Richtig rumme Brötchentüte

am
Leben 638 – Dienstag, 09.11.10

Kennt noch jemand den Brötchenmann? „Meinen Brötchenmann?“

Der die Brötchen und Brote immer so in die Papiertüte verpackt, dass ich der einzige Mensch weltweit bin, der nicht weiß, wo oben und unten ist, der die Tüte IMMER falsch auf macht.

Wenn ich die Tüte öffne, liegt mein Objekt der Begierde auf dem Rücken und will vor dem Verspeisen erst einmal zusammengesammelt werden.

Meine (unberechtigten) Reklamationen prallten relativ ungehört bei dem mächtigsten mir bekannten Brötchenverkäufer aller Zeiten ab. Mit Ausnahme der allseits bekannten Versuche, mir den Weg zu einem sorgenlosen Brötchenkäuferleben zu bahnen.

So auch jüngst. Ich traute meinen Augen nicht, als ich las:


© Ulf Runge, 2010

 

16 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bonafilia sagt:

    Dein Brötchenmann ist nicht auf den Kopf gefallen….er neigt zu philosophieren!
    ….
    Kann man tatsächlich Brötchen verkehrt herum in die Tüte legen? oder das Brot? Gibt es beim Brot/Brötchen ein vVorne und ein Hinten? Ja Oben und Unten ist mir klar ,…ich mag lieber die Oberseite vom Brötchen, das Töchterlein lieber die Unterhälfte! 🙂

    Ich wünsche dir einen schönen Dienstag!
    Bonafilia

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Bonafilia,

      ich gehe gern zu ihm! Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich wegen meines Frühstücks zu ihm gehe oder wegen des Spaßes, den wir haben dürfen. Schön, dass bei Euch die Hälften geklärt sind. 🙂

      Was heißt denn verkehrt in der Tüte liegen: Ich mache auf und alles kullert raus und nichts liegt so wie es soll.
      Das darf ich doch verkehrt nennen, oder? Lach!

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  2. Ein Ehepaar teilt sich jahrzehntelang zum Frühstück immer ein Brötchen. Er isst immer die Oberseite, sie die Unterseite. Zur Goldenen Hochzeit stellen sie durch einen dummen Zufall fest, dass er lieber die Unterseite mag und sie lieber die Oberseite. Aus „Liebe“ haben sie beide jahrzehntelang für den anderen verzichtet.

    Miteinander reden wäre auch eine Möglichkeit 🙂

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  3. andrea2110 sagt:

    Lieber Ulf, Du wirst es nicht für möglich halten. Niemals in meinem Leben habe ich ein Brötchen falschrum aus einer Tüte genommen, seit ich Deinen Beitrag letztens gelesen habe, mache ich das jetzt ständig… meinst Du, nach diesem neuen Beitrag habe ich wieder richtig rumme Brötchen?:-) Liebe Grüsse, auch an Deinen philosophischen Brötchenmann von Andrea

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  4. dori sagt:

    Lieber Ulf 😀

    ich schätze, da haben sich zwei (Brötchenmann und Brötchenkäufer) irgendwie gefunden – lächel!
    Meine Brötchen sind übrigens auch immer richtig rum – wie Andreas.
    Ich glaube aber nicht, dass das geschlechtsspezifisch ist!

    Viele liebe Sonnengrüße aus Neuss
    von Dori

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  5. Mamü sagt:

    Lieber Ulf,

    ob ich den Brötchenmann noch kenne? Was für eine Frage… na klar. Ich liebe deinen Brötchenmann. Das heißt, ich liebe natürlich nicht ihn persönlich, sondern deine Geschichten um den Brötchenmann. 😉
    Und was er auf die Tüte geschrieben hat, finde ich klasse. 🙂
    Danke für den Lacher.

    Liebe Grüße,
    Martina

    P.S. Ich kann mich übrigens auch nicht erinnern, dass ich schon jemals ein Brötchen falsch herum aus der Tüte genommen hätte. *lach*

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  6. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    Du hast recht. Wer miteinander redet, ist definitiv im Vorteil.
    Die schöne Geschichte, die uns hier erzählst, kann aber auch einen anderen Ausgang haben. Etwa folgenden:

    Die beiden stellen zur Goldenen Hochzeit (oder hoffentlich schon früher) fest, dass sie beide die gleiche Seite lieber mögen. Entscheiden wir uns in diesem Beispiel mal für die Oberseite.

    Stell Dir vor, wieviel Energie das frei gesetzt hätte, wenn beide sich zum gleichen Wunsch, immer die Oberseite haben zu wollen, bekannt hätten. Vielleicht wären inzwischen die „Oberbrötchen“ erfunden, Brötchen, die keine Unterseite mehr haben.

    Statt der kuscheligen Win-Win-Situation, bei der eineR die Oberseite mag und eineR die Unterseite, gibt es noch die viel stärkere Win-Win-Situation, nämlich den vermeintlichen Konflikt, dass beide das gleiche wollen, so zu kanalisieren, dass etwas Neues geschaffen wird, das beide glücklich macht. Und reich dazu. Im ideellen Sinne. Und womöglich auch im materiellen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    schöne Grüße an Dein Bewusstsein. Ja, es ist das Bewusstsein, dass uns bei dem, was wir können, im Weg steht, wenn wir darüber reflektieren.

    Und es ist das Unterbewusstsein, das uns sicher macht, die guten Gewohnheiten ständig parat zu haben. Leider auch die schlechten.

    Schön, dass uns das Bewusstsein die Chance gibt, täglich neu zu entscheiden und dann ganz intensiv zu trainieren, was für richtig und gut halten.

    Ich weiß nicht, ob Du jemals wieder unterbewusst Brötchentüten wirst auspacken können. Aber eines weiß ich: Die Geschichten vom Brötchenmann gehen weiter…

    Liebe Grüße,
    Ulf

    Und Deine Grüße gebe ich selbstverständlich weiter. Er wird darauf bestehen, Dich und alle anderen KommentatorInnen hier kennenzulernen. 🙂

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  8. Ulf Runge sagt:

    Liebe Dori,

    Du hast recht. Er verkauft die Brötchen nicht, um damit das große Geld zu verdienen.
    Statt dessen beglückt er mit seinem trockenen Humor einen wunderbaren Mikrokosmos,
    an dem ich teilhaben darf.

    Das durch ihn bedingte Suchtpotenzial schätze ich sehr hoch ein. Ich könnte mir schon jemanden vorstellen, der selbst im Urlaub ins Büro fährt, um sich diesen Morgendialog nicht entgehen zu lassen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  9. Hase sagt:

    Lieber Ulf,
    danke Dir für die neuen Zeilen über Deinen Brötchenmann, die mich wiederum schmunzeln lassen, einfach schön. Obwohl ich ihn nicht kenne, er ist mir sehr sympatisch. Gestern lies ich bei einem Bäcker meine Tüte liegen und zu Hause ist es mir erst am Abend aufgefallen, als ich heute hinkam, bekam ich zwei neue Brötchen, obwohl ich die Tüte auf der Theke liegen lies…… Es war nicht einmal mein Bäckerladen, sondern der im Nachbarort…. Als ich herauskam, sprach mich ein Mann neben meinem parkenden Auto an, ich erzählte ihm meine Geschichte und er erzählte mir von einem Bäcker , der im Ort einmal pro Woche öffnet und die ganze Nacht durchbackt, weil er die Tradition seiner Mutter fortführt. Dort gab es früher immer Riesenkaffeestückchen, die brachte ich immer mit nach Hause, wenn ich freitags von Wiesbaden zu meinen Eltern fuhr. So Erinnerungen wurden aufgefrischt durch meine Dummheit, die Tüte liegen zu lassen, er meinte auch noch, ich hätte eine schöne Brille….. Es war sehr nett diese Begegnung, wir kannten uns nicht.
    Liebe Grüße
    Erika

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  10. Ulf Runge sagt:

    Liebe Martina,

    schön, dass Du „ihn“ liebst, oder wie Du richtigerweise einschränkst, die Geschichten über und mit ihm.

    Ja, wenn es ihn nicht gäbe, ich würde ihn erfinden.
    Manchmal frage ich mich, ob ER mich jeden Tag neu erfindet.
    Und ob ICH ihn jeden Tag neu erfinde.

    Das Brötchen-Falschrum-Rausnehmen kann man übrigens lernen. Da gibt es teure Kurse für. 🙂

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  11. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    ist es nicht schön, wie uns vermeintlich Banales, Belangloses, Alltägliches mit anderen Menschen zusammenbringt. Weil es einfach schön ist, von Begegenheiten zu erfahren, die uns allen passiert sein können, und bei denen es immer wieder spannend ist zu erfahren, dass es eine unerwartete Wendung gibt, dass die Geschichte einen anderen Schluss hat als sonst.

    Schön, dass Du uns daran teilhaben lässt.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  12. Genial!!! Marathon-Laufen und Marathon-SWR-Hören und Marathon-Bloggen macht ganz offensichtlich einen klaren Kopf. Ich werde mich gleich morgen früh mit Ulrike zusammensetzen und schauen, was wir beide mögen (man kann immer etwas entdecken, das man voneinander noch nicht weiß). Vielleicht gibt es dann schon bald ein Tandem-Irgendwas bei Amazon zu bestellen.

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  13. Ulf Runge sagt:

    Liebe Jürgen,

    ich nehme an, mit meiner Antwort hast Du nicht wirklich gerechnet gehabt. Ich auch nicht.
    Aber es ist so. Wo wir in vermeintlicher Konkurrenz zueinander stehen, da eröffnen sich ganz besondere Potenziale…

    Mach was draus…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  14. Anna-Lena sagt:

    Bei uns ist es ao, dass ich gerne die Unterseite esse und mein Mann die Oberseite. Sollte ich ihn vielleicht fragen, ob wir mal tauschen wollen? Vielleicht mag er auch lieber mein Unterteil :-).

    Gleich beim Frühstück werde ich das testen.
    Danke für die sonntägliche Anregung.

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Anna-Lena,

      danke für den Schmunzler!

      Und? Wie ist der Test ausgegangen?

      Liebe Grüße,
      Ulf

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