Der Nachbarnachbarnachbar

Leben 652 – Sonntag, 28.11.10


Der Friedhelm, der hat frei heute. Wo es doch den ersten Schnee geschneit hat. Und dann kommt er mich besuchen. Das müsse er mir unbedingt erzählen. Ich könne das auch in meinem Blog schreiben, meint er.

Habe er doch heute früh zur Schneeschaufel gegriffen, als die weiße Pracht bei uns Einzug gehalten habe. Und weil er erst jüngst gelesen habe, dass man viel glücklicher sei, wenn man anderen eine – unverhoffte – Freude bereite, habe er einfach auch das Nachbargrundstück mit geräumt.

Und das Nachbarnachbargrundstück.

Aber nicht das Nachbarnachbarnachbargrundstück.

Weil er, der Friedhelm, bereits beim zweiten zusätzlichen Grundstück gespürt habe, wie glücklich ihn das mache. Und dann habe er eben umgedreht.

Nun wollte ich vom Friedhelm wissen, warum ich das denn schreiben solle. Das sei zwar absolut nett von ihm, aber nicht wirklich das, was die Menschen lesen wollen. Meine Besucherinnen und Besucher.

Also er, der Friedhelm, sei nach dem Schneeschaufeln sowas von glücklich in seine Wohnung zurückgekommen, als er fragenderweise empfangen wurde, wo er denn überall geräumt habe. Der Nachbarnachbarnachbar habe angerufen. Ob „die von der Stadt“ mit Absicht sein Grundstück „vergessen“ hätten. Oder ob es wahr sei, dass der Nachbarnachbarnachbar nur die Grundstücke vom Nachbar und Nachbarnachbar geräumt habe.

„Was sagst Du jetzt?“, fragt mich der Friedhelm

Da sage ich nichts zu. Ich schreibe es einfach…

© Ulf Runge, 2010

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Berend sagt:

    Doch, das ist genau das, was die Menschen so eigentlich wirklich lesen wollen … nur kann auch der beste Mensch natürlich nicht in Frieden leben, wenn der liebe Nachbar es nicht will.

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  2. Ulf Runge sagt:

    Lieber Berend,

    danke für Deine Anmerkung.
    Mich hat vor kurzem mal jemand gefragt, wenn denn das Gegenteil von „gut“ sei.
    Und mir dann folgenden Aufklärung angeboten: „Gut gemeint.“

    Da möchte man etwas „Gutes“ tun und hat doch nicht die Macht darüber zu beeinflussen, wie es denn „ankommt“.

    Und das passiert und allen täglich.

    Und es beruhigt zu erfahren, dass anderen auch so geht.

    Danke.

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Ersten Adventssonntag.
    Liebe Grüße,
    Ulf

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  3. andrea2110 sagt:

    Lieber Ulf, schöne aunschauliche Geschichte und richte bitte dem Friedhelm aus, dass ICH mich auf das Gute konzentriere, das er tut und nicht auf das, was er noch vielleicht hätte tun können…Und dass ich ihm wünsche, dass er diesen Glücksmoment immer wieder hervorholen kann für sich… Liebe Grüsse Andrea

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  4. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    ich sag’s ihm, Ehrenwort.
    Du hast recht, wir nehmen aus dieser Aktion nur die guten Schwingungen mit.
    Und das gute Gefühl, das ankern wir. Und dann können wir selbst im Sommer Schneeschippenglück fühlen…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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