Merk-würdige Begegnungen

Leben 673 – Sonntag, 30.01.11

Ich bin seit kurzer Zeit Mitglied bei der Plattform beUnic, auf Einladung von Jürgen Tesch hin. Ich habe es mir allerdings noch nicht zur regelmäßigen Gewohnheit gemacht, dort vorbeizuschauen. Wenn diese interessante Plattform für mich wichtiger wird, werde ich das ändern. Bis dahin bekomme ich sonntäglich eine inspirierende Sonntagsnews.

Im heutigen Brief schreibt Stefanie Peters davon, dass eines Morgens auf plötzliche Weise von  jemandem Notiz genommen hat, den sie zwar auch bisher schon täglich gesehen hat, aber noch nicht ernsthaft gewürdigt: Den Pförtner am Empfang.

Das möchte ich zum Anlass nehmen, hier von einem Experiment zu berichten, das ich in diesem Jahr angefangen habe, und das ich seither an immer wieder neuen Tagen praktiziert habe. Du wirst wahrscheinlich gleich denken, der Ulf, der hat ne Macke ab, aber das ist wahrscheinlich auch der Grund warum Du hier liest. Lächel.

Also:

Ich habe Buch geführt. Welche mir bekannten oder zumindest vom Sehen her bekannten Menschen sind mir an diesem Tag wann das erste Mal begegnet? Persönlich, telefonisch, per E-Mail.

Bin ich mit diesen Menschen per Du? Oder per Sie?

Interessante Frage: Oder weiß ich das gar nicht so genau mit dem „Du“ oder „Sie“?

Oder: Wie heißt diese Person mit Vornamen?

Erkenntnisreiche Frage: Wie schreiben sich der Vorname und der Nachname?

Wenn der Tag noch jung ist, geht das recht einfach. Wenn ich aber in meinem Tagesablauf ungeplante Begegnungen habe, wenn die sich häufen, wenn es Unterbrechungen noch und nöcher gibt, dann wird das mit dem Buchführen schon etwas schwieriger. Soll ja keiner mitbekommen, oder?

Oder Du gehst in ein Meeting mit mehr als 10 Personen. Da hockt bestimmt ein Mensch, dessen Namen geschweige dessen „Funktion“ Du nicht wirklich kennst. Und Du womöglich auch nicht zu fragen traust, um wen es sich handelt. Und auch nach dem Meeting „keine Zeit“ (lach!) hast, damit Ihr einander gegeseitig vorstellt.

Wenn Du als erster in der Nacht das Haus verlassen hast, fällt Dir dann vielleicht am frühen Nachmittag auf einmal auf, dass Du mit den Menschen, die Dir wichtig sind, heute noch gar kein Wort gesprochen hast.

Und wenn Du am Abend die Liste revue passieren lässt, dann fallen Dir auf einmal all die Dinge ein, die jemandem schicken wolltest, die für jemanden tun wolltest, die Du von jemandem erwartet hast.

Was das mit dem beUnic-Sonntagsgruß zu tun hat? Die Liste hat mir den Anstoß gegeben, auch mal „meine Werkschützer“ vom Namen her kennen zu wollen. Und ich bin sogar in etwas persönlichere Gespräche gekommen als bisher.

Es ist eine schöne Übung, finde ich. Vielleicht regt Dich das zu etwas Ähnlichem an. Oder vielleicht kannst Du aus eigener Erfahrung von Vergleichbarem berichten.

Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Einen sonnigen, freudigen und glücklichen Sonntag wünsche ich Dir und einen guten Start in die neue Woche!

Eventuell mit Deiner ersten Liste der „Merk-würdigen Begegnungen“?

© Ulf Runge, 2011

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hase sagt:

    Lieber Ulf,
    danke dir, dass du das mitteilst. Ich schreibe auch ganz viel über meine Begegnungen auf.Besonders merkwürdige Begegnungen hatte ich letzte Woche, als ich zu Fuß zum Einkaufen ging.Was ich da alles erlebt und gehört habe,habe ich mir notiert.Und manchmal gibt es die verrücktesten Zusammenhänge, die ich eigentlich nicht erklären kann. Ich wollte z.B. nur zum Metzger laufen, hatte unterwegs Begegnungen, hörte Geschichten, teils verweifelt, teils schöne …. ich hab mir die Menschen notiert und bin einfach nur begeistert, was ich erlebe und von Menschen auf Spuren gebracht werde. Spannende Geschichten, traurige Erinnerungen….. es gibt so viele Zusammenhänge…..
    das ist meine Erfahrung ……
    liebe Grüße,Erika

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  2. Lieber Ulf,

    2011 wird für mich wohl ein Jahr der Begegnungen. André Loibl habe ich vor gut einer Woche ja schon getroffen. Helmut aus Salzburg ist im März an der Reihe. Dann möchte mich ein lieber Mensch etwas rheinabwärts persönlich kennenlernen. Eine Einladung nach Wien haben wir auch schon und, und, und. Das sind dann aber alles Begegnungen, bei denen ich nichts aufschreiben muss, weil sie so besonders sind, dass ich mich auch so immer wieder gerne daran erinnern werde.

    Und alles wegen so eines kleinen Kurses. 🙂

    Alles Liebe,
    Jürgen

    PS: 220 🙂

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  3. andrea2110 sagt:

    Lieber Ulf, das ist ja eine tolle Idee… So gehst Du bestimmt viel bewusster durch die Welt und nimmst Deine Mitmenschen viel mehr wahr… auch wenn Du nur feststellst, dass Du die eigentliche Funktion Deines Gegenüber im Meeting nicht weisst… viele merken nicht einmal das:-) Ich glaube nicht, dass ich das übernehme, es gibt schon so viele Dinge, die ich als tägliche Routine in mein Leben einfliessen lasse oder noch möchte, da bleibt nicht soviel Zeit. Aus Deinem Beitrag nehme ich aber mit, noch achtsamer zu sein bei meinen Mitmenschen…

    Da fällt mir ein: Als wir im Herbst auf Juist waren, da habe ich meine Familie immer wieder damit erstaunt, wenn ich sagte, Guck mal, da ist die Frau vom Schiff, die hatte doch den Hund dabei oder Die haben gestern abend neben uns gesessen im Restaurant oder so ähnlich… Anfangs erntete ich verwunderte Blicke, dann kam: Ach DU immer… und dann auf einmal freuten sie sich schon richtig auf meine Beobachtungen und wurde auch selber aufmerksamer:-) ich scheine das ja doch schon ganz gut zu machen…
    Achtsam aufmerksame liebe Grüsse zu Dir, Andrea

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  4. sweetkoffie sagt:

    Oh ja, dazu fällt mir auch was ein:
    im vergangenen Sommer sitzte ich im Hafen von Cannes auf dem Boot und komme mit einem älteren Herrn von gegenüber ins Plaudern. Wir hatten uns noch nie vorher gesehen. Nach ca. 1 Stunde reden, stellen wir plötzlich fest, dass wir gemeinsame Verwandte haben un somit scheinbar auch um 24 Ecken miteinander verwandt sind.Wieder daheim habe ich mal angefangen zu recherchieren wie die Verwandtschaftverhältnisse so sind. Dabei habe ich Menschen getroffen, die ich schon über 30 Jahre nicht mehr gesehen hatte.

    Diese zufällige Begenung kann KEIN Zufall gewesen sein 🙂

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  5. Elisabeth sagt:

    Lieber Ulf,

    das ist eine wunderbare Idee – und ich merke eindeutig, dass ich, seitdem ich von zu Hause aus arbeite, viel zu wenige Menschen treffe… Ich habe das geändert, indem ich mir nun jeden Tag zumindest einen Auswärtstermin ausmache 🙂 …und auch im Supermarkt, wenn ich einkaufen gehe, versuche ich mir seit Neuestem, die Namen der dort arbeitenden Menschen zu merken – zu hören, wann wer einen Namen wem gegenüber nennt (da sie keine Namensschilder tragen). Das ist spannend und auch schön, wenn ich dann mal sagen kann: „Verzeihen Sie, Frau Sabine, gibt es heute keine frischen Bananen!?“ 🙂

    Herzliche Grüße von Elisabeth

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  6. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    ich finde es toll, dass Du Dir diese Begegnungen aufschreibst.
    Was planst Du, mit Deinen Aufzeichnungen zu machen?

    In ein paar Jahren in die Hand nehmen wie ein paar Fotos?
    Dich zurückerinnern. Mit einer Träne im Auge. Und einem Lächeln bei der nächsten Notiz?

    Spannend.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  7. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    ich hoffe, Du bekommst jetzt keinen Stress, weil Dein Kurs möglicherweise mehr Zeittage in Anspruch nimmt, als Du geplant hattest.
    Weil danach war (und ist) doch Urlaub bzw. Verreisen angesagt…

    Ich wünsche Dir weiterhin die Kraft eines Selbstliebechampion!

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  8. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    ich mache das nicht täglich. An manchen Tagen bricht mein Aufschreibemodus schon um 11:20 Uhr zusammen. An anderen Tagen weiß ich sogar noch um 15:00 Uhr, mit wem ich heute schon zu tun hatte.

    Und Du bestätigst es: Man muss nicht immer aufschreiben. Man kann es sich auch merken, wie Du von Deinem Juist-Aufenthalt berichtest…

    Danke für die schöne Schilderung.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  9. Ulf Runge sagt:

    Liebe Sweetkoffie,

    danke, dass Du hierüber berichtest.
    Es heißt ja, das wir über ca. 7 Kontakte alle auf der Welt miteinander „bekannt“ sind. Du sagt, es ist kein Zufall, dass Ihr Euch getroffen habt. Dann bleibt nur der Schluss nahe, dass Dir diese Aufmerksamkeitsübung bezüglich Eurer Verwandtschaftverhältnisse vom „Universum“ aufgegeben wurde. Und Du hast sie wohl mit Bravour gelöst…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  10. Ulf Runge sagt:

    Klasse, liebe Elisabeth,

    „Frau Sabine“, das gefällt mir. Das macht mir auch Spaß, das werde ich in meine Aufmerksamkeitsübungen einbauen.

    Seitdem ich die täglichen Bahnfahrten als Geschenk ansehe, andere Menschen „erleben“ zu dürfen, macht mir die Pendelei richtig Spaß. Ja: Geh raus aus Deiner Stube, dann offenbart sich das Leben der anderen für Dich!

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  11. Keine Sorge, die eingefügten Pausen tun mir selbst sehr gut. Und für den Februar hatte ich mir ohnehin nichts vorgenommen. Ist nicht meine Jahreszeit. Ich freue mich schon eher auf den Mai. Dann verlege ich mein Arbeitszimmer wieder ins Grüne. 🙂

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  12. Hase sagt:

    Lieber Ulf,
    danke dir, ich schreibe ja nicht alles auf, aber ich habe viele Aufzeichnungen in den verschiedensten Notizbüchern , große und kleine….. ab und an finde ich was und lese darin, das ist hochinteressant, auch die Veränderungen des Umfeldes und der eigenen Entwicklung. Das könnte ich mir so im Detail nicht alles behalten. Aber ich habe damit nichts vor, ich behalte es als einen Schatz, der an verschieden Orten aufbewahrt ist. Nur wem ich das einmal vererbe, darüber müsste ich mir mal Gedanken machen *lach* .
    liebe Grüße, Erika

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  13. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    da ist eine schöne Vorstellung, im Freien zu arbeiten. Bei milden Temperaturen, zwitschernden Vögel und summenden Insekten.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  14. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    das ist eine schöne Gewohnheit von Dir, dass Du öfter mal in Deine Aufzeichnungen guckst.

    Das erinnert mich an früher, an die Papierbilderfotozeit, als meine Oma ihre Fotos im Karton hatte und dann sagte, dass wir uns hinsetzen und dann haben wir die Fotos angesehen und sie wusste zu jedem Bild einen Namen und oder Anlass…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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