Die Hilfe des Brötchenmanns

am
Leben 580 – Dienstag, 04.05.10

Ein Wort gab das andere, und schon waren sie wieder mittendrinnen in ihrer frech-fröhlichen Morgenfrotzelei, Hugo und „sein“ Brötchenmann.

Er wolle und müsse das gleich richtig stellen, die Bemerkung da eben, er habe da einfach nur bildzeitunglesenderweise rumgesessen und eine Pause gemacht, die sei schlichtweg falsch. Weil, bei ihm könne man nur schwer erkennen, ob er sitze oder stehe. Er habe nämlich, und dabei drehte er sich zur Seite, um auf ein noch zu benennendes Etwas zu zeigen, er habe nämlich eine Stehhilfe. Sprach der Brötchenmann.

„Stehhilfe? Ist nicht Ihr Ernst? Sehhilfe kenne ich. Oder Gehhilfe! Stehhilfe habe ich noch nie gehört!“ erwiderte Hugo.

Der Brötchenmann: „Sehen Sie, das unterscheidet uns, mir genügt eine Stehhilfe. Bei Ihrem Alter allerdings wird es Zeit, an eine Gehhilfe zu denken.“

Sprachlos über so viel Kessheit grinsten Sie einander an, um sich schließlich auch heute wieder bei schallendem Gelächter einander noch einen schönen Tag zu wünschen.

Insgeheim schon an den nächsten Morgen denkend. Vorfreude ist die schönste Freude…

© Ulf Runge, 2010

21 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jürgen sagt:

    Stehhilfe? Waren das nicht diese kleinen blauen …? Ups

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  2. Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,

    ich glaube, Du verwechselt da etwas.
    Es stimmt zwar, dass der Stahlrohrrahmen der Stehhilfe blau lackiert war.

    Aber jetzt ganz ehrlich:
    You saved my next morning!!!

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  3. andrea2007 sagt:

    Mensch Ulf, der Hugo kennt auch Deinen Brötchenmann?? Das ist ja ein Zufall:-) na und Ihr beiden Kommentier-Männer hier unter Euch?:-) Erheiterte Grüsse Andrea

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Andrea,

      ja, Hugo kennt ihn auch. Aber ich kenne Hugo nicht. Der ist und bleibt anonym…

      Fettgrinsende Grüße,
      Ulf

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  4. Mamü sagt:

    Lieber Ulf,

    da isser ja, der Hugo. Bei ihm fängt der Morgen aber lustig an, da hat Hugo Glück. Das Morgenlachen trägt ihn bestimmt schon über den halben Tag. Und morgens fällt es ihm gar nicht so schwer aufzustehen, weil der Tag nicht mit Arbeit beginnt, sondern mit Lachen. 😉

    Liebe Grüße,
    Martina

    P.S. Ich wollte noch ganz kurz einfließen lassen, dass ich den vorherigen Beitrag so wunderschön fand bzw. immer noch finde. Nu bin ich auch schon weg.

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Martina,

      Du hast recht: Wenn man sich schon beim Aufwachen darauf freuen darf, dass man heitere Minuten mit dem Brötchenmann verbringen darf,
      dann ist der Tag eigentlich schon gerettet…

      Danke für Dein P.S.
      Sorry, dass ich da die Kommentarfunktion ausgeschaltet habe.

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  5. Mo sagt:

    Ich überlege auch gerade, ob ich nicht schon längst verschwunden sein sollte.
    Würde das dieses Blog aufwerten ?
    Manchmal bin ich einfach Scheiße.
    Aber eine Antwort wäre mir genehm.

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  6. Mo sagt:

    Lieber Ulf,
    Dein Harmoniebedürfnis in allen Ehren,
    ich kann damit nicht umgehen,
    weil, Romantik ist für mich tatsächlich ein Fremdwort.

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Mo,

    das Leben ist ein Kommen und Gehen.
    In einem Blog wie diesen darf man jeden Tag neu entscheiden,
    ob man noch ein bisschen weiter miteinander gehen möchte.
    Oder etwas pausieren. Länger pausieren. Für immer pausieren. Oder die Pause beenden…

    Ich freue mich über jede Leserin und jeden Leser.
    Ich freue mich über jeden Kommentar hier.
    Aus aufrichtiger Wertschätzung heraus (und nicht weil ich das letzte Wort haben will), versuche ich die Kommentare zu erwidern.
    Deine Kommentare sind bisweilen dazu geeignet, Widerspruch zu provozieren.
    Das ist gut so.

    Ich glaube, wenn alle so wären wie Du, oder alle so wären wie ich, dann wäre die Welt langweilig. Die Welt ist bunt und farbig durch unsere Verschiedenheit.
    Und wir können alle einander geben, voneinander lernen.
    Ich möchte niemanden und keinen Kommentar hier missen.

    Nehmen wir mal an, ich würde „gut“ schreiben, was auch immer das sein mag.
    Wenn niemand meine „guten“ Texte liest, dann ist das wie eine Insel ohne Meer.
    Wenn niemand an meinen „guten“ Texten Anstoß nimmt oder drüber lacht oder weint oder betroffen ist oder was auch immer, dann ist das wie Robinson ohne Freitag.
    Mein Blog ist – „gute“ Texte hin oder her – erst „wert“voll und aufge“wert“et durch die Vielfalt aufgeschlossener und einander wertschätzender Menschen, die hier clicken. Und sich hoffentlich auch äußern.

    Es gibt schlimmere Mangelerscheinungen als Romantikmangel…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  8. Ich empfinde „Romantikmangel“ schon als eine Art Behinderung. Vielleicht liegt es an der Definition von Romantik. „Gefühlsduselei“ mag ich auch nicht. „Kitsch“ noch weniger. Aber „Romantik“ hat einfach Substanz.
    Bewundernswert aber auf jeden Fall die Reaktion des Blogautors.
    Bravo.

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  9. Ulf Runge sagt:

    Lieber Herr Schopp,

    danke für Ihr Plädoyer zugunsten der Romantik. Schön, dass Sie einen Zusammenhang zwischen Romantik und Substanz herstellen.

    Ich bin begeistert von den Gedanken Stephen R Coveys und habe nun endlich im dritten Anlauf sein Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ durchgelesen und – noch wichtiger – VERINNERLICHT. Was mir gefällt, ist die Wertschätzung der vier zentralen Aspekte des Menschseins: Körper – Verstand – Herz – Seele.

    Und dass es in unserer Hand liegt, unsere vier Viertel von der Dependenz über die Independenz zur Interdepenz zu entwickeln.

    Und, was er dann in seinem Buch „Der 8. Weg“ weiterentwickelt, dass wir die sein können, die andere dazu beflügeln können, ebenfalls diesen Weg für sich zu entdecken.

    Romantik würde ich naheliegenderweise dem „Herz“ zuordnen. Um bei weiterer Reflektion zuzulassen, dass die Romantik auch ein Attribut der Seele ist.

    Danke für dieses Plädoyer!

    Herzliche Grüße,
    Ulf Runge

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  10. Mo sagt:

    *Es gibt schlimmere Mangelerscheinungen als Romantikmangel…*
    Lieber Ulf:
    In der Tat.
    Romantik ist etwas für eine friedliche Welt.

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Mo,

      wir erschaffen die Welt mit unseren Gedanken.
      Mit Romantik und Gefühl verzaubern wir sogar Stahl und Beton.

      Man muss nichts lesen, um Weisheit und Wissen zu erlangen.
      Man muss nichts Bestimmtes tun, um Weisheit und Wissen zu erlangen.

      Aber man muss (irgend)etwas tun.

      Hilfreich etwa ist wahrnehmen. Zuhören. Zusehen. Aufmerksamkeit. Zuwendung. Wertschätzung.

      Hilfreich etwa ist lernen. Von den Vorfahren. Von den Meisterinnen und Meistern. Von der Theorie. Aus Fehlern. Und Erfolgen.

      Hilfreich etwa ist für sich zu definieren, was wahr und falsch ist. Was gut und böse ist.

      Hilfreich etwa ist weitergeben. Was man wahrnimmt. Was man gelernt hat. Was man für sich definiert hat.

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  11. Mo sagt:

    Wie viele Bücher muss ein Mensch im Laufe seines Lebens lesen, um Weisheit und Wissen zu erlangen?
    Nicht ein einziges.

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  12. Mo sagt:

    Bäh 😛

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  13. Mo sagt:

    *Hilfreich etwa ist weitergeben. Was man wahrnimmt. Was man gelernt hat. Was man für sich definiert hat.*

    Genau lieber Ulf –
    und das machst Du ja. 🙂
    Darum lese ich ja auch Dein Blog.
    Du bist gut so, wie Du bist.
    Erwähnte ich schon.

    Aber eine kleine Meinungsverschiedenheit möchte ich Dir dennoch offenbaren.
    Du schreibst:
    *wir erschaffen die Welt mit unseren Gedanken.
    Mit Romantik und Gefühl verzaubern wir sogar Stahl und Beton.*

    Lieber Ulf, das sehe ich nicht so:
    Nicht wir erschaffen die Welt mit unseren Gedanken, sondern die Welt, wie sie ist, erschafft unsere Gedanken.
    Für mich ist das ein kleiner, aber feiner Unterschied. 🙂

    Gruß – Mo

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Mo,

      ich lass Dir Deine Sicht.
      Und möchte die meine präzisieren.

      Wir können nicht ändern, was passiert ist.
      Vielleicht können wir beeinflussen, was passiert.
      Aber das was passieren wird, das denken wir uns erst einmal aus.
      Wenn wir es uns nicht ausdenken, wird es nicht statt finden.
      Dann passieren die Dinge, die sich andere ausgedacht haben…

      Du kennst mit Sicherheit diese Weisheit aus dem Talmud:

      „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
      Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
      Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
      Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
      Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“

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  14. Mo sagt:

    „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
    Stimmt.

    Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
    Stimmt nicht.

    Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
    Stimmt nicht.

    Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
    Stimmt auf den ersten Blick, auf den zweiten Blick nicht.

    Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“
    Stimmt nicht, da Charakter und Schicksal beeinflussbar sind.
    Bei Schicksal bin ich mir allerdings nicht sicher, inwieweit ein Mensch tatsächlich darauf Einfluss hat.

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  15. Ulf Runge sagt:

    Liebe Mo,

    ob etwas stimmt, beurteilen wir oft genug aufgrund eigener Erfahrungen und eigener Perspektive.

    Wenn Du schreibst, „stimmt nicht“, dann stimmt es für Dich nicht.
    Und doch kann es sein, dass es für mich stimmt.
    Es wird auch keiner/m von uns beiden helfen, die Mehrheit der Weltbevölkerung hinter sich zu scharen, um ein allgemeingültiges „stimmt nicht“ oder „stimmt doch“ zu erwirken…

    Wie wäre es denn mit folgender Betrachtungsweise:
    Unser Schicksal ist nicht vorherbestimmt.
    Aber die Entscheidungen, die wir treffen müssen, die sind uns in die Wiege gelegt…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  16. Mo sagt:

    *Wenn Du schreibst, „stimmt nicht“, dann stimmt es für Dich nicht.
    Und doch kann es sein, dass es für mich stimmt.*

    Ich antworte nur für mich selbst lieber Ulf.
    Im Grunde bedarf es da gar keiner Klarstellung von Deiner Seite.
    Jeder Mensch kann nur für sich selbst antworten, oder für sich selbst sprechen.
    Es ist für mich schwer vorstellbar, dass irgendein Mensch sich anmaßt, für einen anderen Menschen zu sprechen, es sei denn, es wurde eine Vollmacht hierzu erteilt.

    *Es wird auch keiner/m von uns beiden helfen, die Mehrheit der Weltbevölkerung hinter sich zu scharen, um ein allgemeingültiges „stimmt nicht“ oder „stimmt doch“ zu erwirken…*

    Es tut mir leid lieber Ulf,
    aber diese Anmerkung verstehe ich nicht.

    *Aber die Entscheidungen, die wir treffen müssen, die sind uns in die Wiege gelegt…*

    Ach tatsächlich?

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  17. Ulf Runge sagt:

    Liebe Mo,

    meine Anmerkung sollte ein Hinweis darauf sein, dass nicht die schlicht zählbare Menge von Anhängern einer bestimmten Meinung das Maß der Dinge ist.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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