Mit ganzem Herzen

Leben 613 – Sonntag, 22.08.10

Unentrinnbarkeit

Wenn Du nicht entkommen
kannst, dann lass dich
mit ganzem Herzen ein

Mignon McLaughlin

Zunächst wollte ich diesen Sinnspruch auf eine „klassische“ Art und Weise interpretieren. Dass man, wenn man nicht die Arbeit machen darf, die man liebt, dann doch wenigstens die Arbeit lieben soll, die man macht. Oder dass man akzeptiert, wie es ist, wenn man an einem Freitag Nachmittag im Aufzug stecken bleibt.

Dann aber eröffnete sich mir die eigentlich naheliegendste Möglichkeit, diese Weisheit verstehen zu wollen. Nämlich, dass ich ja mir selber nicht entkommen kann, dass ich einfach immer wieder neu lernen muss, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Dass ich mich erst einmal so lieben muss, wie ich bin.

Bevor ich versuchen kann, stetig an mir zu arbeiten, mich in irgendeinem von mir gewollten Sinne zu bessern.

Wenn ich mich mit ganzem Herzen auf mich selber einlasse, dann lächle ich mir am Morgen zu, wenn ich mich das erste Mal im Spiegel sehe. Wünsche mir einen guten, achtsamen Tag. Und lächle mir spät abends (oder besser: früh morgens) zu, um in Dankbarkeit diesen Tag zu beenden.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns mit ganzem Herzen auf uns selber einlassen.

Und dass wir daraus die kraftvolle Freude schöpfen, uns gegenseitig aufeinander einzulassen, einander die erhoffte Zuwendung zu geben, auf dass wir aus der erfahrenen Wertschöpfung das Gefühl erfahren, dass es gar nicht darum geht, „entkommen zu können“. Sondern dass wir mit Freude „Teil sind vom Ganzen“. Dass wir miteinander Leid und Freude teilen. Uns einander mitteilen.

Ich wünsche uns allen eine Woche, in der wir uns in Freude mit ganzem Herzen einlassen auf Begegnungen, Erfahrungen und Herausforderungen. Denen wir nicht entkommen können. Denen wir nicht entkommen wollen, weil wir an ihnen wachsen können.

© Ulf Runge, 2010

Ich bedanke mich beim Bellaprint-Verlag , Hinterbrühl, Österreich, für die freundliche Genehmigung, den Sinnspruch des Original-Leitspruch-Wochenkalenders als Thema für Beiträge in meinem Blog verwenden zu dürfen. Der Original-Leitspruch-Kalender wird in Deutschland vertrieben von der Impuls-Kalender GmbH.

23 Kommentare Gib deinen ab

  1. Elisabeth sagt:

    Lieber Ulf,
    wow, wunderschön, was du schreibst… Ich kann und will dem gar nichts mehr hinzufügen, weil ich nun ganz im Gefühl bin…
    Und ich werde selbst demnächst in die Hinterbrühl südlich von Wien ziehen… aber das ist eine andere Geschichte… Ich lasse mich darauf ein, voll und ganz, besser und besser… und gewöhne mich an das Ungewohnte… 🙂
    Herzliche Wochenstartwünsche für dich, Elisabeth

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  2. andrea2110 sagt:

    Lieber Ulf, eine wunderbare Interpretation Deinerseits… Ja ich hab mich auch ganz eingelassen und siehe da, ich führe ein komplett anderes Leben als vorher oder bin ich doch entkommen? 🙂 Im Ernst, mein Schlüssel zu meiner Veränderung waren tatsächlich Dankbarkeit und Eigenliebe, das hat alles verändert, Schritt für Schritt… Liebe Grüsse Andrea

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  3. Jürgen sagt:

    Wie könnten wir auch davonlaufen? Wir nehmen uns immer mit, egal, wohin wir auch gehen. Da ist es doch nur weise, wenn wir unser bester Freund werden. Und auch dem Leben und unseren Erfahrungen können wir nicht entfliehen, denn sie sind ja genau das, weswegen wir hier sind.

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  4. Lieber Ulf,
    für diese Erfahrung möchte ich nicht im Fahrstuhl stecken bleiben … doch m.E. hat jede, noch so absurde Erfahrung die wir machen, einen Sinn … und die hast du hier sehr gefühlvoll mitgeteilt … DANKE dir …
    kraft- und freudevolle Grüße – für die Woche –
    Doris

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  5. Mamü sagt:

    Lieber Ulf,

    egal wie weit wir auch entkommen können, uns selbst nehmen wir immer mit. Ja, da ist es besser, sich ganz auf sich selbst einzulassen. Manchmal ist man sogar überrascht, was man da findet. 🙂

    Aber auch so, denke ich, bei anderen Dingen. Wenn man ihnen nicht entkommen kann und sich mal ganz drauf einlässt, vielleicht wären wir auch da manches Mal überrascht, was wir dort finden, im positiven Sinne. Wer weiß. Wo Schatten ist, ist auch Licht. 😉

    Liebe Grüße,
    Martina

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  6. Ulf Runge sagt:

    Liebe Elisabeth,

    noch eine Veränderung, die bei Dir ansteht…

    Raus aus der Stadt, hin aufs Land.
    Ich kenne Wien nur flüchtig, und hatte das Glück, in Baden bei Wien bei wunderschönem Wetter mal durch das Rosarium flanieren zu dürfen…

    Ich wünsche Dir einen spannenden und glücklichen Tapetenwechsel!

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  7. Erika sagt:

    Lieber Ulf,
    danke Dir, das ist sehr schön, auch ich habe wiederum neue Herausforderungen, ein kleiner Fahrrassdunfall mit der Begegnung eines Rottweilers, der abgehauen war, lässt mich neue Aufgaben bewältigen lernen. Leider habe ich in der Vergangenheit sehr negative Erfahrungen mit Hunden gemacht und so hatte ich einen Schock, unser Sohn wurde einmal von drei Schäferhunden lebensgefährlich verletzt als kleines Kind. Das kam alles nochmal hoch bei mir. Bin aber auf dem Weg der Besserung.
    Liebe Grüße von Erika

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  8. Mo sagt:

    * Ich wünsche uns allen eine Woche, in der wir uns in Freude mit ganzem Herzen einlassen auf Begegnungen, Erfahrungen und Herausforderungen. Denen wir nicht entkommen können. Denen wir nicht entkommen wollen, weil wir an ihnen wachsen können. *

    Lieber Ulf,
    mache das.

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  9. Mo sagt:

    @ Jürgen,
    weswegen Du hier bist,
    ist mir nicht ganz klar.
    Wolltest Du nicht Deine Identität suchen?

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  10. Jürgen sagt:

    Mo :
    @ Jürgen,
    weswegen Du hier bist,
    ist mir nicht ganz klar.
    Wolltest Du nicht Deine Identität suchen?

    Die muss ich nicht suchen. Ich bin in jedem Moment ich selbst – wer könnte ich auch sonst sein? Und zu diesem ICH gehört auch, dass ich gerne Blogs verfolge, die mein Denken anregen und mein Leben bereichern. Und beides schafft Ulf immer wieder aufs Neue!

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  11. Mo sagt:

    @Jürgen,
    ich lehne mich da nicht so weit aus dem Fenster wie Sie.

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  12. Jürgen sagt:

    Mo :
    @Jürgen,
    ich lehne mich da nicht so weit aus dem Fenster wie Sie.

    Angst, rauszufallen?

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  13. Wally sagt:

    Interessante Interpretation, lieber Ulf. Bestrebt zu sein, sich immer wieder aufs neue auf sich selbst einzulassen und sich anzunehmen ist ein anstrengend Ding. Aber wahrscheinlich ist es damit ebenso wie mit anderen Dingen, in denen die `Übung den Meister´ macht. Ich übe noch 😉 .

    Sonntagsgrüße,
    von Wally

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  14. Mo sagt:

    @ Jürgen,
    die Antwort lautet: Ja.

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  15. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    das ist schön, wie Du schreibst, dass Dankbarkeit und Eigenliebe die Schlüssel zu Deiner Veränderung waren.

    Und bestimmt auch bleiben. Oder?

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  16. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    das nenne ich „auf den Punkt gebracht“. 🙂
    „Wir nehmen uns immer mit“. Das ist eine wunderschöne Formulierung!

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  17. Ulf Runge sagt:

    Liebe Doris,

    Fahrstuhl muss nicht sein. Hast Du recht.
    Stau geht auch. Oder Kassenschlange im Supermarkt.
    Oder volles Wartezimmer beim Arzt.

    Danke für die kraft- und freudevollen Grüße,
    die doch tatsächlich bis heute nachgewirkt haben.
    Und die deshalb auch gerne wieder zurückgebe.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  18. Ulf Runge sagt:

    Liebe Martina,

    es heißt ja auch, ich glaube zurecht, dass die Lösung unserer Probleme, dass die Beantwortung unserer Fragen schon „in uns drin“ steckt. Wir müssen nur bereit sein, uns im wahrsten Sinne des Wortes dafür zu öffnen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  19. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    wenn auch verspätet, so wünsche ich Dir weiterhin gute Genesung.

    Hunde sind ein Thema, mit dem man trefflich polarisieren kann.
    Ich verstehe alle die, die schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht haben,
    dass sie bei der Begegnung mit weiteren Hunden ein ungutes Gefühl haben.

    Ich bin der Meinung, dass es in der Verantwortung von Haltern liegt, durch eine disziplinierte und liebevolle Erziehung sowie durch sorgfältige Beaufsichtigung ihrer Lieblinge dafür sorgen müssen, dass die Akzeptanz der uns am nächsten stehenden Tiere zurückgewonnen wird, wo sie denn durch schlechte Erfahrungen ramponiert worden ist.

    Mag sein, dass es Hunderassen gibt, von denen man wirklich die Finger lassen sollte.

    Aber statt Hunde anzuleinen, muss und kann man sie dahin bringen, 100%ig zu folgen. Bereits bei der ersten Aufforderung. Das geht. Ich weiß es.

    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben zukünftig nur gute Erfahrungen mit erzogenen Hunden und verantwortungsvollen HalterInnen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  20. Hase sagt:

    vielen lieben Dank für Deine guten Wünsche und Worte,lieber Ulf
    mein Name ist jetzt Hase : ich weiß von nichts, habe einen neuen Computer zum Geburtstag bekommen
    liebe Grüße, Erika

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  21. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    für die meinerseitige Bereicherung durch Deinen Blog möchte ich Dir hiermit ebenfalls danken.

    Lächelnde Grüße,
    Ulf

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  22. Ulf Runge sagt:

    Liebe Wally,

    ich vermute mal, dass genau dieses Üben zu einem bedeutenden Teil das ausmacht, was wir Leben nennen. Vermutlich üben wir alle. Und solange wir üben, leben wir.

    Liebe spätsamstägliche Grüße,
    Ulf

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  23. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    Deine Namensänderung hat nichts mit dem Unfall zu tun, oder?
    Totaler Black-out? Nein, sonst wärst ja nicht wieder hierhergekommen, oder?
    Der neue PC ist „Schuld“? Glaube ich nicht.
    Familienstandsänderung? Dann gratuliere ich Dir ganz herzlich!
    Oder – ähnlich wie bei Hugo – der Versuch in die nicht-anonyme Anonymität überzuwechseln?

    Großes Rätsel! 🙂

    Liebe Grüße,
    Ulf

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