Neues vom Brötchenmann …

LEBEN 690 – Sonntag, 13.03.11 

 

Neues vom Brötchenmann …

Ich hätte hier lieber Neues vom Brötchenmann geschrieben. Aber jetzt ist nicht der Augenblick für Brötchenmanngeschichten.

Jetzt ist mal wieder ein Augenblick für das Gefühl, etwas verpasst oder versäumt zu haben.

Jetzt ist mal wieder ein Augenblick für das Gefühl, etwas tun zu müssen und nicht so recht zu wissen, wie.

Das, was um uns herum und mit uns passiert, das ist alles das, was wir irgendwie bestellt haben.

Wir haben es zugelassen und lassen es weiterhin zu, dass wir unser Trinkwasser mit Antibiotika aus der Tierfütterung vergiften. Dass wir Tiere ihre Würde nehmen und sie zu Mäst- und Schlachtobjekten degradieren. Dass wir die Meere leer fischen und als Müllhalde benutzen.

Wir haben es zugelassen und lassen es weiterhin zu, dass Designerkunstwerke voller E-Stoffe als Lebensmittel verkauft werden dürfen. Dass Autokraftstoffe nicht nachvollziehbare Preise haben. Dass es kranken Menschen nicht transparent gemacht wird, wer eigentlich was an ihnen im Krankheitswesen verdient. Wir sind gleichberechtigungsiditioscherweise stolz darauf, dass die unfallfreier fahrenden Frauen nun höhere Kfz-Versicherungsbeiträge zahlen dürfen und die früher ablebenden Männer höhere Kosten bei in Lebensversicherung haben.

Wir trinken in Sportschau beworbenes Bier aus Jott-We-De, das vermutlich bei einer Bierprobe nach dem zweien Glas nicht vom Getränk einer lokalen Brauerei unterscheidbar ist. Wir verteuern künstlich den einheimischen Wein und trinken dafür billigen Fusel aus Übersee.

Wir sind ein Volk von Rauchern und Trinkern, das lieber auf der Couch sitzt und Richtersendungen guckt, statt eine Bundestagsdebatte im Fernsehen. Die werden ja wegen ihres gesunkenen Niveaus schon lange nicht mehr im Ersten oder Zweiten gesendet.

Das, worüber wir ungehalten sind, das ist unsere Volksvertretung. Das ist unsere Regierung und Opposition. Unsere Verwaltung.

Es ist unser way of life, der uns begierig danach schauen lässt, dass der Nachbar möglichst nichts Besseres oder Moderneres hat als wir.

Das ist unsere Welt, bei der der Strom aus der Steckdose kommt. Wo es „funktionierende Natur“ bald nur noch als Bildschirmschoner oder auf Video gibt.

Wir haben alle vergessen, dass es eine Zeit lang nicht en vogue war, Pilze oder Wild zu essen. Die Zeit kommt wieder. Vielleicht essen wir dann keinen Fisch aus Ostasien. Für ein paar Jahre. Aber mal ehrlich: Die Globalisierung macht auch vor der Radioaktivität nicht halt.

Was können wir tun?

Wir können uns unsere Werte noch einmal zurecht legen. Wir können uns fragen, ob uns Nachhaltigkeit in der Energiewirtschaft und beim Essen wirklich wichtig sind. Ob wir diese Welt so erhalten wollen, wie sie ist. Vielleicht sogar wieder ein bisschen besser zurückgeben, als sie jetzt ist. Wir können uns fragen, wie gesund wir bleiben wollen.

1972 veröffentlichte der Club of Rome die Studie „Die Grenzen des Wachstums“, in der folgende wesentliche Schlussfolgerung getroffen wurde:Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums

Der hier zitierte Wikipedia-Artikel informiert auch über die weiteren, später veröffentlichten, aktualisierten und überarbeiteten Studien des Club of Rome. Sehr lesenswert.

Die Kernenergie hat den Charme, dass sie unabhängig macht vom Erdöl und damit sowohl die Energiepreise senken hilft als auch die politische Versorgungssicherheit erhöht. Die Kehrseite der Kernenergie ist ihr Betriebsrisiko, insbesondere wenn Kraftwerke von Naturkatastrophen oder Unfällen oder terroristischen Anschlägen heimgesucht werden. Und die „Endlagerung“ ist weiterhin ein risikoreiches Erbe, das wir den kommenden Generationen hinterlassen.

Wir müssen nur wollen. Wir müssen nachhaltige Energien wollen. Und wir müssen bereit sein, den Preis dafür zu zahlen. Der kann bedeuten, dass alles teurer wird. Dass dadurch weniger gekauft wird. Dass dadurch weniger produziert wird. Dass dadurch weniger Menschen Arbeit haben. Kann es aber auch sein, dass wir nicht nur diesen Preis zahlen müssen, sondern auch im Gegenzug Wohlfühlen und Wohlstand stiften?

Indem wir noch intensiver an der Gewinnung nachhaltiger Energie forschen und noch sparsamere Motoren und Heizungen entwickeln. Und indem mehr gesunde Menschen sich gesund ernähren und sich fit erhalten, wieder vermehrt (nicht nur im Netz) die soziale Gemeinschaft mit anderen suchen und sich für unser Gemeinwesen engagieren, damit mehr gesunde und kluge Köpfe mit ihren gesunden Gedanken den Was-auch-immer-Lobbyisten Einhalt gebieten.

Aus Liebe zu uns allen.

Ein „Gefällt mir“ von Dir würde mir gefallen. Eine Anregung, wie wir alle noch viel konkreter unsere eigene und unser aller Zukunft in die Hand nehmen können, das fände ich riesig von Dir.

Und das würde ich dann gerne meinem Brötchenmann erzählen…

© Ulf Runge, 2011

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Ulf Runge sagt:

    Danke für Eure Ideen, die Ihr auf Euren Blogs, via E-Mail oder Facebook veröffentlicht habt.

    Selbst ein Licht in der Welt durch gute und bessere Gedanken: http://gaba-ultramind.blogspot.com/2011/03/japan.html
    http://annalenaslesestuebchen.wordpress.com/2011/03/13/zukunftsvisionen/
    http://annalenaslesestuebchen.wordpress.com/2011/03/12/5503/

    Heute Abend um 21:00 an einer Lichtmeditation teilnehmen. Danke an Jürgen Tesch, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast.
    Danke an Birthe Wenk, die in Facebook diese Idee Gestalt werden lässt.

    … dieser Kommentar wird noch wachsen im Laufe des Tages …

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