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Archive for September 2010

Sieht man, dass ich …?

27. September 2010 12 Kommentare
Leben 626 – Montag, 27.09.10

Ich laufe die Fußgängerzone entlang. Sehe zwei junge Männer, die loswerdenwollende Werbezettel in ihren Händen halten und verteilen.

Die wollen auch Feierabend haben, denke ich mir, und nehme einem der beiden einen Restaurant-Flyer ab.

Bedanke mich und will lächelnd weiterschlendern.

Als einer der beiden mir noch nachruft: „Da gibt es auch vegetarische Gerichte!“

„Woher wissen Sie, dass ich Vegetarier bin?“ will ich wissen.

„Das sieht man!“ strahlt mich der Angesprochene an. Und ich glaube, das hat er einfach nur nett und als Kompliment meint.

Und in der Tat: Die Rückseite des Flyers ist hundertpro vegetarisch:

© Ulf Runge, 2010

Neue Schuhe

26. September 2010 2 Kommentare

Leben 625 – Sonntag, 26.09.10

Neue Schuhe. Sie häbe sich neue Schuhe gekauft.

Fein. Welche denn an derer statt entsorgt werden würden? Auf dass es Platz gäbe.

Diese Frage habe sie erwartet. Wenn selbige nicht von ihm gestellt worden wäre, hätte sie sich allen Ernstes gefragt, ob alles in Ordnung sei mit ihm. Und übrigens. Die Schuhverkäuferin habe ihr noch einen Putzlappen geschenkt mit den besten Grüßen an ihn!

Okay. Seine heutiger Blogbeitrag sei damit fertig.

Oh, dann würde sie gerne noch ergänzen, dass, wann immer sie in dem Schuhgeschäft sei, sie vor dem Verlassen gefragt werde, ob ihr Mann denn noch genug Schuhschaum vorrätig habe…

© Ulf Runge, 2010

Kuno

24. September 2010 8 Kommentare
Leben 624 – Freitag, 24.09.10

Ein neuer Kollege kommt an Bord. Kuno heißt er, Kuno Wärisch. Wir begrüßen einander, tauschen ein paar höfliche Worte aus und teilen uns die gegenseitigen Erwartungen mit.

Wir hätten hier im Projekt einen sehr persönlichen Umgang miteinander, füge ich hinzu, ob das okay für ihn sei, wenn wir „Ulf“ zueinander sagen.

Er schaut mich sichtlich irritiert an, wir lassen beide – jeder für sich – das soeben von mir Gesagte noch einmal revue passieren. Worauf wir beide – eben noch einander unbekannt – total amüsiert zu lachen anfangen.

„Kuno wäre auch okay. Wir könnten ebenso gut Kuno zueinander sagen!“ Antwortet der Kuno. Glucks. Kicher. Bauchhalt.

© Ulf Runge, 2010

First Love

21. September 2010 14 Kommentare
Leben 623 – Dienstag, 21.09.10
– Was mir wichtig ist –
Bei „Was mir wichtig ist“ geht es nicht „nur“ um Bücher. Der zweite Beitrag zu diesem Thema ist eine Kurz-Hommage an einen überwältigenden musikalischen Künstler.„Meine“ CD des Jahres ist eine Scheibe, die schon länger auf dem Markt ist, meines Wissens aber nicht auf dem deutschen Markt käuflich erworben werden kann. Gut, dass man sie hier bestellen kann: http://www.klavier-noten.com/noten/yiruma-klavier.htm.

Die CD heißt „First Love“. Ist aber nicht nur was für Verliebte. Sie ist etwas für alle, die gefühlvolle Musik mögen, die auch mal die Augen schließen wollen beim Zuhören, die luftig-leichte Pianoläufe mögen, bei denen man das Gefühl bekommt, der Künstler spielt nur für mich.

Der Künstler? Never heard before. Yiruma. Ein Genie am Flügel. Er ist Koreaner. Viel mehr weiß ich nicht über ihn.

Für mich ist Yiruma der Musik-Künstler des Jahres!

Hier war ein Link auf den Titelsong. Man findet das Original immer noch im Netz, aber nicht mehr auf Youtube. Einfach ein bisschen suchen…

Dieser Klang berührt einfach nur. Und bleibt…

© Ulf Runge, 2010

Flügelverleihendes Buch

17. September 2010 10 Kommentare
Leben 622 – Freitag, 17.09.10

Da kenne ich einige Menschen in meinem persönlichen Bekanntenkreis, die schon Weiterbildungen zu NLP gemacht haben. NLP = Neurolinguistische Programmierung. Hört sich an, als wenn Informatiker sich jetzt den menschlichen Geist vorgenommen hätten. Oder wie Gehirnwäsche. Egal, zu den drei Buchstaben habe ich noch nicht mal ein Halbwissen. Gehabt. Bisher.

Als ich am Wühltisch einer Londoner Flughafenbuchhandlung stehe, überwältigt mich der Kaufrausch, als ich auf recht interessant erscheinenden Sachbüchern den Aufkleber „4 for 3“ entdecke. Obwohl ich genügend ungelesene Bücher dahim habe, leiste ich mir den Luxus weitere 4 zum Preis von 3en in meinen Besitz wechseln lassen. Wo sie nun seit gut einem Jahr mehr oder minder als Raumzierde und Staubfänger rumstehen und rumliegen.

Es ist fünf vor Schweden. Die Koffer sind gepackt, das Auto ist geladen, und ich gebe mir noch 5 Minuten Zeit meine Urlaubslektüre zu komplettieren. So ungefähr 7 Bücher, die ich nicht lesen werde, sind bereits an Bord, als ich noch schnell einen Blick auf die „Bitte-lies-mich“-Fraktion warte. Ich werde es mal mitnehmen, dieses „Change your life with NLP“ von Lindsey Agness. Die anderen eingepackten Bücher sind ebenfalls Sachbücher, doch dass ich jetzt noch ein englischsprachiges mitnehme, ist der Gipfel. Ich dachte, ich fahre in Urlaub.

Am Ende aber bin ich richtig stolz. Ich habe es komplett durchgelesen im Urlaub. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Obwohl ich ahnte, was es ist: Es ist ein Arbeitsbuch. Ein Buch, das voller Anregungen ist für Übungen, für Reflexionen. Und wenn Du die Übungen machst, spürst Du auf einmal, wieviel Energie von Dir selber ausgeht, wenn Deine Gedanken Dir neue Horizonte eröffnen.

Ich weiß jetzt immer noch nicht, was NLP ist. Will ich auch gar nicht wissen. Lach. Aber ich weiß, dass dieses Buch mir richtig gut getan hat. Und tun wird. Die Autorin hat einen sehr persönlichen Stil, so als würde sie Dir gegenüber sitzen. Wie ein richtiger Coach. Sie bringt eigene Erfahrungen ein. Sie gibt Impulse, aber keinmal spüre ich einen erhobenen Zeigefinger, der mich in eine bestimmte „richtige“ Richtung bringen will.

Das Buch lässt mich recht intuitiv bestimmen, ob ich da bin, wo ich sein möchte, oder ob ich den Wunsch habe, mich weiterzuentwickeln. Zeigt mir die Möglichkeit auf, mich von der „Grauen Zone“ in die „Brilliante Zone“ zu bewegen.

Eine Übung, die ich dann gerne mache, weil ich sie schon vor der Buchlektüre für mich verinnerlicht hatte, aber noch nie explizit in Worte gefasst hatte: Will ich „weg von“ irgendetwas? Oder wäre es hilfreich, wenn ich mir die Frage stellen, ob ich „hin zu“ etwas möchte.

Ich erfahre, wie man Ziele präzise formuliert, was für mich auch nicht neu ist, aber die Darstellung ist kurz, knapp und gelungen.

Das Lebensrad, im Prinzip ein Polardiagramm über die bedeutsamen Bereichen unseres Lebens, gibt Hinweise, wo wir womöglich eine Schieflage haben zwischen dort, wo wir sind, und dort, wo wir uns hinsehnen.

Sehr gut gefällt mir die Aufforderung, für diese Bereiche, bei denen ich mich besonders verändern möchte, meine Ziele präzise auf einen zukünftigen Zeitpunkt zu legen. Und dann von dort rückwärts „zu rechnen“ bis heute. In kleinen Schritten. So dass ich schon morgen, nein heute, den ersten bewussten kleinen Schritt auf mein Ziel gehen kann.

Ich will diese Appetitmachung auf dieses wunderbare, leider noch nicht in deutscher Sprache erhältliche Buch beenden mit einem Tipp, wie ich mich täglich neu auf Situationen vorbereiten kann, die ich als schwierig empfinden könnte. Etwa ein Meeting, bei dem jemand versuchen könnte, mich „rund“ zu machen. Oder ein Beurteilungsgespräch durch meinen Vorgesetzten. Dir fällt bestimmt eine unangenehme Situation ein, die in Deinem Leben eine Rolle spielen könnte.

Diese wunderbare Übung geht so. Such Dir eine Körperstelle aus, die Du im Prinzip jederzeit ohne aufzufallen erreichen kannst. Vielleicht nicht gerade die Nase, nimm vielleicht den Rücken der linken Hand. Übe mit der rechten Hand leichten Druck auf diese Stelle, also auf den linken Handrücken aus. Schließe die Augen. Stelle Dir eine besonders schöne Situation vor. Etwa, als Du zum ersten Mal die Zauberflöte gehört hast. Oder den ersten Halbmarathon gelaufen bist. Den ersten Kuss. Das erste erfolgreiche Bewerbungsgespräch. Was auch immer. Schicke Dir diese positiven Empfindungen täglich für 5 bis 10 Minuten. In diese Körperstelle. Also etwa den Rücken der linken Hand.

Und wenn dann diese fürchterliche, unangenehme Situation kommt, dann fahre unmerkbar für Dritte über Deinen linken Handrücken. Und auf einmal wird die Kraft der Zauberflöte, des Halbmarathons, des Kusses, der erfolgreichen Bewerbung Dich durchströmen, Du wirst lächeln, Du wirst für andere erkennbar die Person sein, die die Situation im Griff hat.

Ich habe noch nie Red Bull getrunken. Ich weiß nur, dieses Buch verleiht Flügel

© Ulf Runge, 2010

Figur der Weltliteratur

15. September 2010 9 Kommentare
Leben 621 – Mittwoch, 15.09.10

Ich habe sie ihm schon öfter zugerufen, die Frage, ob er wisse, dass er eine Figur der Weltliteratur sei? Was er dann regelmäßig mit einem freundlichen Lächeln beantwortet.

Nun, diesmal konnte ich es nicht mehr bei dieser Frage belassen. So schritt ich zur tat, druckte sie aus, meine, oder besser, „unsere“ „Falschrum“-Geschichte, umd sie dem verblüfften Herrn in die Hand zu drücken.

Ja, die Rede ist von meinem Brötchenmann.

Das war an einem Freitag Morgen, dass ich ihm den Lesestoff in die Hand gedrückt hatte. Er solle sich den Text mal am Wochenende „antun“.

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73 bitte 24

12. September 2010 26 Kommentare
Leben 620 – Sonntag, 13.09.10

Alle Worte sind vorbedacht, der Plan ist geschmiedet, ich betrete den Baumarkt und finde an der Information mein Opfer. Sie lächelt mich höflich an, fragt nach meinem Begehr, welches ich dann aber auch sofort loswerde.

„Sind Sie auch schon so weit wie der Aldi?“ frage ich die abnehmend höflich lächelnde Dame, vielmehr wird in ihrer Mimik ein Fragezeichen erkennbar, was heißt hier ein, nein es sind ganz viele irritierte Fragezeichen auf Ihrer Stirn geschrieben, die schließlich in der für mich völlig überraschenden Gegenfrage „Wie bitte?“ münden.

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