Schwer vermittelbar

am
LEBEN 698 – Mittwoch, 30.03.11

Den Begriff „schwer vermittelbar“ habe ich bisher mit Langzeitarbeitslosen in Verbindung gebracht. Menschen, die schon so lange arbeitslos sind, dass Ihnen fast niemand mehr zutraut, noch einmal ins Berufsleben zurückzufinden. Ein echter Brennpunkt in unserer sozialen Marktwirtschaft.

Seit gestern weiß ich, dass es noch etwas gibt, was „schwer vermittelbar“ ist. Nämlich die im Radio, SWR1 Rheinand-Pfalz, in den Nachrichten vernommene Meldung, dass „die EU“ die Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel heraufgesetzt habe.

Wie bitte? Frage ich mich.

Will es genauer wissen.

Bei Focus Online bekomme ich nicht nur diese Ungeheuerlichkeit bestätigt, dass für die in EUland gehandelten LEBENsmittel ab sofort höhere Grenzwerte für radioaktive Belastung gelten. Die Belastung darf je nach LEBENsmittel doppelt bis dreifach so hoch sein.

Die Begründung ist nicht, dass damit der Import von LEBENsmitteln aus Japan vereinfacht werden soll, sondern dass die EU eine „nukleare Notsituation“ ausgerufen hat. Bisher war ich der Meinung, dass man in Japan von einer derartigen Lage sprechen kann. Doch nun ist die Katastrophe also hier angekommen.

Ich vermute mal, dass die Tageszeitungen heute mit einem Fußballländerspielergebnis aufmachen werden. Aber nicht mit „ATOMARER NOTFALL IN EUROPA“. Vermutlich, damit keine Panik ausbricht und wir alle nach Osaka wollen, wo es ja relativ sicher sein soll.

Mal ehrlich, was machen wir, wenn die Strahlenbelastung bei uns weiter steigt? Wenn die hier angebauten LEBENsmittel die erhöhten Werte überschreiten?

Ich bin für Pokern. Mitgehen. Höherbieten. Grenzwerte raufsetzen. Auf Westwind hoffen. Oder Ostwind. Oder Nationalmannschaftsergebnisse.

© Ulf Runge, 2011

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Uta sagt:

    Lieber Ulf,

    das ist ja die Höhe! Wo doch für Lebensmittel inkl. Babynahrung seit dem 17.03. eh schon bis zu doppelt so hohe Grenzwerte für Radioaktivität galten.

    Welchen Alleingang dürfen wir als nächstes von der EU „erhoffen“?

    Der Bio-Händler meines Vertrauens wird von mir ein sattes Umsatzplus erhalten.

    Viele Grüße,

    Uta

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  2. Ulf Runge sagt:

    Liebe Uta,

    das sind so Dinge, die da mal eben in den Nachrichten vorbeihuschen. „Das kann doch nicht wahrsein“-Nachrichten…

    Mal sehen, wann die Geigerzählerdichte die Handydichte überschreiten wird…
    Bzw. wann die Handys auch die Radioaktivität bestimmen können.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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