Bräunbart

am
Leben 610 – Dienstag, 10.08.10

„Bräunbart“ las Hugo. Nein, nicht in der Zeitung. Nicht auf der Türklingel.

„Bräunbart“ las Hugo. Handschriftlich stand es auf der Mülltonne.

„Bräunbart“ las Hugo. So hießen die Vermieter allerdings nicht. Bei Hugo auf der Mülltonne zu Hause stand sein Nachname. Damit niemand seines Müll klaut, oder warum auch immer.

„Bräunbart“ murmelte Hugo. Das passte absolut nicht zum Namen der Vermieter. Die hießen ja völlig anders.

Hugo allerdings war nicht auf den Kopf gefallen. Klaro. „Bräunbart“, das konnte dann doch nur der Mädchenname der Vermieterin sein. Hatte sie dieses Haus doch bereits vor Jahr und Tag erworben, geerbt, gebaut, was auch immer. Hugo lächelte ob seines detektivischen Spürsinns, der auch dieses Mal wieder nicht versagt hatte.

„Bräunbart“ murmelte Hugo und ging ins Haus.

Am gleichen Tag, etwas später, hatte Hugo ein Problem. Will sagen, er wusste nicht wohin. Mit der Plastikfolie. Andere Länder, andere Sitten, und so wollte die Mülltrennungsanweisung auch in diesem Lande verstanden sein werden. Die Vermieter hatten sich viel Mühe gegeben, die Idee und das praktische Mülltrennen einfach und verständlich zu beschreiben. Außer Glas, Metall und Kompost gab es da noch eine in der Landessprache bezeichnete Kategorie: „Brännbart“. Brennbares! Das solle man in die entsprechend bezeichnete Tonne werfen.

Aber er hätte auch wenigstens dieses eine Mal Recht haben können, dachte sich Hugo schlussendlich. Und warf die Plastikfolie in den Mülleimer, der auch einer Vermieterin mit entsprechendem Mädchennamen hätte gehören können.

© Ulf Runge, 2010

P.S.: Danke für die guten Heimreisewünsche…
Die Kommentare zu den bisherigen Beiträgen beantworte ich demnächst…

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. välkommen Ulf,

    ja, das hätte tatsächlich auch der Mädchenname der Vermieterin sein können … doch ich hatte schon so eine Ahnung … mit meinem detektivischen Spürsinn …
    Ich hoffe, dass ihr eine gute Heimreise hattet und sage: „Herzlich willkommen im Alltag.“

    Herzliche Grüße
    Doris

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  2. andrea2110 sagt:

    Lieber Ulf, Mülltrennung auf schwedisch, Hilfe, verstehe ja das deutsche System noch immer nicht:-) Liebe Grüsse Andrea

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  3. Erika sagt:

    Lieber Ulf,
    schwedische Mülltrennung und Mädchennamen von Vermieterinnen…. vielleicht gibt es da doch geheime Zusammenhänge, wer weiß das schon ???
    liebe Grüße,
    Erika

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  4. Mo sagt:

    Ich habe nie „Heimreisewünsche“ übermittelt.
    Ich warte also auf das, was da noch kommt – oder auch nicht.

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  5. Ulf Runge sagt:

    Liebe Doris,

    wie Du an meiner Blog-Abstinenz gemerkt haben magst, der Alltag hat mich schon wieder im Griff…

    Danke für die guten Heimfahrt-Wünsche. Ich war sehr dankbar darüber.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  6. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    so schwer ist dann doch nicht dort, wo ich war: Die haben nur 2 Mülltonnen. Mehr hast Du auch nicht.

    Und dann war da noch der Kompost. Den haben aber nachts die Tiere vom Wald besucht…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Erika,

    schön, dass die Phantasie keine Grenzen kennt.
    Sonst hätte es diesen Beitrag und Eure lieben Kommentare nicht gegeben…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  8. Ulf Runge sagt:

    Liebe Mo,

    was man noch nie gemacht hat, kann man ja irgendwann noch einmal tun.
    Wenn mal möchte…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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