The good, the bad and the ugly

Leben 588 – Montag, 15.06.10

Hugo schreibt wieder. Zuerst möchte er auf einen Kommentar eingehen, dessen Veröffentlichung Hugo nicht zulassen wird. Eigentlich auf zwei. Die er nicht zulassen wird. Und Hugo hat absolut keine Ahnung, ob der zweite unveröffentlichte etwas mit dem ersten zu tun hat.

Aber langsam.

Es gibt ja jede Menge Spam. Spam, der alleine aufgrund seiner äußeren Form, etwa http://www.cbvwzt2hhg.com als solcher erkannt wird. Wie, ist für Hugo schleierhaft, aber auch egal.

Dann wiederum ereilt den Hugo ein Kommentar, der ihn mächtig bauchpinselt: „Klasse, regt wirklich zum Nachdenken an.“ Den Hugo allerdings auch nicht akzeptiert, als er merkt, dass der Link, den der Kommentator hinterlässt, ein kommerzieller ist.

Hugo entscheidet sich – bis heute – erst einmal nicht gegen diesen Kommentar. Aber auch nicht für ihn. So bleibt selbiger bis auf weiteres „unerledigt“. Hugo meint, dass, wer keinen privaten Internetauftritt hat, der muss doch nicht seine kommerzielle Seite hier verlinken, oder? Wobei der Hugo sich natürlich ein weiteres Mal gebauchpinselt fühlt, wenn jemand meint, er könne mit Werbung auf Hugos Blog seinen Umsatz erhöhen.

Dann aber kommt es dicke. Nein, dicker! Schreibt da doch jemand, eine Frau oder ein Herr aus dem Ruhrgebiet vermutlich, Alpinski mit Namen, wörtlich – ich zitiere unzensiert: „nach welchen Kriterien werden Kommentare veröffentlicht? Werden alle Kommentare veröffentlicht oder gibt es eine Zensur???“

Lach. Ja natürlich. Es gibt eine Zensur. Spams fliegen raus. Und Unflätiges auch.

Alles andere kommt zu Wort.

Und dann frage ich mich: Hätte ich überhaupt hierüber schreiben sollen? Oder schweigen? Verschweigen.

Nein, sagt sich Hugo. Manchmal ist sogar der Umstand, dass man wehrhaft dem Bösen gegenübertritt, eine gute Botschaft, ein guter Gedanke. Das Böse kann man nicht wegbomben, wegdiskutieren, wegschweigen. Das Böse will „behandelt“ werden, dazu ist da. Es hat seinen Sinn, das Böse. Es will uns sicherer machen für das Gute, das Richtige, das Wichtige.

© Ulf Runge, 2010

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. andrea2007 sagt:

    Lieber Ulf, ich freu mich, dass Du das ansprichst. Ich hab auch schon viele solcher Kommentare bekommen, mich erst über das Kompliment gefreut, dann genauer hingeschaut und dann – radikal gelöscht. MEIN Blog, also entscheide ICH, was drin steht…Du erinnerst Dich bestimmt an die Kommentare in meinem „about the author“, bei denen ich Dich noch um Rat gefragt habe, ich war mir nicht sicher, ob ernst gemeint oder nicht… und die hab ich dann ja auch gelöscht… Heute bin ich da ganz schmerzfrei, was mir nicht geheuer erscheint, fliegt raus… zack bum peng:-) Liebe Grüsse Andrea

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  2. Jürgen sagt:

    Klasse, regt wirklich zum Nachdenken an. 🙂 Wir würden ja auch nicht jeden in unsere Wohnung lassen, oder?

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  3. Mo sagt:

    Lieber Ulf,
    nachdem ich Deinen Beitrag gelesen habe, stelle ich mir spontan drei Fragen:

    Kann man (ich) kommerzielle Werbung als Meinungsfreiheit zulassen?
    Ist Meinungsfreiheit nichts anderes „als eine persönliche Definitionssache“?
    Ist Meinungsfreiheit ein Fass ohne Boden?

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  4. Mo sagt:

    Und noch eine vierte bis fünfte Frage:
    Ist die persönlich geäußerte, freie Meinung eines Menschen, grundsätzlich als Segen zu betrachten..und kann ich mich ruhigen Gewissens, auch segensreichen Segnungen entziehen?

    Fragen über Fragen lieber Ulf.
    Deren Beantwortung Dir jetzt allerdings nicht obliegt.

    Vielen Dank für Deine Veröffentlichung.

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  5. Ulf Runge sagt:

    Liebe Andrea,

    danke für Deinen Kommentar. Freut mich, dass Du das auch so handhabst.

    … zack bum peng 🙂

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  6. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    Dein Kommentar erinnert mich an diese „Werbung“, dass man die PCs sicherer machen sollte, ich glaube, Du weißt, was ich meine.
    Ja, wir lassen nicht wirklich jeden in unsere Wohnung…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Mo,

    ich glaube, Meinungsfreiheit ist eine Frage der Gesellschaft, nicht die eines privaten, wenn auch öffentlichen Blogs.

    Freiheit hat nach meiner Meinung (!) dort ihre Grenzen, wo sie anderen auf den Füßen rumtrampelt…

    Liebe Mo, danke, dass Du immer wieder Ansatzpunkte findest, die meine Themen und Beiträge kritisch aufgreifen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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