Hamsterkäufe – jetzt!

Leben 545 – Samstag, 09.01.10

Hamsterkäufe solle man jetzt tun. Erkläre ich einem aufgeweckten und aufgeschlossenen Bekannten, der noch nicht so lange in Deutschland lebt. Hamsterkäufe solle man jetzt erledigen, das habe das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geraten (nein, was das denn sei, fragt er mich nicht, an die witzigen Behördennamen hat er sich schon gewöhnt).

Er lächelt mich freundlich an. Ist irritiert.

Ob er wisse, was denn Hamsterkäufe seien, baue ich ihm eine Brücke.

Nein, das Wort habe er noch nie gehört.

Da gehe man Einkaufen, was man kriegen kann. So wie die Hamster vorm Winter alles einsammeln, was ihnen so unter kommt. Und wegen des vermuteten baldigen Schneechaos raten die Behörden jetzt, sich Vorräte anzulegen…

Und ob ich denn nun auch „meinen“ Hamsterkauf machen würde.

„Nein!“ sage ich, „wir haben schon genug Haustiere!“ lächle ich ihn an. Mit wissendem Blick grinst er zu mir zurück.

© Ulf Runge, 2010

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Elisabeth sagt:

    Unglaublich süß, lieber Ulf!
    Wirklich unglaublich, ich bin beeindruckt, überrascht, entzückt und lächle nun vor mich hin – einzigartig, treffend, hinreißend, wie du schreibst… Ich kann es kaum in Worte fassen, ich freue mich einfach so sehr und drück dich jetzt einfach ganz fest, du lieber Hamster! Sammelst Momente des Glücks… aber nicht auf Vorrat… sondern verbrauchst sie geich im Hier und JETZT…
    Herzliche und fröhliche Samstagsgrüße zu dir, Elisabeth

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  2. Anna-Lena sagt:

    Schön geschrieben, lieber Ulf.
    Allerdings ist Daisy bei uns mehr Schein, als Sein.
    Ob sich das noch ändert?

    Liebe Grüße zum Wochenende,
    Anna-Lena

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    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Anna-Lena,

      ich liebe Homonyme, das sind, wie Du 100pro weißt, Synonyme für Teekesselchen.
      Aufmerksame LeserInnen werden sich an das Teekesselchen „Messer“ erinnern, das ich erst jüngst thematisiert hatte.

      Und dass „Hamsterkauf“ ein Teekesselchen, war mir bis zur Ankunft von Daisy gar nicht klar.

      Daisy nur Schein? Kann ich nicht sagen. Daisy macht alle verrückt. Zumindest aber zwei: Donald und Gustav Gans…

      Liebe restwochenendliche Grüße,
      Ulf

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  3. Ulf Runge sagt:

    Liebe Elisabeth,

    ja, das hast Du wahrhaft festgestellt: Beim Schreiben bin ich kein Hamster. Wenn mir ein Thema „unter den Nägeln brennt“, dann muss das raus.

    Schlimm empfinde ich Tage, an denen – für mich – „nichts passiert“. An denen ich „eine gute Maschine“ war, aber gar nicht Mensch. An denen ich nichts zu erzählen habe.

    Liebe, nicht minder herzliche und fröhliche samstagabendliche Grüße,
    Ulf

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