Wildwechsel?

am
Leben 599 – Sonntag, 25.07.10

Nun gibt es in Schweden wenig Menschen und damit auch wenig Straßenverkehr. Zumindest weniger als in Mitteleuropa. Und als ob das noch nicht genug wäre, sind die zulässigen und auch die gefahrenen Geschwindigkeiten deutlich unter den „bei uns“ üblichen.

Das hat sicherlich mit der erhöhten Gefahr des Zusammentreffens mit Wild, vor allem mit Elchen zu tun. Während der deutsche Hirsch mit einfachem Geweih auf den Verkehrschildern unterwegs ist, der dänische Hirsch dagegen schon als Mehrfachender bezeichnet werden muss, waren wir in den vergangenen Jahren gewohnt, bei Wildwechselgefahr immer einen Elch auf dem Schild zu sehen. Selbst in Gegenden, in der Elch üblicherweise nicht unterwegs ist.

In diesem Jahr haben wir noch kein einziges Elch-Schild gesehen. Sind die alle demontiert, weil eigentlich überall das Wild dem Verkehr auflauert?

Und dort, wo eigentlich am ärgsten mit Wild gerechnet werden muss, im tiefen, tiefen Wald, just dort haben wir die Warnung auf ein Wesen entdeckt, dessen Existenz immer noch von Ignoranten in Abrede gestellt wird: Der Troll.

Vorsicht! Trollwechsel
Vorsicht! Trollwechsel

Der Troll ist eigentlich ein Wesen wie Du und ich. Wenn unsereins den ganzen Tag im Wald leben würde, dann hätten wir zum einen auch keine Möglichkeit, mal zum Friseur zu gehen. Und vor lauter lass mich auch würden wir den Waldspaziergängern sicherlich einen Streich nach dem anderen machen. Einfach weil wir Spaß daran hätten. Ein bisschen erschrecken. Ein bisschen auskitzeln. Ein bisschen lachen und Spaß haben. Was auch immer.

Und wenn irgendjemand mal Hilfe bräuchte, würden wir sicherlich Beistand leisten. Ja, so sind wir Trolle, oder?

Erst gestern etwa hatte Hugo seinen Einkaufszettel auf dem Küchentisch liegen gelassen. Und das ist ärgerlich, wenn man 30 Kilometer fahren muss bis zum nächsten Supermarkt.

Und was ist dem Hugo da passiert? Ein Troll hat eine Wolke so am Himmel hin- und hergeschoben, dass die Wörter von Hugos Einkaufszettel, der ja immer noch auf dem Küchentisch lag, so reflektiert wurden, dass sie im Supermarkt zu lesen gewesen wären. Wenn Hugo nur etwas größer geschrieben hätte!

Deshalb musste noch ein zweiter Troll her. Der zupfte den Hugo so lange an der Hose, bis dieser vor den Ferngläsern stand, eines mal ausprobierte und beim Blick zur Wolke voller Freude seinen Einkaufszettel lesen konnte.

Was da drauf stand? „Ferngläser kaufen!“

© Ulf Runge, 2010

10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Elisabeth sagt:

    Lieber Ulf,
    trollige Geschichten hast du hier für uns! 🙂 Zum Schmunzeln und mit-den-Augen-Zwinkern. Dann troll ich mich mal davon… bevor dein Auto kommt… 😉
    Herzliche Grüße von Elisabeth

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Elisabeth,

      ich seh‘ mit meinem Fernglas! 🙂

      Trollige Rückgrüße,
      Ulf

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  2. Lieber Ulf,
    danke für diese schöne Geschichte … ich mag Trolle … und ich nehme demnächst einfach ein Fernglas zum Einkauf mit … in der Hoffnung, dass es auch hier Trolle gibt …
    herzliche Grüße
    Doris

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  3. Mamü sagt:

    Lieber Ulf,

    also gibt es sie doch, die Trolle, wie das Schild eindeutig beweist. 😀

    Ich glaube, ich habe ein Fernglas irgendwo im Kopf eingebaut. Selbst wenn ich den SELBST geschriebenen Einkaufszettel Zuhause liegen lasse, kann ich beim Einkaufen sehen was draufsteht. 😉

    Trollige Grüße,
    Martina

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  4. Ulf Runge sagt:

    Liebe Doris,

    frei nach Bluna: Sind wir nicht alle ein bisschen troll?
    Trolle gibt es überall. Sie heißen örtlich vielleicht ein bisschen anders.
    In Bayern etwa: Wolpertinger…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  5. Ulf Runge sagt:

    Liebe Martina,

    Du hast recht, wenn man den Einkaufszettel einmal geschrieben hat, braucht man ihn eigentlich nicht mehr, weil man alles im Kopf hat. Bis auf den einen Artikel, der einem erst wieder zu Hause einfällt.

    Schön, dass Du diese seherischen Fähigkeiten ohne Hilfsmittel hast… 🙂

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  6. Mo sagt:

    *Und wenn irgendjemand mal Hilfe bräuchte, würden wir sicherlich Beistand leisten. Ja, so sind wir Trolle, oder?*

    Also ich wäre nicht so, wenn ich ein Troll wäre.
    Und ich gebe zu, hinter meiner Haltung steckt mehr Trotz als moralisches Verständnis.

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Mo,

      für Anschauungszwecke gibt es bei den Trollen genau einen Trotztroll. Aber der darf sich nicht outen.
      Was mich jetzt doch etwas irritiert…

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  7. Elisabeth sagt:

    Und ich kann Wolken schieben, lieber Ulf! 🙂
    Also, da sehen wir wieder mal, was für einen Vorteil Wolken haben! 🙂
    Herzliche Grüße zu dir, Elisabeth

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Elisabeth,

      Du bist also auch eine Wolkenschiebertrollin?
      Wenn’s mal wieder regnen sollte, werde ich Dich um Beistand bitten…

      Bis dahin liebe Grüße,
      Ulf

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