Was man mir so zutraut…

Leben 653 – Sonntag, 28.11.10 

Ich greife in das Stiftesilo, weil ich, der Fast-Nur-Mit-Dem-Bleistiftschreiber, ausnahmsweise mal einen Kugelschreiber benötige. Das sind die Dinger, die man als Werbegeschenk nachgeworfen bekommt, damit man immer an den Schenker denkt beim Schreiben.

Manchmal denkt man den Schenker allerdings auch beim Das-Schreiben-Verweigern, was dann allerdings weniger gerne gesehen wird. Oder müsste ich „nichtgesehen“ schreiben?

Egal. Der erste tut nicht. Der zweite funzt nicht. Der dritte verweigert ebenfalls den Dienst.

Der vierte dann endlich. Gute Firma, die hier wirbt, denke ich, die verschenken sogar Kugelschreiber, mit denen man planvoll Linien und Striche ziehen kann. Buchstaben und Ziffern schreiben.

Die anderen drei Versager kommen in den Müll.

Wobei ich mir sage, ich sollte noch einen letzten Test machen. Vielleicht ist ja bei einem der Leistungsverweigerer die Kugel „eingefroren“.

„Also Ihr drei: Letzte Chance!“

Um nicht unnötig Papier zu verbrauchen, gehe ich zum Papierkorb, in dem ich den Pappkarton der mittäglich verzehrten Spaghetti finde.

So sitze ich also in mich gekehrt beim Papierkorb, male abwechselnd mit den Stiften auf dem Nudelverpackungsstück herum, als ich aus meiner Glückseligkeit herausgerissen werde und mich mit der Frage konfrontiert sehe, ob ich etwa und wenn ja, warum, den Müll markieren würde.

Der Austausch sich endlos lange anfühlender, fassungsloser Blicke endet schließlich in heftigstem Gelächter.

Aber die Idee ist genial.

Wenn Du mal meditieren willst und es will Dir einfach nicht gelingen, Dich in diesen entspannten Zustand hineinzubegeben, dann versuch‘ es doch mal mit Müllmarkieren!

© Ulf Runge, 2010

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Die Übung muss unbedingt noch in meinen Kurs 🙂

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  2. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    danke. Ich hoffe, Du wirst meine Urheberschaft da irgendwie einzubringen wissen, etwa „Ulfs Mülldiation“…

    Einen schönen Ersten Advent noch,
    herzliche Grüße,
    Ulf

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  3. andrea2110 sagt:

    *lach*, ja was „man“ Dir so alles zutraut:-) Ich denke, das ist ein gutes Zeichen…Lächelnde Grüsse Andrea

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  4. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    schön, dass Du das so siehst.
    Weißt Du, was ich schon lange nicht mehr gelesen habe?
    „Fettgrinsendes“. Lach.

    Rücklächelnde Grüße,
    Ulf

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