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Archive for Juli 2010

Malung

31. Juli 2010 4 Kommentare
Leben 604 – Samstag, 31.07.10

Ausflug nach Malung, eine Kleinstadt ca. 70 Kilometer vom Siljansee entfernt. Nachdem hier mehrere Tage aufgrund eines großen Tanzfestes der Bär getobt hat, scheint diese Kleinstadt nun fast ausgestorben.

In Erinnerung bleiben auf jeden Fall diese vier Fassaden-Bilder.

Und zum guten Ende: Nicht nur Autofahrer suchen bisweilen einen Parkplatz. Und sind eventuell nur erwünscht, wenn sie zu kaufen beabsichtigen. In Malung gibt es ein Geschäft, bei dem ähnliches für müde Fußgänger-Pobacken gilt: Bitte nur hinsetzen, wenn eine Kaufabsicht erkennbar ist:

Und damit wünsche ich allen ein schönes Wochenende, für’s Auto immer einen Parkplatz und für den Hintern auch ein Plätzchen zum Verweilen.

© Ulf Runge, 2010

Tomgångskörning

29. Juli 2010 15 Kommentare
Leben 603 – Donnerstag, 29.07.10

Noch mehr Weideröschen

Noch mehr Weideröschen

Schwedisch ist eine sehr schöne Sprache. Ich höre sie gerne, auch wenn ich fast nichts verstehe. Das Sprechen reduziert sich im Wesentlichen auf Danke, Bitte und die Hej-Familie.

Zum Glück, Hollywood sei dank, laufen die meisten Filme im schwedischen Fernsehen nicht sprachsynchronisiert, so dass die Schweden, jung wie alt, sich sehr gut auf Englisch verständigen können. So kommt man also gut durch hier. Bisweilen sogar mit deutschen Begriffen, weil die Sprachen –insbesondere gesprochen – ihre Verwandtschaft nicht verleugnen können.

Es macht sicherlich auch Spaß, sich mit der schwedischen Grammatik näher auseinanderzusetzen, etwa, um über das Utrum zu reflektieren. Das Nicht-NeUtrum.

Wie oft stolpere ich beim Verfassen über die Wahlmöglichkeit, meinen „Lesern“ oder „Leserinnen und Lesern“ oder „LeserInnen“ oder last but not least (das war Englisch, würde die Maus sagen) „Leserinnen“ zu schreiben. Da haben es die Schweden, zumindest bei einigen Wörtern, leichter als wir, indem diese Begriffe Utrum-geschlechtig sind. Es meint nämlich beide Geschlechter.

In ähnlicher Weise kennen wir ja von Textilien her den Begriff „unisex“. Utrum ist sozusagen „duosex“. („Bisex“ wäre mir auch noch eingefallen, ist aber bekanntermaßen bereits anderweitig belegt.)

Bleiben wir in Schweden. Da wir mit der Weltsprache Englisch gut durchkommen, bleibt etwa der Straßenverkehr, um sich der Landessprache anzunähern.

Mein diesjähriges Lieblingswort ist „Tomgångskörning“, ungefähr „Tummgongsdschöhrning“ ausgesprochen. Tom heißt leer, gång bedeutet Gang und körning steht für fahren. So dass hiermit das (winterzeitliche) Motor-im-Leerlauf-Warmlaufen-Lassen gemeint ist, das wiederum in vielen Orten auf eine Minute begrenzt ist.

Ich kann es nicht lassen, gehen wir zu den kulinarischen Genüssen über.

Ostkaka etwa ist beileibe kein Exkrement eines Babys, das in Ostschweden gewickelt wird. Vielmehr tun die Schweden „kaka“ „baka“, und mit dem richtigen Quark vermischt wird daraus ein unwiderstehlicher Käsekuchen. Der bekannteste ist der Frödinge Ostkaka.

Bei meinen heiß und innig geliebten „Nöt och bär“, Nüssen und Beeren von OLW, und das heißt nun absolut nicht Ostlippe-Westfalen, sondern ist der Name der Firma, die sich weiterhin weigert, mit ihren Produkten den deutschen Markt zu erschließen, also bei meiner Lieblingsnascherei gibt es etwas ganz Praktisches: „återförslutningsbar“ steht hinten drauf. Åter steht für wieder („välkommen åter“ etwa bedeutet „bis hoffentlich bald wieder“, steht sehr oft am Ortsausgang), försluta bedeutet verschließen und bar ist eine Endung, die im Schweden wie im Deutschen gleichartig verwendet wird, etwa bei „unkaputt-bar“. Die Verpackung meiner Nüsse und Beeren ist also wiederverschließbar. (Wobei, bei mir bräuchten die gar nicht wiederverschließbar zu sein.)

Zwei noch: Mit einem Schmunzeln geht mir immer das klangvolle Wort „jämförpris“ über die Lippen. Zu lesen im Supermarkt auf fast allen Artikeln. Jämförelse = Vergleich, pris = Preis, jämförpris = Vergleichspreis.

Dass die Wortbildung im Schwedischen bisweilen identisch ist mit der deutschen, möchte ich zum Schluss noch mit dem Apotherfachsprachenwort „kosttillskott“ verdeutlichen. Wird ungefähr „kuss-till-schutt“ gesprochen. Kost bedeutet Kosten, till steht für zu, und skott ist der Schuss. Und zusammen also: Kosten-zu-schuss.

Da gehe ich dann doch lieber in die Kackelstugan, einem Bildungszentrum auf Öland, dessen Name von kackla, gackern, und stugar, Stube, herrührt.

Välkommen åter!

P.S.: In Schweden wird der Ölpreis nicht von der OPEC bestimmt. Sondern von den Brauereien. So genehmige ich mir jetzt noch ein Öl, ein alkoholprozentig leichtgewichtiges Bier mit dem Namen Pripps Blå.

© Ulf Runge, 2010

Der Hauptgedanke

28. Juli 2010 10 Kommentare
Leben 602 – Mittwoch, 28.07.10

die Seele baumeln lassen

die Seele baumeln lassen

Er, von dem hier die Rede sein soll, war sich ziemlich sicher, dass er etwas Besonderes war, etwas Einzigartiges. Im Augenblick seiner Geburt war ihm bereits klar, dass er in der Menge Zigtausender sozusagen eine Führungsrolle würde übernehmen müssen, wollen. Sonst wäre er ja nicht er selbst.

Er, von dem hier die Rede ist, war sich im Augenblick seiner Schöpfung bewusst, dass er in sich selber die wahre Inkarnation des Widersprüchlichen war. Und ist. Hatte er doch sich selbst, den Sinn seiner Existenz so verstanden, dass es sein Anspruch sein müsse, genau der Gedanke zu sein, der sich darum kümmert, nichts und nicht zu denken. Wenigstens mal ganz kurz. Um mal Ruhe zu kriegen im Kopf. Wahrlich, was für ein Anspruch, dachte sich dieser Gedanke, dem es trotz seiner Außergewöhnlichkeit immerhin doch egal war, einen eigenen Namen zugesprochen zu bekommen.

Nun, er hatte also bemerkt, dass es ihn selber gab, und was sein Zweck sei. Nämlich der Person, der er entsprungen war, dergestalt dienlich zu sein, dass diese einfach an nichts würde denken können, Ruhe haben würde vor der Kakophonie einer Unmenge von Gedankenblitzen, die einem Pressefotographenblitzlichtgewitter gleich sein Hirn durchfluteten, ohne auch nur einen einzigen Gedanken so richtig fassen, so richtig festhalten zu können.

Wie also würde dieser unser Gedanke, wir wollen ihn fürderhin den Hauptgedanken nennen, auch weil er sich selber nun schon als sehr wichtig entdeckt hat, wie also würde unser Hauptgedanke, sein Ziel des An-Nichts-Denkens erreichen können?

So am Rande sei verraten, dass jener unser Hauptgedanke bei der Beantwortung dieser Frage auf den sachdienlichen Sachverhalt stieß, dass es weiterer mehrerer kluger Gedanken bedürfe, wollte man zur Lösung kommen. Etwa den Grübelgedanken. Und den Zweifelgedanken. Mit Hilfe des Trickgedankens schließlich kam er auf die zündende Idee: Er würde sich selber immer wieder in verkappter Form auf die Reise schicken, indem er etwa alle 30 Sekunden sein Hirn die Frage stellen lasse wolle: „Was denkst Du als nächstes?“ Worauf die Antwort: „An Nichts!“ als einzig wahre Antwort zu gelassen sein sollte.

Während unser Hauptgedanke sich mit Hilfe des Lächelgedankens über sich selber amüsierte, wurde ihm gleichzeitig bewusst, dass er selber eigentlich zwei Gedanken sei: nämlich der, der ans Nichts-Denken denkt, und ebenso der, der permanent die Frage stellt, ob denn der nächste Gedanke einer sei, bei dem man an nichts denke…

Und während er, der Hauptgedanke, darüber sinnierte, wie er diesen dualen Konflikt würde jemals lösen können, da vergaß er, sich laufend die Frage zu stellen, was denn der nächste Gedanke sein würde.

Die Person, der unser Hauptgedanke vor gut einer Stunde gekommen war, fühlte sich zunehmend besser und besser. Es war ein schöner Spaziergang gewesen…

© Ulf Runge, 2010

Ohne Worte – oder: “Von wegen Regen”

27. Juli 2010 6 Kommentare

Leben 601 – Dienstag, 27.07.10

Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium)

Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium)

Seeblick

Seeblick

Noch'n Seeblick

Noch'n Seeblick

© Ulf Runge, 2010

Ockelbo Ost

26. Juli 2010 14 Kommentare
Leben 600 – Montag, 26.07.10

Ockelbo Ost

Ockelbo Ost

„Ockelbo Ost“ lese ich.

Ein harter Tag liegt hinter mir, ich hab die Stunden nicht gezählt, fahren, fahren, fahren, Schweden ist ein großes Land. Die Scheibenwischer sind nicht nachgekommen, zeitweise war die Fahrbahnmarkierung nicht zu erkennen, und erst wenn der Tank zur Neige ging, hieß es, rechts raus fahren, tanken und weiter.

Raus in das Schmuddelwetter, die Kreditkarte einschieben, den Geheimcode eingeben, kein Schwein braucht den Geheimcode in Deutschland, da unterschreibt man mit seinem guten Namen, aber hier brauchst Du den Geheimcode, also Geheimcode eingegeben, Zapfsäule ausgewählt, nochmal nachgedacht, ob 95 wirklich Super ist, ja, 95 ist Super, also für 500 Kronen getankt, mehr geht nicht mit einer Kreditkartentransaktion, den Tank verschlossen, nochmal die Kreditkarte reingeschoben, die Quittung herausgeholt, pudelnass zurück ins Auto, nochmal überprüft, ob die Kreditkarte da ist, und weiter, weiter, weiter, nordwärts.

Angst vorm Sekundenschlaf, immer dieses eintönige Tempo, 90, höchstens 110, bezaubernde Wälder links und rechts, endlose Wälder. Oder Seen. Liebliche Seen. Endlose Seen.

„Ockelbo Ost“ lese ich. Das könnte der Name einer Autobahnraststätte sein.

Aber nein. Ich sitze am Küchentisch, denke an die Herfahrt und öffne voller Vorfreude den leckeren „Ockelbo Ost“.

Ockelbo? Das ist die Stadt, aus der das jüngste Mitglied des schwedischen Königshauses kommt, der Prinzgemahl.

Ost? Das ist schwedisch und heißt „Käse“!

Ockelbo Ost

Ockelbo Ost

Smaklig måltid!

© Ulf Runge, 2010

P.S.: Und die Raststätte würde vermutlich „Ockelbo östra“ heißen.

Wildwechsel?

25. Juli 2010 10 Kommentare
Leben 599 – Sonntag, 25.07.10

Nun gibt es in Schweden wenig Menschen und damit auch wenig Straßenverkehr. Zumindest weniger als in Mitteleuropa. Und als ob das noch nicht genug wäre, sind die zulässigen und auch die gefahrenen Geschwindigkeiten deutlich unter den „bei uns“ üblichen.

Das hat sicherlich mit der erhöhten Gefahr des Zusammentreffens mit Wild, vor allem mit Elchen zu tun. Während der deutsche Hirsch mit einfachem Geweih auf den Verkehrschildern unterwegs ist, der dänische Hirsch dagegen schon als Mehrfachender bezeichnet werden muss, waren wir in den vergangenen Jahren gewohnt, bei Wildwechselgefahr immer einen Elch auf dem Schild zu sehen. Selbst in Gegenden, in der Elch üblicherweise nicht unterwegs ist.

In diesem Jahr haben wir noch kein einziges Elch-Schild gesehen. Sind die alle demontiert, weil eigentlich überall das Wild dem Verkehr auflauert?

Und dort, wo eigentlich am ärgsten mit Wild gerechnet werden muss, im tiefen, tiefen Wald, just dort haben wir die Warnung auf ein Wesen entdeckt, dessen Existenz immer noch von Ignoranten in Abrede gestellt wird: Der Troll.

Vorsicht! Trollwechsel

Vorsicht! Trollwechsel

Der Troll ist eigentlich ein Wesen wie Du und ich. Wenn unsereins den ganzen Tag im Wald leben würde, dann hätten wir zum einen auch keine Möglichkeit, mal zum Friseur zu gehen. Und vor lauter lass mich auch würden wir den Waldspaziergängern sicherlich einen Streich nach dem anderen machen. Einfach weil wir Spaß daran hätten. Ein bisschen erschrecken. Ein bisschen auskitzeln. Ein bisschen lachen und Spaß haben. Was auch immer.

Und wenn irgendjemand mal Hilfe bräuchte, würden wir sicherlich Beistand leisten. Ja, so sind wir Trolle, oder?

Erst gestern etwa hatte Hugo seinen Einkaufszettel auf dem Küchentisch liegen gelassen. Und das ist ärgerlich, wenn man 30 Kilometer fahren muss bis zum nächsten Supermarkt.

Und was ist dem Hugo da passiert? Ein Troll hat eine Wolke so am Himmel hin- und hergeschoben, dass die Wörter von Hugos Einkaufszettel, der ja immer noch auf dem Küchentisch lag, so reflektiert wurden, dass sie im Supermarkt zu lesen gewesen wären. Wenn Hugo nur etwas größer geschrieben hätte!

Deshalb musste noch ein zweiter Troll her. Der zupfte den Hugo so lange an der Hose, bis dieser vor den Ferngläsern stand, eines mal ausprobierte und beim Blick zur Wolke voller Freude seinen Einkaufszettel lesen konnte.

Was da drauf stand? „Ferngläser kaufen!“

© Ulf Runge, 2010

Heide

24. Juli 2010 4 Kommentare
Leben 598 – Samstag, 24.07.10

Kurz hinter Hannover: Ein braunes Hinweisschild, auf dem „Lüneburger Heide“ geschrieben steht.

Was es denn damit auf sich habe?

Das sei eine wunderschöne Landschaft zwischen Hannover und Hamburg, mit Heidschnucken und lilablühendem Heidekraut, Erika genannt. Wir müssten nur ein bisschen aufpassen, dann würden bestimmt in der nächsten halben Stunde so richtig typische Heidelandschaft zu sehen bekommen.

Die halbe Stunde dauerte ein bisschen länger. Wann immer sich der Wald zurückzog von der Autobahn, zeigte er eine wunderschöne Landschaft. Wiesen. Äcker. Seen. Dörfer. Und dann wieder Wald. Von Heide keine Spur.

Gut, dass es in Schweden auch Heide gibt…

Erika in Schweden

Erika in Schweden

© Ulf Runge, 2010

P.S. Ja, ich weiß, wir hätten in Soltau nur mal runterfahren müssen. Aber wenn Du auf der Durchreise bist, dann bist Du auf der Durchreise…

Viva España

23. Juli 2010 8 Kommentare

Die Schären von Barcelona

Die Schären von Barcelona

Leben 597 – Freitag, 23.07.10

Hugo steht an der Reeling, die Küste bereits in Sicht, als sich sein telekomischer Provider angesichts des bevorstehenden Landgangs mit einer SMS bei ihm meldet: „Willkommen in Spanien, bla bla bla.“

Nun hatte Hugo einige wenige Male schon im falschen Zug gesessen. Etwa die falsche S-Bahn genommen, weil die am „falschen“ Bahnsteig stand und Hugo nicht auf die Anzeigentafel geguckt hatte.

Sein Alptraum allerdings war der Berlin-Sprinter, ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof um 18:15 Uhr, nächster Halt erst wieder in Berlin-Spandau. Hugo hatte schon mal erlebt, dass die von der Bahn sogar so nett waren, extra wegen eines Berlin-Sprinter-Falschbesteiger dann in Fulda zu halten und ihn gnädigerweise herauszulassen.

Auch hatte er schon erlebt, dass im proppenvollen Intercity nach München jemand vorlaut und keck durch den Großraumwaggon rief, dass der IC nach München heute auf Gleis Woauchimmer abführe und dies der Zug nach Kassel sei, worauf dann einige Sitzplatzinhaber total verunsichert zur Tür stürmten, um die Lage zu klären. Sie blieben dann im Zug, allerdings war ihr Sitzplatz weg. Fieser Trick. Hugo hat ihn noch nie angewendet, sich allerdings auch nicht gewehrt, davon zu profitieren, als er Zeuge dieser Bosheit wurde.

Willkommen in Spanien stand auf seinem Handy. Das wäre absolut fatal, dachte sich Hugo, wollte er doch der heißen Sommersonne entfliehen.

Das Schiff näherte sich dem Hafen, die ersten Schären vor Barcelona waren nun zu sehen, weiter hinten standen die typisch spanischen Holzhäuschen in rotbrauner Falunfarbe gestrichen und Hugo war schließlich beruhigt, als er die spanische Nationalflagge, gelbes Kreuz auf blauem Grund überall wehen sah.

Wenn es auch nur irgendetwas wie ausgleichende Gerechtigkeit gibt, dann muss heute ein Spanienurlauber von Hugos Provider mit „Willkommen in Schweden!“ begrüßt worden sein, oder?

© Ulf Runge, 2010

An der Urlaubsbenzinpreisschraube gedreht

22. Juli 2010 6 Kommentare
Leben 596 – Donnerstag, 22.07.10

Da war dann am Ende doch zu wenig Zeit, um die vorgesehenen Blogbeiträge zu schreiben. Zu wenig Zeit? Nein, Zeit war genug da, aber anderes war wichtiger.

Nun ist er da, der Urlaub, plötzlich und unverhofft. Und statt sich (rechtzeitig) in den Urlaub und eine Sommerpause zu verabschieden, ist es ein Novum für Hugo: DSL-Anschluss im Urlaubsdomizil.

So wird es hin und wieder ein Lebenszeichen geben, so wie das heutige.

Zuerst einmal eine gute Nachricht: Es wird ja immer auf die Mineralölkonzerne geschimpft und dass die immer zur Urlaubszeit an der Preisschreibe drehen.

Das Schimpfen macht Hugo nicht mit, und über das Drehen an der Preisschraube freut er sich dieses Mal ganz besonders. Denn seine Lieblingstankstelle hat ihre Preise sehr kundenfreundlich gestaltet.

Schade, dass man nicht mehr als voll tanken kann. (Männervoll ist männervoll, da passt absolut kein Tropfen mehr rein.)

Hugos Lieblingstankstelle

Hugos Lieblingstankstelle

© Ulf Runge, 2010

Warum Holland 3:2 gewonnen hat – gegen Uruguay

11. Juli 2010 8 Kommentare
Leben 595 – Sonntag, 11.07.10

Jetzt gibt also doch einen Beitrag zur Fußball-WM…

Wie sehr doch alles miteinander verwoben ist, zeigt uns ja der Kraken-Paul mit seinen treffsicheren Siegerprognosen. Dass das ganze noch gesteigert werden kann, sei hier berichtet.

Spielen die Holländer, ja, ich weiß, ich sollte schreiben „Die Niederländer“, egal, spielen die Holländer also die Südamerikaner schwindelig und führen bis kurz vor Schluss verdient mit 3:1. Und dann, ich habe mir die Szene immer wieder und wieder angesehen, da macht es einen Ruck und schwupp, ist der Ball drei Minuten vor Schluss im Tor unserer Nachbarn.

Wie das? Frage ich mich. Ach ja, es wird wohl am Platz gelegen haben. Oder am Ball. Merkwürdig finde ich das schon. Zum Glück war es nicht spielentscheidend, auch wenn die Urus dann fast sogar noch ausgeglichen hätten.

Erzähle ich meinem Brötchenmann am nächsten Morgen. Grinst er mich an.

Tja, vielleicht hätte ich doch anders anfangen sollen mit dieser Geschichte. Etwa so:

Mein Brötchenmann hatte eine lustige Idee gehabt. Hat er während der WM immer einen Zettel ausgelegt für eines der Spiele des Tages. Konnte man ohne Einsatz tippen, wer gewinnt und wie hoch. Wer richtig getippt hat, bekam beim nächsten Kauf vom Brötchenmann einen kostenlosen Sieger-Kaffee spendiert.

So, jetzt mach ich wieder nach dem Holland-Spiel weiter. Erzähl ich also meinem Brötchenmann, dass das schon irgendwie merkwürdig gewesen sei mit dem 3:2. Dass der Ball da auf einmal im Tor der Holländer gewesen sei.

Grinst er mich an. (Bis hierher hatte ich ja schon erzählt.)

Sagt er doch: „3:1, das wäre mich teuer zu stehen gekommen. Hatten verdammt viele getippt! Hätte ich Kaffee ohne Ende spendieren müssen. Wissen Sie, was ich da gemacht habe? Aber nicht weitererzählen!“

Ehrensache, denke ich.

„Da bin aus meinem Sessel hoch, habe meinen Fernseher sanft und zugleich entschlossen gepackt und dann vorsichtig immer mehr nach hinten gekippt. Hat keiner von den Spielern mit gerechnet. Und drin war der Ball!“

Wir haben uns jetzt für kommenden Samstag bei ihm verabredet. Ziehung der Lottozahlen!

© Ulf Runge, 2010



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