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Archive for August 2010

Themen, die mir wichtig sind.…

27. August 2010 6 Kommentare
… und wie ich Zugang zu ihnen gefunden habe

Leben 615 – Freitag, 27.08.10

Ich fange heute mal was Neues an. Ich werde nach und nach eine Liste der Bücher, CDs, DVDs, womöglich auch Veranstaltungen und Seminare zusammenstellen, die mich in den vergangenen Jahren „weiter“ gebracht haben. Oder die mir einfach nur gefallen.

Ich lege diese Ankündigung heute noch nicht ganz tief. Ich fange mit dem besten Buch an, das ich seit sehr geraumer Zeit gelesen habe. Zu diesem Buch möchte ich noch mehr ins Detail gehen wollen. Das muss noch etwas reifen. Aber ich mach jetzt mal den Anfang meiner „Zugangsliste“.

Heute weise ich auf das leicht lesbare, leicht verständliche und doch tiefgehende Buch von Lindsey Agness mit dem Titel „Change your Life with NLP“ hin. Eine Übersetzung ins Deutsche ist mir nicht bekannt. Aber vielleicht verliere ich hierzu irgendwann vielleicht doch noch mal einen Satz.

Themen, die mir wichtig sind…

© Ulf Runge, 2010

Kategorien:Leben

Akkordeon

25. August 2010 10 Kommentare
Leben 614 – Mittwoch, 25.08.10

Ich steige in den soeben bereitgestellten Zug ein, finde noch ein freies Viererabteil, versorge mein Jacket, den Regenschirm und den Rucksack, setze mich in Fahrtrichtung auf den Platz am Gang und warte auf die Abfahrt. Nichts Böses ahnend, so sagt man doch. Nur Gutes hoffend, warum sagt man das eigentlich nicht?

Der Waggon füllt sich, mir gegenüber lässt sich eine, mir einen freundichen Begrüßungsblick zuwerfende Mitreisende nieder, schlägt ihr Buch auf, und gut ist.

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Mit ganzem Herzen

22. August 2010 23 Kommentare
Leben 613 – Sonntag, 22.08.10

Unentrinnbarkeit

Wenn Du nicht entkommen
kannst, dann lass dich
mit ganzem Herzen ein

Mignon McLaughlin

Zunächst wollte ich diesen Sinnspruch auf eine „klassische“ Art und Weise interpretieren. Dass man, wenn man nicht die Arbeit machen darf, die man liebt, dann doch wenigstens die Arbeit lieben soll, die man macht. Oder dass man akzeptiert, wie es ist, wenn man an einem Freitag Nachmittag im Aufzug stecken bleibt.

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Falschrum

18. August 2010 27 Kommentare
Leben 612 – Mittwoch, 18.08.10

Mein Brötchenmann, zu dessen Pappenheimern, die er kennt, ich mich zählen darf, hat am frühen Morgen, wenn fast noch niemand zur Arbeit kommen will und er folgerichtig fast ganz alleine ist mit sich, seinem Kühlschrank und seiner Verkaufstheke, dann hat er, mein Brötchenmann, schon eine Idee davon, welche Brötchen und Brote, mannigfaltig belegt mit Wurst und Käse oder was auch immer er denn im Laufe des Morgens verkaufen wird.

Kundenorientiert, fleißig und clever, wie er ist, beginnt er, insbesondere um Warteschlangen zu vermeiden, für nämlich den Augenblick, wenn alle auf einmal eintrudeln, die Jugend des grauenden Tages zu nutzen, indem er die angedachte Ware zu schneiden, bestreichen, schnippeln, belegen, zusammenzuklappen und schließlich in eine Tüte zu verpacken beginnt.

In eine Papiertüte.

Nicht, ohne sein Kunstwerk vorher auf einen dünnen Pappunterteller gelegt zu haben.

Du kommst also zur Hauptandrangszeit, bestellst artig (D)ein ich sag mal belegtes Käsebrot, der Herr Brötchenmann nickt, lächelt, bisweilen grinst er sogar, öffnet den Kühlschrank und gibt Dir stolz wie Oskar Dein bereits in aller Frühe zubereitetes Früh-Stück, jetzt wissen wir auch, warum es so heißt. Während fairerweise parallel dazu Münzen, bisweilen auch gewechselt werden wollende Scheine, den Besitzer wechseln.

Hier ist erstens anzumerken, dass der pfiffige Kleinunternehmer während der Fußball-WM das Interesse, über die eventuell hieraus resultierende Umsatz- oder gar Gewinnsteigerung weiß ich nichts, also das Interesse an seinem Angebot dadurch gesteiert hat, indem er clever, wie er ist, Tüten verwendet hat, die den Spielplan der Mannschaften von der Vorrunde bis ins Finale dargestellt haben. Ein besonderer Service allerdings wäre das handschriftliche Eintragen der bisherigen Spielergebnisse auf die Tüten gewesen, bevor sie ihrer Verwendung als Gebrauchsgegenstand zugeführt worden wären. Dann hätte man sich zum Frühstück bestens informiert gefühlt. Aber wir wollen mal nicht klagen. Besser geht immer. Und vielleicht macht er’s ja schon zur Frauen-WM. Wenigstens für mich.

Was dem Schreiber dieses Artikels allerdings erst während des Betrachtens der spielplanbedruckten Tüten auffiel, war der Umstand oder vielmehr die Tatsache, dass der Brötchenmann falschrum einpackt! Jawoll!

Monatelang hatte sich der Brötchenmannkunde darüber gewundert, dass er zu doof ist, ein papiertüteneingepacktes Brötchen richtig auszupacken. Was heißt denn das, „ein Brötchen falsch auspacken“?

Es gibt die Variante, dass Du die Tüte öffnest und das Brötchen folgt der Gravitationskraft, plumpst also zu Teppichboden. Lecker. Nein. Ist ihm, dem Berichterstatter bisher keinmal passiert.

Die zweite Variante ist lustiger. Er, der Brötchenessenwoller, legt die Tüte auf den Tisch, öffnet selbige an der dafür vorgesehen Öffnung, das ist die, die man früher in den Mund gesteckt hat, um die dann bis auf wenige verbliebene Krümel leere Tüte aufzublasen, und dann dummerjungenweise mit einem lauten Knall zu zerklatschen, was dann unvermeidbar zu einer ziemlichen Krümelschweinerei am Boden geführt hat, fangen wir diesen Satz noch einmal an. Der hungrige Kunden legt also die gefüllte Tüte ordnungsgemäß auf den Tisch, öffnet selbige an der deswegen auch so genannten Öffnung, und der erste Blick fällt nicht auf das erwartete Brötchen, das nämlich unfreiwillig auf dem Boden liegt. Und der Pappdeckel freut sich, dass er ausnahmsweise mal oben .… – nein, keine Zoten in diesem Beitrag!

Wobei: Bei mir gibt es KEIN ausnahmsweise. Der Pappdeckel liegt immer falsch!!! Was am Brötchenmann liegt. Liegen muss! Tag um Tag merke ich das immer mehrer.

Freitag vergangener Woche fasste ich mir ein Herz und wagte, mich ganz lieb und leise bei zu beschweren. Dass ich fast ein geschlagenes Jahr gebraucht hätte, um zu merken, dass es nicht an mir liegt, dass die Brötchen auf dem Rücken liegen würden, in der Tüte. Unter dem Pappedeckel. Er, und das müsse ich ihm jetzt leider sagen, er sei es. Er packe die Dinger falsch ein.

Ob ich wisse, dass heute der Tag der Linkshänder sei. Nein, nicht wirklich, entgegne ich. Um dann noch zu ergänzen, dass für die Rechtshänder in Ermangelung genügender Tage im Jahr bestimmt keinen ihnen gewidmeten Tag gebe. Ich häbe heute nichts zu feiern, da ich Rechtshänder sei.

Und, weil Mann, Linksdenker.

Wenn er schon falsch einpacke und mich das störe, holt mein Brötchenmann zum finalen Gedankenschluss aus, wäre es denn da nicht sinnvoll, wenn ich mal darüber nachdächte, zumal ich ja Linksdenker sei, die Brötchentüten einfach falschrum aufzumachen?

© Ulf Runge, 2010

Vom Wünschen

13. August 2010 15 Kommentare
Leben 611 – Freitag, 13.08.10

Nachdem Jürgen erst kürzlich seine guten und besten, dazu allemal zeitlosen und herzensguten Wünsche für uns formuliert hat, möchte ich heute aus aktuellem Anlass eine bescheidene Ergänzung formulieren.

Zunächst einmal wünsche ich Dir, dass Du diesen Beitrag rechtzeitig liest. Sozusagen bevor die Sonne wieder aufgeht. Oder im nächsten Jahr wieder. Aber auch dann rechtzeitig.

Dann wünsche ich Dir Regen. Falls über Dir die Wolken den Blick auf das Sternenzelt verweigern.

Dann wünsche ich Dir, dass Du weist, was Du willst. Damit Du nicht erst beim – viel zu flüchtigen – Anblick einer Sternschnuppe anfängst zu überlegen, was Du Dir wünschen könntest. Für Dich, für andere, für alle.

Falls der Regenwolkenhimmel nur wenige Sternschnuppen zur Entdeckung freigibt, könnte als erster sinnvoller Wunsch dieser auf die Reise geschickt werden: „Ich wünsche mir, dass die Anzahl der Wünsche je Sternschnuppe von 1 auf sagen wir 3 erhöht wird.“ Aber wer sagt uns überhaupt, dass nur ein einziger Wunsch zulässig ist. Deshalb schlage ich als Nebenfachmathatiker als sinnvollen ersten Wunsch vor, dass, egal wieviel Wünsche „aktuell“ zulässig sind, deren Anzahl verdoppelt werden möge.

Aber Vorsicht. Wer sich die Verdopplung der erfüllbaren Wünsche je Sternschnuppe wünscht, riskiert, dass „die da oben“ die Anzahl entdeckbarer Sternschnuppen halbieren. Und damit wäre niemandem geholfen!

Falls bei Dir keine Perseiden vorbeifliegen sollten, so heißen die Dinger, die gerade unterwegs sind, dann hilft Dir vielleicht dieser mein Wunsch für Dich: „Ich wünsche Dir, dass Du wunschlos glücklich bist.“ Genial, oder?

Beim Wünschen solltest Du vorsichtig sein: Du solltest Dir nicht wünschen, ganz viel Zeit zu haben. Du solltest Dir auch nicht wünschen, morgen nicht ins Büro zu müssen. Weil Du damit zum Ausdruck bringst, dass es Dir womöglich ziemlich egal ist, WIE Dir Dein Wunsch erfüllt wird. Und morgen aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Arbeit zu können, ist absolut nicht witzig.

Dass Achtsamkeit geboten ist, soll Dir nachfolgendes Managerschicksal illustrieren.

Ein Manager also saß an seinem Schreibtisch, als er von einer Fee geweckt wurde. „Hallo, Duhu! Du hast drei Wünsche frei!“

Der Manager – schon überrascht über diese Situation, aber doch nicht gänzlich unvorbereitet – wusste sofort eine Antwort: „Auf einer Südseeinsel in der Sonne am Strand liegen!“ Ping. Und schon lag er, wo er sich hin gewünscht hatte.

Die Fee sah, dass der Manager sichtlich zufrieden unter den Palmen lag, als sie ihn daran erinnerte, dass er noch einen weiteren Wunsch frei habe. Auch da ließ die Antwort nicht lange auf sich warten: „Eine hübsche junge Frau in meinem Arm halten!“ (Liebe weibliche (!) Leserinnen bitte durchhalten, bei einem Witz wird immer erst am Ende gelacht, geschmunzelt. Oder auch mal gar nicht.) Nur wenig später – Ping! – hielt der Manager ein junges Mädel im Arm und hatte seinen Spaß mit ihr. Die Fee sah’s mit Freude, war es doch ihr Job, Wünsche zu erfüllen.

Nun ist so eine Fee ja auch nur eine einfache Arbeitnehmerin, und war darauf erpicht, zum Ende zu kommen, auf dass es Feierabend geben möge. „Duhu!“ sagte sie. „Darf ich Dich daran erinnern, dass Du noch einen letzten Wunsch frei hast?“ „Richtig!“ meinte der Manager, „da brauch ich gar nicht lange überlegen: Nie wieder arbeiten!“ Ping! Ping! Ping! Schwuppdiwupp saß der Manager wieder an seinem Schreibtisch…

Hier noch ein Hinweis von Nebenfachmathematikern für Fee-”Opfer”: Wünscht Euch doch als allererstes, dass die Zahl der Wünsche verdoppelt werden möge…

Zum Wünschen gibt es ja soviel zu sagen, dass ich das Thema vermutlich morgen schon wieder aufgreifen werde. Bis dahin wünsche ich Dir ein gute Nacht, gute Wünsche, viele Perseiden, wunschlose Glücklichkeit! Und einen glücklichen Freitag, den Dreizehnten!

© Ulf Runge, 2010

Bräunbart

10. August 2010 8 Kommentare
Leben 610 – Dienstag, 10.08.10

„Bräunbart“ las Hugo. Nein, nicht in der Zeitung. Nicht auf der Türklingel.

„Bräunbart“ las Hugo. Handschriftlich stand es auf der Mülltonne.

„Bräunbart“ las Hugo. So hießen die Vermieter allerdings nicht. Bei Hugo auf der Mülltonne zu Hause stand sein Nachname. Damit niemand seines Müll klaut, oder warum auch immer.

„Bräunbart“ murmelte Hugo. Das passte absolut nicht zum Namen der Vermieter. Die hießen ja völlig anders.

Hugo allerdings war nicht auf den Kopf gefallen. Klaro. „Bräunbart“, das konnte dann doch nur der Mädchenname der Vermieterin sein. Hatte sie dieses Haus doch bereits vor Jahr und Tag erworben, geerbt, gebaut, was auch immer. Hugo lächelte ob seines detektivischen Spürsinns, der auch dieses Mal wieder nicht versagt hatte.

„Bräunbart“ murmelte Hugo und ging ins Haus.

Am gleichen Tag, etwas später, hatte Hugo ein Problem. Will sagen, er wusste nicht wohin. Mit der Plastikfolie. Andere Länder, andere Sitten, und so wollte die Mülltrennungsanweisung auch in diesem Lande verstanden sein werden. Die Vermieter hatten sich viel Mühe gegeben, die Idee und das praktische Mülltrennen einfach und verständlich zu beschreiben. Außer Glas, Metall und Kompost gab es da noch eine in der Landessprache bezeichnete Kategorie: „Brännbart“. Brennbares! Das solle man in die entsprechend bezeichnete Tonne werfen.

Aber er hätte auch wenigstens dieses eine Mal Recht haben können, dachte sich Hugo schlussendlich. Und warf die Plastikfolie in den Mülleimer, der auch einer Vermieterin mit entsprechendem Mädchennamen hätte gehören können.

© Ulf Runge, 2010

P.S.: Danke für die guten Heimreisewünsche…
Die Kommentare zu den bisherigen Beiträgen beantworte ich demnächst…

Hej då

4. August 2010 15 Kommentare
Leben 609 – Mittwoch, 04.08.10

Der vertraute Anblick der vergangenen Tage ist ab morgen Erinnerung. Deshalb noch ein letzter Blick drauf geworfen!

Früher habe ich mehr oder minder über 11 Monate im Jahr darauf hingearbeitet, dass die „paar“ Urlaubstage möglichst gut vorbereitet sind und nichts schief gehen kann. Was auch immer das ist. (Weil, wenn etwas schief geht, erlebt man ja etwas. Meistens etwas, über das man dann erst später lachen kann.)

In diesem Urlaub habe ich den „Spieß“ mal umgedreht. Ich habe ein sehr wertvolles Buch gelesen, über das ich demnächst noch berichten möchte, das mir in den kommenden 11 Monaten sicherlich reife Früchte bringen wird. Warum sollte denn die Nicht-Urlaubszeit nicht weniger kostbar sein, nicht weniger gut geplant, gelebt, genossen werden?

Für die nächsten Tage ist hier reisebedingt Sendepause:

Bis zum nächsten Beitrag verabschiede mich erst einmal mit einem herzlichen „Hej då“.

© Ulf Runge, 2010

BERTHOL

4. August 2010 10 Kommentare
Leben 608 – Mittwoch, 04.08.10

Mehrfach bin ich in den vergangenen Tagen dran vorbeigegangen. Zwei Bretter zu einem Kreuz genagelt, darauf die Buchstaben „BERTHOL“. Am Straßenrand.

Kein Nachname, kein Geburtsdatum, auch nicht der Todestag.

Kreuz am Wegesrand. Schmucklos. Keine Blumen. Kein Vase. Keine Schale.

Auch in Schweden verlangt der Verkehr seinen Blutzoll.

So steht dieses Schild hier und es ist nicht das einzige im Ort.

Ich spreche einen Einheimischen an, warum es denn hier so viele Gedenkkreuze gebe.

Ich meine, ein Lächeln über sein Gesicht huschen gesehen zu haben, als er mir dann mit ernster Miene antwortet: Dass da kein Nachname zu lesen sei und auch nicht der Geburts- und Todestag, das sei ganz leicht zu erklären.

Berthol, so wie auf dem von mir angesprochenen Kreuz steht, sei der Name dieses Dorfteils, genauso wie die anderen Gemarkungen einen Namen hätten, die dann auf den anderen Kreuzen zu lesen seien.

Zum Schluss noch ein paar Impressionen von heute. Nein, die Bilder sind nicht im Allgäu aufgenommen…

Diese Aufnahme sind entlang des Österdalälven zwischen Älvdalen und Mora aufgenommen. Ein Teil der berühmten Wasalauf-Strecke führt parallel zu diesem traumhaften Flussbett.

Wenn wir schon dabei sind, muss auch etwas Abbitte tun. Der Wasalauf (Vasaloppet) war für mich bisher – in Unkenntnis der Zusammenhänge – ein nicht wirklich ernst genommenes Langlauf-Massenspektakel der Schweden. Inzwischen weiß ich mehr über den historischen Hintergrund und habe den leichteren Teil der Strecke gesehen. Ich kann nur sagen: Respekt vor der Tradition, die hier einmal im Jahr von Zigtausenden Langläufern erlebbar gemacht wird. Respekt aber auch vor der sportlichen Leistung.

© Ulf Runge, 2010

Wenn der Postbote gar nicht klingelt – und die Postbotin auch nicht

2. August 2010 20 Kommentare
Leben 607 – Montag, 02.08.10

Warum die schwedischen Postzustellautos den Fahrersitz und damit das Lenkrad auf der rechten Seite haben? Das Thema war glaube ich bei „Wer wird Millionär“ schon durch, ich will es auch gar nicht lange strapazieren.

Nein, es liegt nicht daran, dass die schwedische Post kein Geld für neue Autos hat und die Wagen noch aus der Zeit stammen, in der in Schweden noch links gefahren wurde. 1967 hat Schweden auf Rechtsverkehr umgestellt. Meine Pointe ist vollends im Eimer, als ich soeben bei Wikipedia nachlese, dass schwedische Autos Fahrersitz und Lenkrad immer schon links hatten. Trotz Linksverkehr!!!

Nein, es liegt auch nicht daran, dass die schwedische Post ganz günstig englische Autos eingekauft hätte.

Die Antwort ist einfach: Wenn der Postbote bzw. die Postbotin auf der rechten Seite sitzt, kann er/sie die Briefkästen im Auto sitzend befüllen, wenn sie z.B. wie auf nachstehendem Bild seitlich an der Straße aufgestellt sind. Hintereinander und in gleicher Höhe.

Für meine Augen etwas ästhetischer sieht das auf diesem Foto aus:

Ja, das ist reinste Idylle, oder? Alle, die hier wohnen, sind sozusagen symbolisch „unter einem Dach“ vereint. Schön, nicht wahr?

Der Schein trügt leider, wie die nächste Aufnahme zeigt.

Jemand hat hier wohl nachträglich ein Häuschen gebaut, aber keinen Platz mehr unterm Briefkastendach gefunden. Wenn das mein Briefkasten wäre, ich würde mich bei diesem Anblick nicht wohlfühlen. Mich als Nachzügler fühlen. Als outcast.

Mal ehrlich, wie würde Dir das gehen? Würdest Du lieber in der ersten Gemeinde wohnen, wo Dein Briefkasten einfach noch an die anderen „angeflanscht“ werden kann? Auf Kosten des äußeren Anblicks?

Oder lieber in der anderen? Hättest Du eine Idee, damit Du in der zweiten Siedlung trotzdem dazugehören würdest?

Oder wäre Dir das egal?

© Ulf Runge, 2010

Looking for the summer

2. August 2010 11 Kommentare
Leben 606 – Montag, 02.08.10

Der schwedische Sommer kann mitunter wechselhaft sein. Der Wind bringt die Wolken. Und der Wind schiebt sie wieder weg. Wenn nicht gerade Trolle am Werk sind.

Für gestern typisch war dieser Anblick:

Deshalb kann man sehr leicht nachvollziehen, dass die Schweden mitunter nach etwas „mehr“ Sommer Ausschau halten. Da es für die Schweden wohl keinen Sänger gibt, der dies schöner ausgedrückt hat als Chris Rea, bricht im Sommer eine regelrechte Rea-Mania aus, die sich durch entsprechend plakatierte Schaufensterscheiben manifestiert.

Hier zwei Beispiele:

Während Du Dich mit den Schweden und mir an Chris‘ zauberhafter Sommer- und Liebessehnsuchtsbalade erlabst, sei noch verraten, dass „Rea“ „Ausverkauf“ bedeutet.

Zum Abschluss ein Naturgemälde von gestern Abend, in Wasser gemalt:

Einen guten Start in die neue Woche!

© Ulf Runge, 2010

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