorfreude?

© Ulf Runge, 2011

Kategorien:Leben

Wofür stehst Du?

27. Mai 2011 4 Kommentare
Leben 714 – Freitag, 27.05.11

Wofür stehst Du?

Über meine Vorliebe zu Axel Hacke habe ich schon mehrfach berichtet.

Etwa hier: 73 bitte 24. Oder hier: Vom Vorlesen und Kopfschütteln.

Für diejenigen, die jetzt nicht von hier wegclicken wollen, um etwa diese beiden Artikel zu studieren, für all diese Leserinnen und Leser hier eine Kurzkurzzusammenfassung.

Zunächst ist mir Axel Hacke kein Begriff. Dann fällt mir sein Buch „Das Beste aus meinem Leben“ in die Hände. Es wird für mich DIE Urlaubslektüre eines der vergangenen Sommer. In der Folgezeit wird meine Annäherung an Axel Hacke, den Schriftsteller, umfassender: „Der weiße Neger Wumbaba“ sowie „Der kleine König Dezember“ sind sehr unterhaltsame, teilweise auch tiefgründige Bücher. Es folgen Besuche seiner Vorlesungen sowie die Entdeckung, dass er auch regelmäßiger Kolumnenschreiber u.a. in der Süddeutschen Zeitung ist. (Genau genommen, war die Reihenfolge eine andere. Zuerst Journalist, dann Kolumnist, dann Schriftsteller.) Mehr nicht an dieser Stelle.

Da liegt seit Wochen ein Buch auf dem Wohnzimmertisch, wieder einmal eines von Axel Hacke, aber diesmal mit einem Co-Autor und einem ernsthaften Hintergrund. Der Co-Autor hat irgendeinen italienischen Namen. Das Buch spricht mich erst einmal nicht an. Weil es ernsthaft sein soll?

Irgendwann schlage ich das Buch dann doch mal auf und verlese mich sozusagen. Zwei gestandene Männer, beide nicht viel jünger als ich, schreiben über ihre Werte. Da fällt einem erst einmal der erhobene Zeigefinger und das Moralisieren ein. Dieses Buch zeigt, dass es auch ohne geht. Dass man einfach aus seinem Leben berichten kann, den Höhen und Tiefen, den freudigen und traurigen Momenten, den Ansprüchen, die man an sich selber stellt und den Erfahrungen, die man macht, wenn man ihnen gerecht werden will. Und viel zu häufig daran scheitert bzw. Anlass bekommt, seine Positionen zu überdenken.

Der Reiz dieses Buches besteht im Dialog der Lebenserfahrungen dieser beiden Männer. Schnörkellos geschrieben. Selbstkritisch reflektiert. Unterhaltsam. Selbst dann, wenn gerade nicht lustig ist, was wir erfahren dürfen.

Ach ja, ich Kulturbanause muss an dieser Stelle leider zugeben, dass der Co-Autor, der Italiener, Giovanni di Lorenzo heißt und schon jahrelang Chefredakteur der ZEIT ist, die ich (ebenfalls jahrelang schon) abonniert habe. Ich kann nur mein Bedauern ausdrücken, dass ich Herrn di Lorenzo nicht schon früher einmal bewusst wahrgenommen habe.

Warum ich diesen Blogbeitrag ausgerechnet heute schreibe? Die beiden Herren kann man live auf der Bühne erleben, wie sie aus ihrem gemeinsamen Werk „Wofür stehst Du?“ vorlesen und über die Entstehung dieses außergewöhnlichen Buches berichten.

Gestern Abend waren sie in Darmstadt zu sehen. Ausverkauftes Großes Haus im Staatstheater. Ü40-Publikum. Nach oben offene Altersgrenze.

Die Beiden betreten die Bühne, und dann legen sie auch schon los. Nein, tun sie nicht. Heute sei das eine etwas andere Veranstaltung für sie als sonst. Sie hätten vor wenigen Stunden einen lieben gemeinsamen Freund beerdigt und da falle es nicht so leicht, so wie sonst zu beginnen. Etwa von vorne im Buch. Und aus diesem Grund liest Giovanni di Lorenzo seine Gedanken zu Kirche und Religion vor (S. 218). Ein nachdenklicher Einstieg. Sehr persönlich, wie das ganze Buch.

In der Folge lesen die Beiden aus den Kapiteln über Politik und Fremdheit. Machen mit ihren Erinnerungen und Reflexionen bewusst, woher wir kommen als Kinder der Kriegsgenerationseltern, als Jugendliche der Wohlstands- und Gastarbeitergesellschaft, als Mitmacher und Mitläufer und Nachzügler des 68er-Aufbruchs.

Besonders betroffen war ich über Giovanni di Lorenzos Schilderung zu einem Anlass in seinem Leben, den er ganz intensiv mit eigener Reue verbindet (S. 165). Es lohnt sich, diese Begegebenheit in den Originalworten des Autors zu lesen.

Da ich selber erst ein Viertel des Buches gelesen habe, freue ich mich auf die mir noch unbekannten Begegebenheiten aus dem Leben dieser beiden Persönlichkeiten, die vor zwei Jahren beim Frühstück die Idee zu diesem Buch entwickelten. Diese Idee ist Materie geworden und kann dazu führen, bei uns allen noch ganz viele besondere Gedanken und dankbare Gefühle entstehen zu lassen.

Buch und Lesung sind ein zauberhaftes Geschenk. Nicht nur für Dich selber. Sondern auch für die Menschen, denen Du einen ganz besonderen Impuls zuteil werden lassen möchtest.

© Ulf Runge, 2011

Bin ich so ein Mann?

22. Mai 2011 14 Kommentare
Leben 713 – Sonntag, 22.05.11

Bin ich so ein Mann?

Ich habe mich bereits an anderer Stelle darüber ausgelassen, dass ich des morgens frisch geduscht mit einem Werbegeschenk gegen Mundgeruch bedacht worden bin. Und dass mir auf ähnliche Weise auch schon ein Anti-Aging-Pröbchen zuteil wurde.

Doch das, was ich gestern aus der Apotheke mitnehmen durfte, lässt mich die Frage aufwerfen: „Bin ich so ein Mann?“. Bzw. „Wirke ich wie so ein Mann?“

Zu Hause öffne ich mir die diskret zugeschobene Testpackung. Da steht zu lesen: „… ist ein diätetisches Lebensmittel .…“ Das ist ja eigentlich schon mal gut. Leben. Lebensmittel. Und man nimmt nicht zu. Also weiter.

„… für besondere medizinische Zwecke .…“ Hm? Medizin. Da muss ich doch erst mal krank sein, damit ich das brauche. Oder? In Klammern lese ich: „bilanzierte Diät“. Liest sich gefährlich. Als wenn da jede Kalorie gemessen würde. Wenn etwa schon der Gedanke an einen leckeren Käse bereits mit 5 Strafkalorien bedacht würde. Ich versuche, an kein Essen zu denken. An keinen Käse. Nicht mal an ein winzig kleines Stückchen.

„… zur diätetischen Behandlung von Männern .…“ – Oh, das ist „Für Ihn“, so steht es an anderer Stelle auf der Verpackung. Da Männer ja gerne Ihre Pfunde in Form eines Bierbauchs sammeln, kann es sich also nur um ein direkt auf die Wampe wirkendes Mittelchen handeln. Interessant. Was es wohl „Für Sie“ geben mag? Ein diätetisches Lebensmittel gegen Poberschenkel?

Zurück zum Text: „… Männern mit chronischer Erschöpfung .…“ – Wenn das der Grund war, warum ich dieses Ding hier in den Händen halte, dann hilft mir bestimmt nicht dieses Pülverchen, sondern mehr Schlaf. Denke ich mal.

„… Männern mit .… Burn-out-Syndrom .…“ – Burn-out, da bin ich schon mal knapp dran vorbeigeschlittert; da helfen nach meiner Meinung keine Pillen, sondern eine andere Einstellung zum Leben, zu sich selbst und zur Umwelt.

„.… Männern mit .… stressbedingten Erkrankungen mit metabolischer Störung .…“ – Mal ehrlich, das hört sich an, als sollte man sich in fachmedizinische Behandlung geben. Aber nicht täglich Brausepulver mit Orangengeschmack trinken. (Ahoi! rufe ich da mal.)

Wie gesagt, jetzt frage ich mich: „Bin ich so ein Mann?“ Dass man mir sowas in die Hand drückt? Was hab’ ich, was andere, die die Probe nicht bekommen, nicht haben?

Und zum Schluss frage ich mich nur noch, wohin mit dem “Lebensmittel”: Mülleimer oder Sondermüll?

© Ulf Runge, 2011

Starke Worte

21. Mai 2011 10 Kommentare
Leben 712 – Samstag, 21.05.11

Starke Worte

Nach mehreren herrlichen Abenden mit Weinbergläufen in Sonnenuntergang und Dämmerung hinein, bietet sich am heutigen Samstag bereits am Vormittag die Chance, dieses wunderschöne Gefühl zu genießen, nach dem Bezwingen der Hügel und Anhöhen auf die Weite der Landschaft zu gucken.

Winzige Autos huschen über die Autobahn und auf der Modelleisenbahn vor uns huscht ein Intercity gen Norden.

Ich fühle mich bemüßigt, etwas Kluges zu sagen. Von meiner ach so Lebenserfahrung teilhaben zu lassen.

„Abends hoch zu laufen, ist schon ein riesiges Gefühl. Zu wissen, dass man wieder einmal den inneren Schweinehund überwunden hat. Das tut einfach nur gut. Aber den Berg als allererste Heldentag des Tages bezwungen zu haben, das gibt Dir Kraft. Für den ganzen Tag. Da kann dann jemand in einer Besprechung sitzen und Dich rund machen wollen. Das funktioniert nicht, weil Du weißt, Du hast es heute schon geschafft. Du warst ganz oben. Da kann der Tag nur noch Gutes bieten. Und dieser Jemand aus der Besprechung, den lächelst Du einfach nur an, und gut ist. Nix mit rund machen. Das schafft er nicht.“

Ich bin stolz auf mich, dass ich so starke Worte gefunden habe. Ich verdiene jetzt eigentlich einen anerkennenden Blick.

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Punkt, Punkt? Punkt, Punkt!

Leben 711 – Freitag, 20.05.11Punkt, Punkt? Punkt, Punkt!


Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht.

Das habe ich als Kind gelernt.

Heute muss es wohl besser heißen:

Punkt, Punkt, Strich und Klammer zu, so lächelt uns der Smiley zu. (Oder die Smiley?)

Über Smileys habe ich mich bereits ja schon mehrmals geäußert:

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Daum’ drücken

17. Mai 2011 4 Kommentare
Leben 710 – Mittwoch, 18.05.11

Daum’ drücken

Freitag, 6. Mai 2011, Frankfurt am Main

Was mir mein Brötchenmann ist, ist dem Eugen sein Werkschutzmann.

(An dieser Stelle verpasst das Schicksal die Chance, das andere Geschlecht ins Spiel zu bringen. Sowohl Eugen als auch der Werkschutzmann sind definitiv nicht weiblich. Egal.)

Der Eugen also begrüßt nach dem Betreten seines Bürogebäudes seinen Werkschutzmann und will auch schon zum Aufzug weiterlaufen, als ihm am Tresen der Zettel „SGE – 1. FC Köln 3:0“ auffällt. In der zweiten Zeile stehen drei Zahlen und ein Name: „5., 23., 71. Gekas“. Das sollen die Spielminuten der Bundesligabegegnung SpielGemeinschaft Eintracht Frankurt gegen 1. FC Köln am bevorstehenden Samstag sein, in denen der Hoffnungsträger Gekas seine Mannschaft mit drei Toren vor dem Abschied rettet.

Der Eugen, selber eher Mainz-, Köln- und Gladbach-Fan, beschließt ein wenig zu sticheln. Er habe aus gut unterrichteten Kreisen gehört, dass die Kölner morgen gewinnen würden.

Das könne absolut nicht sein, entgegnet ihm der Werkschutzmann, er sei sicher, dass seine Eintracht siegen werde.

Der Eugen fragt seinen Werkschutzmann, ob er mal seinen, Eugens, Lieblingswitz hören wolle. Der sei allerdings aus der Zeit, als die Mainzer in der ersten und die Frankfurter in zweiten Liga gespielt haben. Der Werkschutzmann bekommt einen trockenen Mund und hört dem Eugen angespannnt zu.

„Also, der geht so: Ruft ein Mainzer auf der Frankfurter Geschäftsstelle an. ‚Guten Tag, ich hätt‘ also gern‘ zwei Kadde fürs Erstligaspiel Frankfurt gegen Mainz.‘ Der Frankfurtmensch erwidert ihm: ‚Tut mir leid, kann ich Ihnen nicht verkaufen. Die Eintracht spielt in dieser Saison in der zweiten Liga.‘ Der Mainzer bedankt sich mit einem ‚Dankschön auch!‘ und legt auf. Fünf Minuten später klingelt das Telefon wieder beim Frankfurtmensch. Der Mainzer ist schon wieder dran. Will Karten fürs Erstligaspiel Frankfurt gegen Mainz. ‚Guter Mann, ich hab‘ Ihnen doch eben schon gesagt, dass das nicht geht. Die Eintracht spiel in der zweiten Liga!‘ ‚Ja, ja, das hab‘ ich schon verstanden, aber ich hör’s halt so gerne!‘

Berichtet mir der Eugen, dass sein Werkschutzmann aschfahl angelaufen sei, versucht habe nach Worten zu ringen, um dann wider eigenes Wollen kräftig loszulachen. Als dieser schließlich seine Fassung wieder gewonnen habe, meint er nur augenzwickernd, dass der Eugen ihm bisher eigentlich sympathisch gewesen sei und dass sich das gerade zu ändern beginnen könne.

Das wär ne Story für meinen Blog, denke ich mir.

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Der Film “meines” Lebens

16. Mai 2011 6 Kommentare
Der Film “meines” Lebens

Leben 709 – Montag, 16.05.11

Wir haben alle einen Auftrag. Den gleichen, aber nicht den selben.

Den gleichen: Glücklich zu werden. Glücklich zu sein. Glücklich zu machen.

Nicht den selben: Jede und jeder von uns auf ihre und seine Weise.

Doch wie finde ich meinen Weg zum Glück?

Hierzu gibt es vielfältige lehrreiche und unterhaltsame Medien. Für mich ist spätestens gestern ein weiteres dazu gekommen.

Ich hatte das Glück, den Film „Der Film deines Lebens“ im Rahmen der 1. Cosmic Cine Filmfestival zu besuchen zu dürfen. Im Gegensatz zu Bad Godesberg war die Anzahl der Besucher nicht einstellig, sondern stark zweistellig. Und gleich hier der Hinweis: Am kommenden Sonntag, 22.05.2011, 11:00 Uhr, wird der Film im Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum im Westen Frankfurts gezeigt.

Der Film „Der Film deines Lebens“ feiert gerade einige Premierentermine (München, Hamburg, Zürich) als auch einige Festivaltermine (Bad Godesberg, Vierheim, Frankfurt am Main), um dann im Herbst in die Kinos kommen zu wollen. Wobei die DVD bereits ab kommender Woche über die Homepage bestellbar sein soll.

Der Film ist ernst, ernsthaftig, amüsant, lehrreich, unterhaltsam. Obwohl er eine Message hat, genau genommen davon sieben Stück, ist kein einziges Mal ein erhobener Zeigefinger spürbar. Der Film gibt mir die Chance, mich selber in selber in vielfältigen Situationen meines Lebens wiederzuerkennen: Krankheit, Beziehung, Beruf, Selbstbewusstsein, finanzielle Umstände.

Ich ertappe mich beim Betrachten des Filmes, dass immer dann, wenn ein Mensch einen anderen auffordert, die Augen zu schließen und zu träumen, dass ich dann am liebsten mitmachen würde. Aber dann würde ich ja den Film verpassen. Lächel. So ist es ein Glück, dass ich den Film nach der Vorstellung käuflich erwerben darf, um ihn dann mit geschlossenen Augen noch einmal „sehen“ zu dürfen.

Ich finde diesen Film gelungen. Er stößt zu hilfreichen Reflexionen an. Er macht klar, dass „alles“ seinen Sinn hat. Dass es dafür Gesetze gibt. Vielleicht hätte ich mich über eine plakativere Darstellung dieser 7 Gesetze gefreut. Aber ich kann sie ja jederzeit hier nachlesen.

So, das war mein Hinweis zum Film.

Und das Festival. Als ich das Programm das erste Mal gelesen hatte, dachte ich nur bei mir: „Da brauche ich eine Woche Urlaub!“ Das Programm ist der Hammer, und Du hast noch einige wenige Tage die Gelegenheit, diese erstklassigen Filme in Viernheim und Frankfurt am Main zu sehen. Einige von ihnen gibt es zum Glück auch schon auf DVD, so dass ich mir doch keinen Urlaub nehmen muss. Wobei Kinoatmosphäre vornehmlich im Kino aufkommt…

© Ulf Runge, 2011

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