Wüste Wüste

 

Leben 671 – Dienstag, 25.01.11

Wüste
Wüste

Seine Wasserflasche war leer. Tropfenleer. So leer, dass sie beim Öffnen staubte.

Er hatte Durst ohne Ende. Er hatte noch keine Ahnung, wie es weiter gehen sollte. Die Sonne war längst untergegangen, im Schein der Sterne zeigte seine Uhr „19:55“.

Seine Zunge fuhr die Lippen entlang. Sie schmeckten salzig.

5 vor 8. Wenige Minuten blieben ihm.

Er fasste in seine Hosentasche.

Er spürte ihn. Fest und hart.

Er nahm ihn heraus, seinen Einkaufswageneuro.

Schob ihn in den Schlitz. Holte sich neue Wasserflaschen. Ging zur Kasse. Lud die Ware in sein Auto. Nahm sein Handy. Schoss dieses Foto. Von seiner regennassen Windschutzscheibe, die sich wüst (!) auf der Oberseite der Instrumentenkonsole widerspiegelte.

Armaturenbrett
Armaturenbrett

Danke, lieber Regen, you saved my day. Sagte er zu sich. Sagte ich zu mir. 🙂

© Ulf Runge, 2011

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hase sagt:

    danke , lieber Ulf, you saved MY DAY…..
    wunderschön, Du hast mir nach meinen Tränen ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. Wunderschön, spannend und knisternd deine Geschichte , du verzauberst einfache Dinge des Alltags zu einem Märchen. Das nehm ich jetzt mit in meine Träume, vielleicht ergibt sich noch ein schöner Traum im Regen mit schönen Bildern, wie Du sie hier geschenkt hast. Ulf mit Regen…. welch ein Segen
    Gute Nacht
    Erika
    hatte grad mal wieder vorbeigelunst und Glück gehabt…. ******************

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Erika,

      you saved my morning! 🙂

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  2. Ulf, der Wortkünstler und -zauberer ist wieder da. Yippie!!!

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  3. andrea2110 sagt:

    Lieber Ulf, wie erfrischend, das mal jemand so positiv über den Regen spricht und nicht immer nur jammert:-)Der arme Regen tut mir schon ganz leid, dass ihn alle so hassen; der macht ja auch nur seinen Job und der ist bestimmt auch nicht immer leicht… Liebe Schmunzelgrüsse Andrea

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  4. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    bei dem Yippie fällt mir eine Baumarktwerbung ein: Es gibt immer was zu tun. In dem Sinne will ich auch wieder mehr tun. Hier. Und bei Dir. Und überhaupt…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  5. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    danke für diese außergewöhnlichen Zeilen.
    Ich schaffe es immer noch nicht, mir die Sportsachen anzuziehen, wenn es regnet.
    Wenn ich aber unterwegs bin und werde vom Regen „erwischt“, macht er mir nix aus…

    Um Bernd, das Brot, im Sinne des Regens zu zitieren:
    „Es ist ein dreckiger Job, aber einer muss ihn machen…“

    Grins. Fettgrins.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  6. andrea2110 sagt:

    Wo er recht hat, hat er recht und das macht ihn mir sogar richtig sympthatisch:-) Bernd das Brot,für mich komplett unverständlich, dass das JEDEN Abend läuft, wie ich beim Rumzappen einmal bemerkt habe (Kika läuft hier in meinem Leben jetzt allerdings regelmässig auch tagsüber oder am frühen Abend:-)), ich weiss nicht, ob er so gut oder so schlecht ist; dass DU ihn kennst, lässt mich fast vermuten, dass ich seinen richtigen Witz wohl nur noch nicht verstanden habe:-) Ironisch noch fetter grinsende Grüsse Andrea

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    ich glaube, Bernd, das Brot läuft deshalb, damit man einschläft dabei und nicht die möglicherweise „bösen“ Sender guckt, die eventuell anschließend auf dem gleichen Kanal ihren „dreckigen Job“ machen. Müssen.

    Bernd, das Brot, muss man nicht verstehen. Bernd ist. Mehr nicht.

    Brotkrümelige Grüße, Ulf

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