Vom Wünschen

am
Leben 611 – Freitag, 13.08.10

Nachdem Jürgen erst kürzlich seine guten und besten, dazu allemal zeitlosen und herzensguten Wünsche für uns formuliert hat, möchte ich heute aus aktuellem Anlass eine bescheidene Ergänzung formulieren.

Zunächst einmal wünsche ich Dir, dass Du diesen Beitrag rechtzeitig liest. Sozusagen bevor die Sonne wieder aufgeht. Oder im nächsten Jahr wieder. Aber auch dann rechtzeitig.

Dann wünsche ich Dir Regen. Falls über Dir die Wolken den Blick auf das Sternenzelt verweigern.

Dann wünsche ich Dir, dass Du weist, was Du willst. Damit Du nicht erst beim – viel zu flüchtigen – Anblick einer Sternschnuppe anfängst zu überlegen, was Du Dir wünschen könntest. Für Dich, für andere, für alle.

Falls der Regenwolkenhimmel nur wenige Sternschnuppen zur Entdeckung freigibt, könnte als erster sinnvoller Wunsch dieser auf die Reise geschickt werden: „Ich wünsche mir, dass die Anzahl der Wünsche je Sternschnuppe von 1 auf sagen wir 3 erhöht wird.“ Aber wer sagt uns überhaupt, dass nur ein einziger Wunsch zulässig ist. Deshalb schlage ich als Nebenfachmathatiker als sinnvollen ersten Wunsch vor, dass, egal wieviel Wünsche „aktuell“ zulässig sind, deren Anzahl verdoppelt werden möge.

Aber Vorsicht. Wer sich die Verdopplung der erfüllbaren Wünsche je Sternschnuppe wünscht, riskiert, dass „die da oben“ die Anzahl entdeckbarer Sternschnuppen halbieren. Und damit wäre niemandem geholfen!

Falls bei Dir keine Perseiden vorbeifliegen sollten, so heißen die Dinger, die gerade unterwegs sind, dann hilft Dir vielleicht dieser mein Wunsch für Dich: „Ich wünsche Dir, dass Du wunschlos glücklich bist.“ Genial, oder?

Beim Wünschen solltest Du vorsichtig sein: Du solltest Dir nicht wünschen, ganz viel Zeit zu haben. Du solltest Dir auch nicht wünschen, morgen nicht ins Büro zu müssen. Weil Du damit zum Ausdruck bringst, dass es Dir womöglich ziemlich egal ist, WIE Dir Dein Wunsch erfüllt wird. Und morgen aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Arbeit zu können, ist absolut nicht witzig.

Dass Achtsamkeit geboten ist, soll Dir nachfolgendes Managerschicksal illustrieren.

Ein Manager also saß an seinem Schreibtisch, als er von einer Fee geweckt wurde. „Hallo, Duhu! Du hast drei Wünsche frei!“

Der Manager – schon überrascht über diese Situation, aber doch nicht gänzlich unvorbereitet – wusste sofort eine Antwort: „Auf einer Südseeinsel in der Sonne am Strand liegen!“ Ping. Und schon lag er, wo er sich hin gewünscht hatte.

Die Fee sah, dass der Manager sichtlich zufrieden unter den Palmen lag, als sie ihn daran erinnerte, dass er noch einen weiteren Wunsch frei habe. Auch da ließ die Antwort nicht lange auf sich warten: „Eine hübsche junge Frau in meinem Arm halten!“ (Liebe weibliche (!) Leserinnen bitte durchhalten, bei einem Witz wird immer erst am Ende gelacht, geschmunzelt. Oder auch mal gar nicht.) Nur wenig später – Ping! – hielt der Manager ein junges Mädel im Arm und hatte seinen Spaß mit ihr. Die Fee sah’s mit Freude, war es doch ihr Job, Wünsche zu erfüllen.

Nun ist so eine Fee ja auch nur eine einfache Arbeitnehmerin, und war darauf erpicht, zum Ende zu kommen, auf dass es Feierabend geben möge. „Duhu!“ sagte sie. „Darf ich Dich daran erinnern, dass Du noch einen letzten Wunsch frei hast?“ „Richtig!“ meinte der Manager, „da brauch ich gar nicht lange überlegen: Nie wieder arbeiten!“ Ping! Ping! Ping! Schwuppdiwupp saß der Manager wieder an seinem Schreibtisch…

Hier noch ein Hinweis von Nebenfachmathematikern für Fee-„Opfer“: Wünscht Euch doch als allererstes, dass die Zahl der Wünsche verdoppelt werden möge…

Zum Wünschen gibt es ja soviel zu sagen, dass ich das Thema vermutlich morgen schon wieder aufgreifen werde. Bis dahin wünsche ich Dir ein gute Nacht, gute Wünsche, viele Perseiden, wunschlose Glücklichkeit! Und einen glücklichen Freitag, den Dreizehnten!

© Ulf Runge, 2010

15 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jürgen sagt:

    Lieber Ulf,

    das mit dem Wünschen ist bei mir so eine Sache. Du musst nämlich wissen, dass mich Deine Fee schon vor langer, langer Zeit besuchte, als sie gerade in der Nähe war.
    „Hallo, Jürgen! Weil du so ein lieber Kerl bist, hast du drei Wünsche frei.“ Ich überlegte kurz.
    „Gut. Als Erstes wünsche ich mir, dass ich mit allem in meinem Leben stets zufrieden bin und das Gute darin erkennen kann.“
    „Der Wunsch sei dir gewährt“, sagte die Fee, fuchtelte mit ihrem Zauberstab in der Luft herum und versprühte ein paar Funken. Doch alles schien so zu sein, wie es vorher war.
    Aber dann wurde mir bewusst, dass alles einen besonderen Glanz bekommen hatte, alles sah auf einmal viel schöner aus, die erlesensten Gerüche lagen im Raum und in meinem Kopf erklang eine liebliche Melodie.
    Die Fee riss mich aus meinen Betrachtungen und Empfindungen: „Und wie lautet dein zweiter Wunsch?“
    „Lass mich nachdenken.“
    Und die Fee wartete und wartete und wartete. Ja, sie wartet noch heute.

    Alles Liebe,
    Jürgen

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  2. Erika sagt:

    Lieber Ulf,
    vielen Dank für Deine guten Wünsche und das Lächeln , das Du mir mit Deiner Feengeschichte geschenkt hast. Ich Moment spüre ich so etwas wie eine wunschlose Glückseligkeit in mir, für die ich sehr dankbar bin. Das hat auch was mit Ankommen zu tun, Ankommen bei mir selbst…. Ja, viele MEnschen haben Wünsche und wenn sie sich erfüllen, suchen sie weiter und weiter….
    Ich habe den Sternenhimmel gesehen ohne Schnuppen, vielleicht bin ich wunschlos glücklich, wer weiß ?????
    Liebe Grüße , Erika

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  3. andrea2110 sagt:

    Lieber Ulf, schöne Gedanken und wichtige Gedanken über das Wünschen… Früher zitierte ich immer: „Wen Gott strafen will, dem erfüllt er seine Wünsche“…Das passt wohl zu dem Manager…Ich passe gut auf, was ich mir wünsche, vieles ist jetzt schon in Erfüllung gegangen, sodass ich mir in meiner Wunsch-Fähigkeit sehr vertraue…:-) Ich wünsche DIR ein wunderbares Wochenende, liebe Grüsse Andrea

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  4. Elisabeth sagt:

    Danke dir, lieber Ulf,
    das hast du genial zusammengefasst, und deine Tipps sind einmalig und wünschenswert! 🙂 Und: Es gehen viel mehr Wünsche in Erfüllung, als es Sternschnuppen gibt, das ist die gute Nachricht *lächel*
    Guat is gangen, nix is gschehn… 😉
    Herzliche Grüße aus Wien zu dir, Elisabeth

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  5. Mo sagt:

    Lieber Ulf,
    ich möchte mein Entsetzen zum Ausdruck bringen.

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  6. Mo sagt:

    Ich bin jetzt gerade im falschen Film, oder?

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  7. Lieber Ulf,
    in diesen Kommentaren kommt ja so einiges zum Ausdruck. Also, ich verkürze es einmal, wenn ich dann einen Wunsch frei hab‘, dann wünsche ich mir die „Bezaubernde Jeannie“ … denn, das stelle ich mir wundervoll vor … diese Sendung habe ich als Kind so geliebt …
    Scherz beiseite … Gesundheit …
    herzliche Grüße
    Doris

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  8. Mo sagt:

    Ich gehe davon aus, dass der Ulf die Doris mit einem besonderen Kommentar bedenken wird, aber dem Jürgen seine volle Aufmerksamkeit schenken wird.

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  9. Mo sagt:

    Gut so. 😛

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  10. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    ich danke Dir für diesen bezaubernden Kommentar!

    Du hast also noch einen Wunsch frei. Und Du bist sicher, dass Du ihn nicht mehr brauchst. Das ist eine wunderschöne Lebenseinstellung, die absolut nichts damit zu tun hat, dass man zufrieden ist, selbstzufrieden, pflegmatisch, dröge. Im Gegenteil, wer in der Lage ist, sich selbst anzunehmen, wer bereit ist, Positives auszustrahlen, der braucht den dritten Wunsch nicht.

    Und der zweite, den wünsche ich mir für uns alle: genügend Zeit und Raum und Muße, nachzudenken.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  11. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    was gibt es Schöneres, als grübelhaft darüber nachdenken zu „müssen“, was man sich wünschen könnte?

    Ankommen bei sich selbst, nennst Du das. Sehr schön. Wobei das Ankommen jeden Tag neu erfunden werden muss. Das ist der Weg, der das Ziel ist.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  12. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    Du hast recht, es ist sehr wichtig, mit großer Achtsamkeit zu wünschen.
    Sonst bekommt man, was man gewünscht hat, aber nicht wirklich wollte.

    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche!

    Liebe Grüße, Ulf

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  13. Ulf Runge sagt:

    Liebe Elisabeth,

    das ist eine schöne Feststellung, dass mehr Wünsche in Erfüllung gehen als es Sternschnuppen gibt…

    Herzliche Grüße vom Oberrhein an die Donau!

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  14. Ulf Runge sagt:

    Liebe Mo,

    ich freue mich immer über Kommentare, die sich wohlwollend und wertschätzend mit meinen Beiträgen und den Kommentaren meiner Leserinnen und Leser auseinandersetzen. Auch Kritik ist willkommen, besonders dann, wenn sie begründet wird, damit man sie nachvollziehen kann.

    Ich finde es auch besonders schön, wenn sich KommentatorInnen mit Ihrer ganzen Person und dem von ihnen Erlebten und Gefühlten hier einbringen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  15. Ulf Runge sagt:

    Liebe Doris,

    wenn ich Fee wäre, würde ich Dir die „Bezaubernde Jeannie“ schenken. Auf allen Kanälen. Auf DVD. Im Public Viewing. 🙂

    Aber nur, wenn ich ab und zu mal Jim Knopf gucken darf. Und zwar den mit den Fäden am Körper, den Jim von der Augsburger Puppenkiste.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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