Armeleute Twitter

am
Leben 633Samstag, 23.10.10

Twitter, muss ich ehrlicherweise gestehen, habe ich noch nicht. Auch nicht Bandscheibe oder Grippe. Bei den beiden letzteren weiß ich, dass es mir gut dabei geht, so ohne sie.

Aber bleiben wir bei Twitter. Da ich es nicht habe, weiß ich auch nicht so recht, wie es funktioniert. Und was mir ohne Twitter (nicht) fehlt. Wenn ich es recht sehe, ist Twitter die SMS „an alle“. An alle Follower. Follower sind diejenigen, die einem Twitter-Zwitschernden auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, weil sie nämlich beim Twitterer bestellt haben, was die oder der sich so den ganzen Tag einfallen lässt. Das kannst Du vermutlich kostenfrei im Internet lesen und nachlesen. Und wahrscheinlich gegen (teures) Geld auf Dein Handy umleiten. (Macht das wirklich jemand?)

Egal. Davon wollte ich gar nicht schreiben. Lach.

Mein Thema heute sollen die Statusmeldungen in den „Social Communities“ sein. Status bedeutet Zustand. Und die Menschen in den Netzwerken sind absolut in unterschiedichen Zuständen. Vermutlich in Ermangelung eines Twitter-Accounts schreiben die mitteilungsbedürftigen Zeitgenossen, dass Sie etwa „Tipps für den 8. Spieltag abgegeben“ haben. Na toll, sag ich da. Und liebäugle damit, meinen Status auf „Will morgen seinen Lottotipp abgeben“ zu ändern.

Je nach Community erfährt man, was eine Person hat: „Langeweile!“, „ein Foto von XY kommentiert“ oder „eine neue geschäftliche Adresse“.

Headhunter berichten in ihrem Status, dass sie „einen IT-Projektleiter für renommiertes Unternehmen in Rhein-Main suchen“. Ich finde, dass auch Personalberater einen besseren Status als so einen verdient haben.

Beliebt, oder soll ich sagen, höchst unbeliebt, ist die automatisch generierte Meldung „.…hat ein neues Profilbild.“ Das ist ein beliebter Sport bei Auffallenwollern. Die haben mindestens zwei Bilder im Programm, die sie abwechselnd auf ihrem Profil aktivieren. Damit erreichen sie mindestens einmal am Tag, dass diese nervige Meldung hochpoppt. Meine Antwort auf dieses Phänomen war die Statusmeldung: „Ulf Runge hat KEIN neues Profilbild.“

Eine Dame hat sich auf die originelle Meldung „hat keinen Status!“ spezialisiert. Worauf ich mich dann schon mal zu einem „Ulf Runge hat auch keinen Status!“ hinreißen lasse.

Da gibt es Menschen, die sich auf das Seminar am Wochenende freuen, andere haben wiederum andere als Kontakt gewonnen, dann wird darüber berichtet, dass man etwa der Gruppe „Originelle Statusmeldungen“ beigetreten ist, Mitfahrgelegenheiten werden gesucht, was auch immer.

Manchmal sind die Statusmeldungen aber auch einfach nur genial. Zum Abschluss zitiere ich die Statusmeldung, die mir am besten in diesem Monat gefallen hat. Der Autor liest auch in diesem Blog. Wenn er mag, möge er sich outen. Oder mir – etwa über eine Statusmeldung – mitteilen, dass ich seinen Urheberschutz nicht gewahrt habe. Dann lösche ich die nächste Zeile wieder:

„Wir können alles…. Außer Bahnhof !“

© Ulf Runge, 2010

P.S.: Und dann gibt es noch Blogger, die in ihrer Statusmeldung etwa formulieren: „schreibt über ‚Armeleute Twitter‘:  https://ulfrunge.wordpress.com/2010/10/23/armeleute-twitter“.

10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lieber Ulf,

    Twitter, Facebook, Xing und Co sind vieles, vor allem aber sind es enorme Zeitfresser. Da ist weniger wirklich mehr! Ich selbst habe meine Aktivitäten dort bereits erheblich heruntergeschraubt und kümmere mich online fast nur noch um drei Dinge: Meine Lieblingsblogs 🙂 , meine eigene Website und http://www.beunic.com, denn da entsteht etwas ganz Großes, eine Community, die diesen Namen wirklich verdient und die persönliches Wachstum möglich macht.

    Ich wünsche Dir ein schönes, ruhiges und twitterfreies Wochenende,
    Jürgen

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  2. Hase sagt:

    Lieber Ulf,
    danke für Deine Darstellung.Ich hab kein Twitter und auch keine anderen social networks. Mir reichen die Blogs zum Lesen und Kommentieren und mein E-Mail Konto völlig aus.
    Jeder muss das m.E. für sich selbst entscheiden.
    Liebe Grüße zum Sonntagabend
    Erika

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  3. Dori sagt:

    Lieber Ulf,

    mich findet man seit einer Weile auch auf Twitter – aber irgendwie ist es so gar nicht „mein Ding“ und mein Medium. Und Jürgen hat Recht – das alles sind Zeitfresser, und so vielbeschäftigte Menschen wie wir haben so viel Zeit gar nicht 😉

    Ich sende Dir liebe Sonnengrüße
    aus D-dorf, Dori

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  4. Mamü sagt:

    Lieber Ulf,

    ich habe Twitter noch nicht ausprobiert und mir fehlt auch nix. 🙂
    Aber ich wollte mich einfach mal wieder hier blicken lassen. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

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  5. Elisabeth sagt:

    Lieber Ulf,

    was zuviel ist, ist zuviel – und manchmal ist weniger mehr 🙂 Ich twittere seit fast zwei Jahren, aber ganz durchschaut hab ich das System noch nicht. Es gibt Menschen, Unternehmer, die darauf schwören – aber so hat jeder etwas anderes, was ihm mehr liegt. Ich bleibe auch lieber bei meinem Blog. Und bei facebook 🙂 und…

    Alles Liebe für dich – herzlich, Elisabeth

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  6. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    ja aus Deinem phantastischen Blog ist immer mehr eine geniale Website entstanden.

    Für den Tipp auf beunic danke ich Dir. Ich werde mich da schlau machen. Und zwar JETZT. Weil, nur das TUN bringt uns weiter.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    jede und jeder weiß selber für sich am besten, was gut für eineN ist.
    Und doch sollten wir immer wieder überprüfen, ob von den neuen Angeboten etwas für uns „gut“ ist.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  8. Ulf Runge sagt:

    Liebe Dori,

    ich vermute mal, erst dann, wenn Du einen wirklich persönlichen Nutzen aus Twitter ziehst, wirst Du ein anderes Urteil fällen.

    Mir geht es ähnlich: Ich weiß nicht, was mir fehlt. Du hast es aber wenigstens schon ausprobiert. Da bist Du weiter als ich…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  9. Ulf Runge sagt:

    Liebe Martina,

    da bist Du definitiv weiter als ich.
    Du hast Dich bei mir blicken lassen. Danke!!!
    Und ich werde mich bei Dir und all den anderen liebgewonnenen Blogs auch demnächst wieder blicke lassen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  10. Ulf Runge sagt:

    Liebe Elisabeth,

    ich glaube, der eigene Blog bzw. die eigene Website ist sicherlich der bedeutsamste Ort, um „Nachrichten“ über sich „loszuwerden“.

    Wer von überall und ganz schnell was loswerden möchte, für den ist Twitter sicherlich erste Wahl. Aber natürlich verführt dieses Werkzeug dazu, bedeutend unüberlegter und weniger sauber recherchierte Dinge in die Welt zu setzen.

    Ich finde es toll und genial, dass uns immer wieder neue Werkzeuge zur Verfügung stehen. Wir müssen lernen, sie maßvoll zu bedienen. Wie das Telefon. Oder das Handy. Oder die E-Mail-Box. Dinge, die wir nicht unbedingt in der Schule gelernt haben.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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