Eszet

am
Leben 557 – Sonntag, 07.02.10

Es ging um das Wort Muße. Nicht zu verwechseln mit Muse. Oder Mousse. Au chocolat. Es werde mit „Eszet“ geschrieben, bemerke ich. „Eszet?“ bekomme ich zu hören. Was das denn sei?! Ob ich damit das „Scharfe Es“ meine?

So werde es wohl heute genannt, vermute ich vernehmbar, aber zu meiner Zeit, will sagen Schulzeit, da hätten wir noch „Eszet“ gelernt.

Das sei doch unlogisch, ich solle doch nur mal betrachten, wie ein Wort geschrieben werde, wenn es aus lauter Großbuchstaben bestehe. Etwa Fußball, also FUSSBALL. „Und? Wie wird das buchstabiert?“ fragt mich die gegenübersitzende Inquisition.

„Mit Doppel-Es!“, gebe ich ungerne zu, und gebe höflich zu Protokoll, dass ich da schon immer gerne ein Es und ein Zet gelesen hätte, also FUSZBALL.

Das wäre ja schrecklich, empört sich die jugendliche Stimme, (und ab jetzt der Versuch, das gesprochene Wort in Schreibbuchstaben auszudrücken), dann hieße es ja: „FUUUS-TSTSTS-BALL!“

© Ulf Runge, 2010

11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Alex sagt:

    Wirklich guter Gedanke!
    Ich spreche immer ESzet und schreibe auch ß, die ganzen Korrekturapps wollen immer ss schreiben.
    Ich halte davon nichts…..

    Kennt ihr die ESZET-Schnitten, für´s Brötchen
    Woher kommt das denn?

    LG
    Alex

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    1. Ulf Runge sagt:

      Lieber Alex,

      Wikipedia weiß zu den Eszet-Schnitten zu berichten, dass es sich um zwei Firmengründer handelt, deren Nachnamen mit S bzw. Z anfangen.
      Das überrascht jetzt nicht wirklich.

      Schöner wäre natürlich die Begebenheit, dass ein junger Mann, es darf auch eine junge Frau sein, aus der Nudelfabrik rausgeschmissen wurde, weil er (sie) beim Formen der Buchstabensuppennudeln so gerne auch ganz viele „ß“ dabei gehabt hätte. Aber das sei von der Geschäftsleitung abgelehnt worden. Und da hat er die „ß“-Schnitten erfunden, kunstvoll geformte Schoko-Brezeln, die die Kinder vorm Verzehr am liebsten erst einmal auf die Nase gesetzt haben, um damit brillenbewehrt auf dem Schulhof „Meister Lämpel“ zu spielen. Oder so…

      Liebe Grüße,
      Ulf

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  2. Mo sagt:

    Inquisition?
    Lieber Ulf,
    übertreibst Du da nicht etwas?

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  3. aprikose sagt:

    tja, wer machts richtig? die schweizer. da gibts schon seit hundert jahren keinen komischen buchstaben eszet mehr 🙂
    … und ich benutze es auch nicht.

    liebe grüsse, 🙂
    aprikose

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  4. zentao sagt:

    Lieber Ulf
    da muss ich Deinem Jugendlichen Schreiber recht geben, dieser komische verkrümmte Buchstaben ist noch ein Überbleibsel aus dem letzten Jahrhundert. Heute muss man vereinfachen und so schreiben, dass jeder weiss was der andere meint.Wäre es jetzt nicht mal an der Zeit, etwas in Deinem Leben zu ändern, wenns auch nur der Wechsel, von Deinem geliebten Eszet zum einfachen doppel S ist.
    Liebe Grüsse zentao

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  5. Elisabeth sagt:

    Lieber Ulf,
    ich hab nun ein Weilchen gebraucht, bis ich verstand, was Eszet bedeutet 😆 Das kenne ich auch nicht und finde das „ß“ auch nicht besonders schön. Aber es ist, wie es ist, und ich mache kein Probem daraus *lächel*
    Herzliche Valentinsgrüße zu dir, Elisabeth

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  6. Mo sagt:

    Lieber Ulf,
    ich ziehe meinen Kommentar zurück.
    Das heißt, es gilt einen Kommentar weniger zu beantworten.

    Gruß – Mo

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Mo,

    die Tatsache, dass Du Deinen (ersten) Kommentar zurückziehst, führt, anders als Du vermutest, nicht zu dem Umstand, dass ich nun einen Kommentar weniger zu beantworten hätte. Vielmehr treibt mich insgeheim weiterhin die Beantwortung des nun als zurückgezogen identifizierten Kommentares um. Als auch natürlich der die Zurückziehung auslösende Kommentar. Ist es doch gerade er, der in die Fußstapfen des zurückgezogenen Kommentars tritt und einer Beantwortung bedarf…

    Generell stellt sich die Frage, ob es (gerade im Netz!) so etwas geben kann wie „ungeschehen“. Buchhalter löschen keine fehlerhafte Buchung. Selbige wird storniert. Bleibt aber sichtbar. Fürs Netz gibt es keinen Tintenkiller…

    Bleibt die Frage, ob ich denn überhaupt etwas „löschen“ sollte.
    1. Zunächst den zurückgezogenen Kommentar.
    2. Eventuell auch den Kommentar, der metakommunikationsgleich doch nur das Zurückziehen des ersten bewirken sollte.
    3. Übermütig frage ich dann schließlich, ob diese meine kunstvolle Replik dann etwa auch verschwinden müsste…

    🙂 🙂 🙂

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  8. Ulf Runge sagt:

    Liebe aprikose,

    dass die Schweizer rechtmäßige Erfinder bestimmter Bonbons sein wollen, hat uns die Werbung schon nahegebracht.

    Dass die Schweizer seit ewigen Zeiten schon auf das „ß“ verzichten, etwa in Vorahnung auf die Tatsache, dass es anglophile Tastaturen sein würden, die dereinst dem PC zum Durchbruch verhelfen würden, ist sicherlich Ausdruck von sehr großer Progressivität. Aber sicherlich auch ein dreißigstel Kulturverlust (bei 30 Kleinbuchstaben)…

    Liebe Grüsze,
    Ulf

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  9. Ulf Runge sagt:

    Lieber zentao,

    danke für Dein Plädoyer. Aber ein Leben ohne „ß“ möchte ich mir nicht vorstellen.
    Ich sehe sehr wohl, dass im Schildergewerbe 100000de Arbeitsplätze gesichert wären, weil dann sag ich mal 80% der deutschen Strassennamensschilder ausgewexelt werden müssten.

    Das „ß“ wäre nur der Anfang.
    Bald müssten „chs“ und „ks“ dem „x“ weichen. Ich warne vor „Kex fressenden Exen“.
    Dann waere es um die Umlaute geschehen.
    Im vorletzten Schritt die Selbstlaute.
    Dann die Konsonanten. Bis auf zwei. Und dann morsen wir statt schreiben…

    Natürlich ist das masslos übertrieben von mir…

    Liebe Grüsse,
    Ulf

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  10. Ulf Runge sagt:

    Liebe Elisabeth,

    in Abwandlung des berüchtigten Bahnspruchs „thank you for travellin‘ Deutsche Bahn“ rufe ich Dir zu:

    „thank you for using ES-ZETTT“!

    Leicht verspätet auch für Dich liebe Valentinsgrüße,
    Ulf

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