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Archive for Mai 2010

Zu viel und zu wenig

31. Mai 2010 4 Kommentare
Leben 585 – Dienstag, 01.06.10

Ob man sich Sorgen machen müsse, weil ich so wenig schreibe?

Nein, glaube ich nicht.

Zigtausende von Gedanken gehen uns täglich durch den Kopf. Nur die wenigsten von ihnen werden zu Worten. Gesprochen. Geschrieben. Geschrien. Geflüstert. Gestammelt. Gesprudelt. Geschickt. Gemailt. Getwittert. Gepostet.

Bereut. Nicht bereut.

Gute Gedanken. Niederträchtige. Aufrichtige. Gedankenlose Gedanken.

Da fliegen die Gedanken mir also durch den Kopf. Wollen zu Worten werden. In der Textverarbeitung. Und sind mir dann nicht gut genug. Wo ich mich früher schon leichter getan habe, auf den „Veröffentlichen“-Knopf zu drücken, finden heute Meuchlingsmorde an halbgaren Texten statt. Das Ergebnis halber Gedanken.

Doch ich habe Rettung. Kommt mir mein Leitspruch-Wochenkalender zu Hilfe. Klopft mir auf die Schulter und lässt mich lesen:

Ein Wort zu viel ist
ein Gedanke zu wenig.
Sprichwort aus Großbritannien

Es gibt Sinnsprüche, die muss man nicht weiter kommentieren. Die sprechen für sich. Deshalb für jetzt: Schluss mit weiteren Worten.

© Ulf Runge, 2010

Ich bedanke mich beim Bellaprint-Verlag , Hinterbrühl, Österreich, für die freundliche Genehmigung, den Sinnspruch des Original-Leitspruch-Wochenkalenders als Thema für Beiträge in meinem Blog verwenden zu dürfen. Der Original-Leitspruch-Kalender wird in Deutschland vertrieben von der Impuls-Kalender GmbH.

Militaria 1

24. Mai 2010 8 Kommentare
Leben 584 – Montag, 24.05.10

Es ist schon eine geraume Weile her, dass ich den Umgang mit Waffen gelernt habe. Pistole, Maschinengewehr, Handgranate, diese schrecklichen Dinge habe ich schon in der Hand gehalten, in der Hoffnung meine seinerzeit erworbenen Kenntnisse nie zu Erfahrung werden zu lassen.

Seit Samstag hat sich meine Welt verändert. Seit Samstag bin ich Teil der Aufrüstungsspirale. Seit Samstag zähle auch ich eine Pistole zu meinem Besitz. Zugegebenermaßen ohne einen Waffenschein zu besitzen. Und ich habe dann auch nicht lange gefackelt. Habe sie angesetzt und dann war’s auch schon vorbei.

Affekt werde ich nicht bescheinigt bekommen. Im Gegenteil, es war ja von langer Hand geplant. Gut, ich habe immer wieder mit mir gekämpft und die Entscheidung von Woche zu Woche verschoben.

Als ich dann am Samstag das allbekannte Plakat las, das 20%ige Rabattierung versprach, ging ich rein, und kaufte sie, meine neue Heißklebepistole.

© Ulf Runge, 2010

Sehr-früh-Vogel-Lied

23. Mai 2010 27 Kommentare
Leben 583 – Sonntag, 23.05.10

Ohn‘ Mondenschein,
ohn‘ Kerzenschein,
ohn‘ Thomas Alva Edison,
da gäb’s nur Grund zu heulen,
für all der Nacht ihr Eulen.

Der frühe Wurm sehr glücklich ist,
weil er die Nachteul‘ gern vermisst,
denn jene schreibt und liest, ist nett,
bevor sie wurmlos geht dann doch ins Bett.

Die Nachtigall, die Lerche nicht,
es ist die Nachteul‘, die hier dicht,
die letzte nicht, sie ist die erste,
und darauf reimt sich Hafergerste.

Die Nachteul‘ kann auch kurz sich fassen,
die episch‘ Breite breit sein lassen,
und wenn es sein muss,
sagt sie: „Schluss!“

© Ulf Runge, 2010

Hajo und Martin

Leben 582 – Dienstag, 18.05.10

Hugo war stolz. Hatte er doch einen Kuchen gebacken. Für die Kollegen. Den Kuchentransportbehälter in der linken Hand, den Ausweis in der rechten, betrat er das Gebäude, kämpfte sich die Stufen ins nächsthöhere Stockwerk empor und wurde vom Brötchenmann freudigen Blickes empfangen, anlässlich des erfolgreichen Einstiegs in eine neue Woche.

Nachdem sie sich die üblichen Nettigkeiten ausgetauscht hatten, etwa, dass der Brötchenmann es ja wohl nicht nötig gehabt habe, am Brückentag seinen Service anzubieten, Brötchmann müsse man sein, wünschten sie sich noch einen schönen Tag, lächelten einander zu, ohne dass wirklich ernsthafte Verletzungen erkennbar gewesen wären.

Nun hatte Hugo am Wochenende nicht nur einen (nachträglichen) Geburtstagskuchen gebacken, sondern nach gleicher Rezeptur einen weiteren, den er am darauffolgenden Tage einstandshalber im neuen Projekt kredenzen wollte.

So stieg er also am folgenden Tag erneut mit einem anderen Kuchentransporttransportbehälter die Stufen hinauf zum Brötchenmann, der sich nach Erbringung der vereinbarten Standarddienstleistung, nämlich der Bereitstellung eines taggleich zubereiteten Camembert-Brötchens, dann doch zu den Worten: „Was ist hier den los?“ hinreißen ließ.

„Wie, was soll hier los sein?“ meinte Hugo, Böses ahnend.

„Gestern Kuchen, heute Kuchen? Ist das womöglich ein Angriff auf meine Kleinstunternehmerexistenz? Schließlich ist ja jedes hier ins Haus hineingeschmuggelte Käsekuchenstückchen gleichbedeutend mit einem nicht gegessenen Camembert-Brötchen!“

„Sorry, aber das musste sein. Ein Kuchen zum fast schon verjährten Geburtstag. Und ein Kuchen für die neuen Kollegen!“

„Geburtstag und Einstand! Beides in ihrem Alter noch? Hätt‘ ich jetzt nicht gedacht!“

Und sie wünschten einander erneut einen schönen Tag.

Während Hugo sich in diesem Augenblick unvermutet, aber gerne an Hans-Joachim Kulenkampff zurückerinnerte, kamen dem Brötchenmann ganz andere Gedanken. Er musste an Martin Jente denken…

Und beide freuten sich irgendwie auf morgen.

© Ulf Runge, 2010

Achtel und Sechzehntel

13. Mai 2010 6 Kommentare
Leben 581 – Donnerstag, 13.05.10

„Geht’s noch?“

Fragte sie ihn, den Älteren, dessen Gesicht sich heftig gerötet hatte. Dessen Atem im Rhythmus ihrer beiden Körper schnaufte.

Er nickte. „Alles okay!“ rief er zurück. Sie lächelten einander zu und behielten ihr Tempo bei.

Zwei Achtel. Dachte er bei sich. An der Kurve da vorne würden sie zwei Achtel der Strecke gelaufen sein. Wenn es heute bei nur einer Runde bliebe. Bei zwei Runden hätten sie jetzt zwei Sechzehntel hinter sich. Und drei Runden, das würden sie heute noch nicht schaffen. Zwei würden genug sein.

Er genoss, wenn sie so wie jetzt gerade im Gleichklang liefen, wenn es sich anhörte, als würde nur eine Person laufen. Wann immer sie gleichzeitig ihre Füße auf dem Boden aufsetzten, verspürte er, dass er beim Laufen nicht nur Kraft verlor, sondern dass da eine Energie in ihn zurückfloss, die ihm vom Alleinelaufen her unbekannt war.

Sie passierten eine junge, langhaarige Spaziergängerin, die ebenfalls noch in der Dämmerung hier unterwegs war.

Schritte. Nur ihre Schritte waren zu hören. Wenn sich nicht gerade ein paar Gänse oder Enten gestört fühlten und mit schimpfendem Geschnatter aufflogen.

Nur noch ein einziges Auto stand am Parkplatz. Fremdes Kennzeichen. Es gehörte wohl zu dem bedrohlich aussehenden Mann, der sein Gesicht von ihnen abwandte, als sie auf seiner Höhe waren. Er drückte sein Zigarette mit kreisförmigen Schuhbewegungen auf dem lehmigen Untergrund. Vielleicht tat er ihm recht. Wem sieht man denn schon an, ob er gut ist oder böse? Verbrecher oder Wohltäter? Und ist da nicht in uns allen das Potenzial, von einer Sekunde auf die andere zur eigenen Überraschung der zu werden, von dem man ahnte, dass er auch in uns steckt? Und immer sicher war, es nie zu sein?

Sie verloren den Merk-Würdigen aus dem Blick. Und er verlor den Merk-Würdigen aus seinen Gedanken. Die erste Runde näherte sich ihrem Ende und gleich würden sie sich verständigen müssen, ob sie noch eine zweite ranhängen wollten. Die Spaziergängerin würde dann auf Höhe des Parkplatzes sein, in der Nähe des Merk-Würdigen sein, wenn sie weitermachten…

„Machen wir noch eine Runde?“ fragte sie, worauf er prompt „Gerne!“ antwortete.

Was würde sie erwarten am Parkplatz? Würde der Merk-Würdige seinem Fremdsein Taten folgen haben lassen? Würde die beiden Hand in Hand spazierren gehen, weil sie sich hier verabredet hatten? Eine Mischung aus Beklemmtheit, Tapferkeit und Hoffnung trieb ihn an, die zweite Runde etwas schneller anzugehen.

Zehn Sechzehntel hatten sie hinter sich. An der Kurve da vorne würden sie zehn Sechzehntel der Strecke gelaufen sein. Wenn es heute bei zwei Runden bliebe. Bei drei Runden hätten sie jetzt zehn Vierundzwanzigstel hinter sich. Aber drei Runden?

Sie überholten erneut die Spaziergängerin, die aber noch nicht viel weiter gekommen war, weil sie bis jetzt wohl auf einer Parkbank verweilt hatte, das Handy am Ohr, mit sich und ihrem Gesprächspartner beschäftigt.

Die Dämmerung schritt voran und die spärliche Wegbeleuchtung war inzwischen angegangen, als sie zum zweiten Mal am Parkplatz vorbeikamen. Wo immer noch das fremde Auto stand. Wo immer noch der Merk-Würdige abseits des Weges stand, den Kopf umhüllt von blauen Qualm, und der es vermied, ihnen sein Gesicht zu zeigen.

Sie genossen es, mit flottem Tempo und ruhigem Rhythmus ans Ende Ihres Laufes zu kommen. Er wusste, dass er heute Abend darüber schreiben würde. Zu gerne hätte er nur gewusst, was aus der Spaziergängerin und dem Merk-Würdigen geworden ist. Aber drei Runden würden zu viel sein heute, da war er sich sicher. Er würde schon einen Schluss erfinden…

„Machen wir noch eine Runde?“ Er glaubt, seinen Ohren nicht trauen zu können, fragt nach, ob sie das ernst meine, ob das nicht zuviel sei für sie. Nein, sie sei noch fit und sie würden das bestimmt schaffen. Außer es sei ihm zuviel, wobei sie ein freches Lächeln aufsetzte.

Sie waren noch nie drei Runden gelaufen. Allein der Gedanke, heute sozusagen den eigenen Rekord zu brechen, beflügelte sie beide, machte sie schneller als bei den ersten beiden Durchgängen.

Achtzehn Vierundzwanzigstel. Dunkel war es geworden. Hinter der Kurve öffnete sich der Blick auf die Parkbank. Sie war verlassen. Der Weg vor Ihnen war leer, niemand zu sehen.

Im Gleichschritt eilten Sie durch den späten Abend, die Wasservögel hatten ihr Abendkonzert beendet, nur noch das Knirschen der Laufschuhe war zu hören.

Auch der Parkplatz war nun leer, der Merk-Würdige entschwunden, es würde nichts mehr zu berichten geben, da war er sich sicher.

Er war sich nicht sicher, ob er seinen Leserinnen und Lesern verraten sollte, dass er die Spaziergängerin nur erfunden hatte.

Es tat ihm leid, dass er den Merk-Würdigen instrumentalisiert hatte als Inkarnation des potenziell Bösen. Aber wie bitteschön soll man denn Geschichten schreiben, wenn man den Menschen nicht Rollen zuweisen darf?

Ach ja, um das nicht zu vergessen: Zwei Dinge freuten ihn, nämlich dass sie waren zum erstem Mal drei Runden gelaufen waren. Und dass er endlich wieder eine Geschichte im Kasten hatte.

© Ulf Runge, 2010

Die Hilfe des Brötchenmanns

4. Mai 2010 21 Kommentare
Leben 580 – Dienstag, 04.05.10

Ein Wort gab das andere, und schon waren sie wieder mittendrinnen in ihrer frech-fröhlichen Morgenfrotzelei, Hugo und „sein“ Brötchenmann.

Er wolle und müsse das gleich richtig stellen, die Bemerkung da eben, er habe da einfach nur bildzeitunglesenderweise rumgesessen und eine Pause gemacht, die sei schlichtweg falsch. Weil, bei ihm könne man nur schwer erkennen, ob er sitze oder stehe. Er habe nämlich, und dabei drehte er sich zur Seite, um auf ein noch zu benennendes Etwas zu zeigen, er habe nämlich eine Stehhilfe. Sprach der Brötchenmann.

„Stehhilfe? Ist nicht Ihr Ernst? Sehhilfe kenne ich. Oder Gehhilfe! Stehhilfe habe ich noch nie gehört!“ erwiderte Hugo.

Der Brötchenmann: „Sehen Sie, das unterscheidet uns, mir genügt eine Stehhilfe. Bei Ihrem Alter allerdings wird es Zeit, an eine Gehhilfe zu denken.“

Sprachlos über so viel Kessheit grinsten Sie einander an, um sich schließlich auch heute wieder bei schallendem Gelächter einander noch einen schönen Tag zu wünschen.

Insgeheim schon an den nächsten Morgen denkend. Vorfreude ist die schönste Freude…

© Ulf Runge, 2010

Was bleibt

Leben 579 – Dienstag, 04.05.10


Er setzte sich auf die Bank, schloss die Augen und lauschte dem Singen der Vögel. Ließ sich streicheln und wärmen von den Strahlen der kräftiger scheinenden Frühlingssonne, und spürte einen Anflug von kaltem Schauer, den er einer vermuteten Wolke zuschrieb.

Als er die Augen wieder öffnete, schaute ihn eine ältere Dame an, ihren Schatten auf ihn werfend, mit leichtem Vorwurf in ihrer Miene, fragend, ungläubig, wie er denn hier sitzen könne, mit einem Lächeln im Gesicht, so vergnügt, so zuversichtlich.

„Was mir genommen, ist mir genommen. Nun ist es auf eine andere Weise da, bleibt da und kann mir nicht noch einmal genommen werden.“

Um dann fortzufahren:

„Hier war sie gerne. Genoss die Schönheit der Anlage. Das Grün. Die vielen Blumen und Beete. Das Zwitschern. Den hektischen Lauf der Eichhörnchen. Das war ihr Friedhof. Das ist ihr Friedhof. Das bleibt ihr Friedhof…“

© Ulf Runge, 2010

Gespart

1. Mai 2010 4 Kommentare
Leben 578 – Samstag, 01.05.10


Müde vom Tag setzte sich Balduin in den Sessel, schaltete die Nachrichten ein und kam noch gerade rechtzeitig zur Wettervorhersage. Es würde heftig regnen in den nächsten Stunden, in Gewitterlagen könne es zu Sturmböen kommen und die Niederschlagsmengen könnten sintflutartig sein.

Balduin war das egal, er saß in der warmen Stube und würde sich jetzt einen Krimi reinziehen. Pistolenschüsse. Reifenquietschen. Blaulicht. Martinshorn. Blitzlichtgewitter der Spurensicherung.

Blitzlichtgewitter war es auch, was Balduin seinem Fernsehsesselschlaf entriss. Hagelkörner schlugen gegen die Fensterscheiben. Draußen war der Bär los.

Das Bier war alle. Im Glas. In der Flasche. Im Kühlschrank. Aber nicht im Keller! Balduin schaltete das Treppenlicht ein, worauf es einen heftigen Knall gab und alles zappenduster wurde. Nee, ein Blitz war das nicht, dachte Balduin. Und ging erst mal in die Küche, um die Taschenlampe zu holen. Dann zum Sicherungskasten. Die Hauptsicherung hatte war rausgeflogen. Balduin legt den Kippschalter um und die Wohnung war wieder hell erleuchtet.

Balduin schaute nochmal hin und sah, dass die Treppenhaussicherung ebenfalls rausgeflogen war. Was war da los da unten? Balduin leuchtete mit der Taschenlampe die Kellertrempe hinunter und traute seinen Augen nicht: Da stand Wasser, da unten, 20 cm hoch, vielleicht auch mehr, so ein Mist! Jetzt runterlaufen könnte lebensgefährlich sein, wenn da noch irgendwo elektrische Spannung anliegen würde.

112! Balduin rief die Feuerwehr. Sie hätten sehr viele Notfälle. Sie würden zu ihm kommen, sobald die lebensrettenden Einsätze abgeschlossen seien.

Na toll, Wasser im Keller und kein Bier in der Wohnung, Balduin war bedient. Das würde einen Haufen Geld kosten, dieser Wasserschaden. Ob die Versicherung den wohl übernehmen würde?

Hundemüde und hellwach zugleich lief Balduin wie von der Tarantel gestochen durch die Wohnung. Schaute immer wieder auf die Uhr. So langsam kann die Zeit vergehen, wenn man wartet.

Um zwei Uhr kamen sie, total abgekämpfte Feuerwehrleute, schalteten die Wohnung spannungsfrei, um dann mit Flutlichtbeleutung, Kompressorlärm und Wasserpumpe den Wasserpegel im Untergeschoss zu reduzieren. Schließlich gingen sie runter, um sich den Schaden anzusehen.

Der ganze Kellerboden war voller Schlamm, die Waschmaschine und der Trocker hatten wohl heftig gelitten, allein der Gefrierschrank schien unbeeindruckt zu sein.

„Herr Lankwarth, schauen Sie mal hier: Das Wasser muss sich durch den Abwasserkanal hochgedrückt haben!“ sagte der Einsatzleiter zu Balduin. „Haben Sie denn kein Rückstauventil in ihrer Kanalanbindung?“

Wut stieg in Balduin hoch. Das Rückstauventil war eine der Positionen, bei der er damals gespart hatte, als die Baukosten nicht mehr so recht in Einklang standen mit der Hausfinanzierung…

Als die Feuerwehrleute gegangen waren, schenkte sich Balduin einen Schnaps ein. Und noch einen. Und noch einen. Hätte er damals nur auf den Architekten gehört!

Balduin sinkt in seinen Fernsehsessel. Zappt noch ein bisschen. Bleibt bei einem Homeshopping-Sender hängen. Die preisen gerade Rückstauventile an. Bronzefarben. Silbern. Und golden.

Zappt weiter. Stripperinnen. Auf einer Baustelle. Auf einem Rückstauventil. Neee!

Nachrichten. Der Unfall mit der Bohrinsel hätte vermutlich glimpflich verlaufen können, wenn man seinerzeit nicht die halbe Million Euro gespart hätte, die ein entsprechendes Rückstauventil gekostet hätte…

© Ulf Runge, 2010

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